Kind verändert sich

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von nina8282 08.11.10 - 15:28 Uhr

Hallo
ich lebe nun seit über 4 Jahren von meinem Ex Mann getrennt. Wir haben ein gemeinsames Kind welches der Kindesvater alle 14 Tage für ein WE zu sich, seiner Lebensgefährtin das gemeinsame Kind und das Kind welches sie mit in die Bindung gebracht hat, verbringt.

Ich weiss nicht ob es eine Rolle spielt in welchem Umfeld das Kind aufwachst aber ich glaube, dass sich das Kind verändert. Es wurde eingeschult und wirkt unkonzentriert. Die Hausaufgaben werden mit 50 Unterbrechungen und Ablenkmanoever nur mässig abgeschlossen. Wichtig ist dem kleinen nur, dass er die hippsten Klamotten trägt (mit 6 Jahren!!), dass er die Spielsachen bekommt die er sich wünscht, denn wenn nicht bin ich die GEMEINSTE MAMA und von Selbstständigkeit kann erst garnicht die Rede sein. Er hat im Haushalt auch seine Aufgaben. Sein Zi. z.B sollte zumindest von ihm selbst sauber gehalten werden. Klinisch rein wird das nie, ist mir bewusst. Aber, dem kommt er nur an besonderen Tagen nach. Z.B WENN MAN IHM ETWAS KAUFT!

Im Falle das man ihm was kauft und das Spielzeug ist nicht wie erwartet ist der Käufer ja eh schuld, WARUM HAST DU DAS GEKAUFT? ES IST DEINE SCHULD! Undankbar ist er auch noch.

Stur ist er. Man kann ihm die Dinge 20 mal sagen, es bleibt nichts hängen. Ob es die Buchstaben in der Schule sind oder die Reihenfolge Morgens bevor er zur Schule geht, sprich, Frühstück, Badezimmer sich waschen anziehen..
Nichts geschieht von all dem. Er kann eine halbe stunde stur auf dem Boden sitzen und bewegt sich nicht. Denn, JA ICH BIN SCHULD ich soll ihm nochmal sagen was er zu tun hat. Wiederhole ich mich, redet er dazwishen und mal wieder weiss er nicht was er tun soll!

Türe zu knallen oder wie wild durch das Haus rennen und nicht darauf hören wenn ich sage, dass er leiser sein soll oder nicht rennen soll. Da werden die Ohren zugehalten und einfach weiter gemacht, es gibt sogar mehr Antrieb.

Kommt er von seinem Vater heim höre ich hier erstmal welche Spielsachen ihm versprochen worden sind und unmittelbar nach Ankunft ertönt sein Lieblingssatz MIR IST LANGWEILIG..
Ihm ist immer langweilig wenn er nicht 24 Stunden beschäftigt wird. Ich sehe es nicht ein ihm alle Konsolen der Welt zu kaufen, lieber sitze ich mit ihm zus. und spiele ein Spiel, schauen einen schönen Film oder ich lese ihm was vor oder wir gehen gemeinsam raus.

EInmal hat er mich so weit gebracht, dass mir die Hand ausgerutscht ist. Meine Entschuldigung folgte. Aber, vergessen kann ich es mir nicht. Er mir auch nicht. Er hält es mir vor. Und, wenn ich ihm die Trinkflasche, von der ich ausgehe er kann sie sich auch mal alleine in den Ranzen stecken, nicht in den Ranzen packe, heisst es, ich wolle das er sterbe denn er würde dann verdursten. Einmal wollte er sie partou nicht einpacken und befahl es mir. Ich bat ihn, es selbst einzupacken. FAzit er ging Nachmittag ohne Flasche in die Schule und den ganzen WEg dahin war ich die böse Mutter und mit der Miene ging er auch in den Hof der Schule was mich wieder nachdenklich werden lässt.

Es gibt kaum mehr schöne Tage wenn er sich so verhält und langsam ist es mir eine Last. Ständig hab ich auch das Gefühl er hat Verlustsängste. Nähert sich mir ein anderes Kind stellt er meine Liebe in Frage und sagt DU MAGST MICH NICHT MEHR DANN GEHE ICH EBEN

er hat auch oft geäussert, dass er für immer geht.. Aus dem nichst heraus.. Was läuft nur falsch?

Auch wenn BEsuch bekommt verhält er sich immer öfter negativ oder unsympatisch. Kein Hallo kommt über seine LIppen und das Gesicht wird verzogen. Vor ein paar Monaten war das noch nicht so ich habe das GEfühl er wird immer extremer in seinem Verhalten.

Beitrag von starshine 08.11.10 - 15:44 Uhr

Ich verstehe jetzt nicht ganz, was das mit dem Vater zu tun hat? Oder war das nur zur Einschaetzung? Ihr seid ja schon seit 4 Jahren getrennt, also warum sollte es erst jetzt "durchschlagen"...

So ein Verhalten kann auf vieles hindeuten - von der Trotzphase bis hin zu ADHS. Allerdings laesst sich damit nicht alles erklaeren. Er probiert sicherlich seine Grenzen aus und die solltest Du ihm auch ganz klar setzen. Es gibt ein gutes Buch dazu: "Kinder wollen Grenzen" (kannst Du sicherlich googeln).

Also irgendwie sehe ich den Thread eher im Forum "Erziehung" als hier, denn ich kann nicht nachvollziehen, wie der Zustand "allein erziehend" damit in Zusammenhang steht, denn Ihr seid ja schon so lange auseinander.

Beitrag von lichtchen67 08.11.10 - 15:53 Uhr

Was hat das jetzt damit zu tun, dass Dein Sohn alle 14 Tage bei seinem Vater ist #kratz?

Ich habe das Gefühl, dass Eure Rollen irgendwie nicht klar sind, Dein sohn ist 6 Jahre alt. Er ist ein Kind. Du erwartest von ihm das Verhalten und die Einsicht eines Erwachsenen... Du selber verhälst Dich dagegen sehr kindisch.

Da läuft einiges schief bei Euch... wie wäre es mal mit einer Erziehungsberatung oder sowas? Bevor das noch mehr aus dem Ruder läuft....

Lichtchen

Beitrag von janamausi 08.11.10 - 16:24 Uhr

Hallo,

ich schließ mich den Vorschreiberinnen an.

Für mich hört es sich auch ein bißchen so an, als ob Du/ihr versäumt habt, eurem Kind Regeln beizubringen.

Meine Tochter hat von Anfang an gelernt, dass, wenn man etwas gespielt hat, man es danach auch wegräumt. Das macht sie auch oft, aber oft auch nicht. Dann sag ich ihr es und dann macht sie es mehr oder weniger gern auch. Aber ich erwarte nicht von einem 6jährigen Kind, dass es das Zimmer selber sauber hält und es nie Probleme gibt.

Ebenso mit den Aufgaben früh. Seit dem meine Tochter in den Kiga kam, gibt es immer den gleichen Ablauf. Aufstehen, Frühstücken, Anziehen und Waschen. Somit weiß wie genau wie der Ablauf ist und frägt nicht was sie jetzt machen soll. Würde sie fragen was sie jetzt machen soll, würde ich es ihr wohl auch nicht erklären (weil sie es genau weiß und das dann wohl ein Machtspiel ist) sondern ihr sagen, dass sie genau weiß was zu machen ist weil sie es schon immer so macht. Warum erklärst Du es deinem Sohn noch mal? Denkst Du er weiß nicht was zu machen ist?

Bei der Trinkflasche würde ich auch zu einem ganz klaren Ablauf raten. Entweder packst Du sie immer in die Schultasche oder nie. Wenn Du möchtest, dass er sie immer in die Schultasche packt, dann erkläre es ihm warum Du es möchtest und vereinbart, dass er ab sofort seine Flasche einpackt. Wenn Du es einfach nicht machst, könnte bei deinem Sohn die Frage aufkommen, warum es Mama nicht mehr macht und ob Mama ihn nicht mehr so lieb hat weil sie es nicht mehr macht.

LG janamausi

Beitrag von stormkite 08.11.10 - 17:15 Uhr

Wenn ich deinen Bericht so lese, frage ich mich ob du wirklich von einem sechsjährigen Grundschulkind erzählst, oder von einem 16-jährigem Teenager.

Deine Erwartungshaltungen an einen Erstklässler sind sehr hoch:

"Die Hausaufgaben werden mit 50 Unterbrechungen und Ablenkmanoever nur mässig abgeschlossen." === ziemlich normal für ein i-Dötzchen.

"Sein Zi. z.B sollte zumindest von ihm selbst sauber gehalten werden. Klinisch rein wird das nie, ist mir bewusst." === Das schafft meine Tochter seit etwa einem halben Jahr - und die ist jetzt 13. Mein Sohn ist 15, und kriegt es nicht auf die Reihe.

"Und, wenn ich ihm die Trinkflasche, von der ich ausgehe er kann sie sich auch mal alleine in den Ranzen stecken," === daran muss er noch nicht alleine denken, meine Kinder haben mit etwa 9-11 J Jahren langsam gelernt, sich selber um Getränk und Brotzeit zu kümmern. Selber einstecken sollte er können, aber wenn ihm die Einschulung eh schon zu schaffen macht, würde ich das für die nächsten Monate stillschweigend machen, bis er sich wirklich eingelebt hat.

"es bleibt nichts hängen. Ob es die Buchstaben in der Schule" === könnte ein Anzeichen für eine Legasthenie sein, oder eine Aufmerksamkeitsstörung. Möglicherweise zu viel Input, der nicht mehr sortiert wird.

"die Reihenfolge Morgens bevor er zur Schule geht, sprich, Frühstück, Badezimmer sich waschen anziehen." === Ist er überfordert? Zu früh eingeschult? Oder ist das seine Weise sich zu Verweigern? Fühlt er sisch unwohl in der Schule? Hat er Angst?

"Er kann eine halbe stunde stur auf dem Boden sitzen und bewegt sich nicht. " === Was machst du dann? Ich würde das Kind im Pyjama zur Schule bringen, mit dem Frühstück in der Tupperdose und den Klamotten in der Tüte. Das hilft in der Regel hervorragend.

"Spielsachen bekommt die er sich wünscht, denn wenn nicht bin ich die GEMEINSTE MAMA" === hm, ich hab meinen Beiden dann immer gesagt, das sie nun mal Pech gehabt hätten und sie nun halt eine ganz gemeine Mutter abbekommen hätten.

"ertönt sein Lieblingssatz MIR IST LANGWEILIG." === die haben alle Kinder zweitweilig, aus der Langeweile entstehen die besten Spielansätze.

"Ständig hab ich auch das Gefühl er hat Verlustsängste. Nähert sich mir ein anderes Kind stellt er meine Liebe in Frage" === zu hohe anforderungen, die er nicht erfüllen kann - kriegt er darum möglicherweise keine Liebe? Braucht er darum "Markenklamotten" und "neue Spielsachen gekauft", damit er das Gefühl hat, er ist etwas "WERT" für dich?

"DU MAGST MICH NICHT MEHR DANN GEHE ICH EBEN" === wie zeigst du ihm, das er geliebt wird - mit seinen Fehlern, unzulänglichkeiten, schlechten Launen, mangelhaften Buchstaben? Reicht das?

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Was immer bei euch nicht passt - ihr braucht ein wenig Unterstützung, damit ihr das gegenseitige "Ich kann nicht mehr mit dir" wieder auflösen könnt. Es klingt nach einer Überforderung des Kindes, und offenbar läuft ein heftiger Machtkampf zwischen euch.

Gruß, Kite





Beitrag von manavgat 08.11.10 - 21:13 Uhr

Ich denke nicht, dass das Verhalten Deines Sohnes etwas mit dem KV zu tun hat. Du erscheinst mir nicht zu wissen, wie man ein Kind erzieht.

Mein Rat: zur Erziehungsberatungsstelle.

Gruß

Manavgat

Beitrag von redrose123 09.11.10 - 04:54 Uhr

Bekommt er denn dann auch was wenn er nicht aufräumt? Ich denke das liegt daran das man nicht konsequent ist;-) Nicht da wo und wie er aufwächst;-) Er bekommt dann was wenn du es für richtig hälst gemein sind viele Eltern weil sie nicht nachgeben, das ist eben so :-P Ich denke das du meinst du musst was gut machen, und alles persönlich nimmst, böse mama oder gemeine Mama. Sagen viele Kinder im Frust ob nun scheidungskinder oder keine....Lerne nein zu sagen, und verscuh mal ein Punktesystem aus,

Beitrag von jollymax 10.11.10 - 11:53 Uhr

Hallo,

wenn ich deinen Bericht lese werde ich ganz, ganz traurig, weil mir dein Sohn, obwohl ich ihn nicht kenne, sehr leid tut. In meinen Augen verhält sich dein Sohn, wie ein 6-Jähriges Kind, das gerade eine schwierige Zeit durchmacht und deshalb rebelliert. Dein eigenes Verhalten dagegen finde ich um vorsichtig zu bleiben mehr als bescheiden und sehr strak verbesserungswürdig. Du bist die Erwachsene und solltest das deinem Sohn vorleben. Erziehen heißt weder schreien, natürlich auch nicht schlagen, Erziehen heißt für mich Vorleben. Und wenn ich sehe, was du deinem Sohn vorlebst, dann macht es mich sehr traurig und das Verhalten deines Sohnes ist in meinen Augen die logische Konsequenz davon.

Warum schenkst du ihm nicht die Liebe, die er braucht. Schau doch einfach mal in ein Buch von Jesper Jul oder in das Buch "In Liebe wachsen", oder in ein anderes gutes Buch, das beschreibt, wie man mit Liebe erziehen kann.

Was ist denn so schlimm daran seinem 6-jährigen Kind eine Flasche einzupacken? Ich mache das sehr gerne. Zuvor überlege ich mir, mit welchem Tee ich ihm eine Freude machen kann. Diesen Tee koche ich mit viel Liebe, noch während er schläft (heute bin ich deshalb um halb fünf aufgestanden) und im Anschluß packe ich ihm den Tee in den Rucksack für den Wald. Mein Sohn ist erst 5 Jahre und hat einmal in der Woche einen Waldtag. Aber ich bin mir sicher, dass ich ihm nächstes Jahr, wenn er in die Schule geht, immer noch genauso gerne und mit Liebe seine Brotzeit zubereiten und gemeinsam mit seinem Getränk in die Schultasche stecken werde.

Schenke deinem Sohn täglich Liebe in Gedanken, in kleinen Gesten und in
Worten. Denke an den Spruch - Erziehen heißt Vorleben. Wenn du das beherzigst, dann wirst du feststellen, dass euer Zusammenleben von Tag zu Tag schöner und erfüllter wird.

Viel Erfolg dabei und viele Grüße
Jollymax