Ganze Gans,Gänsebrust o.lieber Ente??

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Forum: Topfgucker

Nachdem am Morgen die quälende Frage: "Was soll ich heute nur anziehen?" erfolgreich beantwortet wurde, wartet schon die nächste, noch quälendere, Frage: "Was koche ich denn heute?". Auch andere Fragen rund um Rezepte und Lebensmittel sind hier am richtigen Platz. 

Beitrag von laszlo_01 08.11.10 - 13:36 Uhr

Hallo,

was gibts bei euch Gutes an Weihnachten?
Ich schwanke zwischen Entenbrust(bis jetzt"alle Jahre wieder")oder lieber Gänsebrust(hatten wir noch nie)oder eine ganze Gans???

Wie bereitet ihr letzteres,beides,zu?Bei der ganzen Gans pro Kilo 1Std.?

Dazu gibt es,egal wofür ich mich beim Fleisch entscheide,Rotkohl und Klöße.Hier würde ich auch gerne beides selber machen.Lohnt sich das beim Rotkohl wirklich oder ist gute Markenware hier vergleichbar und die Mühe lohnt nicht?

Danke schon mal für leckere Anregungen...
Simone

Beitrag von dominiksmami 08.11.10 - 13:55 Uhr

Huhu,

Weihnachten....gibts bei uns einen Puter *g*


Gans gibts Sonntag zum erstenmal, insgesamt machen wir 3 bis 4 mal 2 Gänse pro Saison ( die ganze Familie mag zu uns zum Gänseessen kommen, mehr als 2 Gänse bekommen wir aber nicht in den Backofen *g*)

Gänsebrust hab ich deshalb noch nie gemacht.

Die Gänse bereitet mein Mann zu, traditionsgemäßg *freu*, aber ich versuche mal wieder zu geben wie er die macht.

Also,

die werden gewaschen, die Flügelspitzen und alles Fett abgeschnitten und dann die Gänse eingesalten.

Dann schneidet mein Mann die Innereien in Würfel und kocht sie zusammen mit den Flügelspitzen aus, ein wenig Suppengrün dazu, gut abschmecken und schon hat man eine super leckere Gänsebrühe, die es bei uns immer als Vorspeise gibt.

So nun zu den Flattermännern *g*

Gesalzen sind sie, mein Mann füllt sie dann mit Boskopäpfeln und jeweils einem Beifußsträußchen.

Dann werden sie mit Küchengarn gut zugebunden und kommen in den Backofen, bei ca. 160°.
Unter das Rost kommt das tiefe Backbleck in das dann ca. 1 L heißes Wasser gefüllt wird.

Nach ca. 1 1/2 Stunden piekt er die Haut an einigen Stellen an, so dass das Wasser bzw. Fett abfliessen kann.

Weitere 2 Stunden später schaut er nach den Bräunungsgrad und wenn sie noch etwas brauchen erhöht er die Temperatur leicht und wartet nochmal rund 15 Minuten.

Sollte das Backblech trocken werden, gießt er Wasser nach.

Dann die Gans/Gänse auf ein großes Brett legen und kurz ruhen lassen.

Die aufgefangene Flüssigkeit in einem Topf gießen, das Fett abschöpfen und in einen 2. Kessel geben. AUs der verbliebenen Flüssigkeit eine Soße machen.


Das Fett das man von der Gans abgeschnitten hat kann man wunderbar ausbraten lassen, dann das abgeschöpfte Fett zu geben und beides zusammen mit 1 Paket Schweineschmalz und einer Zwiebel aufkochen. In Gläser füllen und abkühlen lassen, schon hat man wunderbares Schmalz.

Nach Lust und Laune zwiebelchen udn weißen Speck rösten und unter das Schmalz rühren.


Ach ja wir haben meist 2 Gänse a ca. 5 Kg. und kommen mit 3 1/2 Stunden Garzeit meist gut hin.


Rothkohl selber zu machen lohnt sich auf jeden Fall, finde ich, aber am besten dann wenn man nicht nur die eine Portion macht.

Meine Schwiegermutter holt sich z.B. immer rund 20 Kg Rotkohl und verabeitet den für die ganze Familie ( u.a. für die Gänseessen *g*).

lg

Andrea

Beitrag von laszlo_01 08.11.10 - 14:27 Uhr

1000 Dank!Super!

Würdest Du mir vielleicht das Rotkohl-Rezept von Muttern auch verraten??

LG#danke

Beitrag von dominiksmami 08.11.10 - 15:24 Uhr

das weiß ich leider überhaupt nicht

Beitrag von fensterputzer 08.11.10 - 16:19 Uhr

Ganze Gans gefüllt mit Boskop und Beifußsträuschen und kleingehackten Innereien dazu Omas /Lafers ( gleiches Rezept- Lafer hat nur noch die Zimtstange drin)

1 kg Rotkohl
1 Apfel (250 g)
Saft 1/2 Limette oder Zitrone
8 El. Essig
3 El. Zucker
150 g Zwiebel
50 g Gaenseschmalz
1 El. schwarzes Johannisbeergelee 2 Zimtstangen
1/4 l Rotwein

Zubereitung:
Geputzten Rotkohl in feine Streifen schneiden. Geschaelten,
entkernten Apfel grob stifteln, mit Rotkohl, Zitronensaft, 6 El
Essig, eine Prise Salz, 2 El Zucker mischen und zugedeckt im
Kuehlschrank 24 Stunden ziehen lassen.
Am naechsten Tag geschaelte Zwiebeln in feine Streifen schneiden.
Gaenseschmalz zergehen lassen. 1 El Zucker leicht darin
karamelisieren, mit 2 El Essig abloeschen. Zwiebelstreifen
darin anduensten. Marinierten Rotkohl, Johannisbeergelee, Zimt und
Rotwein dazugeben. Im geschlossenen Topf im Backofen bei 175 Grad C
ca. eine halbe Stunde garen. Vor dem Servieren Zimtstange (n)
entfernen.

Beitrag von silk.stockings 08.11.10 - 21:28 Uhr

Ich mache - ähnlich wie Andrea - zwei bis dreimal im Jahr Gans. Im Herbst. Martinsgans halt. Unsere Gänse sprechen Deutsch - sie kommen vom Geflügelhändler aus der Gegend, das ist aufpreisig, lohnt sich aber geschmacklich.
Ich trenn die Flügel am ersten Gelenk ab, nehm diese und den Hals und brate sie scharf an, lösch mit Weißwein ab, geb Suppengrün dazu und lass das mit ein wenig Fett aus dem Bauchraum köcheln - gut zwei Stunden.

Aus der Gans löse ich das Fett im Bauchraum, leg es beiseite, löse den Bürzel aus. Dann wird sie mit Boskop und Marzipan gefüllt.
Dann kommen sie (unter zwei komme ich auch nie davon) in den Ofen. 180 Grad, Umluft mit Unter und Oberhitze für 45 Minuten, dann wird runtergeschaltet.
Ich steche die Gänse alle halbe Stunde mit der Gabel, schöpf daas Fett nach einer Stunde ab. Die Gänse werden mit dem Fond übergoßen - immer wieder.
3,5 Stunden reichen bei meinem Ofen. Jeder Ofen ist aber anders.
Ich tranchiere die Gänse, nehme die Füllung, tun sie in den Fond aus den Flügeln und dem Hals (abgeseiht natürlich), püriere das und schmecke es ab - ein wenig Bratenfett dazu und schon hast du die beste Soße aller Zeiten.

Da ich die Gans frisch kaufe (bestellt - immer Freitags am Markt) - hab ich auch das Fett aus dem Bauchraum, das lass ich aus, würfel Zwiebeln hinein, ein wenig Schweinebauch, oder fetten Speck, dann hobel ich zwei oder drei Köpfe Rotkohl Fein, geb sie in den GROßEN Topf, schmor kurz an und lösch dann mit Rotwein und Brühe ab. Äpfel würfeln, dabeigeben. Lorberrblätter, Wachholderbeeren, ein wenig Nelken, einen Hauch Zimt, Kardamon, köcheln lassen. Salz, Pfeffer
Zum Schluss gebe ich Quittengelee und ein wenig Pflaumenmus dazu - schmecke ab. Das muss über Nacht ziehen und am nächsten Tag aufgekocht werden, dann hat es Geschmack.