Was soll ich nur tun? Achtung sehr lang!

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von karo_austria 07.11.10 - 22:12 Uhr

Hallo!

Ich bin seit fast 2 1/2 Jahren geschieden (fast 3 Jahre getrennt). Aus unserer Ehe (12 jahre) entstanden 3 Töchter (mittlerweile 13, 11 1/2 und bald 6 Jahre alt). Wir haben gemeinsames Sorgerecht.
Beide haben wir bald wieder einen neuen Partner gefunden.
Vor 1 Jahr bin ich nach Absprache mit meinem Exmann in die Heimat meines Freundes gezogen - 180 km entfernt von unserer alten Wohnort. Mein Exmann war zuvor schon 100 km in die entgegengesetzte Richtung zu seiner Freundin gezogen. Also wohnen wir nun ca. 280 km voneinander entfernt. Die Kinder bewältigen diese Strecke alle 2 Wochen mit der Bahn (kein Umstieg notwendig). Und eigentlich könnte alles wunderbar klappen. Aus meiner Sicht hätte anfangs sogar nichts gegen eine lose Freundschaft aller Beteiligten gesprochen.

ABER: mein Exmann ist noch immer derart in seinem Ego gekränkt weil ICH ihn verlassen habe, dass er mir andauernd versucht das Leben schwer zu machen. Seine Freundin unterstützt ihn hier auch noch, obwohl sie ihn doch gar nicht hätte, wenn ich mich nicht getrennt hätte. #augen

Leider äußert es sich auch so, dass er die Kinder unter Druck setzt.
zB wollte die Große bei unserem Umzug gerne beim Papa bleiben, dieser wollte sie allerdings nicht und legte ihr nahe in ein Internat zu gehen. Er hat sich sogar welche mit ihr angesehen (bei uns in der Nähe - damit er ja keine Verantwortung tragen muss!!!) und sie danach sogar angemeldet. Allerdings wollte er diese (horrenden) Kosten (die bei weitem die Allimentationszahlungen überschritt) nicht mittragen. Aus diesem Grund "musste" sie also mit uns mit und sie hat sich nach anfänglichen Problemen/Enttäuschung jetzt sehr gut eingelebt und auch viele neue Freunde gefunden. Nun - sie geht jetzt in die 4. Klasse Realschule - muss sie sich schön langsam auf ihre berufliche Laufbahn einstimmen. Am liebsten würde sie mal in die große weite Welt hinaus und in einem großen Hotel arbeiten. Da es bei uns eine Handelsakademie mit Tourismuszweig gibt (Küche ist absolut nichts für sie)wäre das eigentlich perfekt. Nach Abschluss hätte sie eine kaufmännische und eine touristische (Hotel- und Gastronomieassistentin) Ausbildung in der Tasche.

Ihr Vater möchte ihr eine weitere schulische Ausbildung aber nur "gestatten" wenn sie zu ihm zieht. Er verspricht ihr die Sterne vom Himmel, damit sie sich für ihn entscheidet. Zwischendurch setzt er sie wieder unter Druck indem er meint, dass sie sich überhaupt nichts mehr leisten können, wenn sie nicht zu ihnen geht! Auch die Mittlere soll in 2 Jahren zu ihm ziehen (also nach Abschluss der 4. Klasse). Und danach auch die Kleinste - wenn sie entsprechend alt ist.

Ehrlich gesagt werde ich richtiggehend zornig, wenn ich das ganze höre. Es würde ja nichts dagegen sprechen, wenn die Kinder und er sich absolut super verstehen, er sämtliche Pflichten eines betreuenden Elternteils übernehmen würde.

Aber er hat nichtmal Notfallmedikamente für die Kinder im Haus. In den Sommerferien war die Große 1 1/2 Wochen krank - SCHARLACH!!!! Die hatte sie kurz zuvor übergangen ( hatte nur 1x kurz Halsschmerzen und danach bekam sie erst Ausschlag und die Haut schälte sich) und ich hatte sogar die VIsitenkarte von ihrem behandelnden Kinderarzt sowie ein Rezept für Antibiotika mitgegeben. Er ging zu keinem Arzt - keine Medikamente - nichts!
Und als ein befreundetes Kind ihre (neue) Brille kaputt gemacht hat, hat er auch nichts unternommen, dass sie so schnell wie möglich eine neue bekommt. Dabei hat die Mutter des Kindes die Kosten übernommen. So hat Christina 3-4 Wochen keine Brille gehabt und hat aber fast 3 Dioptrien (kurzsichtig) Er kümmert sich einfach um gar nichts.

Vor allem aber, sitzt die Große bei mir und weint, dass sie nicht zu ihm will. Sie wurde auch schon des öfteren von ihm geschlagen (verprügelt würde es wohl eher treffen - kam schon 2 mal mit blauen Flecken im Gesicht zurück).

Zusätzlich herscht bei ihnen immer Unsicherheit - die beiden streiten (lt. Angabe der Kinder - und sie haben diese Streitigkeiten auch schon mit dem Handy aufgenommen - einfach Horror) sehr viel, lautstark und sind teilweise handgreiflich. Teilweise müssen die Kinder mehrmals pro Wochenende die Koffer packen, weil ihr Vater sagt, die Beziehung ist zu Ende und sie müssen jetzt gehen - dann wird sich wieder versöhnt und alles ist wieder Butter - bis zum nächsten Streit. Ich glaube das öfteste waren mal 11x Streits/Wochenende was mir die Kinder mal erzählt haben.

Ich fühle mich komplett zwischen den Stühlen! Wenn ich bzw. die Kinder jemanden alles erzähle(n), dann sagen die meisten: "Lass deine Kinder ja nie mehr zu diesem Menschen!"
Aber dieser Mensch ist ihr Vater! Und die Kinder idealisieren doch alles in diesem Alter. Wenn ich sie also nicht mehr zu ihm lasse, werden sie es mir irgendwann vorwerfen. Vielleicht aber auch, dass ich sie zu ihm geschickt habe!? Wie ich es mache ist es falsch!
Die Mittlere möchte schon gerne noch zum Papa - wobei 1x/Monat reichen würde. Die Kleine sagt auch immer, dass sie eigentlich nicht mag - ich aber nicht einschätzen kann, ob sie nur das von den Großen nachplappert.

Und dann bin ich ja auch noch - und meine Emotionen:
ich bin so sauer auf diesen Menschen! Er hat sich NIE um die Kinder gekümmert - alles habe ich gemacht. Wenn sie weinten, hat er nur gesagt: "...weint!" Er ging nie zu den Kindern - legte sie nie schlafen oder war sonst für sie da.

Nach der Trennung (er wohnte 500 METER weit weg) durften die Kinder nur alle 14 Tage übers WE zu ihm! Sie sahen ihn täglich von weitem und durften nicht zu ihm!!!! Nun beschuldigt er mich, dass die Kinder ihn auf Grund der Entfernung soooo selten sehen. Dabei durften sie in letzter Zeit nur 1 x im Monat zu ihm. Selbst wenn er seine Alimente nicht bezahlt hat (hat er sowieso erst ca. 3-5 Mal seit der Trennung Anfang 2008), habe ich die Kinder auf meine Kosten zu ihm geschickt!

Ich bin enttäuscht und verärgert und vor allem fühle ich mich ausgenützt. Ich soll mich solange um die Kinder kümmern, solange sie viel Zuwendung und Betreuung brauchen. Dadurch verliere ich durch Teilzeitarbeit einiges an Gehaltsansprüchen und Rentenbeiträgen. Durch die Doppel- und Dreifachbelastung hatte ich vor 3 Jahren bereits ein heftiges BurnOut und bin somit gesundheitlich angeschlagen. Und dann, wenn die Kinder halbwegs selbständig sind, dann will er den großen Papa mimen.

Vor allem finde ich es aber eine riesengroße Sauerei, dass er die Kinder trennen und somit entfremden will!!!!
Ich habe das leider selbst durchmachen müssen als Kind und weiß, dass dies nämlich unweigerlich passiert.

Eigentlich sollte ich zum Jugendamt gehen! Die sind hier aber leider auch solala. Ich war letztes Jahr mal da und wollte mich erkundigen welche Möglichkeiten ich habe, weil er IMMER unpünktlich bezahlt und die Dame meinte, dass ich froh sein soll, wenn er überhaupt irgendwas bezahlt und ich solle mich ruhig verhalten. Da er nämlich selbständig ist, könne er ja sein Gehalt "regeln" und er sich somit weiter runtersetzen lassen.
Dabei ist er Magister, Diplompädagoge und hat eine Diplomausbildung in Marketing! Eingestuft ist er auf € 1.500,00 netto (inkl. Urlaubs- und Weihnachtsgeld) - also sicher nicht als Großverdiener!!!!

Ich weiß einfach nicht weiter!! Ich fühle mich wiedermal ihm hilflos ausgeliefert - wie schon in unserer Ehe!

Vielleicht mag ja jemand von euch antworten - ansonsten tut es ja schon gut, wenn man sich seinen Frust von der Seele schreiben kann (hoffentlich).

LG an alle

Petra

Beitrag von redrose123 08.11.10 - 05:43 Uhr

Deine Grosse wurde verschlagen und du sprichst anfangs davon das es super läuft eigentlich?#schock

Deine Grosse ist in einem Alter wo sie nicht mehr zum Umgangs we muss wenn sie nicht will, alleine schon wegen den Prügeln falls das der Fall ist.

Manchmal wunder ich mich hier schon, eine hälfte macht nen Aufstand wegen nichts und andere wieder keinen und da kommt sowas vor

Beitrag von karo_austria 08.11.10 - 20:24 Uhr

Hallo!

Danke für deine Antwort!

Wahrscheinlich habe ich mich einfach falsch ausgedrückt:
Aus meiner Sicht KÖNNTE alles wunderbar laufen - wenn ER eben nicht dauernd Aussetzer hätte!!!

Aus meiner Sicht aus wäre es wünschenswert, wenn er pünktlich seine Alimente bezahlt und einen regelmäßigen und angenehmen Umgang mit den Kindern pflegt. Ich würde mich freuen, wenn die Kinder von ihm kommen, und erzählen wie schön es doch war.
Früher hätte auch nichts dagegen gesprochen, dass wir mal mit den Kindern gemeinsam etwas unternehmen (sprich Kindergeburtstag, etc.). Nächstes Jahr hat die Große Firmung - aber ehrlich gesagt können wir das nur im allerkleinsten Rahmen machen, weil wenn er mit seiner Partnerin kommt, dann fliegen die Fetzen!

Eben - es KÖNNTE gut laufen - tut es aber nicht!
Und das sicher nicht von meiner Seite.

Ich fühle mich hilflos - weil er (im Moment) die Große so traktiert. Im Gegenzug möchte er wieder, dass sie zu ihm zieht. Dies würde allerdings auch für alle bedeuten, dass wir in eine kleinere Wohnung ziehen müssten, da ich dann nur mehr für 1 Kind Alimente bzw. für 2 Kinder Familienbeihilfe beziehen würde.

Zu den Alimenten ist noch zu sagen, dass er seit neuestem mitbestimmen möchte, was damit gekauft wird!!! Sprich Kleidung kauft er zB ohne Absprache mit mir (obwohl zB entsprechende Schuhe bei uns bereits vorhanden sind) und zieht es mir von den Alimenten ab! Er rechnet uns alles vor was wir haben und machen. zB habe ich von meinem Arbeitskollegen einen kleinen Hund geschenkt bekommen (samt Futter für sicher ein halbes Jahr). Er ist sehr brav und wir haben alle gemeinsam lange überlegt, ob wir diese Verantwortung übernehmen möchten. Als die Kinder dann freudestrahlend ihrem Papa erzählt haben, dass sie ein Haustier haben, hat er mir wieder vorgerechnet, wie viel so ein Tier kostet. Dabei muss ich sagen, dass ich in meinem Job gar nicht so schlecht verdiene (aber bei weitem keine Großverdienerin) und vor allem auch keine Unterhaltszahlungen für mich von ihm bekomme. Auch möchte er, dass ich den Kindern die Anschaffung von irgendwelchen Dingen in etwa so vermittle: 40 % zahlt Papa, 40 % zahlt Mama und 20 % der Staat - das ist doch Irrsinn - vor allem leiste ich lt. Scheidungsrecht ja Naturalunterhalt (was in der Praxis m.M. nach eh nicht praktizierbar ist).

Er versucht weiterhin über unser Leben zu bestimmen - auch über meins.

>>Manchmal wunder ich mich hier schon, eine hälfte macht nen Aufstand wegen nichts und andere wieder keinen und da kommt sowas vor <<
Ja - genau so ging es mir auch in meiner Ehe - ich dachte mir immer, dass er mich ja nicht schlägt und auch kein Alkoholiker ist - einfach dass es anderen doch viel schlechter geht. Aber der Psychoterror trieb mich auch in ein BurnOut mit anschließendem 6wöchigem Klinikaufenthalt.

Du hast Recht - ich sollte zum Jugendamt - aber ich weiß nicht, ob ich die Kraft habe dauernd zu kämpfen (er wird dadurch sicher nur noch wütender)- ich will doch nur in Ruhe leben.
Ich bin jetzt mit der Doppelbelastung (Kinder/Haushalt & 35-Stunden-Job) nämlich schon ziemlich am Limit.

Warum kann man(n) nicht einfach seine Eitelkeit begraben und von nun an ein neues Leben beginnen??? Das würde es so viel einfacher machen.

Danke auf jeden Fall

Petra



Beitrag von karna.dalilah 08.11.10 - 10:10 Uhr

Eins mal vorweg....

Wie deine Kinder deine Entscheidungen und dein Verhalten später werten werden wirst du nicht beeinflussen können.
Vielleicht werden sie dir auch vorwerfen: "Mama du hast gewußt, dass Papa mich schlägt und dennoch mußte ich wieder zu ihm. Du hast mir nicht geholfen!
Ich war zu schwach um mich gegen euch zu stellen , zu sagen das ich nicht hinwill....."
Wir können uns nur so verhalten wie wir glauben, dass es richtig für die Kinder ist und hoffendass sie es auch so erleben.

Du fühlst dich hilflos?
<<du möchtest gerne die Verantwortung für die zu treffenden Entscheidungen abgeben,oder? ;-)
Hole dir doch Schützenhilfe gehe zum Jugendamt, Kinderschutzbund und berate dich mit denen und triff dann die Entscheidung.

Ich wünsche dir viel Kraft
Karna