Wunschkaiserschnitt bei Panikattacken?

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Beitrag von melli.87 09.11.10 - 15:16 Uhr

Hallo ihr lieben,
ich habe mal eine Frage. Ich bi mit dem 1. Kind schwanger und bin total hin und her gerissen.
Ich habe ab und zu total Panikattacken und Angstzustände. Ich bin deshalb auch seid kurzem in Psycologischer Behandlung. Ich sehe mich aber im Moment noch nicht in der Lage das Baby natürlich auf die Welt zu bringen und ziehe einen Kaiserschnitt in meiner Situation vor.
Medzinisch wäre es aber nicht notwedig, weil der kleine sich schon gedreht hat.
Welche Möglichkeiten habe ich jetzt, dass ich einen Wuschkaiserschnitt bekomme?
Muss man den selbst bezahlen?
Ich sag jetzt schonmal ganz lieb Danke für eure Antworten

Beitrag von qrupa 09.11.10 - 15:46 Uhr

Hallo

panikattaken sind auf jeden Fall eien Indikation für einen KS, rein formal währe das also kein WKS sondern einer mit medizinischer Indikation. Dafür muß nicht nur was mit dem Baby sein, es "reicht" auch, wenn es der Mutter nicht gut geht.

Beitrag von anyca 09.11.10 - 16:12 Uhr

Wie schon geschrieben, das wäre durchaus eine medizinische Indikation, kein WKS.

Wobei mir der Gedanke an einen KS, wo ich völlig den Ärzten ausgeliefert bin, viel mehr Panik machen würde als eine normale Geburt, wo MEIN Körper Regie führt, aber das ist ja individuell unterschiedlich.

Beitrag von katiebaby2511 09.11.10 - 22:57 Uhr

Hallo anyca:-)

Hattest Du schonmal bzw. hast Du eine Angststörung mit Panikattacken?
Falls nicht, was ich mir für Dich wünsche, dann sind die Gedanken der TE wohl wirklich schwer nachzuvollziehen #liebdrueck
Das versteh ich.

Du schreibst:
*..... Wobei mir der Gedanke an einen KS, wo ich völlig den Ärzten ausgeliefert bin, viel mehr Panik machen würde als eine normale Geburt, wo MEIN Körper Regie führt....*


Bei einer Panikerkrankung ist es eben genau andersherum.

Man selbst/ der eigene Körper führt keine Regie mehr über das eigene Leben, die Krankheit hat die Regie übernommen.
Man fühlt sich der Angst ausgeliefert, die immer dann auftaucht, wenn sie grade Lust dazu hat....

Aus meiner eigenenen Erfahrung mit Panikattacken kann ich Dir dazu sagen:

Bei einer Angststörung oder während einer Panikattacke ist es gerade der eigene Körper bzw. man selbst, auf den man sich nicht (mehr) verlassen kann.
Bei so einer Attacke erscheint einem alles komplett unwirklich, man verliert total den Bezug zur Außenwelt und vor allem versteht man nicht, warum der eigene Körper, der ja irgendwie immer funktioniert hat, plötzlich streikt.

Ich konnte mich irgendwie mein ganzes Leben lang hauptsächlich auf mich selber verlassen. Als ich dann die Angststörung bekam, war dieses Vertrauen in mich selbst urplötzlich weg.
Wo ich ging oder stand, konnte mich jederzeit eine PA "überfallen", bei der ich grundsätzlich dachte, ich müsse sterben. Ich war nirgends vor ihr sicher!
Ich habe regelrecht andere Menschen um mich herum GEBRAUCHT, um mich sicher zu fühlen!

Und darum geht es hier, denke ich. Die Sache mit der Sicherheit und dem fehlenden Vertrauen in sich selbst.

"Zum Glück" traten diese Beschwerden bei mir erst nach meiner Schwangerschaft und Geburt auf.
Ich hatte damals eine natürliche Geburt und war zwar komplett überwältigt und teilweise auch ängstlich, was da noch auf mich zukommen mag, aber ich habe mich nie auch nur eine Sekunde lang unsicher gefühlt.
Ich wusste instinktiv was ich zu tun hatte und vor allem war ich mir sicher, dass ich das schaffe.

Wenn ich damals schon Panikattacken gehabt hätte, sprich wenn ich akut krank gewesen wäre, dann hätte ich definitiv auch einen Kaiserschnitt vorgezogen.
Ich für mich kann behaupten, dass ich während meiner Angststörung niemals daran geglaubt hätte und darauf vertraut hätte, aus eigener Kraft mein Kind auf die Welt zu bringen.
Die Angst vorher und währenddessen hätte mich fertig gemacht!
Das Gefühl, mich nicht auf mich selbst, meinen Instinkt und meine Kraft verlassen zu können, wäre wohl einer natürlichen Geburt im Wege gestanden.

Der Gedanke daran, dass es da ein Team aus erfahrenenen Ärzten gibt, die genau wissen was sie tun, weil sie es schon hunderte Male zuvor getan haben, hätte mir einfach Sicherheit gegeben.

Es hätte sich in dem Moment nicht so angefühlt, als hätte ich die Kontrolle abgegeben, sondern eher so, dass es da einfach Menschen um mich herum gibt, die sich darum kümmern, dass es gut geht.
Und zwar deshalb, weil ich selber mich in diesem Augenblick nicht darum kümmern kann.
Also so hätte ich es zumindest empfunden. (Nur zum Verständnis dafür, wie ein Panikpatient "tickt" ;-))

Ein Patient mit Angststörung empfindet es nicht so, dass er bei einem Kaiserschnitt die Kontrolle abgibt, weil er die Kontrolle über sein komplettes Leben eh schon verloren hat.

Insofern kann ich die TE verstehen.


Ich betone:
Wenn man diese Krankheit hat, dann sucht man verzweifelt nach einem "sicheren" Weg. Und wenn man meint, einen gefunden zu haben, dann wählt man ihn. Punkt.
Und so absurd es klingen mag, ein KS erscheint einem in diesem Fall als ein sehr sicherer Weg.

Ob dieser vermeintlich sichere Weg besser oder schlechter oder riskanter oder geplanter oder schmerzhafter oder was auch immer für Mutter bzw. für das Baby ist, das ist in diesem "Angst-Denken" WIRKLICH zweitrangig!!
Nicht weil man sich keine Gedanken darüber machen würde (im Gegenteil #schmoll), sondern weil diese Krankheit so viel Raum im Leben einnimmt, dass man gar nicht anders kann.


Ich hoffe, das war ein bisschen verständlich erläutert für alle, die die Begriffe "Angststörung" und "Panikattacken" zum Glück nur vom Hören-Sagen kennen :-)


Mir selbst geht es heute wieder gut und falls ich nochmal schwanger werden würde, dann würde ich persönlich eine natürliche Geburt vorziehen. Trotz allem und auch obwohl ich weiß, dass die Ängste wieder kommen können....... Gerade in einer Zeit wie der Schwangerschaft, wo man bis oben hin voll mit Hormonen ist!
Aber ich verstehe und respektiere jeden, der sich anders entscheidet.

Dass beides kein Zuckerschlecken ist, darüber brauchen wir ja nicht zu reden ;-)

Und man darf natürlich nicht vergessen, dass in solchen Fällen immer ein Psychotherapeut zu Rate gezogen werden muss. Das dürfte ja klar sein.

Ach, was mir noch einfällt:
Dass so eine Geburt und das alles unglaubliche Kräfte, Endorphine und sonstwas in einem frei setzt, das mag stimmen.
Und wenn man es aus eigener Kraft schafft, dann gibt einem das sehr viel Selbstvertrauen.
ABER bei Panikpatienten ist, denke ich, die Zeit bis zur Geburt, wo man nachdenken kann und diese irrationalen Ängste entwickeln kann, auch mit eines der größten Probleme.....


Liebe Grüße an Dich
und alles Gute für die TE,
Kathrin

Beitrag von schlumiluma 09.11.10 - 19:21 Uhr

Huhu,

ich habe auch ab und zu Panikattacken! Daher hatte ich vor der 1. Geburt solche Angst, dass ich mich so verkrampft habe...dass es auf einen KS hinauslief. Ich war wahnsinnig erleichtert und fühlte mich irre gut.

Beim 2. Kind war ich gleich auf KS eingestimmt. Nur als es dann soweit war und ich im OP lag und nicht wie beim 1. kaputt von den Wehen war und es richtig mitbekam war mir ganz anders. Mir ist schlecht geworden und ich hab da gelegen und ich fand es furchtbar....

also ist es relativ...ob du mitarbeitest oder nicht...beides macht Angst!
Du schaffst das!

Beitrag von 240600 09.11.10 - 20:20 Uhr

Hallo...

Ich stecke in ähnlicher Situation, nur glaube ich ist mein Zug schon abgefahren.
Laß dir eine Überweisung vom FA geben und sprich es in deiner Wunschklinik an. Bezahlen musst du den KS nicht.

LG un alles Gute #liebdrueck

Beitrag von cori0815 09.11.10 - 20:34 Uhr

hi melli!

Ich denke nicht, dass du unbedingt eine Indikation für einen Wunsch-KS haben musst. Darum heißt es ja "Wunsch"-KS und nicht medizinisch notwendiger KS.

Allerdings sehe ich es so, dass in deinem Fall sehr wohl ein Indikation vorliegt. Denn eine Panikattacke unter der Geburt wäre sicher nicht förderlich. Und wenn du selbst schon diese Sorge hast, wird wohl kaum ein Arzt sich auf das Risiko einlassen.

Ich bin ansonsten wirklich KEIN Freund der Wunsch-KSe, aber in deinem Fall würde ich es durchaus verstehen. Wenn du wirklich glaubst, dass du es nicht schaffen könntest, dann lass einen Wunsch-KS machen.

Aber was wird erst, wenn das Baby da ist? Hast du Unterstützung, die im Notfall einspringen könnte?

Lg
cori

Beitrag von minnie85 09.11.10 - 21:20 Uhr

Hi!

Das ist wohl eine Indikation, allerdings würde ich vorher mit einem Psycholgen sprechen - beim KS bist du schließlich in einer ziemlich panikauslösenden Situation, daher würde ich mir das genau überlegen. Wie wäre es alternativ mit einer Geburtshausgeburt oder Beleghebamme, die genau auf dich eingeht?

So oder so - du bist ja in Behandlung, das ist ein Anfang. Auch weiter sehr wichtig, da bei psychischer Vorbelastung auch das WB sehr genau überwacht werden sollte.