Wie bring ich den Kindern das bei (Tod)

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von skubidoo 08.11.10 - 09:15 Uhr

Hallo alle zusammen,

Meine Kinder sind 5 und 3 und heute morgen ist mein Opa gestorben. #heul Es war für uns sehr plötzlich, er hatte zwar vor 11 Jahren einen Schlaganfall, aber bis heute ganz gut damit gelebt und ich dachte auch das er medizinisch optimal eingestellt war.
Naja wie dem auch sei, die Kinder wissen bisher noch nichts davon, auch wenn ich schon geweint habe. Sie haben auch Bezug zu ihm gehabt, obwohl wir 4 Stunden entfernt wohnen, wir aber sooft es geht zu Besuch waren. Er ist also präsent bei den Kindern.
So da wir mit meinen Eltern in einem Haus wohnen wird es sich nicht vermeiden lassen das sie meine Mutter in Trauer sehen werden, und sie werden mich dann sicherlich auch fragen warum Oma so traurig ist.
Ich weiss absolut nicht wie ich das meinen Kindern begreiflich machen soll, zumal wir sowas bisher nicht hatten.

Sollten wir die Kids mitnehmen zur Beerdigung ? Ich meine meine Kinder sind beide etwas laut und sehr aktiv, ich möchte sie eigentlich nicht so gerne mitnehmen und sie versuchen bei meinen Schwiegereltern unterzubringen, allerdings waren sie da immer nur über Tag mal, noch nie über Nacht aber 4 Stunden in einem Tag ist schon happig zumal die Beerdigung ja auch nicht gleich morgens sein wird.

Oh mann sorry das es länger geworden ist, aber ich bin total durch den Wind #heul

Hoffe das mir ein paar helfen können.

Lg Skubidoo

Beitrag von erstes-huhn 08.11.10 - 09:25 Uhr

Mit zur Beerdinung würde ich sie nicht nehmen. Aus Erfahrung weiß ich, das man bei der Beerdingung ja mit sich selber beschäftigt ist und dann nicht noch auf seine Kinder so eingehen kann, wie man es in dieser Situation sollte. z.B. Mama, warum weinst Du? Ist das Loch da tief? Ich will mal reinschauen etc. Das würde ich mir nicht antun.

Um den Tod zu erklären würde ich ein Buch zum Thema wählen. Wir haben: Hat Opa einen Anzug an? In diesem Bilderbuch stirbt der Opa und ein kleiner Junger erfährt so wie das ist, wenn plötzlich ein geliebter Mensch in seinem Leben fehlt.

Mein Sohn ist die Sache mit dem Tod nicht besonders emotional angegangen, also wundere dich nicht, wenn bei deinen Kindern keine Tränen kommen, sondern nur ein: "Schade, kann ich etwas Süßes?", wenn du es ihnen erklärst.

Beitrag von rinni79 08.11.10 - 09:29 Uhr

Guten Morgen,

es tut mir sehr leid, dass dein Opa gestorben ist. Mein Beileid dir und deiner Familie, viel Kraft und Stärke.

Ich war noch nicht in der Situation, den Kindern den Tot von Verwanten erklären zu müssen, da wir zu den Verstorbenen keinen großen Bezug hatten. Aber als unser Kater an Krebs verstorben ist, war der Große fast 5 Jahre und der Kurze 2 Jahren. Mich haben sie weinen sehen, ich war sehr traurig und auch der Große hat getrauert. Da wir aus anderen Gründen in Therapie waren, hab ich das Thema mal angesporchen. Man soll den Kinder sagen, dass der...Opa/ Oma...Freund oder...gestorben ist, krank war und nun aber keine Schmerzen mehr hat und es ihm gut geht. Kinder gehen damit wohl einfacher um als wir Erwachsenen. Wir denken viel zu viel nach über alles, darum beneide ich die Kinder, sie verstehen so viel und ertragen es auch, nicht so wie wir. Mein Großer hat mich immer so süß getröstet.
Ich würde mein Kinder nicht mitnehmen, weil ich nicht wüsste, wie ich mich auf der Beerdigung fühle, ich möchte da Abschied nehmen. Könnte ich es, mich dem stellen, es ist doch so schon schwer. Ich möchte auch nicht, dass die Kinder sehen, wie alle weinen und trauern, dass ist sicher auch zu viel für sie. Ich würde später zum Grab fahren und mit den Kinder Blumen hinlegen, ein Bild o.ä.

#kerze für deinen Opa und viel #paket


#liebdrueckCo.

Beitrag von bine3002 08.11.10 - 09:29 Uhr

Erstmal herzliches Beileid.

Ich würde es so machen:

Die Kinder sind jetzt im Kindergarten? Ich würde JETZT ein Foto von Opa raussuchen und drei Kerzen bereitstellen, vielleicht habt Ihr noch etwas von Opa, das ihm was bedeutet hat. Dann würde ich am Nachmittag Kakao und Kekse auf den Tisch stellen, meine Tochter rufen und ihr sagen, dass ich etwas mit ihr besprechen muss (so von Frau zu Frau). Dann würde ich sagen: "Pass auf, es ist etwas sehr Trauriges passiert: Der Opa ist heute morgen gestorben. Weißt Du, was das bedeutet?"

Je nachdem, was sie sagt, würde ich dann über den Tod und Beerdigungen im Allgemeinen sprechen. Vielleicht haben deine Kinder mal ein totes Tier gesehen oder sogar begraben, etwas vom Friedhof gehört (oder waren schon mal dort) etc. Da würde ich dann einen Bezug zu herstellen und auf Fragen wahrheitsgemäß antworten. Wenn Ihr gläubig seid, dann solltest Du deine Vorstellung mit einbringen. Wenn nicht, solltest Du keine Angst vor der Wahrheit haben. Hier gibt es auch noch eine Diskussion zu dem Thema, vielleicht kannst Du dir da noch was rausziehen: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=21&tid=2885920

Außerdem würde ich das Foto von Opa gemeinsam aufstellen, dazu die Kerzen und jeder zündet eine an. Jeder kann noch etwas sagen und ich würde den Kindern anbieten, ein Bild zu malen, was der Opa dann mit ins Grab bekommt. Die Beerdigung würde ich zur Wahl stellen. Wenn sie mitwollen, würde ich sie mitnehmen, einimpfen, dass sie sich "benehmen" müssen und mich ggf. etwas abseits stellen.

Beitrag von me-mausi 08.11.10 - 09:47 Uhr

hallo

zur beerdigung würde ich sie nicht mitnehmen.

ich musste letzes jahr meinem sohn damals fast 3 erklären das sein onkel gestorben ist. und habe ihm gesagt das er jetzt im himmel ist und auf ihn herunterschaut.
er versteht es bist jetzt nicht so ganz und fragt sogar manchmal noch ob er nicht mit ihm spielen kann. und muss ihm dann wieder sagen das der onkel im himmel lebt bei den engeln.

ich würde es nicht zu sehr aus schweifen warum und wieso er gehen musste das verstehen sie noch nicht.

viele grüße

Beitrag von sonnenblume-2007 08.11.10 - 10:10 Uhr

Hallo skubidoo,

erst einmal mein herzliches Beileid.

Ich habe zwar nur eine Tochter und als die Ur-Oma gestorben ist, war sie noch zu klein, aber:

1. erklären würde ich es deinen Kindern, dass der Ur-Opa eingeschlafen ist und nicht mehr aufwachen wird. Es ging ihm nicht gut/er war krank und darum wacht er jetzt nicht mehr auf. Wenn ihr dran glaubt, dann kannst du noch sagen, dass er jetzt bei den Engeln ist und er auch ein Engel geworden ist und auf deine Kinder jetzt aufpasst.

2. dann würde ich Ihnen auch erklären, dass jetzt alle, die den Ur-Opa kannten traurig sind. Auch würde ich erklären, dass ihr jetzt zur Beerdigung fahrt (kurze Erklärung was die Beerdigung ist)

3. würde ich es ihnen zur Wahl stellen, ob sie mit zur Beerdigung möchten. Ich würde sagen, dass alle ganz traurig sind und sich da noch einmal verabschieden. (Ich persönlich würde meine Tochter mitnehmen, da sie dann auch Abschied nehmen könnte. Gerade in dem Alter deiner Kinder können die das schon ganz gut verstehen und es fehlt ihnen womöglich nachher das Abschiednehmen.)

4. ein Bild würde ich sie malen lassen oder etwas aussuchen lassen, dass der Ur-Opa mitnehmen soll, als Andenken.

Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.

Trotz allem, alles Gute noch und unterdrück deine Trauer nicht!

sonnenblume

Beitrag von angelinchen 08.11.10 - 10:12 Uhr

Hallo
ersteinmal, mein herzlichstes Beileid!
Zu deinen Fragen.
Meine Oma ist dieses Jahr im April gestorben. sie hat bis dahin bei meinen Eltern im Haus gewohnt, wir 5 Minuten entfernt. Die Kinder (damals 5 und 2) haben sie beinah jeden Tag gesehen und auch sehr gern gehabt.
Als sie gestorben ist, haben wir es ihnen auch sofort gesagt, allein schon weil ich bei dem Anruf aus dem KH in Tränen ausgebrochen bin. Wir haben ihnen gesagt, dass die Oma I. ja sehr krank war (sie wussten dass sie im KH lag) und auch sehr alt (87) und sie nun leider gestorben ist.
Die Kinder haben das sehr sehr gut aufgenommen, viel besser als gedacht. Ich habe ihnen erklärt dass die Oma I. uns nun von irgendwo (Himmel) aus immer sehen kann, und zuschaut, wie sie aufwachsen. Anfangs sind meine Kinder (vor allem der Große, die Kleine hat es eh nicht so bewusst wahrgenommen) dann öfter mal in den Garten raus gelaufen, und haben die Oma I. gerufen und ihr gewinkt. das war sehr süß.

Wegen der Beerdigung. Nimm sie nicht mit, meine Meinung. Sie verstehen das Ganze noch nicht wie wir, und ich war selber auch froh dass sie nicht dabei waren, da ich so einfach auch meine tiefe Trauer rauslassen konnte. Ich habe viel geweint da, und wären die Kinder da gewesen, hätte ich mich sicher mehr zusammengerissen. Zum anschliessenden Essen waren sie dann aber dabei, und das war widerum sehr schön und tat allen gut, da sie die Stimmung durch ihr dasein schon sehr hoben.

Ich kann nur sagen, erklär nur soviel, was sie wissen wollen. Tod und Trauer gehören zum Leben, und das sollten Kinder bis zu einem gewissen Maß auch mitbekommen. Eine Beerdigung ist meiner Meinung nach aber eher was für größere Kinder (wobei es sicher auch viele gibt, die die Kinder auch mitnehmen)...
Meine Oma wurde übrigens per Urnenbestattung beigesetzt, allein deshalb wollte ich die Kinder nicht dabei haben. denn ich hätte ihnen nicht erklären wollen, warum die Oma I. denn verbrannt worden ist...

LG und viel Kraft für die kommende Zeit.
Anja

Beitrag von juliane1978 08.11.10 - 10:41 Uhr

Hallo,

erstmal mein herzliches Beileid zum Tod deines Opas.

Leider mußte ich in diesem Jahr "Erfahrungen" sammeln, was es heißt wenn ein nahestehender Mensch stirbt. Meine Kinder sind jetzt gerade 7 und 4. Im Mai starb meine Schwiegermutter in Ende Oktober mein Opa. Zu Beiden hatten die Kinder ein nahes Verhältnis. Also standen wir auch vor der Frage: Was tun?

Wir haben beide Kinder zu allem mitgenommen. Sie durften die Verstorbenen nochmal sehen, beim Rosenkranz waren sie dabei und auch bei den Beerdigungen. Natürlich kostet es sehr viel Kraft, wenn man eigentlich mit sich selbst beschäftigt ist und man dann aber auf die Kinderfragen eingehen muß. Noch dazu wurde mein Opa verbrannt, also kam natürlich auch die Frage, warum die Oma in einem Sarg beerdigt worden ist und wie der Tictac-Opa jetzt in so einer kleinen "Dose" schlafen kann (O-Ton mein 4jähriger)

Wir haben die Erfahrung gemacht, daß Kinder mit dem Tod viel "cooler" umgehen, als Erwachsene. Natürlich wollten sie alles bis ins Detail wissen und manchmal kommt man da schon in Erklärungsnöte, aber es geht und ich hatte das Gefühl, diese Kinderfragen helfen auch einem selbst bei der Trauerbewältigung.

Ausserdem haben Kinder ein unwahrscheinliches Gespür für die Stimmung der Erwachsenen. Bei der Beerdigung letzt Woche hat meine 7jährige irgendwie immer gemerkt, wer im Moment am traurigsten ist und genau zu der Person hat sie sich mit hingestellt und die Hand genommen. Genauso der Kleine. Und obwohl sie beide solche Wirbelwinde sind, waren sie superbrav.

Ich würde Kindern jederzeit wieder den Verstorbenen noch ein letztes Mal zeigen und auch mit zu einer Beerdigung nehmen. Auch Kinder wollen und müssen sich Verabschieden und nichts anderes stellt doch die Beerdigung da. Sonst bleibt immer eine Lücke zurück. Ein Kind kann sich nicht vorstellen, daß in dem Grab jemand liegt, wenn es die Beerdigung nicht gesehen hat.

Ausserdem gehört leider der Tod genauso zum leben wie alles andere und bei einer Taufe oder Hochzeit würde man die Kinder doch auch nicht zu Hause lassen.

LG,
Juliane

Beitrag von morla29 09.11.10 - 21:40 Uhr

Hallo Juliane,

ich kann deinem Beitrag voll und ganz zustimmen.

Meine Töchter haben ihre kleine Schwester auch gesehen, gestreichelt und im Arm gehalten.

Darüber bin ich froh. Sie konnten sie in dieser Situation begrüssen und sich gleichzeitig verabschieden und sie wissen, dass es sie wirklich gegeben hat.

Gruß
morla
mit zwei Mädels an der Hand (3 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von robingoodfellow 08.11.10 - 10:49 Uhr

Hallo,

mein Opa ist im Juli gestorben. Meine Jungs sind auch ca. so alt wie deine.

Es war auch eine ähnliche Situation wie bei dir, sie kannten ihn, waren gern zu besuch aber er war im Grunde doch schon zu weit weg vom Alter. Da ist ihnen mein Vater, also ihr Opa doch näher.

Der Kleine hat es gar nicht kapiert, der Große hat es wie ein Kind aufgenommen. Uri-Opa ist beim lieben Gott, ist doch schön. Warum heulst du eigentlich Mama?

Auf der Beerdigung hab ich sie nicht dabei gehabt. War auch besser so, da ich unheimlich viel geweint habe.

Ich schick dir viel Kraft

Beitrag von daviecooper 08.11.10 - 11:00 Uhr

Hallo!

Erstmal mein Beileid für dich!

Meine Oma ist im Mai gestorben, meine Tochter war knapp 4 und hatte sie vorher regelmäßig gesehen.

Ich habe ihr erklärt, dass ich und Oma & Opa, die ebenfalls hier wohnen, nun sehr traurig sind und auch mal weinen. Ich habe ihr erzählt, dass die "alte Oma" nun nicht mehr da ist und ich glaube, dass sie jetzt vom Himmel aus uns zuguckt.

Zur Beerdigung hab ich Charlotte nicht mitgenommen, ich denke, das wäre eine Überforderung für sie und eine Störung für alle Trauergäste gewesen, weil sie recht lebhaft ist.

Danach sind wor schon oft auf dem Freidhof gewesen und sie fragt auch viel, das Thema Tod war einige Wochen Dauerthema. Aber Kinder gehen damit sehr viel natürlicher und neugieriger als wir Erwachsenen um, ich selber konnte viel von meiner Tochter lernen, nämlich sich wirklich mit Fragen auseinanderzusetzen und auch zu akzeptieren, dass es nicht immer eine "Lösung" gibt, z.B. wo die Toten denn nun sind.

LG

daviecooper + Charlotte (*7.7.2006)

Beitrag von gavda 08.11.10 - 11:22 Uhr

HAllo, mein Beileid.

mein Klleiner ist noch zu klein (1) aber der GRoße ist 4 und wir mussten schon viel Abschied nehmen.

Mein Vater, mein Schwager, ein guter Freund der FAmilie, und die Uroma.

Mein Sohn weiß, dass die Toten im Himmel sind und denkt sich aus, was die zusammen machen. Einmal hat er gesagt, er wünsche sich zu Weihnachten einen ZAuberstab, damit er zaubern kann, dass er fliegen kann, dann fliegt er zum Himmel und holt Opa wieder runter.

Wir haben ihn von Anfang an immer erzählt was los ist, so gut wie möglich halt. Er hat keine Angst vorm Tod oder so.

Letztes Wochenende war mein 7-jähriges Patenkind beim mir. An dem Wochenende ist ihr Opa gestorben. Ich sollte es ihr sagen. Zufällig gab es am Abend vorher auf KIKA bei Willi wills wissen eine Sendung übers Sterben. Da haben die sogar einen Toten auf dem Totenbett gezeigt. Mein MAnn und ich haben geheult vor Erinnerung und unseren Sohn und mein Patenkind ganz doll festgehalten, aber die beiden hat das nicht besonders emotional berührt.

Am nächsten Tag habe ich mir Zeit genmommen und mich mit ihr hingesetzte und ihr gesgat, dass der Opa nun gestorben sei. Ihre Reaktion? So wie im Fernsehen? Und die Halloweenparty? Darf ich da trotzdem hin?

Kinder können die Reichweite (dass man denjenigen nie wiedersieht) ja nicht abschätzen. SAg es deinen Beiden ruhig und sag auch, dass ihr ganz traurig seid, aber das ok. ist... Denn Kinder merken es sowieso.

Mitnehmen würde ich die Kids zur eigentlichen Beerdigung nicht. Aber wenn du dich unwohl fühlst weil sie noch nie solange weg von euch, gibt es nicht dort einen Babysitter (junges Mädchen gegen Geld) der zwei Stundne mit den Beiden auf neen Spielplatz geht oder deine Schwiema kommt mit? Vielleicht ist es für dich auch schön, nach der TRauerfeier dann zwei lachende Kinder zu sehen. Denn das Leben geht ja weiter. Und glaub mir, ohne größere Probleme einfach einzuschlafen ist ein wunderbarer Tod.

Gavda

Beitrag von line81 08.11.10 - 13:28 Uhr

Hallo,

mein Beileid #kerze

Wir hatten den gleichen Fall auch erst vor 4 Wochen. Meine Söhne sind 2 und 4 und wir haben schon des öftern über den Tod gesprochen und dass irgendwann einmal jeder stirbt wenn er alt ist
.
Nun ist der Uropa (sahen ihn ca. 1 x im Monat) gestorben und auch die Uroma war dann öfter bei uns, aber unsere Söhne haben nicht einmal gefragt wo der Opa dann ist? Der ist nicht da und gut ist. Wir sind jetzt nicht extra mit Ihnen ins Gespräch geganen. Wenn sie früher oder später fragen, werden wir einfach die Wahrheit sagen, aber wenn nicht, dann bleibt das eben so.

LG und die nötige Kraft
Line

Beitrag von zahnweh 08.11.10 - 18:35 Uhr

Hallo,

mein Beileid. #kerze

Zur Beerdigung mitnehmen ist eine schwierige Frage, die dir am besten dein Bauchgefühl beantworten kann.
Meine, 3 Jahre, war schon mit dabei. Während der Schwangerschaft und mit knapp 3 Jahren. Da sie eher unruhig ist, bin ich mit ihr neben der Kirche draußen geblieben. Wir haben das Grab ihrer Großeltern (meiner Eltern) besucht und den Gottesdienst von außen angehört.

Bei engeren Bezugspersonen würde ich mit ihr auch reingehen und so sitzen, dass ich mit ihr rausgehen könnte. Pro Kind wäre eine erwachsene Begleitperson ganz gut, da beide unterschiedlich reagieren.

Wenn du kein gutes Gefühl dabei hast, kannst du sie auch später mit zum Grab nehmen und mit deinen Schwiegereltern sprechen.
Gibt es die Möglichkeit, dass sie zu euch kommen? Dass sie sie morgens in den Kindergarten bringen und nachmittags abholen oder eben bei euch zu Hause betreuen?

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass ihr euch nicht verstellt. Dass ihr für euch selbst die Trauer zu lasst und den Kindern Raum zum Trauern gebt. Zum traurig sein, aber auch um sich gemeinsam an die Schönen Momente zu erinnern.
Runterschlucken, damit die Kinder nichts merken, finde ich nicht gut. Die Kinder spüren, dass etwas anders ist und es stresst alle noch mehr. Außerdem tut es meiner Erfahrung nach den meisten Kindern gut, wenn sie Gefühle leben dürfen. Die schönen wie auch die traurigen.

Fragen werden mit Sicherheit kommen. Gebt ihnen die Möglichkeit dazu. Antwortet so viel sie wissen wollen. Nicht mehr, das könnte überfordern und auch nicht weniger, offene Fragen sind unangenehm und führen dazu, dass sie sich ihre eigenen Antworten machen.
Es ist nicht schlimm vor seinen Kindern zu weinen. Schlimmer ist es, ihnen zu vermitteln, dass man Tränen unterdrückt. Sie fließen zu lassen befreit und ist natürlich.

Viel Kraft.

Beitrag von morla29 09.11.10 - 21:34 Uhr

Hallo,

es tut mir sehr leid, dass dein Opa gestorben ist.

Nimm sie mit zu Beerdigung. Wenn es geht, dann soll dein Mann oder jemand, der gut mit den Kinder vertraut ist etwas weiter hinten in der Kirche sein, so dass du dich nicht um sie kümmern musst.

Für Kinder ist es auch sehr sehr wichtig Abschied zu nehmen, zumal auch guter Kontakt da war. Erklär ihnen, dass der Uropa gestorben ist und zum lieben Gott in den Himmel kommt (wenn du daran glaubst). Erklär ihnen auch, dass du darüber traurig bist, auch die Oma, weil ihr ihn sehr vermissen werdet, da ihr ihn ja lieb hattet. Erzählt euch tolle Erlebnisse, die ihr mit dem Opa/Uropa hattet.

Kinder trauern auf sehr ehrliche Art und Weise. Sie werden viel fragen. Sie werden auch weinen. Aber sie werden dir auch zeigen, wie sie sich das so vorstellen und du wirst vielleicht auch manchmal davon vor Rührung weinen müssen.

Bin (leider) Experte, was trauern betrifft. Aber ich hab auch soooooo viel von den beiden gelernt. Es gibt auch tolle Bücher dazu.

Ich würde sie mitnehmen.

Gruß
morla
mit zwei Mädels an der Hand (3 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)