Mal ne Frage zur Arbeitsweise der Arge

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von connychi 06.11.10 - 19:36 Uhr

Hallo,

hab mich eben mit einem Bekannten unterhalten. Er ist 38 und dieses Jahr arbeitslos geworden. Klar, er kümmert sich selbst um einen Job, hat aber bis jetzt nichts erreicht. Von der Arge hat er bisher 4 Stellen bekommen, bei denen aber die Bewerbung nicht zu einem Job geführt hat. Dann hat er nach Fortbildungskursen gefragt. Die Antwort des Sachbearbeiters: Englisch-Kenntnisse können Sie Abends in der Volkshochschule erwerben und eine Computerschulung brauchen Sie nicht - das sollten Sie mit ihrer Ausbildung schon alles können...
Eine Umschulung wollen sie ihm auch nicht geben.
Seine Mutter ist 64 (!), muss noch ein Jahr bis zur Rente überbrücken und MUSSTE jetzt einen Computerkurs machen.

Das ist für mich irgendwie verkehrte Welt, oder?
Oder wo steht da der Sinn? Ich lass mir das gerne erklären.

Gruß
Connychi

Beitrag von daisy80 06.11.10 - 19:39 Uhr

Das kommt drauf an, welchen Sachbearbeiter man erwischt und wie viel Kohle in dem Kahr schon rausgehauen wurde für solche Sachen.

Insgesamt gilt: wer in einer Maßnahme ist, zählt nicht zur AL-Quote dazu.
Und möglicherweise war das Budget für die "Generation Gold" noch nicht ausgeschöpft, das für die Jüngeren aber schon.

Beitrag von schachti2005 06.11.10 - 19:57 Uhr

Hallo!



Klar ist das verkehrte Welt!
Manche ältere Leute stecken sie in eine Massnahme um dann in den Medien zu erzählen, die Arbeitslosenzahlen wären gesunken. #klatsch
Und meist bringt diese Massnahme nicht mal was.
Ich hatte zum Beispiel letztes Jahr für einen Monat ein Bewerbungstraining.
Dabei war auch ein älterer Herr, so um die 50 Jahre alt aus Russland.
Das Amt hat ihn zur Massnahme geschickt, weil er eben mit Schreiben von Bewerbungen Probleme hatte. Aber willst du wissen warum?
Er konnte kein Wort Deutsch. Er konnte also mit dem Training garnix anfangen.
Ein Deutsch-Kurs wäre für ihn eigentlich angebrachter gewesen.
Zum Glück hatte das Amt dann ein Einsehen und er durfte die Massnahme abbrechen.

Bei meinem Mann das Gegenteil.
Er musste beim Amt betteln dass er eine Weiterbildung bekommt.

Ist nicht normal hier in Deutschland.
Kümmerst du dich nicht, bekommst Sanktionen.
Kümmerst du dich, wird abgeblockt. #klatsch



LG Sandy

Beitrag von cherry19.. 06.11.10 - 20:02 Uhr

...4 Stellen bisher bekommen....

Da hat er echt viel erhalten. Andere hören und sehen von ihren SB nur etwas, wenns um den Folgeantrag geht!

Beitrag von connychi 06.11.10 - 20:19 Uhr

Au weia!

Wenn das so ist, dann möchte ich niemals nicht arbeitslos werden!!!

Danke für Eure Antworten.

Beitrag von vwpassat 06.11.10 - 20:46 Uhr

Was da abgeht, das ist nicht nur verkehrte Welt - das ist total erschreckend.

Die MA sind m.E. nicht passend zu ihren Aufgaben geschult.

Theorie und Praxis ist dann doch ein himmelweiter Unterschied.

Beitrag von cherry19.. 07.11.10 - 10:53 Uhr

Gegenfrage: Wie könnte es besser laufen?

In meinem Bekanntenkreis ist einer arbeitslos, der ist bereits seit 2,5 Jahren daheim. Derjenige hat eine Ausbildung, die er mit "gut" abgeschlossen hat, Berufserfahrung sowie eine Weiterbildung (Zusatzausbildung). Die ARGE hat ihm noch nicht einmal ein Jobangebot zugesandt. NICHT EINMAL!!

Derjenige ist Mitte 30, ist arbeitwillig, findet nichts.

In dem Fall frag ich mich halt auch, wo da die Unterstützung ist?

Aber so ist es halt leider.
Derjenige versucht nach wie vor auf eigene Faust, etwas zu finden. Selbst, wenn eine Stelle im Umkreis seines Wohnortes ausgeschrieben ist, melden die sich gar nicht. Er muss nur alle halbe Jahre seinen Folgeantrag anbringen und das wars.

Beitrag von daisy80 07.11.10 - 12:33 Uhr

Die Schulung bzw. Einarbeitung bei der ARGE ist ziemlich heftig - zumindes hier bei uns.

Beitrag von vwpassat 07.11.10 - 13:25 Uhr

In welcher Hinsichtt denn?

Beitrag von marion2 07.11.10 - 15:27 Uhr

hier nicht - so flüsterte man mir. Ruff uff den Stuhl und fertig

Beitrag von daisy80 07.11.10 - 19:18 Uhr

Oh, ruff uff den Stuhl wäre toll.
Also zwei Kollegen in unserem und dem benachbarten Kreis berichteten mir aktuell Folgendes:

Hier ist erstmal das Bewerbungsgespräch ziemlich hart. Man wird auf Herz und Nieren geprüft, muss Fallbeispiele lösen und sehr sicher im Auftritt sein.

Wenn man es geschafft hat, hospitiert man zunächst bei verschiedenen Kollegen und bekommt dann einen festen Einarbeiter zur Seite gestellt. Den ersten Kunden darf man im Beisein dieses Mitarbeiters nach 6 Wochen empfangen. So nach 2-3 Monaten ist man dann erst komplett alleine.
Dann werden die Protokolle noch eine Zeit lang überprüft (das wird aber danach immer mal wieder blind von anderen Kollegen gemacht, um die Qualität zu sichern) und manchmal setzt sich der Teamchef in ein Gespräch mit rein.

Ich würd ja gern nach der Elternzeit mal mein Glück versuchen, aber einer der beiden Kreise wird jetzt Optionskommune und da ist noch nix sicher und der andere Kreis soll von den Kollegen her nicht so nett sein...
Mal schauen.

Beitrag von la1973 07.11.10 - 12:55 Uhr

Ja ja, die ARGE...
Ich erwarte von denen ehrlich gesagt auch nichts. Ich bin "nur" arbeitssuchend - also in Elternzeit und möchte nicht mehr in meine alte Firma zurück und bin eben auf der Suche nach einer Teilzeitstelle in Büro/Verwaltung.
Gut, das ist eben leider auch das, was viele Frauen, die wieder einsteigen wollen, machen möchten, deshalb gibt es auf die wenigen Stellen auch zig Bewerber.
Bei der ARGE hatte ich Ende August einen Termin. Davor hat man mir schon einen umfangreichen Bogen zum Ausfüllen zugeschickt (Abgabetermin war Wochen vorher). Ich habe alles brav ausgefüllt, inkl. meiner Bewerbungsmappe zum angegebenen Termin hingeschickt und dann eben für Ende August ein Beratungsgespräch bekommen.
Als ich hinkam, hat die Sachbearb. zwar meine Unterlage auf dem Tisch gehabt aber alles nochmal abgefragt und in ihren PC eingegeben.
Warum wollten die dann vorher schon meine Unterlagen, wenn sie offensichtlich keine Zeit haben, die dann auch schon mal anzuschauen?

Ich habe dann 1!!!!!! Stellenangebot mitbekommen. Bei einer Firma, die hier bei uns nun schon oft unglaublich negative Presse bekommen hat, was der Umgang mit Angestellten angeht. Auch die ARGE selber hatte mit denen schon mehrfach Probleme.
Beworben habe ich mich, gleich am nächsten Tag. Gehört habe ich bis heute nichts, trotz Nachfrage. Es hieß immer nur, sie würden sich dann schon melden.

Zwei weitere Stellen, die vom Profil her passten habe ich selber auf der HP der ARGE gefunden, von der ARGE diese Angebote aber nicht erhalten.

Alle anderen Stellen auf die ich mich bisher beworben habe, standen in der Zeitung. Aber es ist eben nicht grade einfach.
Beispiel: Kleine Firma, 7 Mitarbeiter, sucht jemand in Teilzeit fürs Büro. Die Bezahlung ist auch nicht grade prickelnd (10,- Brutto/h). Die hatten über 80! Bewerbungen auf diese Stelle. Ich war eine davon, hatte auch (immerhin) ein Vorstellungsgespräch.

Bis zum 30. November will die ARGE von mir wieder eine Rückmeldung ob ich an weiteren Stellenangeboten interessiert bin..... WEnn sie wenigstens Stellenangebote hätte.

Ich könnte es mir einfacher machen, indem ich kündige und dann (nach der Sperre) ALG 1 beziehe, dann hätte ich wenigstens Geld. Das ist aber einfach nicht meine Art und will ich auch nicht. So habe ich nach 1 Jahr Elterngeldbezug nix mehr.
Das ist kein Gejammer, das wusste ich ja vorher. Ist nur eine kleine Überlegung am Rande, dass man als ehrlicher, arbeitswilliger, irgendwie alles richtig machen will und am Ende der Doofe ist.

Nächste Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch in einer Kommunalverwaltung - Verwaltungsfachangestellte habe ich ursprünglich auch gelernt, ist aber über 15 Jahre her. Freut mich sehr, dass die mich trotzdem in die engere Wahl genommen haben. Schau mer mal, was dabei rauskomt.

Beitrag von bruchetta 07.11.10 - 13:02 Uhr

Er kann von der Arge nichts erwarten, sondern sollte sich vielmehr richtig in die Stellensuche reinhängen.

Ich denke, er ist auch noch nicht lang genug arbeitslos, um über Fortbildungen oder gar Umschulung nachzudenken.

Welchen Beruf hat er denn?

Beitrag von manavgat 07.11.10 - 14:51 Uhr

Was Dein Bekannter unbedingt lernen muss:

Anfragen und Anträge am besten nur schriftlich. Mündliche Anfragen werden nämlich abgebügelt.

Gut ist alles, wo fett "Antrag" draufsteht. Da muss der SB nämlich einen Bewilligungs-/oder Ablehnungsbescheid schreiben (beides die gleiche Arbeit). Sollte der SB sich querstellen, so würde ich bei jeder Ablehnung einen neuen Antrag stellen. Irgendwann wird sich dann was bewegen.

Also: Kurs raussuchen, mit allen erforderlichen Infos und Antrag stellen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von woodgo 07.11.10 - 18:40 Uhr

Hallo,

ich finde das mal ne kompetente Beratung. Meist werden doch so Leute in Maßnahmen gesteckt, die Ihnen absolut nichts bringen und die beschweren sich da auch drüber. Wenn er ne Weiterbildung möchte, muß er schon konkrete Vorstellungen haben, was Ihn weiter bringen würde#aha
Ansonsten weiter selber Bewerbungen schreiben und nicht warten, daß vom A-Amt etwas ins Haus flattert.

LG