Problemkinder in der Kita, was noch tun ?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von fruehchenomi 07.11.10 - 16:21 Uhr

Die Kita von Enkelmaus Leonie ist einem Kinderdorf angeschlossen. Nun hat Leonie mitbekommen, dass 2 Geschwister aus ihrer Kita nicht mehr zuhause bei Mama wohnen sondern im Heim. Das Mädchen der beiden macht sich nun einen Sport draus, den andern Kindern Angst zu machen "bald kommt deine Mama auch nicht mehr,ääätsch". Die Erzieher bekommen das garnicht so recht mit, aber es reicht bei Leonie für Ängste und Durchfall. Sie mag nun ungern in die Kita und weint immer "Mama du kommst mich doch wieder abholen ?" Dieses andere Mädchen hat wohl Leonie auch schon im Kellerspielzimmer alleine gelassen und die Tür zugemacht usw - auch da bekam sie Angst. Ich weiß nicht, ob die Erzieher ständig darauf aufpassen können, was die alle so treiben, da es derzeit mehrere neue Kinder in Eingewöhnung gibt und noch ein weiteres Problemkind - Kevin terrorisiert alles, was ihm in die Finger kommt. Mama ist alleinerziehend und pocht natürlich auf Kita-Anspruch. Mehrere Mütter haben sich hier schon bei Erziehern samt Mutter beschwert - zwecklos. Die Mutter ist absolut gesprächsresistent und absolut unterstes Niveau (sag ich nicht so schnell, aber da stimmts leider,auch gutmütigste Mamis haben es schon aufgegeben). Bisher hab ich mich herausgehalten, weil nur Oma, aber nicht mehr lange.....#wolke
Der tritt und schlägt und beißt und brüllt, nimmt Spielzeug weg, macht kaputt - die ganze Palette. Und die Mutter ist auch nur am Brüllen und Keifen - er kennts nicht anders.

Aber meine Hauptfrage: Wie kann man Leonie am besten überzeugen, dass SIE NICHT alleine gelassen wird ? Sie hat ja auch noch überhaupt keine schlechten Erfahrungen gemacht, und trotzdem hat sie Angst. Ich werde morgen mit ihr mal ein "Frauengespräch" führen, das liebt sie sehr - und hoffe, die richtigen Worte zu finden......
LG Moni

Beitrag von bensu1 07.11.10 - 16:50 Uhr

hallo,

meine kinder besuchen einen integrativen kindergarten, in ihrer gruppe befinden sich auch (mal zählen..) vier heimkinder. schwer verhaltensauffällig würde ich zwar keines bezeichnen, aber heimkinder haben's trotzdem nicht leicht.

ich habe versucht, mit meinen kindern zu sprechen, also warum nicht alle kinder bei ihren eltern leben können/dürfen. ich glaube, das war das erste mal für sie, dass sie erkannten, dass das leben nicht unbedingt für alle ein ponyhof ist.
mein sohn hat sich mittlerweile mit einem heimkind sehr gut befreundet (beste freundin). ich war geschockt, als ich gehört habe, dass das mädchen bereits mit 2 monaten ins heim kam. umso wichtiger war mir, dass wir das mädchen ca. jeden zweiten samstag zu uns nach hause einladen, damit sie ein "gesundes" familienleben kennen lernen darf. wir waren übrigens die ersten, die das mädchen jemals eingeladen haben. und das mit vier jahren.... :-(

worauf will ich hinaus?
heimkinder können schwierig sein, müssen es aber nicht unbedingt sein. dem kind erklären, erklären, erklären, wie facettenreich das leben anderer sein kann und auf die beständigkeit des eigenen lebens verweisen.
dem kind erklären, dass es sich von kindern, bei denen es sich nicht wohl fühlt, weggehen soll und zwar zu einer bezugsperson, um sicherheit zu bekommen. auch, wenn sich die nur im kopf abspielt..

ob ich mit meiner antwort helfen konnte, weiss ich zwar nicht, wünsche aber trotzdem noch ein schönes restwochenende!
lg
karin

Beitrag von fruehchenomi 07.11.10 - 16:59 Uhr

Da ich mit diesem Kinderdorf schon lange in Kontakt bin (meine Kinder besuchten dort früher schon die Hausaufgabenbetreuung) habe ich noch NIE Probleme mit Heimkindern gehabt, waren auch schon viele bei uns zuhause usw. (wie bei Dir, dass sie mal zu "normaler Familie kamen" usw)
Das Problem ist halt, dass Leonie das hautnah mitbekam, dass XXX und Bruder immer von Mama abgeholt wurden und dann plötzlich nicht mehr und sie nun von einem Erzieher abgeholt werden.
XXX vermittelt den anderen Kindern fleißig, dass ihnen das auch bald passieren wird und sensible Kinder kriegen da eben Angst.
Ja sicher, wir werden erklären ohne Ende - ;-) - machen wir eh immer.
Danke
LG Moni

Beitrag von bensu1 07.11.10 - 17:08 Uhr

armer XXX. :-(

bekommen die erzieher in der kita das nicht mit? da würde ich handlungsbedarf von seiten der pädagogen sehen. vielleicht im stuhlkreis?

lg
karin, die auch aus dem erklären nicht raus kommt. ;-)

Beitrag von nana141080 07.11.10 - 19:31 Uhr

Hallo!

Das der Kindergarten eine Kooperation mit dem Kinderdorf hat, wußte deine Tochter doch bestimmt schon VOR der Anmeldung#kratz
Das Heimkinder arge Probleme haben, weiß man auch vorher. Wenn es jetzt so ist das deine Enkelin dort malträtiert wird, ist es alleinige Aufgabe deiner Tochter sich bei der Kindergartenleitung zu beschweren und Gespräche mit IHRERE Tochter zu führen.

Warum du? Ist deine Tochter nicht da? Braucht sie dich um im Kindergarten durchzusetzen das IHR Kind nicht "angegriffen" wird? Ist sie noch so jung?
Hm, finde ich schon komisch.

Auf jedenfall MUß der Kindergarten reagieren. Sie können und dürfen sowas nicht ignorieren. Schon gar nicht sowas wie von Kevin!

Ja vielleicht hilft ja ein "Frauengespräch" zwischen MAMA und TOCHTER um Leonie wieder sicherer zu machen. Und MAMA sollte auch dem Kind einfach sagen das sie sowas nicht zu Leonie sagen soll! Oder die Erzieher müssen es mal als Projekt aufnehmen. Also wie man mit Ängsten umgeht oder wie andere sich fühlen wenn man gemein zu ihnen ist!

Nix für ungut.

Nana

Beitrag von fruehchenomi 07.11.10 - 20:10 Uhr

Keine Sorge, Mama und Leonie reden ausreichend miteinander - aber manchmal hilft es schon, wenn Leonie auch mit Oma drüber reden kann. Sie kommt mit vielem zu mir, was sie mit Mama auch schon durch hat, vielleicht als Bekräftigung ? Sie hat uns BEIDE dauernd um sich, seit sie zum ersten Mal bewußt aus dem Brutkasten gekuckt hat :-) #verliebt
Und meine Tochter braucht auch keine Hilfe, aber manchmal ist einfach im Teamwork etwas besser durchzusetzen.

Sie hat auch schon zu dem betreffenden Mädchen gesagt, sie soll das Stänkern sein lassen - erfolglos. Das gleiche mit Mutter von Kevin....
Ich denke wirklich auch, dass die Erzieher hier wirklich mal ein Projekt starten müssten, seh ich auch so.
LG Moni
Ich frage hier wirklich auch erst, wenn meine Tochter samt Mann und ich sämtliche Möglichkeiten unserer Ansicht nach durch haben und irgendwie mit dem Latein am Ende sind.

Beitrag von sapf 07.11.10 - 21:06 Uhr

Hallo Moni!

Daß du als Oma für deine Tochter und Enkelin da bist, um in den Gesprächen zu unterstützen, finde ich absolut richtig.
Allerdings würde ich Dir raten, Dich aus dem Kindergartengeschehen rauszuhalten.

Einerseits schwächst Du damit den Erziehern gegenüber (wenn auch nur unbewusst für alle Seiten) die Autorität Deiner Tochter.
Und außerdem dürfen die Erzieher im Grunde gar nicht mit Dir über Probleme mit anderen Kindern reden.

Kinder wie den von Dir beschriebenen Kevin gibt´s in jeder Einrichtung, völlig egal mit welchem sozialen Hintergrund. Da müssen die Erzieher einfach permanent hinterher sein um die anderen Kinder zu schützen. Daß ist schwer, nervig und nicht immer realisierbar.
Ich sehe bei dem Mädchen eher ein viel größeres Problem, was die Erzieher auch dringend thematisieren müssen!
Die Kleine setzt die anderen Kinder unter enormen Druck und stärkt Ängste, welche Kindergartenkinder sowieso immer haben (nämlich daß Mama nicht mehr wieder kommt).

Wenn Gespräche sowohl mit der Mutter von K. als auch mit den Erziehern nicht fruchten, dann sollten sich alle Eltern, deren Kinder betroffen sind, erstmal an den Elternbeirat der Kita wenden.
Dann muss ein erneutes Gespräch mit den Erziehern gesucht werden, in dem SACHLICH nach Lösungsstrategien gesucht wird!

Der Ansatz, mit den Kindern über die unterschiedlichen Herkunftsfamilien zu reden, ist schonmal ein guter Schritt und kann sicher einige Ängste nehmen.
Vielleicht ist es auch sinnvoll, Leonie zu erklären, warum das andere Mädchen solche Sachen sagt und macht - eben weil ihre Mama nichtmehr bei ist. Aber versucht ihr auch zu erklären, warum! (Natürlich altersgerecht auf die Schiene, sie ist krank und kann sich nicht kümmern oder sowas.)

Und sonst einfach immer nur reden, reden, reden!
Mit Leonie, daß Mama auf jeden Fall da sein wird; mit den zwei Kindern aus der Gruppe - ruhig auch mal schimpfen; mit den Erziehern, daß sie unbedingt agieren müssen.


Ich wünsche Euch auf jeden Fall, daß sich die Situationen bald entspannen!


LG, sapf

Beitrag von fruehchenomi 08.11.10 - 00:39 Uhr

Danke für Deine nette Meinung. Die Erzieher reden nicht über die anderen Kinder mit mir. Da ich aber bei fast allen Kita-Festen usw dabei bin und durch die Berufstätigkeit meiner Tochter Leonie nun über 9 Monate alleine jeden Abend abgeholt habe, habe ich ja selber alles mitbekommen und bin für die Erzieher auch - nach entsprechendem Hinweis meiner Tochter -gleichberechtigter Ansprechpartner. (Meine Tochter morgens beim Hinbringen, ich abends beim Abholen) Deswegen ist auch die Autorität meiner Tochter durchaus nicht untergraben, das nur zur Erklärung.
Bei Notfällen würde auch ich angerufen, weil ich leichter von meiner Arbeitsstelle weg kann als meine Tochter und ein Auto habe. Der Papa von Leonie arbeitet weiter entfernt.
Auf alle Fälle besteht Handlungsbedarf seitens der Erzieher, das mit dem aggressiven Jungen geht so nicht weiter (sagen ja nun schon 3 mir gut bekannte Mütter, eine wohnt bei uns im Haus) und auch das kleine Mädchen, so leid sie mir tut, darf nicht die anderen Kinder derart verunsichern, dass Kinder nicht mehr in die Kita wollen.
LG Moni