Verhalten gemeinsamer Freunde(?) nach der Trennung

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von anke78 05.11.10 - 12:15 Uhr

Hallo, ich hab mich im Februar dieses Jahres nach über 12 Jahren Beziehung und nur fast 2 Jahren Ehe von meinem Mann getrennt. Der alleinige Grund war seine Spielsucht und sein daraus resultierendes mieses Verhalten mir gegenüber (und eine völlige und andauernde Ablehnung einer Therapie). Ich habe darüber (und von meiner Co - Abhängigkeit bzw. emotionalen Abhängigkeit) schon in diesem Forum berichtet.

Wir hatten in unserem Wohnort einen großen Bekanntenkreis (ich schreibe jetzt mal absichtlich nicht Freundeskreis), mit dem wir regelmäßig Grillfeste u. ä. gefeiert oder Wanderungen unternommen haben. Obwohl manchen aufgefallen ist, dass ich immer stiller wurde und nicht mehr so unbefangen war wie früher (hab wohl kaum gelacht), hab ich immer beteuert, es gehe mir gut und alles sei in Ordnung.

Das war falsch, ich weiß, aber ich hab mich viel zu sehr für seine Spielsucht geschämt und mir wurde ja auch immer "eingeimpft" niemandem was zu sagen. Im Sommer 2009 hab ich es dann nimmer ausgehalten und hab mich 3 Mädels (auch aus dieser Clique) anvertraut. Das Verhalten und die Spielerei meines Mannes waren leider nach der Hochzeit noch schlimmer geworden.

Mittlerweile habe ich eine neue glückliche Beziehung, lebe 50 km weit entfernt (dafür jetzt in der Nähe meiner Arbeit) mit meinem Freund und ich hab mein Lachen wieder und mein Glück gefunden :-)

Natürlich kommen manchmal noch Gedanken an das Verhalten meines Mannes hoch, aber ich hab Freundinnen zum Reden, meinen Partner und dieses Forum hier + ein Spielsucht - Forum.

Einzig das Verhalten mancher Bekannter ärgert mich bzw. enttäuscht mich. Mein Ex erzählt nämlich nur Halbwahrheiten (sie hat mich für einen anderen Mann verlassen) und tut alles, um sich ins rechte Licht zu rücken.

Zu seiner Sucht steht er nach wie vor nicht, vor allem seine Eltern und seine neue Partnerin dürfen nichts erfahren. Dass ich jetzt bei vielen als Schl... da stehe, vor allem, weil ich meinen Freund schon vor unserer Trennung kannte, ist ja klar :-[

Es gibt schon Leute, die mir sagen / schreiben, dass wir beide mit neuen Partnern bei ihnen willkommen sind und dass es sie nichts angehe, was genau war. Andere fragen mich direkt, warum ich gegangen bin, weil sie wissen, wie sehr ich ihn angehimmelt und geliebt hab und seit wenigen Wochen sage ich die Wahrheit: seine Spielsucht.

Aber es gibt halt auch Leute, die bei einem Wiedersehen gerade mal ein "Hallo" herausbekommen, wenn überhaupt. Leider sind das auch Personen, die ich eher zu den Freunden, statt zu den Bekannten gezählt hätte...

Ich kann mich ja aber auch nicht hinstellen und jedem einzelnen unsere Geschichte erklären / schreiben und die Kontoauszüge von damals, nebst heimlich abgeschlossenen Kreditverträgen, Mahnungen, etc. als Anlage mitschicken.

Was meint ihr, muss man solche Leute einfach abhaken? Oder ihnen vielleicht mehr Zeit geben?

Danke schon mal für eure Antworten!

Viele Grüße, und ein schönes WE vorab,

Anke

Beitrag von claudi2712 05.11.10 - 12:20 Uhr

Liebe Anke,

"wahre" Freunde würden Dich direkt ansprechen, weil sie Deine Sicht der Dinge/ Deine Beweggründe Deines Handelns interessiert. Glauben solche Leute die Dinge, die sie nur von einer Partei hören, ja -- ich würde dann schon sagen: hake sie ab. Es kann nicht Deine Aufgabe sein, sie zu überzeugen, dass Du keine fremdgehende Schlampe bist.

Genieß Dein Leben und erfreu Dich an Deinem Glück bzw. laß es nicht durch solche Personen trüben...

Lieben Gruß
Claudia

Beitrag von anke78 05.11.10 - 12:29 Uhr

Hallo Claudia,

vielen Dank! Ich denke, du hast recht.

Es tut halt schon ein wenig weh, wenn ich daran denke, dass andere Ex-Pärchen nach der Trennung trotzdem noch überall gemeinsam eingeladen / gefragt wurden und bei uns ist das eben nicht immer so.

Vielleicht liegt es auch etwas an der Entfernung, obwohl ich per Mail, SMS und wkw erreichbar bin.

Zudem hat mein Ex mir gegenüber schon mehrmals erwähnt, dass wir ja nicht auf diese Festchen kommen sollen, er könne sich evtl. nicht beherrschen, wenn er was getrunken habe (trotz seiner neuen Partnerin). Wer weiß, wem er das noch gesagt hat, wer will schon Ärger auf so einer Feier?

Na ja, ganz fernhalten von meiner "alten Heimat" kann und werde ich mich nicht, aber auf die oben erwähnten Personen und das was sie über mich denken, keinen Wert mehr legen.

LG zurück,

Anke

Beitrag von claudi2712 05.11.10 - 12:32 Uhr

Liebe Anke,

ich bin selbst seit einem knappen Jahr getrennt und kann Deine Gedanken gut nachvollziehen - wie so oft in prekären Situationen im Leben trennt sich hier der Spreu vom Weizen. Je eher man das akzeptiert und seinen Frieden damit schließt, desto besser geht es Dir.

Und hey - Dein Leben hat sich doch wirklich zu 100 % ins positive verändert. Sieh nach vorn und nicht zurück... da ist wirklich was wahres dran...

(genug Floskeln gedroschen - aber manchmal passen sie einfach zu gut;-))

Lieben Gruß
Claudia

Beitrag von redrose123 05.11.10 - 12:22 Uhr

Gib Ihnen Zeit entweder wenden sie sich dir zu oder eben nicht. Es ist für sie sicher auch nicht einfach wem sie die Schulter stützen sollen da sie ja wie ich lese oftmals nicht wissen warum Ihr euch getrennt habt.

Beitrag von hermina 05.11.10 - 12:35 Uhr

Hallo.

Das kenne ich. Als ich mich offiziell von meinem damaligen Mann trennte, war ich natürlich die Buh-Frau. Ich habe ihn verlassen wegen eines anderen Mannes. Haha, das es bei uns schon lange nicht mehr lief, das hatten sie vergessen. Naja, in der Trennungszeit zog er bei uns in der Gegend umher und heulte sich bei allen Bekannten aus. Ich hätte ihn aus dem Haus geschmissen und die Kinder weggenommen wegen eines neuen. Es hat sich alles mit der Zeit aufgeklärt. Klar musste ich mir böse Blicke einfangen, aber wo dann mit uns Gespräche (ordentliche Gespräche dann) geführt wurden, merkten sie ganz schnell, dass es doch nicht so war. Ich habe mich nicht ausgeheult und deshalb hat er schnell alle gegen mich gehabt. Übrigens, er war Alkoholiker und ich Co. Er ist jetzt clean, aber zurück nehme ich ihn nicht mehr, habe ja einen neuen.

Gib allen Zeit und signalisiere, dass du bei Fragen ein offenes Ohr hast. Hat bei mir auch sehr viel gebracht. Die Leute trauen sich erst einige Zeit später, drüber zu reden. Und dann klärt sich vieles auf. Viel Glück.

LG

Beitrag von badguy 05.11.10 - 14:24 Uhr

Sieh doch einfach die positiven Seiten. Du bist wieder glücklich und hast zudem erfahren, wer die richtigen Freunde sind.

Das der Rest für dich enttäuschend ist, na klar, das ist verständlich, insbesondere, wenn man massiv gelitten hat und doch eigentlich mal große Lust hätte, die Wahrheit heraus zu schreien aber glaub mir, es bringt nichts. Hak die Leute ab und wie singen die Ärzte? Lasse Reden!

Stell dich mal in nen Kuhstall und lass so richtig einen fahren. Was riechst du? Gegen Misthaufen kann man nicht anstinken!

Beitrag von anke78 05.11.10 - 14:45 Uhr

Vielen Dank!

Ich denke nicht nur, dass du recht hast, ich musste auch herzhaft lachen #rofl

An den Spruch werde ich denken, wenn mich wieder jemand so blöd behandelt, ohne zu wissen, was wirklich abgelaufen ist.

Schönes WE!

Gruß Anke

Beitrag von claudi2712 05.11.10 - 14:57 Uhr

Den Satz merk ich mir auch - danke für die Inspiration;-)

Beitrag von badguy 06.11.10 - 00:28 Uhr

Ja Ja JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA 1:1 #ole

Beitrag von claudi2712 08.11.10 - 07:32 Uhr

Da hab ich aber jemanden glücklich gemacht;-)

Ick freu mir ....

Beitrag von ppg 05.11.10 - 17:28 Uhr

Ich erlebe das gleiche gerade aus der anderen Perspektive, ich bin die Freundin.

Meine beste Freundin ( seit 35 Jahren ) trennt sich gerade nach über 20 Jahren Ehe von ihrem Mann. Für mich ist die Situation schwierig, weil ich beide sehr gerne habe.

Natürlich bin ich für meine Freundin immer da, immerhin kennen wir uns schon fast unser ganzes Leben. Ihm würde ich auch nicht in den Rücken fallen, aber Anteilnahme habe ich eher ihr signalisiert - einfach weil sie mir näher steht.

Ich finde das muß man als getrennter Partner respektieren.

Ute

Beitrag von anke78 06.11.10 - 12:18 Uhr

Hallo Ute,

ich denke, du hast mich da etwas falsch verstanden. Ich respektiere es, dass seine Freunde zu ihm stehen; der eine oder andere weiß ja auch von seiner Spielsucht, denn er ist nicht immer alleine in die Spielhöllen und Casinos gefahren und hat auch bei so manchen Treffen mit seinen Gewinnen geprahlt.

Meine beste Freundin steht auch hinter mir (und würde meinen zuk. Ex - Mann dennoch höflich grüßen, wenn sie ihn träfe; das sei noch zusätzlich erwähnt).

Und dass die Situation für gemeinsame Freunde schwierig ist, ist auch klar.

Ich habe jetzt erlebt, dass es Leute in unserem Bekannten(!)kreis gibt, die uns beide (mit neuem Partner) einladen und es uns überlassen, ob wir auf die Party kommen und gar nicht so genau wissen wollen, was war. Und dann gibt es Leute, die direkt nachfragen, was denn war, bei uns beiden.

Und dann gibt es noch die, wegen denen ich diesen Thread eröffnet habe, die mich schon Jahre kennen, wissen, wie sehr ich diesen Mann geliebt (und mich ihm leider auch viel zu lange untergeordnet habe) und sich nur sein Gejammer und seine Version angehört haben, mich nicht nach meinen Gründen fraen und noch nicht mal mehr den Anstand besitzen auf der Straße zu grüßen.

Viele Grüße, schönes WE!

Anke