Aquaristikhändler: Tierschutzverein einschalten?

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Beitrag von sarosina1977 07.11.10 - 09:53 Uhr

Hallo Forum.

Ich wende mich mit einer Frage an Euch, nachdem wir sechs dramatische Tage mit unserem ersten Aquarium hinter uns haben (siehe meinen anderen Thread).

Kurze Zusammenfassung:

Wir haben beschlossen, ein Aquarium anzuschaffen, gingen zum Aquarienfachhändler und kauften dort ein Starterset mit 60-Liter-Aquarium. Uns wurde mitgeteilt, dass wir quasi am nächsten Tag mit dem Fischbesatz starten könnten. Zuerst sollen wir Kies, Pflanzen und Steine einbringen, dann eine Nacht warten und am nächsten Tag den Fischbesatz vornehmen. Unser Einwand, dass wir gelesen hätten, dass ein Aquarium ein paar Wochen stehen muss, um eingefahren zu werden, wurde abgeschmettert: Das habe man vor 30 Jahren so gemacht, heute sei man moderner, es gebe da spezielle Bakterien, die das Wasser sofort fischtauglich machen.

Also...warum nicht???

Am Montag diese Woche richteten wir das Becken ein. Am Dienstag holten wir die Fische, die wir zuvor nach der Beratung reserviert hatten.

Wir setzten die Fische ein und schon drei Stunden später war der erste Neon tot. Zu uns hieß es: Transportschaden. Am Mittwoch waren 5 Neons tot. Da hieß es: Es liegt an unserem Innenfilter, der sei eine Fehlkonstruktion, da würden sich die Fische dahinter verklemmen und elendig ersticken. Also kauften wir einen teuren Außenfilter. Aber am gleichen Abend waren wieder 3 Neons tot. Anfängerfehler, hieß es dies mal, außerdem sei das Wasser in unserem Ort bekanntermaßen schlecht. Wir bekamen jede Menge Chemie verkauft, die wir auch brav einsetzen.

Inzwischen beobachteten wir, dass unsere Krebse immer ruhiger wurden und die Kampffische fast nur noch am Boden schwommen. Das sei normal, Eingewöhnungszeit, so der Händler, den ich TÄGLICH kontaktierte. Er meinte, ich bräuchte noch eine neue Röhre, weil die Röhre im Starterset den Algenwuchs fördere (wegen Daylight-Lampe). Aber darauf ließ ich mich nicht ein, weil mir die Fische jetzt erst mal wichtiger waren.

Am Donnerstag kaufte ich nochmal neue Neons, weil der Schwarm nur noch aus zwei Tieren bestand und fünf Prachtschmerlen, die sich als Kirschflecksalmler entpuppten, weil die Ruhe ins Becken bringen sollten. Am Abend war schon wieder ein Neon tot, am Freitag morgen schwammen wieder drei tote Tiere im Wasser. Das kam mir suspekt vor und ich rief wieder den Händler an. Ich soll mit einer Wasserprobe vorbeikommen. Gesagt - getan. Zuerst bekam ich einen Anschiss, dass ich das Wasser nicht luftdicht verpackt hatte - das würde das Ergebnis verfälschen...??! Dann testete er und meinte ganz überrascht, dass unser Nitritwert "arg hoch sei" (0,4). Ob ich den Filter nicht angemacht hätte, ob wir mit schmutzigen Händen ins Wasser gefasst hätten usw.
Ich war völlig geschockt und bat um Rat. 70% Wassertausch am Freitag und am Sonntag, heute, 50 %. Dann soll ich noch unbedingt Aufhärtesalz reintun, Aquadur von JBL, und diese Spezialbakterien. Und einen Testkoffer zum Testen der Wasserqualität auch noch. Und neue Fische.
Die Fische lehnte ich ab. Alles andere kaufte ich in der Verzweiflung.

Wir machten Wassertausch, es trat eine kurze Stabilisierung der Fische ein. Die Krebse waren nicht mehr zu sehen, der Kampffisch klebte nur noch am Boden. Der Nitritwert war nach dem WAssertausch ganz okay, aber nach mehreren Stunden wieder im roten Bereich.

Gestern suchten wir dann einen Notplatz für die Fische, weil wir Anfänger inzwischen erfahren haben, dass wir völlig falsch beraten wurden.

Der Händler hat uns ganz bewusst Fische angedreht, obwohl er wusste, dass sie in unserem neuen Becken elend verrecken, weil das biologische Klima mindestens vier Wochen braucht, um sich einzuspielen.

Das habe ich gestern hier im Forum gelernt.

Wir sind echt geschockt von dieser Vorgehensweise und ich denke, dass noch andere Anfänger auf diese Tour und auf Kosten von Fischen abgezockt werden.

Und irgendwie finde ich, dass das eine betrügerische Masche ist. Man ließ uns im Glauben, dass es machbar und modern sei, ein Becken nach einem Tag in Betrieb zu nehmen und drehte uns dann alles mögliche auf, mit dem diese Inbetriebnahme angeblich funktionieren soll.

Gut - wir haben auf den Händler gehört und damit Fehler begangen. Aber wir waren bei einem Fachhändler...und nicht irgendwo in der Zooabteilung im Baumarkt.

Das ist unseriös und nicht tiergerecht.

Was denkt Ihr?

Soll ich einfach mal dem Tierschutzverein erklären, was uns passiert ist?

Beitrag von jrc 07.11.10 - 10:51 Uhr

Ich bin jetzt kein Aquarianer, aber ich denke, du wirst beim Tierschutzverein nicht viel ausrichten können.
Denn du hättest dich vor Anschaffung eines Aquariums selber noch informieren müssen, welche Fische welches Wasser brauchen usw.
Ich kaufe auch keinen Hund vom Züchter und lasse mir lediglich die Fütterungsanweisung und Gassi-Gebrauchsanweisung mitgeben.

Wie andere User im alten Thread geschrieben haben, sollte man ein Becken Wochen vorher im Leerlauf in Betrieb nehmen. Auch wenn der Zoohändler meint, es sei "altmodisch", so scheint es bei anderen Usern doch zu klappen. ;-)
Google doch mal nach Foren speziell für dein Anliegen. Hole dir Infos ein, starte vielleicht nochmal mit einem größeren Becken und mach den Fehler nicht ein zweites Mal.

P.S: Auch Terrarien sollten eine Weile im Leerlauf im Betrieb sein, um Temperaturschwankungen auszuschließen.

LG

Beitrag von tauchmaus01 07.11.10 - 11:38 Uhr

Hallo,
vergiss das alles und verbuch es unter Anfängerfehler.
Such Dir ein Forum über Aquaristik und belese Dich erst bevor es weiter geht. Tausch das Wasser aus und lass das Becken mit Pflanzen solange einfahren.
Würde vorher aber tatsächlich mal Euer Leitungswasser testen, nicht das es echt daran liegt.
Dann lasst Euch Zeit, als erstes vielleicht nur die Pflanzen und Deko (muß immer richtig gereinigt werden vor dem Einsetzen, ohne Chemie mit heißem Wasser)
Auch ein Becken mit Pflanzen ist erst mal schön.

Zu Weihnachten würde ich mit einfachen Fischen beginnen , Neons sind sehr empfindlich und stressanfällig.
Besser wären Guppys (es gibt so wunderschöne, bunte davon) und ein paar Antennenwelse.
Und dann erstmal wieder warten.

Gerade diese Minibecken sind so gar nicht geeignet für Anfänger, kleine Becken große Probleme, große Becken kleine Probleme, das ist tasächlich so.
Ein 60 l Becken dient eher als Qurantänebecken.

Viel Erfolg noch
Mona

Beitrag von michamausi 07.11.10 - 13:14 Uhr

Such dir ein gutes Forum, die helfen dir auch mit der "Besatzzusammenstellung". Ich schreib dir gern ein paar Seiten per PM wenn du möchtest.

Zu den Besatzvorschlag oben #gruebel
Gupys sind sehr vermehrungsfreudig, überleg dir das gut.....
Antennenwelge gehören nicht in ein 60er Becken die werden zu groß.

Vor allem aber schau dich nach einem anderen LÖaden bei euch um und hör informiere dich (hattest du ja gemacht) aber lass dich nicht "bequatschen". ;-)

Grüße
Micha

Beitrag von pechawa 07.11.10 - 13:13 Uhr

Hallo,

was sagt denn der Händler dazu? Ist er bereit, dir den Schaden zu ersetzen? Wenn nicht, wäre es wahrscheinlich eher was für den Verbraucherschutz oder das Gewerbeaufsichtsamt #kratz
Registriere dich hier, die haben Ahnung
http://www.aquaristik-live.de/
und stelle dort deine Frage. Außerdem empfehle ich dir, dein 60l Becken wirklich nur für den Anfang zu nehmen. Wenn es euch Spaß macht und ihr bei der Aquaristik bleibt, sind 120l oder 180 l das Minimum, diese Aquarien sind viel einfacher zu halten, denn je größer, desto weniger Arbeit,

LG

Beitrag von windsbraut69 07.11.10 - 16:55 Uhr

Was erwartest Du vom "Tierschutz" - mal abgesehen davon, dass Tierschutzvereine keinerlei Handhabe irgenwem gegenüber haben?

Ihr seid vielleicht schlecht beraten worden, habt Euch selbst aber auch ncith die geringste Mühe gegeben, Euch selbst vorab Infos zu verschaffen und wolltet ernsthaft in einem 60l-Becken soviele Fische halten???

Das wäre auch mit 4wöchiger Vorlaufphase nicht gut gegangen und ist nicht artgerecht.

Verbucht es als Anfängerfehler, informiert Euch die nächsten Wochen vernünftig und legt Euch dann ein richtiges Becken mit einfachen Anfängerfischen zu.

Gruß,

W

Beitrag von dominica 07.11.10 - 21:46 Uhr

Hi,

ich würde das als Brief verfassen und an den Chef des Unternehmens richten. Außerdem, daß er seine Mitarbeiter doch bitte erst ausreichend schulen soll, bevor diese auf Kunden losgelassen werden. Schreibe, daß Du Dich übers Ohr gehauen und abgezockt fühlst und in Zukunft in seinem Laden bestimmt nichts mehr kaufen wirst und diese Geschichte auch Deinem Bekanntenkreis erzählen wirst.
Auch wenn es die Fische nicht mehr lebendig macht oder es einen materiellen Ersatz nicht geben wird, hast Du so wenigstens etwas Genugtuung.

Und wieder ein super Beispiel, nichts aber auch wirklich nichts mehr im Zoohandel zu kaufen. Es gibt mittlerweile tolle Internetshops, die erstens mal keine Tiere verkaufen (was man ohnehin nicht unterstützen sollte) und zudem um einiges billiger sind als Zoohandlungen.

Noch ein kleiner Tip: Suche Dir einen privaten Züchter oder gehe auf Aquarienbörsen um Fische zu kaufen.

LG

Beitrag von pechawa 08.11.10 - 06:39 Uhr

#pro

Beitrag von michi0512 08.11.10 - 10:47 Uhr

Guter Vorschlag. so würde ich es auch machen.

Beitrag von boncas 08.11.10 - 13:20 Uhr

"und fünf Prachtschmerlen, die sich als Kirschflecksalmler entpuppten"

Jetzt mal abgesehen davon, dass sie sich später als Kirschflecksalmler entpuppten - der Händler hat dir für ein 60l-Becken FÜNF PRACHTSCHMERLEN angedreht?! #schock

Wenn das wirklich wahr ist, dann ist die Inkompetenz dieses Händlers mit nichts mehr zu toppen! Prachtschmerlen werden bis 30cm groß und können älter als 20 Jahre werden.
http://www.zierfischverzeichnis.de/klassen/pisces/cypriniformes/cobitoidei/chromobotia_macracanthus.htm

Durch seine fachlich nicht einmal ansatzweise vorhandene Kompetenz ist in meinen Augen der Straftatbestand der fortgesetzten Tierquälerei erfüllt. Sowas kann/sollte man zur Anzeige bringen. Und so ein Mensch dürfte in seinem Leben nie wieder Tiere verkaufen oder Tierneubesitzer beraten dürfen. #aerger