Mein Ängste einfach mal hingeschrieben

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von zamzi 09.11.10 - 08:58 Uhr

Hallo!
Ich habe keine ahnung ob ich hier Richtig bin?! Aber irgendwie schon. Mein Herz ist gebrochen. Ich habe vor fast 2 Jahren meinen großen Bruder an einem Zuckerschock verloren.

wer bin ich denn noch? Nicht mehr die kleine Schwester. Den "Titel" hat er einfach mit in den Tod genommen. Seit 1 1/2 Jahren bin ich nicht mehr ich selber. Ich bin gesundheitlich nicht mehr ich selber. Ich bin nur noch krank. Nicht mit Schnupfen oder so.
Nicht nur mein Herz ist gebrochen sondern auch mein Körper. Seit 15 Jahren bin ich mit meinem Mann zusammen. Wir haben 2 wundervolle Kinder. aber ich bin nicht mehr ich. Mir gehts es seit 7 wochen vom Magen her schlecht. Hatte schon alle Untersuchungen (Blutabnahme, Magenspieglung). Bis jetzt hat keiner was gefunden.
Ich muss dazu sagen das ich viel Streß auf Arbeit habe. Die mobben mich da schon ganz schön. Ich bin in einer Sozialstation im Büro als sekräterin (wie sie mich immer bezeichnen) angestellt. Zur Zeit haben sie mich ganz schön auf dem Plan.
Klar war ich dieses Jahr schon oft krank. aber ich bin ja nicht faul krank. 6 Wochen habe ich meinen "Tennisarm" auskuriert. Hätte bestimmt nicht so lange gedauert wenn DIE mich früher hätten zum arzt gehen lassen. Immer wieder die Bitten von DENEN: geh nicht zu Arzt. Du siehst ja selber wie streßig es im Moment ist. Wir brauchen Dich hier im Büro so sehr..... Blablabla. Als es dann nicht mehr ging, war ich 6 Wochen zu Hause mit dem arm. Und als ich wieder da war...... hatte ich ein Rückkehrgespräch mit den beiden (sind Frauen!). warum ich soooo lange krank war? Ob ich Probleme zu Hause habe (mit meinem Mann oder meinen Eltern = wir haben ein super tollen Verhältniss!!). Sie haben auch viele Fehler gefunden in den 6 Wochen.
Und so geht das immer. Ich schleppe mich manchen Tag echt zur Arbeit, weil es mir gesundheitlich nicht gut geht und dann sowas. Ich kann mich leider dagegen auch nicht durchsetzen und das wissen die glaube ich auch.
Mir macht das arbeiten ansonsten echt Spaß. nette Kollegen aber die beiden sind echt der Hammer. Ein kleiner Fehler und man ist da Programm. Mein Mann sagt immer lass es an Dir abperlen, hör doch da nicht hin, die suchen einen Sündenbock für den ihre Schlechte Laune. Aber zur Zeit kann ich einfach nicht mehr.

Vor zwei Abenden habe ich in der Küche am Fenstern gesessen und nur geheult. So wie jetzt auch.

Ich kann einfach nicht mehr. Und ich möchte so auch nicht mehr!
Wo soll das noch hinführen? Davor habe ich ANGST! Echt Angst! Ich mache eine Therapie bei einer Psychologin. Aber zur Zeit????

Ich danke alles die bis hier gelesen haben.

Ein traurige und verzweifelte kleine Schwester

Eine #kerze für meinen Uwe
Ich vermisse Dich so sehr.

Beitrag von pechawa 09.11.10 - 12:45 Uhr

Hallo,

ich glaube, dein Kernproblem ist der unverarbeitete Tod deines großen Bruders. Hast du dir mal überlegt, in eine Trauergruppe reinzugehen und mit Menschen zu sprechen, denen Ähnliches geschehen ist, die auch einen lieben Menschen verloren haben? Oft ist es so, dass unverarbeitete Dinge im Kopf sich auf den Körper auswirken und das noch gepaart mit mobbing...... :-(
Und das hier ist ein wunderschöner Roman, der hilft dir, den Tod deines Bruders zu verarbeiten
"Engel in meinem Haar" von Lorna Byrne
http://www.amazon.de/Engel-meinem-Haar-Geschichte-Mystikerin/dp/3424630004/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1289302944&sr=8-2
Du könntest dir eine neue Arbeit suchen, aber: es gibt überall Menschen, die sich einen als Sündenbock suchen und solange du das zulässt, wird dir das immer passieren! Du schreibst ja, dass die anderen Kollegen nett sind. Befreunde dich doch mit einer anderen Kollegin etwas enger, dann geht ihr zusammen in die Pausen. Das stärkt und schreckt die beiden anderen ab, denn nun hast du ja "Schützenhilfe" ;-)
Ich wünsche dir alles Liebe #liebdrueck

Pechawa

Beitrag von zamzi 09.11.10 - 21:38 Uhr

Vielen dank für die lieben Worte!
Zamzi

Beitrag von francie_und_marc 09.11.10 - 12:52 Uhr

Liebe Zamzi!

Ich nehme dich jetzt einfach ganz frech in den Arm und drücke dich. #liebdrueck Ich weiß wie es ist gemobbt zu werden und durch was man da durchgeht. Da man nunmal mehr Zeit auf Arbeit verbringt als anderswo ist das Klima dort ganz entscheidend für das Leben.
Für mich hört es sich so an als ob du ausgebrannt wärst und am Ende deiner Kräfte. Der Tod deines Bruders, die Arbeit und zuhause hat man auch immer genügend Böcke zu melken. Da es auf Arbeit ja nicht schlimmer werden kann, würde ich an deiner Stelle eine Kur beantragen. Es gibt sogar spezielle Trauerkuren, wo du noch einmal alles aufarbeiten kannst. Vielleicht gibt dir das die nötige Kraft dich diesen dummen Hühnern entgegenzustellen.

Liebe Grüße Franca mit Marc an der Hand und Marten still geboren 21.SSW am 19.09.2010 tief im #herzlich

Beitrag von zamzi 09.11.10 - 21:39 Uhr

Vielen Dank für die lieben Worte
zamzi

Beitrag von coronacora 09.11.10 - 13:18 Uhr

Hallo,

hast du schon mal an Burn out gedacht? Oft fängt es mit unerklärlichen Bauchschmerzen an...

Wenn dir alles zuviel ist, dann erzähle das alles deinem Arzt. Psychloge ist eine gute Idee. Eventuell eine Kur?

Alles Gute,

cora

Beitrag von sina236 09.11.10 - 21:26 Uhr

ich denke, mit deinem "wer bin ich denn jetzt noch" hast du ganz gut einen teil des problemes beschrieben! aus irgendeinem grund hast du dich ein wenig zu sehr mit deinem bruder identifiziert. so sehr, dass du nun den sinn nicht mehr siehst, du selbst zu sein. dieses verhältnis zu dir selber ist nicht gesund. kein mensch sollte nur "etwas sein", wenn ein zweiter dazu gehört. jeder ist wer, ganz für sich. da dir da mit dem tod deines bruders ein teil deiner selbst abhanden gekommen ist, denke ich, du solltest über eine therapie nachdenken. fass das nicht als beleidigung auf. nicht schwache menschen gehen in eine therapie, sondern die, die begriffen haben, dass es manchmal ohne hilfe von aussen einfach nicht gehen will. auch der zweite teil deines problems hängt eng damit zusammen. du hast kaum selbstwertgefühl. der selbe auslöser! hättest du welches, würdest du den 2 "netten" damen mal gehörig auf die füsse steigen, was sie eigentlich wollen. solche menschen spüren ganz genau, wer schwach auf der brust ist und das nutzen die dann aus und zwar immer wieder. du bist und bleibst auf ihrer abschussliste. beim nächsten mal nimmst du deinen mut mal zusammen und fragst sie, wenn sie dich mal wieder "anscheissen", von welcher ihrer eigenen unzulänglichkeiten sie eigentlich ablenken wollen, dass sie dauernd auf dir rumhacken müssen. so ist es nämlich meist. ich bin sicher, die lassen schnell von dir ab, wenn du erst mal wehrhaft bist. aber bis es so weit ist, informier dich mal. wenn du keine ahnung hast, wie du es anstellen sollst, dann google mal nach der psychologischen notfallambulanz deiner stadt und geh ganz spontan wenns mal wieder gar nicht geht dort hin. dort ist ausgebildetes personal. die werden dir zu hören, ganz allein dir. und dann wird man dir auch vorschlagen, was und wie am besten für dich ist. und auch, zu wem du gehen kannst. dann bekommst du recht kurzfristig einen termin. wenn du selber rum telefonierst, hast du wahrscheinlich halbjährige wartezeiten. ich wünsch dir den mut, dass du dir helfen lässt. der tod deines bruders ist nicht das ende der welt, er kann ein neuer anfang sein. für eine neue udn stärkere persönlichkeit in dir und nicht für die ewige kleine schwester.

alles liebe von sina