Muss ich mich jetzt schlecht fühlen????

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von sadohm1008 08.11.10 - 09:46 Uhr

Hallo,

gestern ist bei meinem Mann und mir eine Entscheidung gefallen.
Unsere kleine Maus wird morgen 14 Tage alt.
Von Anfang an hatte ich immer Probleme mit dem Stillen. Sie hat mir erst die Rechte BW komplett blutig gebissen, dann die Linke, so dass ich abgepumpt habe 2 Tage lang. Dann habe ich es wieder versucht mit dem stillen, aber diesmal mit Stillhütchen. Leider wieder ohne erfolg. Sie ist irgendwie nie richtig satt geworden und hat uns nächtelang (von Donnerstag auf Freitag die Nacht 12 Stunden) auf trapp gehalten. Freitagmorgen hat sie mir dann wieder die BW blutig gebissen. Dadurch das ich dann den Freitag so fertig mit der Welt war habe ich abgepumt und ihr die Nahrung aus der Flasche wieder gegeben.
Meine Hebamme war leider auf einem Seminar, so dass ich sie auch nicht anrufen konnte.
Dann ist es am Wochenende dazu gekommen, dass ich Milchstau mit Fieber hatte.
Gestern mittag war meine Hebamme dann kurz bei mir und wir haben mit Massage und abpumpen beide Brüste leer bekommen und die schmerzen sind jetzt erträglich bzw. fast weg.
Ich muss dazu sagen, die Kleine sollte sowieso 2 x die Woche ein Fläschchen von Papa bekommen, da ich noch zur Fortbildung gehe und dann 2 x abends für 4 Stunden nicht da bin.
Jetzt haben mein Mann und ich uns aber dafür entschieden, dass ich komplett abpumpe und sie alles über die Flasche bekommt.
Meine Hebi ist davon nicht so begeistert, aber ich will die Kleine Maus jetzt nicht unnötig verwirren. Sie immer wieder hin und her schicken zwischen Flasche und Brust.
Wenn ich hier immer so lese wie toll das bei Euch allen klappt mit dem Stillen werde ich neidisch, aber andererseits kann ich diese schmerzen und das ewige kaputtbeissen nicht mehr aushalten.
Sorry für das gejammer.... Aber mich würde mal eure Meinung dazu interessieren.

LG
Sandra

Beitrag von lilly7686 08.11.10 - 09:53 Uhr

Hallo!

Ach du Arme #liebdrueck

Wenn es für euch so passt, dann ist es doch okay!
Vergiss was deine Hebi will. Es geht darum, dass du dich gut fühlst.
Klar, Stillen ist das Beste. Und ich bin sehr fürs Stillen und dafür, dass man sein möglichstes tut, um seinem Kind das zu ermöglichen.
Aber nicht um jeden Preis.
Eine gute Stillbeziehung kann es nur geben, wenn beide Stillpartner damit glücklich sind.
Wenn einer von beiden nicht möchte oder nicht kann, dann ist es gut so, wie es ist.
Und solange du beim Pumpen genug Milch raus bekommst, bekommt dein Baby ja deine Milch!

Hier noch ein paar Tipps zum Abpumpen:
- möglichst alle 2 Stunden abpumpen, damit die Produktion weiter angeregt wird.
- kuschel viel mit deinem Baby, auch nackig, das regt die Produktion an und löst den Milchspendereflex aus (der wird beim Pumpen oft nicht oder nur wenig ausgelöst)
- trink ab und zu Stilltee. Maximal 4-6 Tassen pro Tag.


Alles Liebe und Kopf hoch! Bloß kein schlechtes Gewissen haben! Du bist nicht perfekt und das musst du nicht sein! Du machst schon alles gut, so wie du es machst! Du hast gekämpft, und das zeichnet dich schon als gute Mama aus.

Liebe Grüße!

Beitrag von tauchmaus01 08.11.10 - 10:01 Uhr

Du, bei den wenigsten ist das Stillen von Beginn an toll
Der Haupt"fehler" den Frauen machen ist das falsche ANlegen.
Legt man die Kinder richtig an, können sie auch nicht die BRustwarze bllutig beissen.
Bei meiner ersten TOchter hatte ich GENAU Deine Probleme, nach 3 Monaten hab ich Flaschennahrung gegeben, denn durch das Abpumpen wird es schleichend weniger.
Bei der zweiten hatte ich eine tolle Hebi die mir das Stillen gelehrt hat und ich konnte über ein Jahr stillen. AUCH MIT Problemen, aber es ging.
Leider steht man irgendwie so allein da wenn es Probleme gibt, glaub mir, bei mir sind oft die Tränen geflossen wenn es wieder Probleme gab.....

Kaputtbeissen hat echt mit dem Anlegen zu tun, ich vermute sie bekommt die Brustwarze nicht komplett in den Mund......könnte das sein?

Mona

Beitrag von rotihex 08.11.10 - 10:10 Uhr

Die ersten 14 Tage des Stillens waren bei mir beide Male die Hölle (ok, beim 2. Kind wußte ichs ja schon, da war ich gelassener). Ich hatte blutige Warzen, Schmerzen beim Stillen und habe geheult. Ich war kurz vorm aufgeben. Aber: eine Woche später war der Spuk vorbei!

Beide Kinder (fremdbetreut ab dem 4. Lebensmonat) hatten bzw. haben keine Probleme durch den ständigen Wechsel zwischen Brust und Flasche, wobei beide die Brust bevorzugen.

Ich persönlich pumpe nicht besonders gerne ab, vor allem geht dann auf Dauer die Milchmenge zurück.

Persönlich würde ich immer wieder das Stillen bevorzugen. Aber ich denke du hast deine Entscheidung ja nun schon getroffen.

LG und alles Gute

Beitrag von zwillinge2005 08.11.10 - 10:14 Uhr

Hallo Sandra,

herzlichen Glückwunsch zur Geburt.

Schade, dass Du so eine schlechte Betreuung nach der Geburt hattest und leider erst jetzt Unterstützung von Deiner Hebamme bekommst. Wann willst Du denn wieder Fortbildungen besuchen? Noch während des Mutterschutzes? Muss das so dringend sein? Hat das nicht Zeit bis 8 Wochen nach der Geburt?

Bis dahin hätte sich das Stillen eingespirlt und 2x/Woche eine Mahlzeit abgepumpte Muttermilch wäre keine "Verwirrung" für das Kind.

Es ist aber völlig o.k., wenn Du sagst Du willst nicht merh stillen - fertig. Bedenke aber, dass das dauernde Abpumpen zeitraubend und nevrend sein kann - ich musste bei den Zwillingen abpumpen bis sie kräftig genug waren.

Wenn Dich Dein Mann unterstütz und Du einfach nochmal versuchst die Flasche wegzulassen, wird es auch zu keinem Milchstau merh kommen, da dann das Kind die Milchproduktion nach seinen Bedürfnissen anregen kann.

LG, Andrea

Beitrag von luccielein 08.11.10 - 10:19 Uhr

Meine Maus wird auch morgen 14 Tage :-)

Also ich denke wenn du dich dabei wohl fühlst solltest du nicht an die Meinung deiner Hebi denken, denn du hast das Baby Tag und nacht.

Beitrag von berry26 08.11.10 - 10:19 Uhr

Hi,

also das mit dem "ewigen" Abpumpen ist eine schwierige Sache. Bei manchen klappt es und bei anderen führt es zum Abstillen, da die Milchproduktion nicht so angekurbelt wird, wie beim Anlegen und irgendwann die Milch versiegt.

Also so wie ich es sehe hast du 3 Möglichkeiten.

1. Du probierst es einfach mit dem Abpumpen und bist dann aber nicht deprimiert, falls es nicht allzulange funktioniert.

2. Du möchtest weiterhin stillen. Dann würde ich mir eine qualifizierte Stillberaterin suchen (AFS oder LaLecheLiga). Die kann nochmal genau schauen ob du richtig anlegst und dir Tipps geben, was die Probleme mit Milchstau und wunden BW angeht. Das lässt sich häufig vermeiden.

3. Du möchtest abstillen. Dann besprich das am besten mit deiner Hebamme wie du hier am besten vorgehst.

Egal wofür du dich entscheidest... Es ist deine Entscheidung und die Meinung anderer sollte dir dazu ziemlich egal sein. Du musst dich wohl führlen und nur wenn du dich wohl fühlst, kann es auch deinem Baby gut gehen.

LG

Judith

Beitrag von sadohm1008 08.11.10 - 10:37 Uhr

Hallo,

danke für die Antworten.
Tja das mit der Fortbildung ist gar nicht so einfach. Leider muss ich dort so schnell es geht auch während der 8 Wochen MuSchu wieder hin, da ich sonst zu viel verpasse und meine Prüfung nächstes Jahr sonst nicht schaffen werde. Der Kurs wird nur alle 2 Jahre angeboten und ich müsste ihn sonst komplett von vorne beginnen und die Kosten nochmals investieren. Was ich nicht tun kann.
Das war ja auch so mit der Hebi abgesprochen und abgesegnet.

Bezüglich des abpumpens hab ich auch schon öfters gehört, dass es halt dazu führen kann, dass es immer weniger wird.
Ich versuche mein bestes zu geben. Ich bin leider auch ein sehr schmerzempfindlicher Mensch. Die Geburt habe ich auch als die Hölle empfunden. Wobei ich nachher gekämpft habe.
Vielleicht liegt auch darin mein Blockade. Das ich deswegen einfach nicht mehr stillen mag. Ich hatte mir das irgendwie einfacher vorgestellt :-) Blauäugig wie ich war.

LG

Beitrag von dragonmam 08.11.10 - 10:43 Uhr

ich habe mein kind mit 4 wochen abgestillt und nur noch mit milchnahunrg gefüttert und denn kleinen geht es gut!

das wichtigste ist das dein kind satt wird und du brauchst alle energie für dein kind und deine fordbildung!

in der heutigen zeit werden kinder auch ohne muttermilch gross und stark!

Beitrag von silbermandel 08.11.10 - 14:19 Uhr

Also, wenn Du abpumpst, dann ist das doch auch lobenswert!!!
Mach weiter so und gräm dich nicht.
Bei meiner Freundin hat es mit dem Stillen auch nicht geklappt, sie hat dann 6 Monate abgepumpt.

Beitrag von lucaundhartmut 08.11.10 - 14:50 Uhr

Liebe Sandra,

Du hast so Vieles versucht, das ehrt Dich und zeichnet Dich aus! #sonne

Du bist eine sehr gute Mutter, denn Du erkennst Grenzen, die entstehen können, an. #herzlich

Gebe nichts auf die Reaktion Deiner Hebamme. Sie mag es ja gut meinen, doch es ist eine Unsitte, geplagten, gestressten, verzweifelten oder gar erkrankten Müttern ein schlechtes Gewissen machen zu wollen, wenn sie ihr Kind nicht (mehr) teilweise oder ausschließlich per Brust ernähren können, wollen, dürfen oder möchten.

Babys sind hochsensible Geschöpfe, welche es genau merken, wenn es Mama (und Papa) nicht gut geht, also ist absolut nachzuvollziehen und richtig, wenn Dein Partner und Du die Notbremse anstellt und sagt: "Stopp, so kann es nicht weitergehen.".

Zudem bekommt Euer Kind ja auch dann Frauenmilch, wenn Du abpumpst.

Hierzu ein paar Tipps:

- tagsüber beidseitig und zur gleichen Zeit für 10 bis 20 Minuten mit einer elektrischen Milchpumpe alle 2 bis 3 Stunden abpumpen
- abends/nachts beidseitig und zur gleichen Zeit für 10 bis 20 Minuten mit einer elektrischen Milchpumpe alle 6 bis 8 Stunden abpumpen
- das Baby beim Abpumpen in der Nähe haben oder zumindest ein Foto
- vor dem Abpumpen auf die Brüste einen warmen, feuchten Lappen legen
- evtl. aus der Apotheke etwas Bockshornkleesamenhaltiges besorgen
- 1 Flasche Malzbier am Tag trinken (falls es Dir schmeckt)
- 4 bis 6 Tassen Fenchel-, Kümmel-, Anistee am Tag trinken
- pro Tag insgesamt 2 bis 3 Liter trinken
- auf 5 Mahlzeiten am Tag achten (3 Haupt-, 2 Zwischenmahlzeiten)
- Stress vermeiden

Fairerweise möchte ich Dir jedoch mitteilen, dass nicht jede Frau bis zum ersten Geburtstag des Kindes ausreichende Frauenmilchmengen abpumpen kann.
Allerdings gelingt es auch nicht jeder Brustmutter (= Frauen, welche ihr Kind per Brust füttern), ihr Kind bis zum 1. Geburtstag mit ausreichenden Frauenmilchmengen zu ernähren.


LG
Steffi