Mit 66 Jahren ist sie ganz plötzlich eingeschlafen

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von kris86 08.11.10 - 11:57 Uhr

Ich möchte eine #kerze für meine liebe Oma anzünden, die am Freitag mit gerade mal 66 Jahren ganz plötzlich eingeschlafen ist.

Am Mittwoch ist mein Papa zu ihr gefahren, wie jeden Tag. Da saß sie völlig aphatisch auf dem Boden und hat unter sich gelassen. Als er sie fragte, was sie da macht, sagte sie nur "Was denn?" Das wren dann auch ihre letzten Worte.

Meine Papa hatte noch den Notarzt gerufen. Sie kam sofort auf die Intensivstation. Ich bin am Nachmittag nach der Arbeit gleich noch hingefahren, sie war nicht ansprechbar. Ich habe mit ihr geredet und sie gestreichelt. Am Donnerstag war ich auch nochmal da.

Am Samstag wollten wir, mein Freund und ich, auch noch mal hin. Hatten wir uns gerade ausgemacht, als mein Papa mich anrief und mir sagte, dass die Oma für immer eingeschlafen ist#schmoll

Wieso war ich am Freitag nicht bei ihr? Wieso habe ich es aufgeschoben??? Wieso war ich nicht öfter bei ihr, als sie noch lebte??

Immer habe ich versprochen, sie zu besuchen, auch mit meiner Tochter. Aber immer wieder blieb es bei dem Versprechen!

Wieso sind wir Menschen so? Ich dachte immer, ach, das hat Zeit. Nie hätte ich daran gedacht, dass es so schnell vorbei sein kann!

Sie hatte schon sehr lange eine Schilddrüsenüberfunktion, bekam Medikamente. Operieren lassen wollte sie sich nicht. Sie hat immer gesagt, dass sie in kein Krankenhaus möchte.

Letztlich war es das, woran sie starb. Die Schilddrüse schwoll immer mehr an. Zuletzt so sehr, dass sie die Schlagader zum Gehirn abdrückte. Das muss wohl schon eine ganze Weile sehr schlimm gewesen sein, denn meine Oma war schon lange sehr "verwirrt". Wir dachten immer, es wäre wohl eine Form von Alterdemenz, dachten uns nichts weiter dabei. Mein Papa war jeden Tag bei ihr, um Einkäufe zu erledigen und ihr im Haushalt zu helfen.

Nur am Dienstag war er einen Tag mal nicht da. Als er Mittwoch Morgen zu ihr kam, muss sie schon die ganze Nacht auf dem Boden gesessen haben#schmoll

Am Freitag ist sie dann an multiplem Organversagen gestorben:-(

Ich mach mir solche Vorwürfe, dass ich nicht schon eher mal bei ihr war. Sicher, das holt sie nicht wieder zurück, aber es zerreißt mich innerlich!

Entschuldigt bitte, das Durcheinander, aber ich bin immer noch so traurig und sauer auf mich selbst! Aber es tut gut, das alles mal rauszulassen!

Danke für's Lesen#liebdrueck

Traurige Grüße,
kris

Beitrag von jimmytheguitar 08.11.10 - 13:29 Uhr

Das tut mir sehr leid mit deiner Oma!#liebdrueck 66 Jahre ist ja auch kein Alter, meine Mom wird bald 61...

Aber mache dir nicht zu viele Vorwürfe! Du warst ja bei ihr und sie hat dies bestimmt gespürt!

Alles Gute für dich und deine Familie

Beitrag von holidaylover 08.11.10 - 21:15 Uhr

#kerze