Arbeitgeber macht immer dumm...

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von tanjchick55 07.11.10 - 20:52 Uhr

seit dem mein AG (Discounter) weiss, dass ich schwanger bin, kommt mir es so vor als würde ich gemobbt.

1. nach der spätschicht, die um 20 uhr endet, darf ich am nächsten tag wieder um 6 uhr morgens wieder anfangen zu arbeiten. und das kommt jede woche vor. aber austragen muss ich mich erst um 8 uhr, wegen den ruhezeiten, sagt der AG.

2. dann beginnt der horror, die paletten auspacken. die männlichen kollegen sitzen denn ganzen vormittag an der kasse und ich darf die schwären sachen ins regale einräumen. irgendwie ungerecht.:-[

3. oft wird der plan so erstellt, dass ich alleine die schicht führe und muss morgens obst und gemüse alleine auspacken. d.h. 18 kg bananen pro kiste, 20 kg orangen pro kiste von der pallete auf die podeste wuchten. bevor ich schwanger war, war es für mich zu schwer, und jetzt ist es unerträglich.

wenn ich was sage, bekommt man dumme antworten, wie "du bist nicht krank, du bist doch nur schwanger". habe schon mit meiner FA gesprochen, ob sie mich frei stellt. aber sie meinte bewegung tut mir gut.
was soll ich den nur jetzt machen. ich kann nicht mehr. und morgen beginnt wieder alles von vorne.#zitter#zitter#zitter

Beitrag von shadow-91 07.11.10 - 20:55 Uhr

Du solltest deinem AG mal das Mutterschutzgesetz vor den Latz knallen
In der SS darfst du nicht so schwer heben!!

Beitrag von ania1982 07.11.10 - 20:58 Uhr

Ich würde ihm es sagen, das du es nicht mehr machst. Und Fertig!!!!
Kündigen darf er dich nicht.

Beitrag von nadja.1304 07.11.10 - 20:59 Uhr

Wie schon geschrieben, AG auf Mutterschutzgesetz hinweisen. Klar ist schwanger nicht krank, aber auch nicht Normalzustand. Und wenns gar nicht geht, würde ich mal das Gewerbeaufsichtsamt drauf aufmerksam machen.

LG Nadja

Beitrag von muc82 07.11.10 - 21:00 Uhr

Hallo,

also ich würde das Mutterschutzgesetz ausdrucken und deinem Chef nochmal in die Hand drücken, denn das was du heben musst ist definitiv zu schwer.
Dein Fa hat ja auch ne Meise, Bewegung schön und gut, aber soviel heben und tragen geht gar nicht. Kannst du den nicht wechseln, oder bist du dort sinst zufrieden.
Wenn das mit dem Mutterschutzgesetz zeigen nichts bringt ans Gewerbeaufsichtamt melden, dass sich dein Chef nicht an die Mutterschutzrichtlinien hält, dann kann es sogar sein, dass er deswegen Strafe zahlen muss. Das wird ihm dann sicher eine Lehre sein.

Alles Gute und liebe Grüße
Sabrina (12. Woche)

Beitrag von mamavonyannick 07.11.10 - 21:00 Uhr

Hallo,

halt ihm das MuschG unter die Nase:
§ 4 Weitere Beschäftigungsverbote
(1) Werdende Mütter dürfen nicht mit schweren körperlichen Arbeiten und nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen von Staub, Gasen oder Dämpfen, von Hitze, Kälte oder Nässe, von Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt sind.
(2) Werdende Mütter dürfen insbesondere nicht beschäftigt werden
1.mit Arbeiten, bei denen regelmäßig Lasten von mehr als fünf kg Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als zehn kg Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden. Sollen größere Lasten mit mechanischen Hilfsmitteln von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden, so darf die körperliche Beanspruchung der werdenden Mutter nicht größer sein als bei Arbeiten nach Satz 1,
2.nach Ablauf des fünften Monats der Schwangerschaft mit Arbeiten, bei denen sie ständig stehen müssen, soweit diese Beschäftigung täglich vier Stunden überschreitet,
3.mit Arbeiten, bei denen sie sich häufig erheblich strecken oder beugen oder bei denen sie dauernd hocken oder sich gebückt halten müssen,
4.mit der Bedienung von Geräten und Maschinen aller Art mit hoher Fußbeanspruchung, insbesondere von solchen mit Fußantrieb,
5.mit dem Schälen von Holz,
6.mit Arbeiten, bei denen sie infolge ihrer Schwangerschaft in besonderem Maße der Gefahr, an einer Berufskrankheit zu erkranken, ausgesetzt sind oder bei denen durch das Risiko der Entstehung einer Berufskrankheit eine erhöhte Gefährdung für die werdende Mutter oder eine Gefahr für die Leibesfrucht besteht,
7.nach Ablauf des dritten Monats der Schwangerschaft auf Beförderungsmitteln,
8.mit Arbeiten, bei denen sie erhöhten Unfallgefahren, insbesondere der Gefahr auszugleiten, zu fallen oder abzustürzen, ausgesetzt sind.

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten
Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
§ 21 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig handelt der Arbeitgeber, der vorsätzlich oder fahrlässig
1.den Vorschriften der §§ 3, 4 Abs. 1 bis 3 Satz 1 oder § 6 Abs. 1 bis 3 Satz 1 über die Beschäftigungsverbote vor und nach der Entbindung,
2.den Vorschriften des § 7 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 2 Satz 2 über die Stillzeit,
3.den Vorschriften des § 8 Abs. 1 oder 3 bis 5 Satz 1 über Mehr-, Nacht- oder Sonntagsarbeit,
4.den auf Grund des § 4 Abs. 4 erlassenen Vorschriften, soweit sie für einen bestimmten Tatbestand auf diese Bußgeldvorschrift verweisen,
5.einer vollziehbaren Verfügung der Aufsichtsbehörde nach § 2 Abs. 5, § 4 Abs. 5, § 6 Abs. 3 Satz 2, § 7 Abs. 3 oder § 8 Abs. 5 Satz 2 Halbsatz 1,
6.den Vorschriften des § 5 Abs. 1 Satz 3 über die Benachrichtigung,
7.der Vorschrift des § 16 Satz 1, auch in Verbindung mit Satz 2, über die Freistellung für Untersuchungen oder
8.den Vorschriften des § 18 über die Auslage des Gesetzes oder des § 19 über die Einsicht, Aufbewahrung und Vorlage der Unterlagen und über die Auskunft
zuwiderhandelt.
(2) Die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nr. 1 bis 5 kann mit einer Geldbuße bis zu fünfzehntausend Euro, die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nr. 6 bis 8 mit einer Geldbuße bis zu zweitausendfünfhundert Euro geahndet werden.
(3) Wer vorsätzlich eine der in Absatz 1 Nr. 1 bis 5 bezeichneten Handlungen begeht und dadurch die Frau in ihrer Arbeitskraft oder Gesundheit gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(4) Wer in den Fällen des Absatzes 3 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft.



Sollten sie sich nicht daran halten, dann kannst du dich glaube ich an das Gewerbeaufsichtamt wenden. Des weiteren würde ich mich weigern früh um 6 Uhr anzufangen. Wenn dir etwas passiert, dann bist du nicht versicher und hast im streitfall nicht mal etwas in der Hand, um den rechtswidrigen Einsatz nachzuweisen. Das wäre es mir nicht wert.

vg, m.

Beitrag von eve2004 07.11.10 - 21:00 Uhr

Huhu....

Kanbn mich meiner Vorrednerin nur anschließen...an das MuschG muss sich JEDER AG halten.....aber ich versteh auch deine FÄ nicht, bei 20kg die palette!

Oder du rufst einfach mal beim Amt für Arbeitsschutz an! Und erklärst denen mal was sache ist!


LG Eve

Beitrag von himbeerstein 07.11.10 - 21:01 Uhr

ähm... MUTTERSCHUTZ??? Du darfst nicht vor 07.00 Uhr arbeiten oder mehr als 5 Kilo heben. Riskier dein Kind nicht für den Arbeitgeber!!! #schock

Beitrag von blacknica81 07.11.10 - 21:06 Uhr

Ehrlich? Man darf nicht vor 7:00 Uhr arbeiten? Ich arbeite im öffentlichen Dienst und wir haben gleitende Arbeitszeit. Ich fange meistens um 6:15 Uhr an..was kann da denn passieren, wenn man so früh anfängt? Vielleicht sollte ich doch mal später anfangen...

Beitrag von eve2004 07.11.10 - 21:09 Uhr

Huhu...

Ich will ja nichts falsche sagen, aber es gilt ein Beschäftigungsverbot von 20-6 Uhr, dass heisst rein hypothetisch, dass ich ab 06.01 Uhr arbeiten darf !

LG Eve

Beitrag von supermutti8 07.11.10 - 21:16 Uhr

dann musst du aber auch ab 6 eintragen und nicht erst 8 uhr :-)

Beitrag von himbeerstein 07.11.10 - 21:12 Uhr

Oh scheiße.. Stimmt. Komisch. Mir wurde gesagt dass ich ab 7.00 Uhr erst arbeiten darf. das hat mich sooo geärgert, weil ich nämlcih genau um 7.00 Uhr anfangen musste.

Aber nein, stimmt. ab 6.00 Uhr darf man #schein

Beitrag von eve2004 07.11.10 - 21:14 Uhr

Naja 7 Uhr ist aber auch noch früh genug! ;-)

Beitrag von ilva08 07.11.10 - 21:12 Uhr

Hallo,

toll, dass dir hier jemand direkt das MuSchu-Gesetz gepostet hat... du siehst, du bist auf der sicheren Seite!!!

Dein AG hätte dich sogar über all diese Dinge AUFKLÄREN müssen, damit du nicht "aus Versehen" mal zu schwer hebst... ICH jedenfalls musste meiner Chefin unterzeichnen, dass sie mich über all das aufgeklärt hat und sie hat mir einen Ausdruck des MuSchu mitgegeben!

Mich macht es derart sauer, wenn ich sowas lese... wehr dich da bloß gegen!

Beitrag von bianca260677 07.11.10 - 21:22 Uhr

hallo ...

ich arbeite selbst in einem Discounter. Ich habe allerdings das Glück, daß ich mich selbst einteilen kann und andere auch, da ich die vetr. Marktleitung bin.
Habt ihr keinen Betriebsrat?? Wenn das Mit dem Mutterschutz nichts bewirkt, dann würde ich mich krank schreiben lassen. Das wäre mir das alles nicht wert. Bei mir ist es umgekehrt. ICh mute mir selbst noch zu viel zu. Ich bin in der 8+1 ssw. Ich muß da auch noch aufpassen. Aber ich werde schin gebremst. da bin ich echt froh.
wie gesagt, wenn das alles nichts hilft, gibts den gelben Freifahrtschein!!!!
Ganz einfach!!!

Viel Glück und halte durch
Lg Bianca

Beitrag von himbeerstein 07.11.10 - 21:29 Uhr

Ich seh das jetzt erst.... Deine FA meint du sollst unter den Umständen weiter arbeiten??
Dann würde ich sagen ist es auch mal Zeit für einen neuen FA! #liebdrueck

Beitrag von maerzschnecke 07.11.10 - 21:49 Uhr

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Mutterschutzgesetz,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

Die Broschüre kannst Du Deinem AG ausdrucken und übergeben.

Beitrag von buffel2010 07.11.10 - 22:05 Uhr

Also icharbeite auch im Discounter und da wurde streng drauf geachtet was die Arbeitszeiten anbetrifft. Sprich mit deiner filialleitung dich anständig einzusetzen oder deinem Verkaufsleiter, dass das muschuG mit Bekanntgabe der SS greift und wenn das nicht hilft: bei uns gibt es einen beauftragten für Mitarbeiter& soziales der sich um solche Fälle kümmert.

Nur wenn du den Mund nicht aufmachst und dich wehrst wird sich wohl nix ändern.... Auch wenn's illegal ist von deinem AG

Beitrag von dark-kitty 07.11.10 - 23:57 Uhr

Ich ergänze nur noch ein bisschen:

- Ruf die Berufsgenossenschaft an, die steht sofort auf der Matte, wenn dein AG die Bedingungen des MuSchuG nicht einhält. Und die sind da seeehhhr humorlos!

- Sag es deinem FA, vielleicht erteilt er dir ein BV oder schreibt dich zumindest bis zur Klärung krank.

- Führe genau Protololl über alle Arbeitszeiten, Einsatzgebiete, Dauer, blöde Sprüche deines AG oder Kollegen. Falls es in irgendeiner Form zur Klage kommt, kannst du es brauchen und man erinnert sich ohne Spickzettel immer so schlecht.

- Weigere dich Arbeiten zu verrichten, die du laut MuSchuG nicht machen musst. Du bist weder Sklavin noch Leibeigene, du bist eine normale Angestellte.

#liebdrueck

Beitrag von sternschnuppe215 08.11.10 - 10:17 Uhr

Arbeitgeber um Schonstelle "schriftlich" bitten.... und FA um Unterstützung bitten... denn so kannst nich weiter gehen...

Ggf. BV erwirken, über den FA ...