Habe Fragen zum Transfer

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von sally14 09.11.10 - 15:04 Uhr

Hallo,
vielleicht kann mir jemand helfen. Habe Fragen zum Transfer:

1) Am wievielten Tage nach der Punktion erfolgt normalerweise der Transfer?

2) Wie groß sind die befruchteten Eizellen dann und wie heißen sie?

3) Wird irgendwie ausgewählt oder einfach genommen?

4) Wann werden die restlichen eingefroren?

5) Mein Arzt sagt, dass es keine Chancen mehr sind, wenn man sie sich mehr teilen lässt, stimmt das?

Vielen Dank!

Viele Grüße
Sally

Beitrag von 35... 09.11.10 - 15:33 Uhr

Also, dann versuche ich mal, deine Fragen zu beantworten, was allerdings nur bedingt geht:

1) Der Transfer kann zwischen dem 2. und dem 5. Tag nach PU erfolgen.

2) Wie groß sie sind kann ich leider nicht sagen. Und sie heißen erst mal Einzeller, nehme ich an... dann teilen sie sich, so Gott will, pro Tag zwei Mal, dann sind sie halt 2-Zeller, 4-Zeller, 8-Zeller, dann nennt man sie am 4. Tag glaub ich Morula und am 5. Tag Blastozyste.

3) Die beiden am Besten entwickelsten werden dann zum Transfer ausgewählt

4) Eingefroren wird hier in Deutschland gleich zu anfang, wenn sie sich befruchtet haben. Man darf hierzulande nur so viele EZ kultivieren (sich weiter entwickeln lassen), wie man auch einsetzt. Das muss man vorher ja festlegen.

5) Da kann dein Arzt durchaus recht haben. Zumindest kann man mit 2-Zellern schwanger werden und mit einem 8-Zeller oder gar einer Blastozyste dann halt doch nicht.

Ich hoffe, ich konnte bisschen was beantworten!

Viele Grüße

Beitrag von sally14 09.11.10 - 15:42 Uhr

ja ganz vielen Dank, mir wurde nicht so viel dazu erklärt, aber ich wundere mich, dass in Bayern und BErlin bis zum 5. Tag eingepflanzt werden darf und in Österreich auch. Das könnte ja bedeuten, dass das mehr Sinn macht. Wieso vertritt mein Arzt bloss die Ansicht, dass das keine größeren Erfolgschancen hat.?
Liebe Grüße
Sally

Beitrag von motmot1410 09.11.10 - 16:31 Uhr

Der große Unterschied zwischen Deutschland und Österreich ist die Embryonenselektion.
In Ö. dürfen alle Eizellen bis Tag 5 kultiviert werden und dann kann man die besten 2 aussuchen. In D. dürfen aber höchsten 3 kultiviert werden und dann kann es gut passieren, dass am Tag 5 garkeine mehr übrig sind. Das heißt dann aber nicht automatisch, dass sie es in der Gebärmutter nicht geschafft hätten.
Wenn (!) es 2 Embryonen bis zum Blasto-Stadium geschafft haben, dann hat man auch höhere SS-Chancen. Aber wie gesagt: Das schaffen längst nicht alle im Labor.

Meine Ärztin hält auch nicht viel von einem Blasto-Transfer. Trotzdem hat die Praxis teilweise höhere SS-Raten, als Praxen mit Blasto-Transfer. Es kommt halt auf viele Faktoren an.

Beitrag von shiningstar 09.11.10 - 15:48 Uhr

1. Der Transfer erfolgt zwei bis fünf Tage nach der Punktion.

2. Nach zwei Tagen hat man 4-Zeller, nach 3 Tagen 8-Zeller, nach 4 Tagen heißen sie Morula und nach 5 Tagen Blasto -am 6. Tag ist die Zellmasse in der Eihülle so groß, dass sie die Eihülle verlässt und sich einnistet, deshalb muss nach 5 Tagen spätestens der TR sein.

3. und 4. Eizellen dürfen nur am 1. Tag nach der Befruchtung -im Vorkernstadium - eingefroren werden, also vor der ersten Zellteilung. Das heißt, es kann keine Auslese stattfinden, diese ist in Deutschland generell verboten.

5. Mein Arzt hält persönlich auch nichts vom Blasto-TR. Er sagte immer, an Tag 3 (8-Zeller) kann man auch gut sehen, ob sie sich gut entwickeln.
Nicht alle Eizellen schaffen es bis zur Blasto. Wenn man das Risiko eingeht, kann es sein, dass es gar nicht zum TR kommt. Aber wenn sie es soweit geschafft haben, ist die Chance auf eine Einnistung höher.