Abstrich ß- hämolysierende Streptokokken und Gonokokken (Tripper) ?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von sabriina 08.11.10 - 14:53 Uhr

Hallo ihr lieben#winke

Habe heute beim arzt ein merkblatt bekommen wegen den oben genannten Abstrichen...

Lässt ihr die machen ?

Die gehören nicht zu den kassenleistungen und würden mich je 22,67 € kosten.

Nun frage ich mich halt ob die dringend notwendig sind...

Auf dem Zettel steht:

STreptokokken:

Für Erwachsense ist der Keim NICHT krankheitserregend...aber für Neugeborene (nur in 4% der "angesteckten" Kinder) sehr bedrohlich, da es zu einer Blutvergiftung führen kann.

Gonokokken=Tripper:

-Die Tücke liegt darin...das 50% der frauen symptomlos sind!
-Abstrich ist allerdings nicht 100% sicher.
-Das Kind kann den Keim unter der geburt und es kann zur Binde-Hornhautentzündung kommen
Folge: es KANN zu einer Erblindung führen.


Wie steht ihr zu den Abstrichen?
WIe habt ihr euch entschieden oder würdet ihr euch entscheiden?

Über eure Erfahrungen/Antworten wäre ich euch sehr dankbar :)

Liebe Grüße

Beitrag von nsd 08.11.10 - 16:41 Uhr

Hi!
Zu den Streptokokken kann ich jetzt nichts sagen, aber zu den gonokokken.

Bei der Hebammensprechstunde im KH wurde dazu gesagt.

Wenn Frauen regelmäßig zur Vorsorge gehen, dann wäre meist bekannt ob sie Gonokokken hat. Die Krankheit wäre heutzutage in unseren Breiten sehr selten und war mehr im letzten Jahrhundert häufiger. Die Krankheit käme meist bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern vor.

Dieser Abstrich steht in Beziehung zu der Silber-Nitrat-Lösung, die man dem Baby nach der vaginalen Geburt dem Kind in die Augen tropft. Dieses Silber-Nitrat war bis 1992 pflicht in Deutschland. Mittlerweile gibts es Bundesländer die geben diese Lösung nur auf ausdrücklichen Wunsch und ohne vorherige Aufklärung. Andere Bundesländer müssen zumindest vorher aufklären und die Eltern expliziet bestätigen oder ablehnen lassen. Eine Nebenwirkung der Silber-Nitrat-Lösung ist, neben der Tatsache, dass sie ziemlich brennen soll in den Augen, dass es eine Bindehautentzündung entstehen kann.

Möglichkeiten:
- Man gibt die Lösung nicht --> Wenn die Mutter keinen Gonokokken hat, dann ist alles in Ordnung, wenn nicht, dann erkennt man die Krankheit in den ersten Lebenstagen (und die Anzeichen sind nicht zu übersehen) und wird mit Antibiotika behandelt

- Man gibt die Lösung --> Es brennt dem Kind in den Augen und es kommt zu keinen Nebenwirkungen (wenn du Gonokokken hast, dann gibt es keine Erkrankungen, wenn du keinen Gonokokken hast, dann hat das Kind nur Schmerzen)

- Man gibt die Lösung --> Es brennt und dein Kind kann auch eine Bindehautentzündung bekommen, die mit Antibiotika behandelt wird (genau wie wenn du die Lösung nicht geben lässt und du hättest Gonokokken)

In der Hinsicht würde ich den Abstrich machen lassen, um ganz sicher zu sein. Mir wurde er bis jetzt nicht angeboten (habe erst seit ca. 1 Woche die Info darüber). Wir haben uns trotzdem gegen Silber-Nitrat entschiede, da die Krankheit selten ist, ich regelmäßig zur Vorsorge gehe, ich keine wechselnde Partner habe und falls was wäre sowieso mit Antibiotika behandelt. Warum dem Kind unnötig Schmerzen leiden lassen, wenige Minuten nach der Geburt, wenn die Wahrscheinlichkeit für die Krankheit so gering ist. Sie meinten auch, dass wenn man die Krankheit gleich behandelt auch eine Erblindung unwahrscheinlich wäre). Wir arbeiten in einer Chemie-Firma. Auf der Flasche von Silber-Nitrat steht: Schutzbrille und Handschuhe anziehen, die Chemikalie ist brandfördernd, ätzend und umweltschädlich und sowas gebe ich niemanden ins Auge, auch nicht verdünnt, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

Ich würde die 20€ ausgeben für die Gewissheit.

Beitrag von sabriina 08.11.10 - 16:47 Uhr

dankeschön für deine Antwort...

Silbernitrat augentropfen werde ich meinem kind definitiv nicht geben...Muss ja nicht sein :/ vielen Dank für deine genaue Beschreibung! :-)

Da ich auch keine wechselnden Partner und ebenfalls regelmäßig zu den Vorsorgen gehe denke ich ist es auch unwarscheinlich...

aber mein Mann meinte schon lieber testen und sicher ist sicher. :-)

Beitrag von dufie 08.11.10 - 21:28 Uhr

Also ich kann dir wegen den ß-Streptokokken etwas sagen...
Meine Schwägerin hat am 20.10.10 ein Mädchen endbunden.
Alles ganz normal, morgens ist die Fruchtblase geplatzt, Geburt von 13 h und abends war die kleine Maus da. Die Untersuchungen waren alle unauffällig, sie ist wohl per Saugglocke gekommen,weil sie ein Sternengucker war.
So und meine Schwägerin muss wohl diese ß-Streptokokken gehabt haben, hat aber sowieso wegen dem Blaasensprung vorsorglich antibiotika bekommen,
Naja auf jeden Fall hat sich die kleine angesteckt und eine Blutvergiftung und eine Hirnhautenzündung bekommen.
Es ist erst 2 Tage später aufgefallen,als mein Bruder die kleine nachts wickeln wollte und sie krampfte und aufhörte zu atmen.- wenn er nicht aufgestanden wäre,dann wäre die kleine nicht mehr#schock

Du musst wissen ob du es testen lässt oder nicht.
Ich werde selber hoffentlich in 2 Wochen Mama und ich habe mich auch testen lassen, aber...
ich habe auch meine Beleghebi dazu befragt, sie sagt, das ca. 90% der Frauen alle ß-Streptokokken positiv sind und dann wird auch nur vorsorglich Antibiotika gegeben, aber auch das hat meine Schwägerin ja sowieso bekommen. Wie du siehst keine Garantie.
Ich habe es trotzdem testen lassen um einfach beruhigt zu sein!

Hoffe,ich konnte dir ein wenig helfen!


LG
dufie ET-12

Beitrag von funinge 08.11.10 - 21:44 Uhr

Über Gonokokken wurde ich in meinen bisherigen drei Schwangerschaften nicht aufgeklärt, denke aber auch, dass das wohl kaum vorkommt.

Zu den Streptokokken kann ich sagen, dass ich bei den beiden ersten Kindern negativ war, aber beim dritten positiv. Dass mit den 90% und dass immer vorsorglich Antibiotika gegeben wird, kann ich definitv nicht bestätigen. Bei mir wurde unter der Geburt, wegen des positiven Befundes, zweimal Antibitioka gegeben und meine kleine Maus hat nichts bekommen. Allerdings werden die Kinder von Strepto-positiven Mamas 48h nach der Geburt besonders überwacht. Das ist wohl der kritischste Zeitraum. Ich wurde bei der Entlassung aber noch darauf hingewiesen, dass eine Infektion (trotz Antibiotika, wenn auch sehr unwahrscheinlich) auch noch 2-3 Monate später auftreten könnte. Mit Streptokokken ist wohl nicht zu spaßen. Ich würde dir diesen Test auf jeden Fall empfehlen.

LG, funinge mit zwei Jungs, 1 Mädel und #ei (8+5)