Mein Leben....das Ende einer Reise...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von verschenktesleben 06.11.10 - 15:01 Uhr

Hallo,

ich schreibe das, weil ich es einfach irgendwo mal loswerden muss, es muss raus sonst platze ich. Ich erwarte keine Antworten und kein Mitleid, vielleicht möchte ich einfach, dass mir einmal jemand zuhört...Danke.

Vor 25 Jahren kam ich auf die Welt. Ich war geplant und doch ungewollt. Die ersten Jahre meines jungen Lebens wurde ich stets abgeschoben. Meine Oma sagt heute ich wäre nur ein Baby zum Vorzeigen gewesen..geliebt hätte man mich nicht. Als ich 7 Jahre alt war verließ meine Mutter mich und zog mit einem anderen Mann davon. Bis zu meinem 18 Lebensjahr sollte ich nicht mehr von ihr hören.

Mein Vater tröstete sich bald mit Alkohol und einer anderen Frau. Sie hasste mich und ließ keine Gelegenheit aus mir das zu zeigen. Ich fing an Tagebuch zu schreiben...bis zu dem Tag an dem sie es fand und es las. Sie machte sich über den Inhalt lustig und verspottete mich. Vor kurzem fand ich eines der Tagebücher wieder und war über dessen Inhalt selbst schockiert.
Ich war zu dem Zeitpunkt ca. 9 Jahre alt und schrieb darüber, dass mich keiner lieb hat und über den Wunsch zu sterben. Wenn ich heute darüber nachdenke, glaube ich, dass meine Depressionen damals schon anfingen. Anstatt mit meinen Freunden unterwegs zu sein, schloss ich mich lieber in mein Zimmer ein, machte alles dunkel und grübelte über den Sinn des Lebens und den Tod.
Bald darauf find ich an zu ritzen...meine ganzen Arme waren aufgeschnitten und blutig...ich schrie förmlich nach Aufmerksamkeit und bekam...NICHTS. Ich fing an mir meinen Frust von der Seele zu schreiben und versuchte alles in Songtexten zu verarbeiten..da war ich 12. Irgendwann reichte auch das nicht mehr und ich find an meinen Kummer in Alkohol zu ertränken.
Mit 17 zog ich von zuhause aus und mit 18 heiratete ich viel zu früh einen Typen, der mich schlecht behandelte. Ein Jahr nach der Hochzeit zog ich aus und zog zurück zu meinem Vater. Ich arbeitete in eine Kaufhaus und hasste es. Man bot mir einen Lehrvertrag an und ich unterzeichnete mit Magenschmerzen. Ich hasste diesen Job und meine Kollegen hassten mich.
Ich wurde gemobbt und verlor nach 3 Monaten meinen Ausbildungsplatz und meine zuhause, denn mein Vater schmiss mich raus. Seit dem haben wir keinerlei Kontakt mehr. Das war im Jahr 2005.
Stand heute...ich bin 25 Jahre alt, leide an Depressionen, wechsel meine Jobs wie andere Unterhosen, habe kein Geld mir etwas zum Essen zu kaufen, rauche und trinke, weine jeden Tag...
Ich merke selbst, dass ich keine Kraft habe mein Leben in die richtige Bahn zu lenken. Meine einzige Bezugsperson...meine Oma-leidet an Knochenkrebs und es sieht sehr schlecht um sie aus. Wenn sie stirbt bin ich ganz alleine auf der Welt. Das macht mir Angst. Ich habe keine Freunde und ich will auch keine..zu oft wurde ich von "Freunden" enttäuscht.
Die Geschichte über meine Kindheit, soll keine Rechtfertigung für mein jetziges Leben sein,aber sie ist wohl auch mit ein Grund für mein Versagen auf ganzer Linie. Ich habe nie gelernt, wie es ist geliebt zu werden und heute bin ich nicht dazu in der Lage meine Gefühle zu zeigen geschweide denn eine Beziehung zu führen. Niemand hat je an mich geglaubt. Wenn ich als Kind davon geschwärmt habe, dass ich gerne Anwalt werden möchte, dann bekam ich nur zu hören "dafür bist Du viel zu dumm"...hört man das den ganzen Tag, dann glaubt man da selber dran. Mein Selbstbewusstsein ist gleich Null. Ich glaube nicht an mich, obwohl ich doch tief in meinem Inneren weiß, dass ich weder dumm noch unfähig bin.
Das Ende einer Reise...ich habe diese Überschrift gewählt, weil ich einfach nicht glaube, dass es in meinem Leben jemals voran gehen wird. Ich habe nicht vor mich umzubringen, denn dafür bin ich zu feige, aber ich werde wohl mein Leben lang auf der selben Stelle treten und nicht weiterkommen. Mir fehlt die Kraft..mir fehlt der Mut...mir fehlt die Motivation.

Ich danke euch fürs Zuhören und entschuldige mich gleichzeitig für diesen überflüssigen Beitrag.

Traurige Grüße

Beitrag von honey013 06.11.10 - 15:12 Uhr

Wenn du die Kraft dazu hast,such dir Hilfe.Was du alles erleben musstest kann man unmöglich jetzt noch alleine aufarbeiten!
Ich weiß wovon ich rede-mein Freund leidet (unter anderm-alles weiter würde hier den Rahmen sprengen) an Depressionen und ganz schlimm war es als wir uns kennenlernten.Die ersten Monate waren ein einziger Kampf aber mit Hilfe ist es (momentan!) besser,auch wenn ihn seine Vergangenheit immer belasten wird.


#liebdrueck

Beitrag von vier tipps 06.11.10 - 15:46 Uhr

falls neue Songtextidee: zu melodramatisch, aber vertonbar

falls als Buchvorlage gedacht: wird ein Flop

falls Fake: schon Besseres gelesen

falls Wahrheit: Psychologe


Beitrag von weintraube75 06.11.10 - 17:47 Uhr

ich weiß, es gibt viele idioten im netz, die sich storys ausdenken, um weiß ich was damit zu erreichen, aber nehmen wir nur einfach mal an, dass hinter dieser geschichte ein wahres menschenleben steckt, was soll diese person dann mit solcher antwort anfangen?

ja du hast dein leben anscheinend im griff und kannst locker flockig tipps von dir geben, aber hast du dir ach gedanken gemacht, was solche knappen wortgruppen bei einem verzweifelten menschen auslösen können? das das vielleicht das i tüpfelchen sein kann?

ich kann manchmal einfach nicht glauben, dass so viele menschen so gedankenlos sind.

Beitrag von vier tipps 06.11.10 - 18:24 Uhr

Hast ja Recht, das weiß man nie...#schmoll

Entschuldigung!

Beitrag von susa3 06.11.10 - 19:15 Uhr

Weintraube75...das habe ich auch eben gedacht, danke!

aber sie hat sich entschuldigt...find ich gut :-)

Gruß Suzana auch 75;-)

Beitrag von weintraube75 06.11.10 - 19:43 Uhr

das beruhigt mich auch ein wenig, dass zu den fehlern wenigstens noch gestanden wird.
find ich gross, die entschuldigung. :-)

Beitrag von verschenktesleben 06.11.10 - 19:49 Uhr

Warum wird eigentlich immer gleich angenommen, dass es sich um einen Fake handelt?? Ich wünschte, ich wäre einer, aber leider bin ich das nicht.

Beitrag von suchdirhilfe 06.11.10 - 17:55 Uhr

Du kannst es.

Such dir Hilfe.
Schmeiß den Alk in den Müll, sieh deine Chancen. Du bist noch jung. Was du erlebt hast, macht dich stark. SEI STARK! Glaub an dich.

Bitte such dir Hilfe. Ruf bei einer Beratung an. Auch bei christlichen Stellen - da wird dir mit Sicherheit Freundlichkeit und Offenheit entgegen kommen.

Ich wünsch dir von Herzen alles Gute. Bitte glaub an dich und das Leben. Du hast nur eines, und das ist noch offen.

Du kannst noch so vieles tun. Und anderen helfen zB. Und die werden dir dann auch Freundschaft entgegenbringen. Ist echt so.

Bitte such dir Hilfe. Ich denk ganz fest an dich!!!!!

Beitrag von weintraube75 06.11.10 - 18:01 Uhr

ich weiß, was es in einem auslöst, wenn man von klein an heruntergemacht wird und ich weiß auch, was dies für folgen hat - bis spät ins erwachsenenleben.

den einzigen rat den ich dir geben kann: such dir hilfe. nimm deine letzte kraft zusammen und suche dir einen psychologen, der dir vertrauenserweckend erscheint. ich sage dir gleich, dass wird schwer, da lange wartelisten vorhanden sind. lass dich auf solche wartelisten setzen. dann gibt es bei dir in der nähe vielleicht sowas wie die diakonie, diese bieten oft familienberatungen etc. an. das ist kostenlos und anonym. nutze diese möglichkeit. du mußt einen anfang finden, um das geschehene aufzuarbeiten.

du bist 25 und kannst dein leben noch in halbwegs normale bahnen lenken, glaub mir, das funktioniert. aber du mußt anfangen, dich zu bewegen. von allein wird das nix. anfangs kannst du da auch gern mit absoluter schwere und unglauben rangehen, aber tu was. es wird sich entwickeln und du wirst nach und nach merken, das du herr deines lebens wirst. rückschläge gibt es sicher, aber es wird besser und besser.

ich kenne eine person, die hat nach 2 jahren psychologischer behandlung wieder ihr leben in den griff bekommen. natürlich weil sie wollte, dass sie das leben endlich genießen kann. ein anderes beispiel hat hilfe von aussen abgelehnt und knabbert immernoch an ihrer vergangenheit. und das wirkt sich auf alle bereiche des lebens aus.

also nutze bitte deine chance, suche dir hilfe und dasmöglichst bevor das unvermeidbare eintritt.

ich wünsche dir viel kraft. du hast sie, sie schlummert nur ganz tief in dir drin.

Beitrag von vier tipps 06.11.10 - 18:26 Uhr


Entschuldige meinen dämlichen Beitrag!

Bitte halte dich aber an meinen vierten Tipp!


Beitrag von enyerlina 06.11.10 - 19:41 Uhr

Hallo


der Beitrag macht mich auch sehr traurig. Ich weiß wie du dich fühlst.

Es ist so, dass du nie glauben kannst dass dich jemand liebt,oder?

Eine Therapie kann dir keine Mutterliebe ersetzen, aber Klarheit in dein Leben bringen. Du wirst Hart arbeiten müssen, du musst aber wissen dass du es Wert bist. Das Leben kann so schön sein und du kannst viel nachholen. Du bist noch jung dein Leben ist nicht verschenkt. Du kannst mich gerne über VK anschreiben wenn du möchtest.

Es hat einen Sinn dass du dieses Leben leben musst. Das du Angst hast alleine auf der Welt zu sein hängt mit deinem Selbstvertrauen zusammen.

Du kannst es schaffen, wenn du willst. Glaube an dich, du bist sehr stark dass liest man heraus.


lg enyerlina

Beitrag von glaub an Dich! 06.11.10 - 19:44 Uhr

Hallo,

Deine Geschichte hat mich mitgenommen.

Bevor ich einen langen Text ablasse mit viel sinnlosem #bla, sage ich nur eins.

Es gibt gute Kliniken, die Dir helfen können! Geh hin um mache eine Therapie. Am besten heute noch!
Aus welchem Umkreis kommst Du? Musst es ja nicht sagen, aber google doch einfach nach einer "Psychotherapie, Psychosomatik- Klinik" in Deiner Nähe.
Ich meine nicht eine Klappse - nein! Sondern eine Klinik, wo Du heute noch hinfahren könntest und als Notfall aufgenommen wirst.
Dort sind Ärzte, die Dir gut helfen können.
Klar, es geht nicht von heute auf morgen. Aber schaffen kannst Du es, wenn Du nur willst.

Wenn Du willst, dass die Reise kein Ende, sondern ein schöner Anfang, in eine schöne Zukunft ist!

Sieh es mal so, selbst wenn die Therapie 5 Jahre dauert - dann bist Du 30 und mitten im Leben!!!!

Verlier keine Zeit - es wäre schade! Das Leben kann so schön sein, auch für DICH! #liebdrueck

Ich schick Dir eine #blume

Beitrag von pieda 06.11.10 - 19:52 Uhr

Oh Gott!!!

ich habe Gänsehaut vom Allerfeinsten und kann mich gar nicht mehr beruhigen!!Das macht mich super traurig,was Du schreibst,ehrlich...
Du musst dir wirklich Hilfe holen,allein kommst du da nicht raus,versuch einen guten Psychologen zu finden und quatsch Dir mal alles von der Seele,das hilft und tut gut!
Wünschte,ich könnte Dir unter die Arme greifen,Dich aufbauen und Dir einfach zuhören.Och man,scheisse....

wünsche Dir vom #herzlich alles Gute.

Pieda
(Die immernoch Tränen i.d.Augen hat!)