Bronchitis oder Pseudo-Krupp???

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Beitrag von leonie110 05.11.10 - 22:10 Uhr

Vorweg, mein Mann ist seit gut drei Wochen erkältet, grad am Abklingen. Ich habs seit über einer Woche heftig und unser Kleiner (fast 3) fing Anfang der Woche auch an zu husten. Wurde täglich mehr, jede Nacht ein Hustenanfall, letzte Nacht dann drei. Heute morgen sind wir zum Kinderarzt. Leider war eine Vertretung da. Der hörte von den nächtlichen Hustenanfällen und meinte gleich, das wäre Pseudo-Krupp. Schrieb Kortisonzäpfchen auf und Hustensaft...und schickte uns heim.
Also für mich ist das eine Bronchitis. Ich habe von meiner Hausärztin dafür ein Antibiotikum erhalten (das ich eigentlich nicht nehmen wollte, aber dann wurds so schlimm, dass nix mehr ging). Mein Kind bekommt Hustensaft und Kortison???
Ich weiss ja auch nicht so recht. War auch irgendwie "überfahren" heute morgen. Bin ja EXTRA hin, weil Wochenende ist und ich nicht dann zu einem Notarzt gehen wollte. Dass UNSER eigentlicher KiA nicht da ist, wurde am Telefon nicht gesagt. Denn sonst wäre ich zu meiner Hausärztin mit ihm gefahren.
Jemand mit medizinscher Ahnung hier dabei? Ich habe mach Pseudo-Krupp gegooglet und glaube nicht daran, dass er das hat.
Ist seine erste heftige Erkältung überhaupt. Bisher immer quietschfidel, alle Grippewellen und Krankheiten sind milde an ihm vorbei geschrammt.
Was mach ich nun?
Bis Montag warten und doch zur Hausärztin gehen?
Kinderklinik, falls es nicht besser wird am Wochenende?
Fühl mich grad irgendwie überfragt...

Beitrag von leonie110 05.11.10 - 22:12 Uhr

Habs grad nochmal gelesen - also die Husterei von unserem Kleinen hört sich für mich so an, als ob er aufgestauten Schleim abhustet, teilweise vor lauter Schleim fast erbricht und dann schläft er auf dem Arm wieder ein.

Beitrag von maso1214 05.11.10 - 22:37 Uhr

also ich war mit der Kleinen heute auch noch schnell beim Arzt. Typisch für den Krupp ist ja das bellende Husten. Kia meinte auch zu hören das sie ein bisschen nach Luft "zieht". Schleimigen Husten hat sie nicht. Habe jetzt feuchte Tücher aufgehangen, fleißig Hustensaft gegeben und die Notfall Zäpfchen am Bett. Hoffe unsere Nacht wird ruhig.

Beitrag von urmel29 06.11.10 - 10:00 Uhr

Hallo,

unser Sohn hatte Pseudo-Krupp mit 9 Monaten und man erkennt schon den Unterschied zwischen "normalem" Husten und Pseudo-Krupp.

Beim Pseudo-Krupp schnappen sie nach Luft, gibt sogar im Internet eine Aufnahme, wo man hört, sie sich Pseudo-Krupp anhört, musst mal danach googeln.

Wenn es wirklich ein Pseudo-Krupp Anfall ist, dann helfen nur diese Kortisonzäpfchen, die man ihnen dann umgehend geben sollte, auch kalte Luft tut ihnen da gut, damit sie wieder Luft bekommen (Ans Fenster stellen, vorm Kühlschrank...)

Pseudo-Krupp Anfälle hat man nur Nachts.

Haben immer noch diese Kortisonzäpfchen als Notfall daheim.

Kann dir jetzt auch nicht sagen, ob es ein Pseudo-Krupp Anfall war, aber die Husten ganz anders bei so einem Anfall, da bekommt man wirklich Panik, da sie nach Luft röcheln und der Husten sich wirklich schlimm anhört...

Bronchitis dagegen hört sich anders an...

Tut mir leid, dass ich dir nicht mehr dazu sagen kann.

lg
s´urmel

Beitrag von leonie110 06.11.10 - 13:23 Uhr

Danke Urmel, hilft mir aber weiter.
Er hustet wirklich "nur" Schleim ab. Die Anfälle sind auch tagsüber in ähnlichen Abständen. Also immer dann, wenn sich etwas angesammelt hat oder er draussen kurz gerannt ist, was er ja eigentlich nicht soll.

Wegen Antibiotikum fragte ich deshalb, weil ICH das von meiner Hausärztin bekam, weils schon eine eitrige Entzündung war.
Klar, gegen ein Virus hilft das nix.

Heute wirkt er fitter, mal sehen wie die nächste Nacht wird.

LG
Leo

Beitrag von geli0178 06.11.10 - 11:00 Uhr

Hallo,

ich habe ein chronisch krankes Kind mit Bronchitis. Nicht immer wird bei einer Bronchitis Antibiotika gegeben. Wir nehmen meist Hustensaft und Kortisonzäpfchen und die tägliche Ladung an Kotisonspray und Notfallspray.
Bei uns hilft meistens ganz gut die Kombination von diversen Sprays, Kortison und Hustensaft.
Wenn Du Dir unsicher bist - und das kannst nur Du alleine bestimmen - fahre nochmals zu einem Arzt. Wenn Fieber dazu kommt, solltest Du auf jeden Fall fahren.

Gute Besserung

Geli

Beitrag von pechawa 06.11.10 - 12:03 Uhr

Hallo,

ich stimme dem post von Urmel bei, kann außerdem aus Erfahrung sagen, dass Pseudo-Krupp Anfälle nicht nächtelang mehrmals kommen, sondern an 1 - 2 Nächten hintereinander.
Meine jüngste Tochter hatte das ganz oft. Meistens war so ein Anfall der Vorbote einer richtigen Erkältung, sie hatte also während solcher Anfälle kein Erkältungsanzeichen oder höchstens etwas Schnupfen. Meistens hatte sie nachmittags nur eine rauhe Stimme, nachts ging es dann los und einige Tage später kam dann die Erkältung. Ich würde ein Kortisonzäpfchen nur geben, wenn ich 100 % sicher wäre, dass es ein Pseudo Krupp ist und dann auch nur in Notfällen.
Wenn dein Kind kein hohes Fieber bekommt (was auch ein Anzeichen wäre, dass es kein Pseudo Krupp ist) würde ich bis Montag warten,

LG

Beitrag von karna.dalilah 06.11.10 - 12:23 Uhr

im Zuge von Infekten sind bronchiale Spasmen, Kurzatmigkeit und Atemnot uns durch unseren kleinen Maulwurf nicht mehr unbekannt.
Unbekannt ist mir jedoch, dass dies durch Antibiotika behandelt wird.#schock
Ich mein das Zeug soll ja in manchen Fällen ein Segen sein, aber bei solchen Fällen noch das Immunsystem flachlegen?#kratz
Abgesehen davon sind die Auslöser lt Arzt meist virale Infekte, was bitte soll dann Antibiotika?
Wir lassen den kleinen Maulwurf inhalieren, gehen viel mit ihm raus, lassen ihn erhöht schlafen, geben ihm Hustensaft zum Schleimlösen und in ganz akuten Fällen gibt es die Notfallzäpfchen mit Kortison.
Wir hatten auch schon kurzzeitig Kortison in Pulverform, welches in Esen eingerührt werden mußte. Da ging es ihm jedoch so richtig mies.
Im Moment ist seine Lunge wieder voll verschleimt, wenn er hustet sind es richtige Hustenanfälle.
Also inhalieren wir, füttern ihn mit Hustensaft, lassen ihn draußen spielen, bzw fahren ihn spazieren, Zimmer ist kühl... das sollte helfen.
Allerdings ... wir sind außer We täglich zum Abhorchen der Lunge bei unseren Ärzten und die wissen, dass wir bei einer Verschlechterung des Zustandes unseres Sohnes umgehend zum Notdienst ins KH fahren.
Nur aus diesem Grund entsprechen die Ärzte unserem Wunsch nach möglichst geringem Einatz von schulmedizinischen Medikamenten.

Gute Besserung für deinen Sohn!
Karna

Beitrag von leonie110 06.11.10 - 13:25 Uhr

Hallo Karna,
danke für die Antwort! Ich dachte an AB auch nur, weil ich es für die gleichen Symptome erhalten habe. Und zwar nur das, sonst nichts.
Ich bin kein Fan davon und versuche es auch weitestgehend zu vermeiden. Daher wäre es mir auch lieber, er kommt ohne aus.
Ich fand nur das Kortison merkwürdig und eben die Diagnose.
Er hustet schlicht Schleim ab und bricht dabei fast.
Das ist sowohl tagsüber als auch nachts. Nachts vor allem, wenn er 1-2 Stunden geschlafen hat und sich dann vermutlich Schleim angesammelt hat. Nach dem Anfall schläft er friedlich weiter.
Ich denke, wir warten bis Montag ab. Nach dem Lesen der ganzen Beiträge hier gehe ich mal fest davon aus, es ist KEIN Pseudo-Krupp.
Liebe Grüsse
Leo

Beitrag von similia.similibus 06.11.10 - 12:50 Uhr

Mit Pseudo-Krupp kenne ich mich - leider - gut aus. Meine Tochter hatte das ganz schlimm und zwar viele Jahre lang. Das Kortison-Zäpfchen ist wirklich nur für den Notfall gedacht, da sehr hochdosiert. Also wenn die Kinder wirklich schwer Luft bekommen. Der Husten ist ein bellender, harter und trockener Husten und die Kinder bekommen schwer Luft. Oft sind dabei auch etwas heiser.

Wenn sich der Husten schleimig, nach Abhusten, anhört, dann ist das kein Pseudo-Krupphusten.

Aber andererseits müsste ein Kinderarzt sich damit ja auskennen. #kratz

Beitrag von leonie110 06.11.10 - 13:29 Uhr

Hallo,
ja, eben genau deshalb waren wir ja nochmal beim Kinderarzt.
Ich hätte ja auch zu meiner Hausärztin fahren können, aber ich dachte, was Medikamente wie Hustensaft und Co angeht hat der Kinderarzt den besseren Überblick, was für die kleinen Kerlchen geeigneter ist.
Der eigentliche Arzt, also unserer, war ja aber nicht da. Und dieser war zwar nett, aber wirkte sehr gestresst und hektisch. Freitagmittag, kurz vor Praxisschluss halt...
Ich vermute, ich habe den Fehler selbst gemacht, als ich sagte, unser Kind bellt wie ein Hund. Nachdem ich später im Internet die Symptome gelesen habe, stand das ja exakt so da. Hätte ich das gewusst, hätte ich das nicht so gesagt. Ich vermute mal, ich habe ihn damit quasi auf diese Spur gebracht.
Trotzdem bin ich enttäuscht. Selbst wenn die Eltern sowas sagen, sollte er doch vielleicht nochmal genauer nachfragen. Wie gesagt, wenn ich von Pseudo-Krupp vorher schon mal was gehört gehabt hätte, hätt ich ihm eher sagen können, dass ich da nicht dran glaube. So war ich total überfahren und wusste auch nichts dazu zu sagen.
Warten wir den Montag ab. Im MOment habe ich den Eindruck, es wird besser...*hoff*.
LG
Leo

Beitrag von gunillina 06.11.10 - 14:09 Uhr

Aber der Arzt hat dein Kind doch abgehört? Und es hat kein Fieber? Warum sollte es dann Antibiotika bekommen? Es ist erkältet, vielleicht hat es einen Pseudokrupp, vielleicht auch eine leichte Bronchitis.

Bei uns ist das so: Das Kind bekommt schlagartig Pseudokruppanfall. Wir behandeln den Anfall, meist nicht mehr mit den Zäpfchen, wir sind da alte Hasen und können oftmals ohne auskommen. Aber wenn ihr unsicher seid, gebt es ruhig. Ein mal Kortison geben ist kein Weltuntergang.
Nach der Nacht mit dem Anfall bekommt das Kind bei uns IMMER einen Infekt. Mal schlimm, mal weniger schlimm. Heute Morgen hatte die Kleine ihren Anfall, der aber sehr schwach war, jetzt hustet sie den ganzen Tag vor sich hin und Nachts werde ich ihr Hustenstiller und feuchte Tücher anbieten, um dem Leiden entgegen zu wirken. Fertig.
Sorg dafür, dass das Kopfende vom Kinderbett etwas hochgestellt ist, sorge für kühle, feuchte Luft im Zimmer und stelle evtl. noch etwas zum Inhalieren hin. Wir nehmen da Kräuter (Thymian etc.) oder Erkältungssalbe, die wir mit heissem Wasser übergiessen und die Schale dann an einem sicheren Ort ins Zimmer stellen. Da meine Kinder eine Veranlagung zur Mittelohrentzündung haben, bekommen sie dann auch noch Nasenspray.
Also, was ich sagen will: Es ist nciht schlimm, wenn dein Kind nicht sofort Antibiotika bekommt. Achte nur auf die Entwicklung des Hustens und darauf, dass genug getrunken wird.
Gute Besserung aus dem eigenen Lazarett (beide Kinder krank und selbst gerade wieder auf dem steigenden Ast:-(),
G. hatschi.

Beitrag von leonie110 06.11.10 - 17:49 Uhr

Er hatte am Dienstag oder Mittwoch mal leicht Temperatur, so 38,5. Das habe ich dem Arzt auch gesagt.
Ja, er hat ihn abgehört, Ohren geguckt, Hals geschaut.
Und eitrig war am Freitag noch nichts, das war erst heute morgen.
Ich bin GEGEN Antibiotika, das sollte ich vielleicht nochmal erwähnen.
Ich möchte nur nichts verschleppen oder ihm schaden, weil ich etwas nicht wirkungsvoll behandle. Habe leider bereits ein Pony mit gravierendem Lungenschaden durch eine Fehlbehandlung vor 10 Jahren...und eine Freundin mit einem Sohn der jünger als meiner ist und schon eine kaputte Lunge hat, ebenfalls, weil der Kinderarzt da was falsch therapiert hat.
Ich habe einfach nur Angst, etwas falsch zu machen...ist mein erster ;-)
Heute gehts ihm im Vergleich zu gestern super. Anfälle mit viel Schleim sind weniger und er wirkt nicht mehr so schlapp und entkräftet danach.
Turnt quietschfidel mit Papa an der elektrischen Eisenbahn herum und hat Spass. Das soll ja auch heilsam sein...
Warten wir die nächste Nacht ab.
Ich denke wirklich, ich hab den Kinderarzt mit dem Wort "bellen" auf diese Fährte geführt...