Ist man ohne Stillen eine schlechte Mama?

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von berggeister 06.11.10 - 08:41 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

kurz zur Vorgeschichte, ich hatte eine super Schwangerschaft. Für mich war klar, Baby kommt gesund auf die Welt, Geburt wird gut laufen, nach drei Tagen Krankenhaus gehts wieder heim und stillen klappt. Soweit meine Idee. Es lief alles anders.

Meine kleine hatte eine Neugeboreneninfektion und eine Lungenentzüngung, ich hab jede Menge Blut und das Bewusstsein verloren, Krankenhausaufenthalt 10 Tage und stillen klappt nicht. #heul

Ich pumpe die Milch ab und fütter ihr zu. Ich kann die Hälfte an Bedarf mt Muttermilch decken. Geb aber alles mit Flasche.
Wir haben sie angelegt, sie kann zwar noch an der Brust trinken, fällt jedoch immer ins Flaschenmuster. Auch lässt sie die Warze gleich wieder los. Also es ist ein Kampf und bis jetzt Erfolglos.
Sie tut mir auch so leid wenn sie hungrig die Brust anbrüllt...:-(

Ich bin hin und her gerissen zwischen, ich muss es immer wieder versuchen und ich lass es wie es ist. So bekommt sie ja auch Muttermilch. Ansich bin ich zufrieden wie es im Moment ist, trotzdem hab ich innerlich gegenüber wem auch immer ein schlechtes Gewissen.
Vielleicht hab ich mich im Vorhinein so sehr aufs Stillen versteift?!

Wäre es denn so falsch es so weiter laufen zu lassen?
Was denkt ihr? War vielleicht jemand in ähnlicher lage?

Beitrag von silver206 06.11.10 - 09:05 Uhr

Hallo,

mach dir bitte keinen streß wegen der Stillerei. Stillen ist schön und stillen ist wichtig, aber stillen um jeden Preis? Mach ich auch nicht mehr.

Vielleicht kannst du eine Stillberaterin zu Hilfe nehmen?

Lass dich bitte nicht verunsichern, das ist doch das schlimmste.


LG irene

Beitrag von sharizah 06.11.10 - 09:09 Uhr

Nö. Und nur weil man stillt, ist man auch noch lange keine gute Mama.

Beitrag von denise1976 06.11.10 - 09:31 Uhr

Ich denke eine richtig gute Mama liebt ihr Kind. ;-)
und das kann man bei der Geschichte wohl nicht von Stillen abhängig machen. Gut ok, ich kann stillen und tus auch noch, wurde selber aber nicht gestillt und bin auch ein gesunder Erwachsener geworden der sich von seiner Mutter "geliebt" fühlte auch wenn diese nicht stillen konnte, deswegen nicht verrückt machen.

Beitrag von lilly7686 06.11.10 - 09:40 Uhr

Hallo!

Natürlich kann man auch ohne Stillen eine gute Mama sein! Was für eine Frage!
Und dein Baby bekommt ja Muttermilch, so ist es ja nicht.

Je nachdem, was du möchtest, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Du kannst natürlich versuchen, "richtig" zu stillen. Indem du dir eine Stillberaterin suchst, und dir von ihr das Brusternährungsset zeigen lässt.
Dabei hast du eine Flasche mit abgepumpter Milch oder Pre Milch um den Hals hängen, und zwei Schläuche von der Flasche weggehend, an deinen Brustwarzen befestigt.
So trinkt dein Baby an der Brust, lernt, wie es da trinken muss, wird aber dennoch satt und deine Milchproduktion wird angeregt.

Das Problem beim Pumpen KANN sein, dass durch die Pumpe deine Milchproduktion nicht angeregt und kein Milchspendereflex ausgelöst werden kann. Das ist nicht immer so. Eine Freundin von mir konnte 9 Monate lang abpumpen und ihrem Baby die Muttermilch in der Flasche geben.
Ich selbst konnte beider Großen nur 4 Wochen abpumpen. Dann wars vorbei und ich konnte machen was ich wollte. Hätte ich damals vom Brusternährungsset gewusst, hätte ich wahrscheinlich stillen können.

Du kannst natürlich auch versuchen, weiter ab zu pumpen und eben pumpen so lange es geht, und wenns dann irgendwann vorbei ist mit der Milch, dann bekommt dein Baby eben Pre Milch.

Egal, wie du dich entscheidest, du bist jedenfalls eine gute Mutter!
Du kannst es so oder so machen.

Solltest du dich für das Brusternährungsset entscheiden, gibts hier Stillberaterinnen. Beide Vereine arbeiten ehrenamtlich, verlangen also kein Geld für deren Hilfe.
http://www.lalecheliga.de
http://www.afs-stillen.de
Auch wenn du weiter "nur" abpumpen willst, kann dir eine Stillberaterin helfen.


Alles Liebe!

Beitrag von kathrincat 06.11.10 - 09:44 Uhr

nein, warum? stillen ist ja nun nicht wichtig für´s kind, da es gute ersatznahrung gibt.

Beitrag von wunki 06.11.10 - 11:30 Uhr

Keine Ersatznahrung ist so gut wie die Mumi.....(wobei ich Keinen verurteile, der seinem Kind Flaschennahrung gibt).

Beitrag von sharizah 06.11.10 - 10:03 Uhr

Achja, ich wurde selbst nur 8 Wochen gestillt und hab die beste Mutter der Welt ;)

Beitrag von dominiksmami 06.11.10 - 10:27 Uhr

nö die hab ich ;-) und ich wurde gar nicht gestillt *lach*

Beitrag von koerci 06.11.10 - 13:15 Uhr

Stimmt gar nicht, die hab nämlich ICH :-p:-p
Wurde auch nicht gestillt ;-)

Beitrag von dominiksmami 06.11.10 - 16:17 Uhr

schön das es so viele beste Mütter gibt *g*

Beitrag von wunki 06.11.10 - 11:28 Uhr

Das muss jeder selber wissen, wobei ich schon fürs Stillen bin. Wenn du wirklich stillen möchtest, dann suche dir Hilfe bei Stillberaterin. Dann musst du aber voll dahinterstehen, weil es sehr viel Arbeit sein wird - denke ich - deinem Kind die Flasche abzugewöhnen. Solltest du aber nicht wirklich wollen, dann lass es lieber. Ich denke es müssen sich sowohl Kind als auch Mutter wohlfühlen.

LG

Beitrag von schwilis1 06.11.10 - 11:59 Uhr

nein mit sicherheit ist man keine schlechte mutter wenn man nicht stillen moechte (wobei das bei dir keine frage des wollens ist)
aber man ist auf jedenfall eine mutter die sich gerne mehr arbeit als nötig macht ;-)

Beitrag von la1973 06.11.10 - 13:20 Uhr

Erst mal ist es ja ein Unterschied ob man nicht stillen will oder nicht stillen kann. Wobei ich finde, dass das jede Mutter für sich selber entscheiden muss.

Mir ging es ähnlich wir Dir. Nach einer Bilderbuchschwangerschaft, eine Entbindung mit langwieriger Einleitung, am Schluss dann Dammschnitt und Saugglocke.
Mein Kreislauf war die ersten 3 Tage so im Keller, dass ich nicht mal aufs Klo konnte. Ich habe immer nach der Schwester klingeln müssen um dann so ne tolle Bettpfanne unter den Hintern zu bekommen.

Stillen war von Beginn an ein K(r)ampf - ich warte heute noch auf den Milcheinschuss... Lucy ist mittlerweile 14 Monate alt!

Nach 1 Woche KH-Aufenthalt, wo sich alle wirklich ganz lieb um mich, mein Baby und meine nichtvorhandene Milch gekümmert haben, bin ich heim und habe da noch 3 Wochen mit Abpumpen, anlegen, zufüttern, etc. rumprobiert, bis mein Kreislauf aufgrund des permanenten Schlafmangels wieder schlapp gemacht hat.
Dann war Ende und ich hatte ab diesem Zeitpunkt ein Flaschenkind.

Beitrag von hikoni 06.11.10 - 14:02 Uhr

NATÜRLICH!!!!!!!!!!!!!!!!!

Eine gute Mutter definiert sich ja nicht nur über das Stillen.

Meine kleine Arwen wurde drei Wochen voll gestillt, dann haben wir mit einem grösseren "Problem" zu kämpfen gehabt und nun trinkt sie leider nur noch aus der Flasche.

Pumpe auch Muttermilch ab und komme am Tag auf eine Mahlzeit ( ca. 140 ml). Oft habe ich mich jetzt verrückt gemacht und mir Vorwürfe gemacht. Aber Arwen ist glücklich und so ist es am wichtigsten. Sie nimmt gut zu und gedeiht prächtig.

Nimm es nicht so schwer, wichtig ist das es deinem Kind gut geht und du wirst dann auch glücklich sein.

Lg Hikoni mit Arwen 8 Wochen #verliebt#verliebt#verliebt#verliebt#verliebt

Beitrag von hikoni 06.11.10 - 14:04 Uhr

NATÜRLICH NICHT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

tschuldigung Wort vergessen#winke

Beitrag von lucaundhartmut 06.11.10 - 15:55 Uhr

Liebe berggeister,

eine gute / liebevolle / treusorgende Mutter definiert sich selbstverständlich nicht über die Brusternährung ihres Kindes. #cool

Die Bedürfnisse eines Kindes kann man selbstverständlich auch über ganz andere Wege stillen. #sonne

Auch mit dem Fläschchen kann man sehr zärtlich/liebevoll füttern und dem Baby unendlich viel Nähe schenken.
Zudem bedarf es auch nicht des mütterlichen Busens, um mit einem Kind innig kuschlen zu können.

Zudem ist es allgemein bekannt, dass nicht jede Mutter ihr Kind (ausschließlich) per Brust ernähren kann und dass nicht jedes Kind die Brust der Mutter annimmt bzw. daran saugen kann.

Du könntest versuchen, Dein Kind per Brusternährungsset (lässt Du Dir idealerweise von einer gut weitergebildeten Hebamme oder einer sozial wie fachlich kompetenten Stillberaterin zeigen, Achtung: Erkundige Dich vorher, welche Ansichten diese vertreten, damit Du nicht evtl. unschöne Erfahrungen machen musst!) zufüttern, wenn Du noch die Kraft/Zeit/Geduld dafür aufwenden kannt.

Hierbei würde Dein Kind versuchen, an Deinen Brüsten zu saugen und würde gleichzeitig per Schlauch mit Abgepumptem oder mit käuflich zu erwerbender Säuglingsmilch versorgt werden, damit es alle wichtigen Aufbau- und Nährstoffe in ausreichender Menge erhält.

Diese Zufütterungsform KANN langwierig sein, manchmal ist sie auch die ganze Säuglingszeit über nötig, da sich nicht jede Mutterbrust ideal auf den Milchbedarf des Kindes einstellt bzw. es nicht jedes Kind schafft, seinen Bedarf ausschließlich an den mütterlichen Brüsten zu decken.

Ob Du dies versuchen möchtest oder weiter verfahren möchtest, wie bisher, kannst, darfst und musst Du ganz allein entscheiden.

So oder so bist Du eine sehr gute Mutter, die stolz auf sich und ihre Familie sein kann! #sonne

Lasse Dich nicht unterkriegen!


LG
Steffi

Beitrag von hebigabi 06.11.10 - 17:56 Uhr

NEIN- ist frau nicht!

Eine GUTE Mutter definiert sich nicht darüber ob sie stillt und selbst kocht, da gibts weiß Gott andere Kriterien.

LG

Gabi

Beitrag von schnucky666 06.11.10 - 20:19 Uhr

Als es bei mir mit dem Stillen nicht gekklappt hatte, hatte ich auch ein wahnisnns schlechtes Gewissen, weil ich eben auch um jeden Preis stillen wollte.
Meine Hebi hatte nen guten Spruch:
Du gibts mit der Muttermilch NICHT deine Mutterliebe auf.
Und es stimmt wirklich. Im gegenteil, ich hab abgestillt und war von da an so entspannt, das ich mich und mein sohn viel mehr genießen konnte!

Tu was DU für richtig hälts und egal wie und was du tuts, du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben!!!

LG
Mone, mit Nico (4) und Noah (4Wochen)

Beitrag von mistia 06.11.10 - 21:08 Uhr

Hallo,
ja ich war in derselben Situation. Ich habe auch sehr viel Blut (ca 2 Liter) verloren, habe etliche Infusionen bekommen und war noch 24 std auf Intensivstation. Mein Baby war allein auf der Neugeborenenstation. Dort wurde sie logischerweise mit der Flasche gefüttert Als ich dann dorthin kam habe ich sie angelegt kam natürlich nichts, dazu auch noch Flachwarzen. Ich habe mir und meiner Maus das nicht angetan. Sie hat geschrien weil sie Hunger hatte und ich hab mir dadurch nochmehr Stress gemacht. Habe dann abgepumpt, da kamen in den ersten Tagen nur ein paar Tröpfchen, das war erstmal deprimierend, sitzt da wie ne Kuh an der Melkmaschine und es kommt nix. Durch den hohen Blutverlust kam das alles nicht so in Gang. Hab das auch zuhause so weiter gemacht, aber im Höchstfall waren es 60 ml pro Mahlzeit. Nach zwei Monaten waren es dann nur noch 30 ml. Ich habs versucht und meinem Mäuslein das bißchen gegeben was ich hatte, fand es auch wichtig und habe nicht gleich aufgegeben. Abpumpen ist doch wie Stillen, Hauptsache sie bekommt die Muttermilch. Und was soll ich sagen sie ist jetzt 8 Monate, seit 2 Wochen krabbelt sie und zieht sich hoch. Das machen andere wesentlich später.

alles Gute für Euch
#herzlich mistia mit Sihem

Beitrag von mistia 06.11.10 - 21:12 Uhr

übrigens, ich würde mich, ohne überheblich klingen zu wollen, als eine gute Mama bezeichnen. #hicks#liebdrueck

Beitrag von sunnysunny 07.11.10 - 00:07 Uhr

Quatsch.

Ich kenne viele die nicht gestillt haben.
Ich selber konnte nur pumpen.
Durfte sie kaum anlegen weil sie 3 Wochen zu früh kam und am Anfang im Tiefschlaf mit den Herztönen zu weit runter gegangen ist.
Und dann ist sie immer an der Brust eingepennt und hat ca. 40 gramm nur getrunken. Hab dann Ärger mit den Schwestern bekommen da sie dann Probleme mit der Flasche hatte.
Hab es dann mit dem stillen ganz gelassen und die MM aus der Flasche gegeben.

Babys ist es egal wo sie die MM her bekommen. Au der Brust oder Flasche ist egal. Hauptsache sie bekommen überhaupt MM.

Ich hab sogar gehört das manche Mütter gar keine MM haben.

Ich find es nur schade das man heut zu tage die MM nicht mehr an andere Kinder geben darf.

Ich hatte immer genug für meine Maus.
Im KH lagen aber auch viele Mütter die haben pro Brust 200 gramm gepumpt.

Die MM wird doch vorher kontrolliert

Beitrag von berggeister 07.11.10 - 21:10 Uhr

Danke euch für die zahlreichen Antworten. Ich hab die letzten Tage viel darüber nachgedacht. Morgen kommt meine Hebamme, ich werde es mit ihr besprechen, mal sehen! Ich hoffe auch sie unterstützt mich.