wie wird die bindung zwischen papa und sohn sein???

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von angelwings... 08.11.10 - 09:19 Uhr

hallo!

ich wurde vor 2 wochen verlassen,bin sehr traurig weils aus dem nichts kam...unser sohn ist jetz fast 14 monate...
ich zieh wieder in die nähe meiner familie weil ich ohne hilfe das wohl nicht schaffen werde...jetz liegen aber 400km zwischen vater u sohn...
wie wird die bindun gsein zwischen den beiden!
der papa hat einen sa im monat frei und wird dann zu uns kommen..u ich werde einmal im monat mit dem zug nach wien fahren...aber bei so einem kleinen zwerg wird das sicher schwer oder?
ich hab so angst dass er seinen papa nicht erkennt oder angst vor ihm hat.. #schmoll

wie sind eure erfahrungen damit?

danke für eure antworten
lg angie u jamie

Beitrag von doris72 08.11.10 - 10:04 Uhr

Hallo Angie,

erst mal tut es mir so leid.#liebdrueck

Besser wäre natürlich, wenn Ihr Euch räumlich nicht so weit entfernen würdet. Aber wenn, dann wird es sehr stark darauf ankommen, ob er seine Besuche wirklich wahrnimmt. Und ob Du Ihn wirklich unterstützt.
Ich habe mich getrennt, als der Kleine 13 Monate alt war.
Der Papa ist die ganze Woche unterwegs und kommt auch nur am WE.
Da wir uns auch gut verstehen, darf der Papa den Kleinen sehen bzw. holen wann er will. Er liebt den Kleinen abgöttisch und der Kleine Ihn auch.
Zwischendrin gab es immer mal Phasen, da wollte unser Kind auch lieber bei mir bleiben, das hat der Papa auch akzeptiert.
Dann haben wir einfach zusammen etwas unternommen. Wir haben uns auch geeinigt, daß der Kleine bei Krankheit bei mir bleibt (da er nachts sonst nur noch Mama schreit).

Jetzt ist Paul 26 Monate alt und er geht immer lieber zum Papa. Da werden halt Männersachen unternommen. Das findet unser Kleiner ganz toll. Wir unternehmen auch vieles gemeinsam, aber wie gesagt, wir verstehen uns auch gut.
Jeder gönnt dem Anderen das Kind und das gegenseitige Vertrauen ist 100%-ig. Das ist glaube ich, etwas ganz Wichtiges. Dann kann die Bindung sehr gut werden.

LG von Doris

Beitrag von radiocontrolled 09.11.10 - 15:54 Uhr

Ich glaube dass nur die wenigsten Typen das auf die Kette bekommen. Ich ging mal an deiner Stelle davon aus dass sich der Kontakt im Sande verlaufen wird.

Beitrag von schnuppilette 10.11.10 - 09:06 Uhr

Liebe Angie,

erstmal möchte ich Dir sagen, dass mir das alles sehr leid tut, denn ich kenne die Situation nur zu gut.
Der Kindsvater trennte sich von mir, als mein Sohn 10 Monate alt war.

Ich stand vor der selben Situation wie Du und habe mich damals entschieden wieder in die alte Heimat zu gehen. In unserem Fall sind es 700 km.

Viele Planungen wurden gemacht. Wir besprachen, dass er alle 1-2 Monate an einem WE herkommt.
Bei dieser Planung blieb es.
Im ersten Jahr schaffte er es 2 mal herzukommen.

Die letzten Jahre kommt er einmal im Jahr und das war´s.
Gezahlt hat er die Jahre auch nicht. Er hat sich selbstständig gemacht und verdiente angeblich kaum Geld.
Als er vor einigen Monaten meinem Sohn am Telefon erzählte er sei nicht erreichbar, da er in den Urlaub fährt, war mein Fass voll (ich hatte vorher schon recherchiert und wusste, dass vieles nicht stimmt) und ich ging zum Anwalt. Es kam heraus, dass er im letzten Jahr 37.000 EUR Gewinn gemacht hat.
Nun zahlt er seit 3 Monaten.

Er ruft alle 1-1/2 Wochen an, das Problem ist, dass mein Sohn durch den geringen Kontakt einfach keine Lust hat mit ihm zu sprechen.
Vorher ging es noch ganz gut, da haben wir dies per Webcam gemacht, jedoch ist mein Rechner kaputtgegangen und ich habe nun eine alte Gurke, mit der dies nicht möglich ist, da das Programm immer abschmiert.
Seitdem geht nur Telefonkontakt.

Unser Leben sieht so aus, dass ich jeden Tag von 7:30 bis 15:30 Uhr arbeite. Heißt Joni geht um 7 Uhr in den Kindergarten und gegen 16 Uhr hole ich ihn wieder ab. Dann hat er seine Hobbies, wir treffen Freunde oder wollen einfach mal die Zeit für uns genießen.
Wenn Papa dann anruft stört er Jonas eigentlich immer nur, denn er möchte lieber seine Zeit mit mir verbringen (die ja nun auch recht gering ist).

Ich versuche immer wieder ihn zu motivieren und auch mal zu sagen: Ruf Papa doch mal an. Aber für ihn ist das gar kein Thema mehr.
Wenn sein Papa dann anruft, kommt als allererster Satz immer: " Jonas, Du wolltest mich doch auch mal anrufen!", also jedesmal ein Vorwurf.
Ach ja Jonas ist gerade mal 4 Jahre alt!

Ich habe lange versucht, dies zu unterstützen, habe seinen Vater versucht zu involvieren, indem ich ihm erzählte, wie es so bei uns läuft usw., aber mit mir will er ja nicht mehr reden und somit fällt dies weg.

Im Endeffekt hat er keine Ahnung von dem Leben seines Sohnes.

Des Weiteren habe ich das ganze Jahr nichts gehört, wann und er ob er seinen Sohn besuchen möchte.

Mir tut das alles oft weh, ich habe Angst, dass meinem Sohn der Vater irgendwann sehr fehlt, aber ich kann ihn nicht zwingen mit Papa zu sprechen.
Ich habe auch gelernt, dass ich daran nichts ändern kann, das ich jeden Tag nur das Beste für mein Kind machen kann, für ihn da bin und wir unsere Zeit sehr intensiv nutzen.

Mein Sohn ist ein glücklicher kleiner Mensch, lacht viel, weint selten, meine Eltern sind unglaublich liebe Großeltern und meine Freunde sind wunderbar. Dafür bin ich sehr dankbar. Uns geht es gut und das ist das Wichtigste.

Alles in allem bin ich mir sicher: Wenn ein Papa sein Kind wirklich sehen will, dann macht er es auch. Wenn er sich kümmern will, dann macht er es einfach und dann bedarf es nicht viel. Aber man kann einen Menschen nicht zwingen, kann ihm keine Liebe einpflanzen, das habe ich begriffen.

Zum Trost möchte ich Dir noch was sagen:

Als mein Mann sich damals trennte, habe ich gedacht, mein Leben ist vorbei, ich werde nie wieder glücklich, ich schaffe das alles nicht.
Jetzt 4 Jahre später bin ich glücklicher als je zovor in meinem Leben, bin mehr bei mir, stehe im Leben, weiß was ich will und ich muss sagen, es hätte mir nie was Besseres passieren können!!!

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute, viel Kraft, viel Mut, sei einfach Mama, geb Deinem Kind viel Liebe, Respekt und Anerkennung und dann wird es auch klappen, egal wie es mit Papa läuft.
Ich hoffe, dass er ein Papa ist, der weiß wie wundervoll so ein kleines Menschenwesen ist.

Alles Liebe
Andrea

Beitrag von yipsi 16.11.10 - 20:02 Uhr

Hallo#winke,
wie ich gerade schon auf einer anderen Seite geschrieben habe: es liegt in den Händen beider Eltern, egal wie sie sich verstehen. Ich gehöre zu den Glücklichen die Unterhalt bekommen, aber keinen guten Kontakt zum KV haben, trotzdem bringe auch ich ihm wenigstens 2x im Jahr sein Kind. Die anderen male kümmert er sich drum. Und auch wir wohnen weit mehr als 400Km auseinander. Ich denke wenn man es wirklich will klappt das schon, hoffe ihr schafft das. Wichig finde ich auch, wenn man getrennt ist den KV öfters in Erinnerung zu bringen, sei es mit Fotos, Telefonaten, Bild malen für Papa zum Geburtstag.... dann ist der Papa auch nicht so weit weg. Wir haben das immer gemacht ob nun Geburtstag oder Weihnachten ansteht, ihn (auch wenn es mir nicht immer gefällt) in "Erinnerung" bringen, damit er nicht vergessen wird, falls man sich mal länger nicht sieht.
Viel Erfolg + alles Gute