Sie redet vom Tod - hab keinen Vergleich, was ist normal? Kind 4-5 J.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lana7 09.11.10 - 19:44 Uhr

Hallo!

Meine Große ist jetzt 4,5 Jahre alt und redet gerade viel vom Tod. Was mir Sorgen macht ist, dass gerade kein aktuelles Ereignis damit im Zusammenhang steht.
Wir malen gerade ganz normal. Plötzlich fragt sie mich: "Mama, denkst Du gerade an den Tod?"... Oder gestern fragt sie mich, wie mein Kollege gestorben ist. Dabei ist dessen Tod schon ein halbes Jahr her und seit dem ist sein Name nie mehr gefallen. Oder was passiert, wenn der Weihnachtsmann stirbt... Nur solche Fragen in den letzten Tagen.

Nun wollte ich wissen, ob das bei Euren Kindern auch so ist/ war? Mir fehlt ein Vergleich.
Wie genau soll ich ihr den Tod erklären?

Sie ist zwar für ihr Alter sehr verständig und laut Kita-Erzieherin hat sie im Vergleich zu anderen Kindern ein großes Allgemeinwissen. Ihr gehen wirklich ständig tausend Sachen durch den Kopf. Aber sonst hat immer alles einen aktuellen Bezug. Und hier erschließt er sich mir nicht. Mache ich mir zu viele Sorgen? #kratz

Viele Grüße
Ina

Beitrag von picco_brujita 09.11.10 - 19:50 Uhr

manchmal geht in den köpfen der kinder etwas vor was wir nicht nachvollziehen können.
kann sein, dass sie im kindergarten was aufgeschnappt hat - kann aber auch sein, dass das thema jetzt einfach mal wieder bei ihr revue passieren lässt.
gebe ihr kindgerechte antworten und du wirst sehen es wird wieder weniger.
meine tochter hat auch ungefähr in dem alter angefangen öfter davon zu reden und fragen zu stellen. ihre cousine ist, als sie 2 war am plötzlichen kindstod gestorben und somit war das thema tod immer wieder gegenwärtig.
die fragen habe ich ihr kindgerecht und ohne berührungsangst erklärt und gut ist es.
kinder in dem alter haben noch keine angst vorm tod bzw. begreifen nicht was es heist.

lg
brujita

Beitrag von kaltesherz0907 09.11.10 - 20:20 Uhr

Hallo Ina.

leonie ist auch etwas über 4. auch sie sprach kürzl über den Tod (keine Ahnung woher) - ich vermute von den anderen Kindern aus dem Kiga.

sie fragte mich sachen wie-was ist wenn alle sterben mama, wer begrabt die dann?

oder: fressen uns dann die würmer auf?

ich hab nie darüber gesprochen- das war kein Thema im kiga - sie kann es nur von den anderen Kindern haben. ich versuche leo so sachlich (und trotzdem so wahrheitsgemäß wie möglich- zu antworten- was natürlich schwierig ist i.B. auf Würmer)#schmoll

ich sage ihr eben auch, dass ich ihr manche Fragen einfach nicht beantworten kann.- ansonsten hör auf dein gefühl- was du sagst.

also meine hat das thema öfter gehabt- weinte auch, weil sie dachte ich sterbe bald #schock

ich denke das thema auch ohne direkten Bezug ist mehr als normal!



Beitrag von bokatis 09.11.10 - 20:28 Uhr

Am 1.11. war Allerheiligen. Bestimmt haben sie da im Kindergarten drüber geredet. Das war bei meinem Sohn (3,5 Jahre) auch so. Wir gehen da ganz offen mit um. Er hat eine tote Oma, und er hat schon eine Vorstellung davon, was "tot" bedeutet. Wir sind nicht christlich, aber trotzdem hat er keine Angst. Ich sage immer "wenn man stirbt, ist man nicht mehr da, aber man lebt weiter, weil alle noch an einen denken. Man muss nur immer ganz fest an jemanden denken, und da ist er doch noch nah beim einem und freut sich..." so ähnlich.

Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass Kinder ein natürliches Verhältnis zum Tod haben.

Wenn du Christ bist, hast du es natürlich leicht. Dann kannst du alles mit Himmel usw.. erklären.

K.

Beitrag von ratpanat75 09.11.10 - 20:55 Uhr

Hallo,

das ist völlig normal und beschäftigt Kinder in dem Alter.
Mein Sohn hat mit 3 angefangen, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, auch ohne aktuellen Bezug.

LG

Beitrag von bibip13 09.11.10 - 21:07 Uhr

Hallo Ina,

mein Sohn ist letzten Monat 4 Jahre geworden und hat die gesamten Herbstferien viel vom Tod gesprochen. Wie alt man sein muss, damit man stirbt und ob ich oder er sterben müssen. Warum man stirbt und so weiter. Was dann mit einem passiert.
Ich war total geschockt im ersten Moment. Ich weiß nicht, woher er das hat. In der Kita wurde nicht darüber gesprochen und die Erzieher haben auch nicht mitbekommen, dass die Kinder über dieses Thema gesprochen haben. Eine Erzieherin meinte, dass es auch schon länger her sein kann, dass er das irgendwo aufgeschnappt hat und jetzt Verlustängste hat.

Habe mir echt total Gedanken gemacht und immer versucht seine Fragen kindgerecht, aber auch ehrlich zu beantworten. Und jetzt hat es nach 2 Wochen ständiger Fragerei urplötzlich aufgehört. In den 2 Wochen hat er aber auch nachts Angst gehabt und wollte häufig bei uns schlafen oder ich musste beim Einschlafen in der selben Etage sein, damit er mich hören konnte.
Mittlerweile ist ebenfalls seit ca. 2 Wochen nichts mehr über das Thema gekommen.

Viele Grüße
Bianca

Beitrag von morla29 09.11.10 - 21:08 Uhr

Hallo Ina,

ich würde ihr den Tod so erklären, wie du ihn siehst, bzw. wenn du gläubig bist, dass, wenn man stirbt in den Himmel kommt.

Bei uns im KiGa war das Thema Tod schon Thema, leider durch unser Schicksal. Aber Kinder sind oft mit einer kurzen Antwort zufrieden oder mit einer Gegenfrage.

Meine Kinder fragen mich sehr viel über den Tod und den Himmel und den Engeln und dem lieben Gott. Bei uns war und ist es durch den Tod ihrer kleinen Schwester sehr zum Thema geworden.

Gruß
morla
mit zwei Mädels an der Hand (3 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von luap1510 09.11.10 - 21:48 Uhr

Hallo,

Du sprichst mir aus der Seele. Wir haben GENAU das gleiche Thema im Moment. Meine Tochter ist auch vier.
Die Erzieherinnen im Kindergarten meinten,dass das für dieses Alter normal sei,weil sie jetzt anfangen mehr nachzufragen und auch zu hinterfragen.
Bin aber auch noch zieml. ratlos was das betrifft...

lg luap

Beitrag von lana7 09.11.10 - 22:49 Uhr

Hallo,

das hilft mir schon mal. Zu wissen, dass es nicht nur bei meiner Großen so ist. Ich weiß auch nicht, ob ich ihr zu viel erkläre. Aber widerum fragt sie auch immer und immer wieder nach, wo ich genau merke, wenn ich zu wenig erkläre, reicht es nicht...

Aber muss man wohl wirklich nach dem eigenen Herzen entscheiden. Niemand kennt das Kind so gut, wie man selbst.

Viele Grüße,
Ina

Beitrag von clautsches 10.11.10 - 09:28 Uhr

Hallo!

Mein Sohn (3,5) thematisiert das auch oft in seiner kindlichen Neugier. Wir gehen damit um wie mit jedem anderen Thema auch.
Der Tod gehört zum Leben, jeder muss mal sterben, der Körper wird dann wieder zu Erde, aus der neues Leben wächst. Was mit der Seele passiert weiß ich selbst nicht und auch das weiß mein Sohn. Wichtig ist nur, dass verstorbene Menschen in unserer Erinnerung weiterleben, dass wir sie nicht vergessen.

Wir sind regelmäßig am Grab meines Bruders und als letztens mein Großvater gestorben ist, war Leon mit auf dem Begräbnis. Jetzt pflegen wir zwei Gräber, kümmern uns gemeinsam um die Blumen und reden viel über unsere lieben Verstorbenen.

Ich finde es schön, wie unbedarft Kinder an diese völlig normale Sache herangehen. :-)
Und ja, du machst dir viel zu viele Sorgen!

LG Claudi