Ab wann spielen Grundschüler allein draußen?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von celini13 09.11.10 - 13:26 Uhr

Hallo ihr Lieben,

seit einer Weile beschäftige ich mich mit der Frage, wann denn so langsam das Alter kommt, dass meine Tochter nun auch gerne mal allein was drau0en unternimmt. Sie ist momentan 6 (wird im Jan. 7), kam im Sommer in die Schule und zeigt irgendwie gar kein Interesse daran sich selber mit Freunden zu verabreden oder alleine zum Spielplatz zu gehen. Wir wohnen eigentlich in einer sehr ruhigen Wohngegend mit vielen Gärten, kleinen Wäldchen und Feldern rundherum. Auch einen Spielplatz gibt es: also ideale Voraussetzungen für Kinder zum Stromern gehen. Nun ist es aber immer so, dass wenn eine Freundin kommt, sie immer hier im Haus bleiben und maximal in den Garten gehen. Auf der Straße wohnt auch ein Freund, den sie im Sommer gern besucht hat. ABER ich musste sie hinbringen (oder der Junge holte sie ab). Ihre beste Freundin wohnt leider etwas entfernt (in der Stadt, wir wohnen außerhalb), so dass mit ihr nur ein Treffen möglich ist, wenn wir Eltern das Bringen und Holen arrangieren. Aber hier auf der Straße gibt es ja auch andere und auch neu zugezogene Kinder, die ja praktisch immer verfügbar wären, wenn sich meine Große denn mal trauen würde allein raus zu gehen. Wenn ich immer dabei bin (so wie sie sich das wünscht), dann wird das ja auch nix mit neuen Freundschaften knüpfen.
In der Schule hat sie mit sehr vielen Kindern Kontakt, spielt viel mit verschiedenen Kindern und ist dort sehr fröhlich und ausgelassen. Ab 16.00 Uhr sind wir dann zu Hause und da ist sie meist allein. Andere Kinder in der Freizeit trifft sie also maximal am Wochenende. Aus meiner Kindheit kenne ich das nicht so. Ich habe bloß meinen Ranzen heim gebracht und weg war ich bis zum Abendbrot. Ihre Häuslichkeit irritiert mich etwas.

Wie war das bei euren Kindern? Kennt das jemand auch so? Habt ihr euch eingemischt oder einfach machen lassen?

Vielen Dank schon mal für die Antworten

Beitrag von simone_2403 09.11.10 - 13:45 Uhr

Hallo

Ich hab meine machen lassen ;-) Marcel war ein Stromer so wie von dir beschrieben,Ranze ins Eck und ab.Was hab ich für Diskussionen geführ erst Hausaufgabe dann weg #rofl#augen Isabelle hingegen war da anders.Sie hat eigentlich erst letztes Jahr richtig damit angefangen.Leon fährt seinem Bruder nach...er ist mit seinen 6 Jahren schon ehr der Typ Stromer #schein

lg

Beitrag von engelchen28 09.11.10 - 13:55 Uhr

hallo!
wenn sie bis 16 uhr in der schule / hort ist, vielleicht ist ihr einfach nicht mehr nach verabredungen / spielen...! so ein schultag ist anstrengend, vielleicht genießt sie ihre ruhe danach?
falls sie gerne mehr kontakte hätte, würde ich ihr helfen, diese zu knüpfen (z.b. klingeln & fragen gehen bei nachbarskindern), mich dann aber langsam zurückziehen. vielleicht fehlt einfach noch der mut zum ersten schritt, gerade bei frisch zugezogenen.
"ranzen heimgebracht und weg bis zum abendbrot" gäb's bei uns allerdings nicht. wir essen zusammen, dann ist mittagspause, dann hausaufgaben, dann nachmittagsplanung. in ausnahmefällen auch mal andersherum.
lg
julia

Beitrag von celini13 09.11.10 - 14:06 Uhr

Hihi - Das "ranzen heimgebracht und weg bis zum abendbrot" ging bei mir super, da meine Mutter (alleinerziehend) bis Abend auf Arbeit war. Mittagessen gab´s ja immer in der Schule.

Wahrscheinlich will sie wirklich einfach nur "abhängen" am Abend. Meistens malt sie halt oder schreibt und rechnet und zeigt uns stolz ihre Werke. Deshalb kam mir auch der Gedanke, ob etwas Ausgleich, der nicht mit stillsitzen zu tun hat, ihr gut tun würde. Wenigstens geht sie einmal in der Woche zum Turnen. Wir gehen ja auch zusammen viel raus, aber da ist sie immer unter Aufsicht. Ich würde ihr gern mehr "Freiheit" gönnen. Aber vielleicht ist sie auch wirklich nicht der Typ dafür..

Beitrag von paula74 09.11.10 - 14:28 Uhr

Hallo
Wenn es nach meiner Tochter ginge, dann wäre sie gewiss schon seit mindestens einem halben Jahr alleine draussen unterwegs... Aber sie ist gerade erst 4 geworden und wir wohnen im Dachgeschoss, so dass es noch gar nicht geht!
Wir haben viele kleine Kinder in den Häusern drumrum, aber sie ist die zweitälteste und hat natürlich noch nicht genug Verstand, um alleine draussen zu bleiben. Aber in ein-zwei Jahren sieht das gewiss anders aus!
So sind sie alle unterschiedlich!
LG

Beitrag von celini13 09.11.10 - 14:50 Uhr

Achja, was ich vergaß zu erwähnen: Mit ihrer kleinen Schwester würde sie gerne losgehen, auch mal allein auf den Spielplatz oder so. Aber die Kleine ist erst 3, sie achtet noch keineswegs auf Autos und andere Gefahren und sie hört nicht auf ihre große Schwester. Diese Verantwortung kann ich ihr einfach nicht aufbürden. Die Kleine durfte bisher nur allein mit ihrer Schwester mit bis zu der benachbarten Wiese und aufs benachbarte Feld zum Futter sammeln für die Hasis.
Also kleine Schwester darf noch nicht, somit will die Große auch nicht - blöde Zwickmühle.

Beitrag von 3erclan 09.11.10 - 15:30 Uhr

Hallo meine Kinder sehe ich erst wenn es dunkel ist.Die zeit sind sie draussen mit den Nachbarskinder.
Meine Kinder sind 5 und 8 Jahre alt.
Die große spielt draussen alleine seit sie 5 Jahre alt ist.

lg

Beitrag von h-m 09.11.10 - 15:35 Uhr

Meine Tochter geht allein raus, seit sie etwas über 5 war. Allerdings geht sie nur auf den Hof vor oder die Wiese hinter dem Haus. Also "stromern" würde ich das nicht nennen, ich kann sie eigentlich immer sehen, wenn ich aus dem Fenster schaue, bzw. durch's offene Fenster hören.

Dort spielen dann mehrere Kinder aus der Nachbarschaft, daher hat sie kein Interesse, weiter weg zu gehen.

Meist sind auch 1 oder 2 Mütter (von den kleineren Kindern) mit draußen. Früher war ich dann auch mit, oder hab mich mit den anderen Mamas abgewechselt mit dem Aufpassen.

Meine Tochter ist auch in der Ganztagsbetreuung nach der Schule (bis 16:00 Uhr). Jetzt nach der Uhrenumstellung auf Winterzeit ist es auch deutlich weniger geworden mit dem Spielen auf dem Hof. Es wird einfach so früh schon wieder dunkel. :-(

Beitrag von wort75 10.11.10 - 16:07 Uhr

... kommt sehr darauf an, wie sicher der spielplatz / treffpunkt der kinder ist, wie weit weg, wie sicher der weg dahin, was für andere kinder dort sind.

mein sohn ist vier und zuckelt selber zum spielplatz im hof und auf den hinterm haus. den hof kann ich einsehen, den spielplatz nicht. wir haben alle themen von "nicht mit fremden gehen" etc. durch und wohnen sehr auf dem land. man kennt sich - nicht gerade jeden, aber es hat auch nicht so riesen wohnblöcke oder ähnliches.
ich traue ihm das zu - er hat noch nie über die stränge gehauen, geht nie weiter als bis zu den verabredeten grenzen, nie in wohnungen, fragt immer wenn er bei einem freund klingeln gehen will...

zeiten kann er noch nicht einschätzen - aber ich sammle ihn ein wenn nötig. normalerweise guckt er aber eh alle 30 minuten mal vorbei - und mindestens ebenso häufig geh ich gucken, wenn ich ihn nicht ohnedies höre.

dass was passiert fürchte ich nicht. klar, diese doofe, latente angst, dass irgendwo ein "böser mann" lauert - das haben wir alle... dass ihm beim toben was passiert kann auch sein, wenn ich daneben stehe. wir sind halt auf dem land - zerrissene hosen und verlorene mützen, mist an den schuhen und regenpfützen in den schaufeleimern... das verkrafte ich locker.

ich verstehe dich - ich finde es auch etwas eigenartig, dass dein kind so häuslich ist. meiner kann nichts drin behalten - weder tolle bastelnachmittage noch regen... aber andererseits gibts doch immer die draussen- und die drinnen-kinder. ist wohl charaktersache. was du vielleicht mal durchdenken könntest wäre, ob sie denn weiss, was man draussen machen kann... rutschen und schaukeln ist ja mal ganz okay - aber hast du ihr das andere auch gezeigt? auf bäume klettern, den bach stauen... weiss sie, dass sie das darf? wenn meine ehemaligen schulfreunde mit ihren kindern zu uns kommen, sind die kinder anfangs auch meist gehemmt. sie versuchen, sich nicht schmutzig zu machen. gehen nur auf den wegen und merken gar nicht, dass daneben ein spannender wald, forst oder pfützen sind... und wenn sie mal merken, dass sie einfach dürfen und können und sollen und sich ausleben dürfen, kriegt man sie kaum mehr ins haus... vielleicht liegts ja an so was...

Beitrag von celini13 10.11.10 - 22:16 Uhr

Hm, dein letzter Absatz gibt mir doch etwas zu denken. Sie kennt hier die ganze Gegend, da wir ja auch oft mit den Kindern unterwegs sind. Sie sammelt dann Stöcke und Blätter und Sonstiges, auch Verstecken spielten wir. Aber vielleicht waren wir als Eltern zu wenig kreativ in den letzten Jahren, dass sie nun selbst gar nicht auf die Idee kommt auf Entdeckungstour zu gehen.
Naja, auf Bäume versucht sie schon zu klettern und Dinge aus Holz zu bauen - aber halt allein und bei uns im Garten. Und dort lässt sich schwer Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen.
Wahrscheinlich ist ihr wirklich nicht bewusst, dass sie ruhig kann, wenn sie möchte.
Danke für dein Antwort.

Beitrag von gismomo 11.11.10 - 19:57 Uhr

Hallo,

mein ältester Sohn ist auch ein Kind, welches am liebsten zuhause spielt. Er findet dort auch genug zu tun und ihm ist nie langweilig. Er hasst es, wenn er auf den Spielplatz gehen soll, und langweilt sich dort. Und es liegt definitiv nicht daran, dass er nicht weiß, was er tun KÖNNTE - er WILL nicht!
Wir sind am Wochenende schon immer viel draußen gewesen, meine Kinder haben im Bach Dämme gebaut, haben Käfer und Insekten betrachtet, Blätter und Pflanzen angeguckt, haben "Erforscher" gespielt und waren glücklich dabei - allerdings meckert mein Sohn IMMER bevor wir losgehen dass er lieber zuhause bleiben und dort spielen will.

Mein jüngster Sohn ist ganz anders. Was es manchmal schwierig macht, beiden gerecht zu werden.

Ich hab das einfach akzeptiert, dass er so ist. Ab und zu lade ich ein Kind für ihn ein (von sich aus würde er kaum mal äußern, dass er das möchte, ihm gefällt es dann aber meistens doch wenn jemand da ist, allerdings wirklich nur in Maßen - heißt ein Mal in der Woche). Zwei Mal in der Woche ist er im Chor, mit anderen Kindern, ein Mal zudem im Schwimmclub. Das reicht mir auch völlig aus, er soll doch auch Zeit haben, in Ruhe zuhause zu spielen oder sich mit etwas zu beschäftigen.

Es gibt halt Kinder, die brauchen das Draußensein in der Gruppe nicht so. Das sollte man als Eltern auch respektieren. Und klar besteht die "Gefahr", dass sie keinen Kontakt zu anderen kriegen. Das ist bei meinem Sohn auch so. Er hat zwei, drei Kinder, die ab und an bei ihm zuhause zum Spielen sind. Der Rest seiner Klasse ist als Gruppe draußen, auf dem Spielplatz. Er will nicht. Und ich kann und will ihn nicht dazu zwingen. Er ist glücklich damit, so wie es ist!

Lass deine Tochter ruhig häuslich sein. Wenn sie bis 16.00 Uhr unterwegs ist, hat sie genügend Kontakte gehabt. Gönn ihr die paar Ruhestunden zum Ausgeglichensein! Ich habe als Kind auch viel Zeit für mich gebraucht, und habe trotzdem Freundinnen gehabt, das schließt sich nicht aus.

lg
K.

Beitrag von celini13 12.11.10 - 09:20 Uhr

Danke auch für deinen Post.
Da gibt es doch noch andere Kinder, die auch so häuslich sind...

Beitrag von tineee79 12.11.10 - 17:05 Uhr

Gib ihr nach und nach ihre Freiheiten. Wenn sie dann deine Regeln einhält und z.B. nur bis zu einem bestimmten Punkt z.B. Schaukel oder Straßenschild, etc. geht und nicht weiter, dann kannst du ihren Aktionsradius langsam steigern.

So baut sich Vertrauen auf und dann fällt es dir evtl. auch nicht so schwehr.