3. Klasse kein Punktesystem mehr, sondern MA und EA

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von schnuputor 05.11.10 - 17:30 Uhr

Bei uns (Bayern) gibt es nach zwei Jahren Grundschule einen Lehrerwechsel. Die neue Klassenlehrerin wendet nicht das übliche Punktesystem beim Benoten an, sondern unterscheidet zwischen Mindestanforderungen (MA) und erweiterten Anforderungen (EA). MA wäre z.B., wenn man sein Heft richtig führt, Note 3 oder 4. Wenn man mehr macht, als nötig, kann man sich verbessern (EA). Oder bei Lernzielkontrollen unterscheidet sie ebenso. Eine Frage z.B. bei einer Leseprobe zum Thema Wald lautete "welche Tiere findet ihr in der Geschichte?", 3 Tiere wäre MA, 4 Tiere EA. Man sollte ständig irgendwelche Texte zitieren, z.B., was passiert, wenn der Baum im Herbst die Blätter nicht verlieren würde. Mein Gott. Die passende Stelle hat unser Kind halt nicht wiedergefunden, weil das total komplex beschrieben wurde und meiner Meinung nach für einen Drittklässler viel zu schwer verständlich war. Ist das nur in Bayern so? Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus, was den Kindern abverlangt wird. Und jetzt auch noch dieses überhaupt nicht mehr nachvollziehbare Benotungssystem. Ich kann doch nicht nach jeder Bewertung einen Gesprächstermin machen. Überhaupt sagt ja die Lehrerin, daß die Lernzielkontrollen für sie gar nicht so wichtig sind. Ständig fragt sie das Wissen der Kinder unangekündigt zwischendurch ab und dann steht plötzlich eine "4" im Heft (da sollten erst Zahlenmauern mit den vorgegebenen Grundsteinen erstellt werden und später sollte das Kind erklären, wieviel verschiedene Zielsteine es gibt, woran das liegt, wann der Zielstein am kleinsten und wann am größten ist. Ich bin total überfordert. Mir ist auch klar, daß bloß mein Kind leidet, wenn ich all zu viel Aufstand mache. Naja. Bald ist das erste Gespräch, da werde ich mir etwas Klarheit verschaffen. Trotzdem möchte ich von Euch wissen, ob Euch diese Methode bekannt ist und wie Ihr damit umgeht.

Danke im Voraus.

Beitrag von 3erclan 05.11.10 - 19:58 Uhr

Hallo

mein kind auch 3.Klasse in Bayern.

Nein wir haben normale Punktesystem.

Es gibt aber immer Zusatzpunkte was es früher auch gab.

lg

Beitrag von zanadu01 05.11.10 - 20:25 Uhr

Hallo, bei uns in SH wird in derr dritten " glaube ich " alles bewertet. Unter allen Hausaufgaben stehen Noten, Gedichte , Lese Tagebücher, Mitarbeit usw.. Bei uns sind die Arbeiten nicht so wichtig sie zählen nur 30 % , der Rest setzt sich aus den anderern Noten zusammen.
Eine 1 gib es nur für 100 % Leistung, das heißt für Kinder die immer mehr machen
als eigendlich muß. Also fehlerfreie Arbeiten, gute Mappen, immer Hausaufgaben (mit Zusatzaufgaben).
Eigendlich ist e dich nicht anderes als jedes andere Notensystem, wenn du 100 % hast gib es eine 1 ( bei dir EA , das sind eben Kinder die etwas wirklich gut können).

Mich nervt es sehr, mein Sohn hat auch schon 5 Kassiert, weil er etwas nicht verstanden hat. Ich habe das Gefühl das er mehr Noten bekommen hat, als ich in meiner Gesamten Schulzeit.

Beitrag von parzifal 06.11.10 - 06:25 Uhr

Wie erkennt man bei "EA" ob man eine 1 oder zwei hat?

Oder bei MA, ob es eine drei oder 4 ist?

Wenn dies sichergestellt ist, ist das eigentliche "Problem", ob die Bewertungen zu streng sind oder nicht.

Ob man die Leistung nun nach MA/BA etc. oder mit Noten bewertet ist dann doch eigentlich egal.

Bsp. Tiere im Wald erkennen. 3 Tiere erkannt Note 3 oder 4. 4 Tiere erkannt Note 1 oder 2. Was wäre bei Noten besser.

Nur wie erkennt man z.B. bei EA ob es eine 1 oder 2 ist?

Beitrag von schnuputor 06.11.10 - 11:51 Uhr

Also die Gesamtnote steht zum Schluß schon drunter. Aber mir erscheint dieses MA und EA so willkürlich. Die Lehrerin hat es wohl mal während der Probe erwähnt (was mein Sohn allerdings gar nicht registriert bzw. als wichtig abspeichert) und ein Kind hat dann prompt bei der Rückgabe gesagt "Wieso steht da MA, ich hab doch 4 Tiere". Darauf die Lehrerin "Ach so, stimmt ja" und hat es korrigiert. Daraufhin hat das Kind dann nachgefragt, ob sich die Note nicht ändert (von 5 auf 4) und da gab es die Antwort "Eh, nee, ändert sich nichts". Scheint mir alles sehr willkürlich. Und wir als Eltern habe doch gar keine Möglichkeit mehr, die Bewertungen nachzuvollziehen. Das besagte Kind hat es zu Hause immerhin erzählt. Mein Sohn kann noch gar nicht einschätzen, was wichtig ist und was nicht und wie die Anmerkungen der Lehrerin zu verstehen sind.

Naja. Offensichtlich hat hier im Forum keiner das selbe System bzw. Erfahrungen damit.

Beitrag von amadeus08 06.11.10 - 13:20 Uhr

also dass es in Bayern schwerer ist, das weiß ich noch aus eigener Erfahrung. War bis zur 12ten in Bayern auf der Schule und musste dann wegen eines Unfalls die 12te wiederholen. Weils die entsprechenden Kurse dann aber nicht gab habe ich nach Württemberg gewechselt und was soll ich sagen? In Bayern habe ich mehr gelernt und lag im Schnitt so bei einer Drei, in Württemberg habe ich viel weniger getan und hatte am Schluss 1,8............und dabei gehört auch das nicht zu den einfachsten Bundesländern. Umgekehrt kenne ich auch zwei Fälle. Einer, der in Berlin nur einsen hatte und in Bayern dann erstmal auf vier bis fünf abfiel, trotzdem er fleißig war und einer, der aus NRW kam und dann auch total abfiel.
Ein Freund von mir war in Bayern auf der Realschule, ist dann mit seinen Eltern nach Hessen gezogen und hat dort sofort aufs Gymi gewechselt, weils so einfach war. Hatte selbst da fast nur einsen.
Also soviel zum Thema schwer....... :-)
Ich glaube nicht, dass sich da bis heute viel geändert hat!
LG

Beitrag von s30480 07.11.10 - 09:24 Uhr

hallo,
Also mein Patenkind besucht in Bayern die 4.Klasse, er hatte letztes Jahr und auch dieses jahr ganz normale Noten, auch der Sohn einer Freundin..
Das wird mal wieder von Schule zu Schule unterschiedlich sein..
LG