Bericht einer schnellen Einleitung...

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von .stepke. 05.11.10 - 23:38 Uhr

Huhu,

hier mal ein Geburtsbericht einer Einleitung, die doch recht schnell ging.
Es ist zwar schon etwas her, aber vielleicht kann der Bericht einigen Mamas Mut machen, denen eine Einleitung noch bevor steht - es muss nicht immer ewig dauern.

Ich habe um die Einleitung 2 Wochen vorm Termin gebeten, weil ich nach dem Verlust meiner beiden Jungs einfach so furchtbare Angst hatte, mein Baby auf den letzten Metern noch zu verlieren, dass es kaum auszuhalten war.
Der Termin war am 14.04.2010 (ET 28.04).

Am 14. war mir echt schlecht vor Aufregung und als sie im Kreißsaal meinten, ich solle mich erstmal stationär anmelden, hätte ich heulen und lachen zugleich können, so erleichtert war ich, dass ich wirklich dableiben durfte. Das war nämlich vorher noch nicht so klar, weil die Ärzte befürchteten, dass es zu voll wäre.
So sind wir dann gackernd wie 2 Hühner zur Anmeldung gegangen. Dann folgten ein langes CTG mit viel Sprudel trinken und Bauchirütteln, weil das Baby so ruhig war, das Arztgespräch, US (Schätzgewicht 2700g ) Aufklärungen usw. Dann habe ich mein Zimmer auf Station bekommen, später noch einen Einlauf und dann sollte ich noch duschen. Dann endlich sollten wir ca 13:30 Uhr wieder im Kreißsaal sein. Irgendwie konnte ich da schon gar nicht mehr glauben, dass es an dem Tag noch was wird.

Dort kamen wir kurz nach Halb 2 an. Nun wurde erstmal mein weiches Bett von Station geholt, weil ich ja länger liegen musste und wir mussten noch etwas warten, weil das neue CTG-Gerät grad von den Gyns "getestet" wurde. Erwachsene spielen halt auch gerne ;o). Dann nochmals eine halbe Stunde CTG-Vorlauf, wieder wurde gerüttelt und ich sollte viel trinken. Nach der halben Stunde dann sollte ich nochmal auf`s Toi. Dann folgte die Untersuchung der Hebi, die meinte, dass das doch schon ganz gut aussähe: Zervix verkürzt, alles ganz weich und Muttermund ein bis 2 fingerbreit offen.
Ca 14: 45 wurde dann endlich das Gel gelegt. Die Hebi meinte, innerhalb von 24 Stunden wirkt dies meist. Und nun sollten 2 Stunden CTG folgen. Sehr zuversichtlich war ich nicht und uns beiden war zum Einschlafen. Mein Mann las mir aus seiner Zeitschrift vor und dann folgte: eine 1. Wehe, 10 Minuten nach legen des Gels. Und was für eine! Männe war von nun an ganz begeistert von diesem Zeug und dessen einschlagender Wirkung. Ich irgendwie auch, aber ich hatte auch schon etwas zu kämpfen und immer noch die Befürchtung, dass das nur vorübergehend war.

Und diese Befürchtung wurde nicht geringer, als das Herumwehen immer unregelmäßiger wurde, das Baby immer aufgeregter und sich ganz leichte mit recht "großen" Wehen abwechselten. Nach einer Stunde beruhigte es sich etwas und ich durfte mal auf Toi, das Wasser wollte wieder heraus. Dann wurde ich für eine weitere Stunde angestöpselt. Nun folgten langsam regelmäßige, aber gut aushaltbare Wehen. Ich sagte der Hebi aber gleich, dass ich im Falle des Falles nicht tapfer bin und eine PDA möchte. Als auch die 2. Stunde zu Ende war, war das Babylein furchtbar aufgeregt im Bauch und die Hebi wartete mit dem Abstöpseln noch etwas, bis es sich wieder beruhigt hatte. Irgendwann kurz vor 17 Uhr durften wir dann wieder auf Station und sollten nach einer Stunde zu einem weiteren CTG wieder kommen. Die Hebi brachte noch mein Bett mit und dann waren wir erstmal allein.

Kurze Zeit später ging es dann los, dass die Wehen etwas stärker wurden und ich mich irgendwo festhalten musste. Dann wolte ich nochmal aufs Toi, dort bekam ich 3 starke Wehen hintereinander, ich kam kaum wieder vom Klo runter. Kaum wieder im Zimmer, wurde es heftiger. Es wehte und wehte und ich wusste kaum noch, wohin mit mir. Nochmal Pipi, diesmal habe ich schon ziemlich Krach gemacht und dann ging langsam gar nichts mehr. Ich konnte dann kaum 2 Schritte laufen, ohne dass ich eine Wehe bekam und die namen mir jede Luft. Ich habe versucht, sie zu veratmen, aber es ging nicht. Ich hatte so eine Angst vor der nächsten und nur noch geschimpft und versucht, eine Position zu finden, in der es irgendwie ertragbar ist.
Als mir dann auch noch übel wurde, wurde es meinem Mann zu bunt und er wollte mit mir rüber gehen. Aber das war ein Ding der Unmöglichkeit - der Weg erschien mir wie ein Weltmarsch. Ich wimmerte dann nur, er solle einen Rollstuhl und ein Nierenschale holen. Das tat er dann auch, während ich mich um mich selber wand, dann in diesen Rollstuhl kletterte und da irgendwie schräg drin hing. Gerade sitzen ging auch nicht mehr. Ich konnte mich einfach nicht mehr bewegen vor Schmerzen.

So fuhr er mich dann also 17:20 Uhr zum Kreißsaal, die Hebis dort sahen schon gleich, was los war. Sie versuchten, mich auf das Bett zu bewegen, während ich wieder eine Wehe bekam, bei der ich lautstark mitdrücken musste. Dabei sprang die Fruchtblase noch im Rollstuhl.
Ich konnte nur auf allen Vieren auf das Bett krabbeln und mich auf die Seite fallen lassen und schreien. Ich bettelte um meine PDA, sie wollten mich aber erst untersuchen, wozu ich mich auf den Rücken drehen sollte. Das ging aber nicht. Die Hebi untersuchte mich dann auf der Seite, während ich sie arg beschimpfte und heulte und meinte: 5cm (17:22 Uhr). Das gab mir den Rest, ich schrie nach der PDA und sie meinten, die Ärztin wäre unterwegs. Ich kam mir vor, wie veräppelt und habe gefleht, dass mir doch endlich jemand hilft und dabei Männes Hand zerquetscht.
Die Hebi nahm mich dann beim Gesicht, sagte, ich solle zuhören, versuchen zu atmen und sie helfen mir doch, indem das Baby gleich da ist. Ich verkrampfte immer mehr und dachte, ich sterbe.

Ich musste immer wieder mitdrücken, obwohl die Hebi schimpfte, ich solle atmen. Aber es ging nicht mehr und tatsächlich: 17:32 Uhr war der Muttermund vollständig geöffnet, 2 Minuten später war das Babylein dann plötzlich schon am Beckenboden und der Kopf zu sehen. Sie nahm mein Bein, stellte es an und nun sollte ich gut zuhören. Nun ging es mir besser, ich konnte einfach nicht anders und musste drücken.
Irgendwo zwischendrin kam auch die Anästhesistin im Kreißsaal an, aber es war zu spät für die PDA.
Die Hebi meinte, warte, noch nicht drücken, die Schülerein muss sich erst Handschuhe anziehen. Dann durfte ich endlich, sollte zuhören und machen was sie sagte. Ich drückte und drückte, sollte plötzlich "hecheln" und der Kopf wäre da.
Die Hebi meinte, ich solle doch mal schauen und weil ich ja immernoch auf der Seite lag, konnte ich dann ganz genau Julianas Kopf sehen und das war unglaublich. Dann kam die nächste Presswehe, ich sollte nur kurz drücken und die Schülerin half Juliana an`s Licht der Welt. Wow!!

Da war sie also um 17:37 Uhr und sie hatte einmal die Nabelschnur um den Hals.
Ich konnte es nicht glauben, heulte immernoch, aber nun vor Freude und Erleichterung. Es war mir so peinlich, dass ich alle so angeschimpft habe, aber sie meinten, es ist nicht schlimm, ich habe das toll gemacht. Und dann schnitt mein Mann Julianas Nabelschnur durch und ich bekam meine Maus auf die Brust.
Da war es echt vorbei, ich habe nur immer wieder gesagt, ich habs geschaft, das ist mein Baby, wie geil. Immer und immer wieder, dabei geheult und gelacht und so weiter. Das werde ich NIE vergessen!!
Die Plazenta kam dann auch bald und verletzt war zum Glück nichts. Juliana wurde nach einer langen Kuschelzeit noch gebadet, weil sie so voller Käseschmiere war, dass sie überall festklebte und gewogen und gemessen.
3240g und 48cm, das sind doch gute Maße für 38+0.

Trotz des großen Glücksgefühls hat es noch ca 8 Wochen gedauert, bis ich mich so ganz auf unser Baby einlassen konnte und begriffen hatte, dass sie es geschafft hat und ich keine Angst mehr um sie haben muss.
Und sie ist so eine süße Maus :o)

Liebe Grüße von Stepke mit 4 tollen Mädels in den Betten #verliebt

Beitrag von amalka. 05.11.10 - 23:50 Uhr

süüüüüüüß....liebste Grüße an mein vorbild!!!!!

Beitrag von sarah2810 06.11.10 - 08:49 Uhr

Glückwunsch!!!!!!

So hätte ich es auch gerne gehabt statt 10 Tage und dann Kaiserschnitt :-)

Beitrag von mamijudith1980 07.11.10 - 09:21 Uhr

ein total schöner Bericht :o)
Da freu ich mich schon auf meine Geburt.

Ich kenn dich noch von den Dez. Mamis.

Liebe Grüße Judith

Beitrag von benutzerienchen 07.11.10 - 21:12 Uhr

Toller Bericht Mäuschen...
Freue mich so für euch!!!#liebdrueck

Beitrag von treesa 08.11.10 - 09:40 Uhr

schöner Bericht :-)