Was darf man vom Partner bei Krankheit erwarten?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Frage X 10.11.10 - 11:48 Uhr

Vielleicht hat jemand Lust und Zeit mir zu schreiben.

Ich (38 J) weiß seit einiger Zeit, dass ich eine Muskelerkrankung habe, die mich wahrscheinlich in einigen Jahren an den Rollstuhl binden wird.
Momentan geht es mir noch gut. Die kleinen Aufallerscheinungen zeigen die Verschlechterung meines Zustandes jedoch täglich an.

In einem Anfall von Schwäche fragte ich meinen Mann nun, was aus unserer Partnerschaft bzw. Liebesbeziehung wird, wenn es mir richtig schlecht geht.
Die Antwort war nicht die die ich erwartet hatte: "Lass uns mal abwarten, wenn es soweit ist, schauen wir mal"
Hatte ich diese Antwort verdient? Darf man heute von seinem Partner nicht mehr erwarten?

Was sagt ihr dazu?

Beitrag von gh1954 10.11.10 - 11:53 Uhr

Was hätter denn antworten sollen? Er kann nicht in die Zukunft sehen.

Beitrag von pcp 10.11.10 - 11:55 Uhr

Diese Antwort will man nicht hören, nein.

Aber ich würde diese Frage auch nicht stellen, glaub ich. Wünschen kann man sich das schon, aber erwarten?

Ich würde es wohl auf mich zukommen lassen. Aber was ich sicher nicht ertragen könnte wäre das Gefühl für ihn eine Last zu sein.

Da würde ich ihn lieber ziehen lassen.

lg

Beitrag von Frage x 10.11.10 - 12:12 Uhr

Ich weiß, diese Frage war ein Fehler.

Eigentlich ist es auch nicht meine Art derartige Fragen zu stellen.
Ich bin sehr stark und habe eher Probleme damit Hilfe anzunehmen.
Es war ein schwacher Moment und irgendwie war die Frage auch gar nicht unbedingt nur an ihn gerichtet sondern in den Raum gestellt.
Denn ich werde die größten Probleme damit haben, anderen zur Last zu fallen.
Ich hatte gehofft, er macht mir Mut...
Wir haben auch noch eine Kleine Tochter (fast 4)...
Wie kann ich ihn da ziehen lassen?

Beitrag von tammi04 10.11.10 - 12:18 Uhr

Versuch für euch alle, diese Antwort nicht überzubewerten! #liebdrueck

Er weiß nicht, was passieren wird. Du weißt es auch nicht. Es bleibt euch beiden nichts übrig, als tatsächlich alles auf euch zukommen zu lassen.

Beitrag von -kopfsalat- 10.11.10 - 11:57 Uhr

Woher soll er jetzt wissen, wie er reagiert, wenn es dir mal richtig schlecht geht? Statt dir was zu versprechen, was er eventuell nicht halten kann, sagt er, dass ihr abwarten müsst. Ich finde diese Antwort durchaus fair.

Alles Gute

Salat



Beitrag von molinalaja 10.11.10 - 12:19 Uhr

Ich finde es auch nur fair, denn es klingt eben ehrlich.

Irgendwelche Antworten, sie sich nur schön und tröstend anhören, aber dann evtl. nur enttäuschend sind, sind nichts wert.

Beitrag von tammi04 10.11.10 - 12:00 Uhr

Die Antwort war sehr realistisch.

Niemand kann vorher sagen, wie er in Extremsituationen reagiert. Manche Menschen wachsen mit einem kranken Partner über sich hinaus. Andere zerbrechen daran, werden selbst depressiv oder krank. Wieder andere hauen ab. Oder sie bleiben da, aber suchen Trost in Hobbies, Affairen oder Alkohol. Andere bleiben ihrem Partner noch über deren Tod hinaus treu.

Was nützt es dir, wenn er dir ewige Liebe verspricht und dann doch weg ist, wenn es richtig ernst wird? Nichts, außer dass du ihm dann auch noch gebrochene Versprechungen vorwerfen kannst ...

Ihr müsst beide gut auf einander aufpassen in dieser Situation!

Dir alles Gute!

Beitrag von anira 10.11.10 - 12:06 Uhr

ihr werdet in deine krankheit hineinwachsen
das wird einfach mit und mit werden
männer denken net unbedingt an morgen es sei da ist ein fussball spiel;)

Beitrag von nakiki 10.11.10 - 12:11 Uhr

Hallo!

Ich finde die Antwort nicht nett. Auch die Antworten der anderen Poster kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Klar, kann man nicht in die Zukunft sehen, aber man erwartet doch in so einer Situation auch nicht unbedingt ein ewiges Treuegelöbnis. Es gibt mehr als dies Schwarz-oder-Weiß-Antworten.

Eine Antwort à la "Ich hoffe, dass wir gemeinsam die Kraft haben es durchzustehen und gemeinsam zu meistern" hätte doch auch genügt.

Komischerweise können alle bei der Eheschließung ohne mit der Wimper zu zucken sagen "in guten wie in schlechten Tagen" oder ewige Treue schwören. Wenn der Fall dann eintritt, sind sie dann ganz still.

Ich würde mit meinem Partner nochmal sprechen und ihm sagen, dass es mir in erster Linie darum geht, dass er mir Mut zuspricht und wenigstens versucht für mich da zu sein. Denn dass was er gesagt hat, hört sich eher danach an, dass er doch schnell das Handtuch werfen möchte, wenn es schwer wird.

Wünsch dir viel Glück.

Gruß nakiki

Beitrag von anira 10.11.10 - 13:29 Uhr

sehr wahr und gut geschrieben

Beitrag von similia.similibus 10.11.10 - 13:34 Uhr

#pro#pro#pro

Beitrag von sandra7.12.75 10.11.10 - 15:14 Uhr

Hallo

Schöne Antwort.

Meine Nachabrin ist vor 10 Tagen gestorben und hatte sehr lange mit dem Krebs zu kämpfen.

Die ganzen Tage denke ich an die beiden wie sie das so gemeistert haben.Er war immer bei ihr.Hat geschuftet und noch die Kinder versorgt.

nun ist sie gegangen und wie oft habe ich mir die Tage die frage gestellt:Warum heiraten alle schnell,und am besten noch kirchlich.Dann den tollen Satz in guten wie in schlechten Tagen und kaum gibt es ein Problem wird die Scheidung eingereicht anstatt zu reden.

lg

Beitrag von frieda05 10.11.10 - 15:30 Uhr

"Kaum gibt es ein Problem"....

das ist nicht "irgendein" Problem, welches durch Paartherapien, Gespräche, Zuwendung etc.pp. gelöst werden wird. Das schöne "in guten wie in schlechten Zeiten, in Krankheit und Gesundheit..." wird in der Euphorie der ersten und auch gerne der zweiten und dritten Verliebtheit gerne mal übersehen, respektive vernachlässigt.

Durchlebt Ihr Klugschnacker mal so ein Ding. Dann werden Eure hypertollen, gutaussehenden, ultra-attraktiven Männer, oder auch Ihr selbst auf Herz und Nieren geprüft werden.....

und kluge Sprüche - egal ob aus der Bibel oder sonstwoher, werden ihren Wahrheitsgehalt in der Realität beweisen müssen.

Ich denke doch eher, Menschlichkeit.... - das ist es, worum es geht, oder ? Und die "Nichtkranken" sind auch "nur" Menschen.

GzG
Irmi

Beitrag von zeitblom 10.11.10 - 15:27 Uhr

"hört sich eher danach an, dass er doch schnell das Handtuch werfen möchte, wenn es schwer wird. "

Ich finde, es hoert sich eher nach Verdraengung kommender Probleme an. Ansonsten hast Du recht: daher sollte man besser nie "ewige Treue schwören".

Beitrag von carrie23 10.11.10 - 12:12 Uhr

Ich würde so etwas nie fragen denn ich möchte drauf keine Antwort die mich vielleicht verunsichern oder verletzen kann.
Was soll man erwarten?
Was wenn ihr euhc in zwei Jahren nicht mehr liebt und in zweieinhalb sitzt du im Rollstuhl?
Würdest du wollen dass er aus Mitleid bei dir bleibt?
Ich nicht ich will das mein Partner aus Liebe bei mir bleibt.
Niemand weiß was die Zukunft bringt, zumindest nicht in einer Partnerschaft.
Es tut mir leid dass du krank bist-ist es MS? meine Oma hat das nämlich, aber das sollte einen Menschen nicht an dich fesseln.

Beitrag von frieda05 10.11.10 - 12:27 Uhr

"solange die Kraft reicht" hieß es bei uns damals.

Woher soll Dein Mann wissen, wie lange seine Kraft reichen wird? Woher soll er wissen, was er in 4 Jahren fühlen wird? Gute Vorsätze pflastern so manchen Weg.

Wolltest Du eine ehrlich Antwort, oder eine Antwort die Dich aufbaut und Dir Mut macht? Möglicherweise war Dein Mann der Ansicht, Du hättest eine ehrliche "verdient".

Wärest Du nicht erkrankt und würdest ihn fragen, ob er Dich in 10 Jahren noch so lieben wird, wie am ersten Tag - hätte Dich die Antwort ähnlich erschüttert? Bei der heutigen Scheidungsrate wohl berechtigter Weise nicht.

Die Gesellschaft erwartet und bewundert Menschen, die ihren Partner bedingungslos zur Seite stehen. Helden eben. Aber auch Helden haben nur ein Leben und Emotionen und .... u. U. begrenzte Leidensfähigkeit.

Wir alle hoffen, daß unsere jeweiligen Partner zu den Helden gehören.
Ich hoffe, Deiner gehört dazu - denn das hast Du bestimmt verdient.


GzG
Irmi

Beitrag von Frage X 10.11.10 - 12:35 Uhr

In dem Moment der Schwäche hatte ich einfach auf einen Mutmacher gehofft.
Da ich meinem Mann ggü. sehr selten Schwäche zeige, kam ihm das wohl nicht in den Sinn.

Danke, du hast mir sehr geholfen!

Beitrag von Guns Of Brixton 10.11.10 - 12:53 Uhr

"Wolltest Du eine ehrlich Antwort, oder eine Antwort die Dich aufbaut und Dir Mut macht? "

Ich denke, die meisten möchten in so einem Fall zweitere Variante hören.

Erstens weil es gut tut und zweitens ist es richtig und wichtig ist, in einer Zeit des Ungewissen, Haltepunkte der Gewissheit zu bekommen.

Und wenn er tatsächlich nicht weiß, was wird, kann er auch zu einer positiv klingenden Antwort tendieren, nach der Tonart "ich werde dich unterstützen, so gut ich kann".........

Ehrlichkeit und Realismus um jeden Preis hat etwas Zersetzendes.

Wobei ich sagen muss, dass das "Wie" seiner Aussage mitentscheidend ist, was hier jetzt nicht zu erlesen ist.

Beitrag von spider99999 10.11.10 - 12:36 Uhr

Hallo,
also diese Antwort ist "unter aller S..."!

Was ich von meinem Mann erwarte: das er nach wie vor zu mir steht und sich um mich kümmert, denn wie hieß es so feierlich: in guten wie in schlechten Zeiten.
Zum Glück muss ich meinen Mann sowas nicht fragen, denn ich habe so ein seltenes Exemplar erwischt, der mit mir durch Höhen und Tiefen geht und ich natürlich auch mit ihm. So etwas sollte aber in einer Ehe selbst-
verständlich sein! Liebe Grüße Kim

Beitrag von frieda05 10.11.10 - 12:45 Uhr

Dein Wort in Gottes Gehörgang.

Wir alle sind der Ansicht, eines dieser (scheinbar dann doch nicht so) "seltenen" Exemplare erwischt zu haben. Sonst wären wir wohl nicht mit ihnen verheiratet. Oder denkst Du, wir haben unsere Männer nur genommen, weil Deiner schon vom Markt war #augen.?

Ob diese "seltenen" Exemplare dann tatsächlich im Ernstfall mit ihren Aufgaben wachsen werden, bleibt abzuwarten. Manche werden plötzlich und unerwartet von anderen Frauen aus der Spur gebracht, andere durch üblen familiären Druck (welche z.B. auch aus Krankheiten resultieren kann...)

Erhalte Dir Deinen Optimismus.

GzG
Irmi

Beitrag von chemo 10.11.10 - 12:42 Uhr

Hallo Du,

ich mache gerade den ersten Zyklus Chemo mit Temodal und ich fühle mich fürchterlich.
Mein Mann steht hinter mir,hält zu mir und ist für mich da.
Das heißt wir genießen die Zeit die wir haben und versuchen nicht daran zu denken.
Meine oder unsere Lebensqualität ist sehr eingeschränkt.
Wir machen uns keine Gedanke an morgen oder gar übermorgen.
Wir Leben jetzt und alles andere ist egal.

Ich wünsche dir alles liebe ung gute.#klee

Beitrag von lelou83 10.11.10 - 13:07 Uhr

huhu,

was hätte er antworten sollen deiner meinung nach?
ich selbst habe auch eine chronische erkrankung.natürlich macht man sich für sich selber gedanken wie wohl der partner zu der beziehung steht wenn es einem mal schlechter geht.
aber seien wir doch mal ehrlich....eine richtige oder falsche antwort gibt es da nicht.

für den partner ist es meist noch schwerer mit der erkrankung seines partners umzugehen.
es bleibt einem nichts anderes übrig als tatenlos daneben zu stehen.meist können die partner nichts wirklich tun.

die antwort deines partners ist ersteinmal ehrlich....er weiß es halt jetzt einfach nicht.

vielleicht bleibt er auf immer und ewig an deiner seite,vielleicht schafft er es eines tages einfach nicht mehr.

genieße das er jetzt zu dir steht und grübbel nicht darüber nach wie es in einigen jahren sein wird.

viele liebe grüße

Beitrag von badguy 10.11.10 - 13:33 Uhr

Ja, die Antwort hattest du verdient, sie war ehrlich.

Ganz im Ernst, jeder möchte gerne hören, Schatz, wir bleiben auf ewig zusammen, das macht mir doch alles gar nichts aus, ich liebe dich um deiner selbst Willen.

Und jetzt werden wir mal real.

1) Keiner garantiert dir, dass er länger lebt als dir. Schon heute kann es jeden von uns erwischen.

2) Keiner weiß, wie sich eure nahe Zukunft und eure weite Zukunft entwickeln wird.

3) Keiner weiß, wie du dich im Rahmen des Krankheitsfortschritts entwickeln wirst, usw.

Laß ne Situation real werden, dann weißt du, was Sache ist. Der Rest ist hätte, wäre, wenn

Beitrag von Frage x 10.11.10 - 16:29 Uhr

Genauso war die Frage nicht gemeint.
Aus der Prinzessinenalter bin ich lange raus bzw. war da wohl nie drin.

Ich wollte eben keine ewige Träue/Liebe- Phrase hören.
So etwas haben wir uns noch nie erzält.

Ich wollte eine aufmunternde vielleicht lustige Reaktion.
Aber er war so ernst als er das sagte, als würde er schon darüber nachdenken, bald zu gehen.

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