Ich brauche Rat...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von haarlos 05.11.10 - 11:29 Uhr

Hallo zusammen,

ich möchte auch lieber unerkannt bleiben, bitte seid mir nicht böse darum.

Ich weiß einfach nicht, wie es mit uns (meinem Mann, zusammen 2 Kinder) weitergehen soll. Wir sind seit 4 Jahren verheiratet, gute 3 davor zusammen. Und er verändert sich mehr und mehr, so das ich ihn (den Mann, in den ich mich damals verliebt habe) nicht mehr erkenne. Es fängt bei unseren Kindern an - der Große wird eigentlich dauernd nur angeranzt, lass dieses, steh auf, geh da weg, fass das nicht an.. ect ect. Aber wirklich dauernd, so dass mein Sohn schon eine Schnelligkeit entwickelt hat, um ja nicht vorher wieder aufgehalten zu werden. Wenn wir z.B. einkaufen gehen, darf er weder in einem Fahrgeschäft sitzen, anfassen, die Nase ans Schaufenster drücken, sich mal auf den Boden hocken... egal was, alles wäre dreckig, eklig und offenbar ganz unnormal für einen 4,5jährigen. Die Kleine darf das alles auch nicht, wird dabei aber betüddelt und auch normal miteinander gesprochen.

Unser Sohn wie auch mir wird oft nur ein sehr barscher Umgangston gewidmet, der mich dann auch sogleich reizt und beschützend dazwischen gehen lässt. Sobald ich aber ewtas "gegen" meinen Mann sage bzw. eben seinem Ton, Art, was auch immer - "falle ich meinem Mann in den Rücken".
Und er zieht beleidigt/wütend von dannen. Sollte ich mal ein gespräch wagen (im ruhigen Ton), kriege ich entweder zu hören, "ob ich ihn doof von der Seite anmachen will" oder "er jetzt keinen Bock auf so einen Scheiss habe" oder er flüchtet mal wieder aus dem Haus. Was er dann macht, keine Ahnung! Wahrscheinlich mit dem Auto laut Musik hörend durch die Gegend fahren. Auf meine Frage, warum er immer abhaut, sagt er "ich muss dann weg, weil ich sonst nicht weiß, was passieren wird". Diese Aussage macht mir ehrlich gesagt Angst, da er ziemlich cholerisch ist und schnell aufbraust. Wie weit er gehen würde, vermag ich allerdings nicht zu sagen, ich weiß es nicht.
Was ich weiß, ist, dass er mich schlecht behandelt - wie ein lästiges Stück Dreck, nicht immer - aber sehr oft. Unseren Sohn dazu.
Nur als Beispiel - ich war mit Kindern und meiner Mama unterwegs, haben statt Abendbrot den Kindern einen Burger und Pommes gegönnt und ich sagte ihm telefonisch Bescheid, dass es etwas später wird, die Kinder dann aber schon eben BK gegessen haben. Es kam nicht die Frage, ob ich ihm etwas mitbringe, aber auch von mir keine.. da nicht ICH, sondern die Kinder gegessen haben. Als ich die Kinder ins Bett bringe, macht er einen Nudelsalat, in dem er Zwiebeln und Matjes knallt, von dem er weiß, dass ich es nicht mag und somit nicht essen kann/werde. "Oh, hab ich nicht daran gedacht" kommt auf meinen Vorwurf, warum er denn nicht bevor er diese Zutaten dran gemacht hat, was an die Seite gestellt hat.
Nein, das war einfaches "Rachedenken" weil (wie er zu meiner MUtter sagte) ja auch keinen Burger hatte.
Das alles ist jetzt lang und ich könnte ganz viele solcher Beispiele nennen, das soll aber nur mal zeigen, WIE er denkt. Ich denke so nicht, ich bin nicht so ... hmmm... hinterlistig? Und so rasseln wir ganz ganz oft aneinander, ich mag mich schon gar nicht mehr mit ihm zusammen wo treffen, weil es auch da oft knallt. Ich habe bald täglich Magenschmerzen, meine Haare fallen aus, trockene rissige Haut an den Händen. Wofür keine Ursache gefunden wird, meinte meine Hausärztin, dass sei sicher Stress-bedingt... Ob ich Stress hätte? Ja, verdammt noch mal... jeden Tag zuhause - oder wenigstens beinahe. Als mein Mann vor wenigen Wochen 3 Wochen zur Reha war, hatte ich keine Bauchschmerzen. Die Kinder waren entspannt, kein Geschrei, kein Gestotter. Alles war harmonisch...
Wenn ich vorsichtig anschneide, ob man denn vielleicht nicht mal eine Paarberatung, Therapie machen sollte - nein sowas hätte er nicht nötig. Er braucht niemanden, der ihm was vorsagt.
Wenn andere Leute (Verwandte, Freunde, Nachbarn) etwas zu ihm sagen, wo er falsch reagiert hat, dann sind diese in seinen Augen dumm und haben keine Ahnung. Und es können zehn Leute dasselbe sagen, er beharrt auf seiner Meinung und weicht keinen Milimeter davon ab!

Wenn sein Sohn ihm sagt, Papa, das tut weh (weil er den Autositzgurt zu fest gemacht hat) kommt "ach was, das tut doch nicht weh, stell dich nicht an". Ich habe keine Kraft mehr, ständig beobachtend, beschützend, lauernd aufzupassen und meinen Mann die richtige Handlung zu zeigen.
Nein, ich bin keine Supermama, und mache sicherlich auch mal einen Fehler... aber ich bin mit 2 kleinen Kindern genug beschäftigt, da muss ich nicht noch einen erwachsenen Mann erziehen. Dazu kommt, dass er immermehr trinkt. Anfangs war es nur Bier, jeden Tag... mal 2, mal 4 Flaschen. Inzwischen kommen Liköre, Schnäpse, auch mit einer Regelmäßigkeit dazu, die mich wirklich auch anekelt.
Aber er sei ja nicht abhängig, er kann auch Tage ohne etwas zu trinken. Ja das kann er wirklich (als er im KH lag zum Beispiel) aber dennoch... ich mag es nicht, und für mich ist dieses regelmäßige allein schon eine Suchtgefahr.

Falls jemand soweit gelesen hat - vielen Dank - ich weiß einfach nicht, wie ich weiter machen soll. Natürlich geht er arbeiten, ich noch in elternzeit. Um die Kinder kümmert er sich eigentlich nicht, es scheint mir schon Jahre her, dass er einem mal die Zähne geputzt oder eine Windel gewechselt hat. Alles mache ich! Selbst wenn er frei hat, denkt er nur ans ausschlafen, statt vielleicht mal ein KInd in den Kiga zu bringen/abzuholen. Wenn er Feierabend hat, tut er meist auch nur Dinge, die ER tun möchte.. und mit Vorliebe allein, da die Kinder ja im Prinzip nur nerven. Es sagen wirklich auch Außenstehende, dass es so wirkt, als würden ihn die Kinder nur stören. Behindern. Ich habe ihn mal gefragt, warum er denn Kinder wollte... - "weil Du welche wolltest" gab es als Antwort. Das wäre angeblich (nachträglich gesagt) nur ein Scherz gewesen, wie es aber richtig ist, weiß ich noch immer nicht.

Im Stillen denk ich mir, er ist so unsagbar unzufrieden mit sich und seinem Leben, den Kindern, die ihn finanziell und freizeittechnisch behindern, und dass er all diesen Frust an mir und dem Großen auslässt.
An allem hat er etwas zu nörgeln, die rauchende Person auf der Parkbank, der teure Wasserkasten in der Kur. Das Kinder (2,5 und 4,5 Jahre)nicht allein in ihrem Kinderzimmer spielen können, dass Spielzeug in der Küche liegt, die Wäsche noch nicht im Schrank liegt.... ect pp.

Wie komme ich an ihn heran? Macht es überhaupt Sinn, das alles noch fortzuführen? Der Kinder wegen? Weil vielleicht doch noch etwas vom alten Mannübrig ist?
Ich hoffe, es hat jemand eine Idee... einen Rat... eine Erfahrung, die mich vielleicht weiter bringt!
Ich danke Euch!!!

LG
haarlos

Beitrag von redrose123 05.11.10 - 11:48 Uhr

Redet miteinander, wenn das nichts bringt überleg dir gut was dir wichtig ist, ob es noch zu Retten ist oder er einfach nicht will und dann seh ich nur noch die Trennung.....

Beitrag von pcp 05.11.10 - 11:50 Uhr

Das klingt richtig traurig. Und ausweglos.

Habt ihr gar keine Momente mehr in denen ihr euch nah seid und unbeschwert miteinander reden könnt? Das wäre eine Gelegenheit ihm das genauso zu sagen. Denn anscheinend siehst Du noch eine Chance bzw. hoffst daß er wieder der Alte werden könnte. Wenn nicht wüßte ich nicht wie sich das bessern sollte, so ganz ohne Beziehungsarbeit?

Alkoholismus muß übrigens nicht mit täglichem Konsum einhergehen.
lg

Beitrag von steffimaus82 05.11.10 - 13:00 Uhr

#liebdrueck
So,.. der Text war jetzt super lang eund ich hoffe ich vergesse nicht auf irgend etwas einzugehen was dir wichtig wäre.
Eure Situation ist nicht einfach.. Alkohol macht alles noch schwieriger.. vielleicht ist es auch das was ihn verändert hat.
Redet miteinander.. mach ihm klar, dass es so nicht weiter gehen kann... dass sich etwas änder muss weil du sonst nicht mehr kannst und willst.
Ich hoffe für dich er begreif es und handelt.... wenn nicht, dann verschwende nicht dein Leben. So schwer es dir fällt.. dann musst du gehen!
Entweder öffnet er dann seine Augen oder es ist sowieso alles zu spät!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen klaren Kopf! #liebdrueck

LG Steffi

Beitrag von summer7708 05.11.10 - 13:19 Uhr

Ich kann dazu nur eins sagen: TRENNUNG
Er tut weder dir noch deinen Kindern gut.
Im Gegenteil: du hast psychsomatische beschwerden und deine Kinder können von so einem Vater auch Traumas bekommen und man wundert sich später warum sie so verstört/auffällig sind...
Beschütze deine Kinder und dich und geht.

Ich hab das auchhinter mir und seit der Trennung brauche ich keine beruhigungspillen mehr, hab kein Herzstolpern und keine Atmnot mehr.Und meine Kinder sind viel ausgeglichener...nur der Mittlere hat leider zuviel schon abgekriegt mein Ex mann hat ihn auch immer fertig gemacht wenn er mal was runtergeschmissen hat,gleich rumgeschrien wie dumm er sei usw... er ist heute noch total eingeschüchtert aber es bessert sich...ich tue alles um ihm sein selbstbewusstsein wieder zu geben was s ein vater kaputt gemacht hat.

Lass es nicht so weit kommen.Eine Therapie lehnt er ja ab.