Transfer am 2. Tag? Warum in Bayern bis zum 5. Tag? Was besser?

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Beitrag von sally14 09.11.10 - 15:45 Uhr

Hallo,
mein Arzt vertritt die Ansicht, dass es nichts bringt, die Embryos länger draußen zu lassen, es könnte sein, dass sie sich im Mutterleib besser entwickeln. Warum kann man denn dann in Berlin und Bayern bis zum fünften Tag warten und in ÖSterreich auch?

Gibt es da so geteilte Meinungen?

BEi mir sollen sie schon am 2. Tag eingepflanzt werden, ich frage mich, ob das richtig ist. Würde das gerne mal diskutieren.

Wer kennt sich aus?

Beitrag von shiningstar 09.11.10 - 15:52 Uhr

Das hat nichts mit dem Bundesland zu tun, sondern mit der Praxis bzw. mit der Einstellung der Ärzte ;o)
Ich wollte immer einen Blasto-TR haben, und habe nie einen bekommen.
Denke auch, dass es evtl. mit den Kosten zu tun haben könnte -je länger die Eizellen kultiviert werden, desto höher sind die Kosten für die Kiwu.

Wenn Du am 2. Tag gesunde 4-Zeller zurück bekommst, ist alles in Ordnung. Ich habe beim letzten Mal zumindest bis zum dritten Tag warten wollen, weil ich irgendwo mal gelesen habe, dass viele Eizellen mit genetischem Defekt nach zwei Tagen stehen bleiben. Hatte dann beim letzten Mal an Tag 3 drei 8-Zeller bekommen und war zufrieden :)

Beitrag von sara1972 09.11.10 - 15:58 Uhr

Hallo Sally,
in Deutschland gilt generell ein strengeres Embryonenschutzgesetz als z.B. in Österreich. In Deutschland muss einen Tag nach Befruchtung, im Vorkernstadium, bereits entschieden werden, welche Eizellen man weiterkultiviert. Der Rest muss bereits jetzt eingefroren werden. Die kultivierten Eizellen muss sich die Frau dann alle einsetzen lassen, es dürfen keine verworfen oder eingefroren werden. Daher werden auch max. 3 St. kultiviert. Es kann natürlich sein, dass man die"schwächsten" weiterkultiviert, da im Vorkernstadium die Qualität noch sehr fraglich ist.
In Österreich kann man alle Eizellen bis Tag 5 kultivieren und dann auswählen. Im besten Fall haben sie dann bereits das Blastozystenstadium erreicht. Sind es z.B. an Tag 5 4 St. Blastos kann man trotzdem 2 einsetzen und zwei einfrieren lassen.
Meiner Meinung nach bringt es in D nicht wirklich viel bis zum Blastostadium zu warten, die Vorgehensweise in Ö finde ich optimal.
Bin schon auf die anderen Meinungen gespannt:-D
LG

Beitrag von kiwu28 09.11.10 - 16:10 Uhr

auch das hängt alles von der Praxis ab, ich durfte immer alle kultivieren und auch verwerfen (weil wir eine Blasto nicht einfrieren wollte) war bei uns bisher kein Thema ....scheinbar ist mein Arzt da relativ locker....außerdem glaub ich nicht das es jemand kontrolliert ob und wann verworfen bzw kultiviert wird...

lg Ramona (2 neg. icsi und grad in der Pause)

Beitrag von motmot1410 09.11.10 - 17:51 Uhr

Dann sag das mal nicht zu laut. Das Vernichten von Embryonen ist in D. definitiv verboten und auch unter Strafe gestellt ;-)

Beitrag von tritratrullalala 09.11.10 - 18:39 Uhr

In unserer KiWu wurde es so erklärt, dass die "überzähligen" Eizellen nicht vernichtet werden, sondern beim Transfer der Frau in die Scheide zurückgegeben werden. Im Embryonenschutzgesetz stehe wohl nur DASS alle Embryonen der Frau zurückgegeben werden müssen, aber wohl nicht WOHIN.

Das Embryonenschutzgesetz in D hilft echt niemandem.

Beitrag von kiwu28 09.11.10 - 18:48 Uhr

da geb ich dir vollkommen recht!!!

Beitrag von motmot1410 09.11.10 - 18:53 Uhr

??? Aber das würde dann auch gegen das Embryonenschutzgesetz verstoßen, oder? Nach §1 (1) 3. dürfen nur 3 Embryonen in einem Zyklus an die Frau übertragen werden.
So oder so bewegen sich die Ärzte rechtlich auf sehr dünnem Eis.

"Das Embryonenschutzgesetz in D hilft echt niemandem."

Doch, den Moralaposteln, die anderen Menschen ihre eigenen "Wertvorstellungen" aufzwägen wollen...#aerger

Beitrag von marilama 09.11.10 - 22:17 Uhr

Hallöchen,

ich melde mich noch kurz zu Wort, weil man mir in der KIWU auch von diesem Thema erzählt hat und sich das tatsächlich nach Bundesland richtet.
Seit es in Bayern auch erlaubt ist, dass man die Eizellen länger draußen halten darf, sind angeblich (vielleicht wollte er auch für sich Werbung machen) die Erfolgsraten meiner KIWU-Praxis um 20 Prozent gestiegen.
Mein Arzt hat gemeint, früher hatten sie eine regelrechte Abwanderung nach Österreich als es in Bayern noch nicht erlaubt war, obwohl das ganze in Österreich viel teurer war als in Deutschland.

Hoffe ich konnte noch weiterhelfen.

Beitrag von sally14 09.11.10 - 22:34 Uhr

als ich meinen Arzt darauf angesprochen habe, hat er gesagt, dass das Quatsch sei, denn die Embryonen würden sich im Mutterleib viel besser entwickeln. Aber das ist doch Quatsch, denn es geht doch auch um genetische Defekte, da nützt es auch nichts, wenn man einen solchen Embryo einpflanzt. Ist es denn wirklich so, dass 50 % der Eizellen defekt sind? Ab 40 noch mehr? Dann macht es ja wirklich Sinn, auch drei Embryos einzupflanzen. Ich ärgere mich gerade, dass mein Arzt uns das so einseitig erklärt hat.
Er hat mir auch nicht erklärt, warum er die Embryonen nach 2 Tagen einsetzen will.
Kann es denn auch sein, dass man viel bessere Eizellen hat, als der Durchschnitt?
Liebe Grüße
Sally