Was macht ihr wenn ihr gestresst seid?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von collicollin 10.11.10 - 13:14 Uhr

Hallo ihr,

eigentlich läuft es mit meinen 3,5 jährigen Sohn mittlerweile ganz gut, obwohl wir echt schon alles durch haben, das er gehauen , getreten , die reinsten Wutanfälle gegen uns hatte und so weiter. Nun hab ich gelernt grenzen zusetzen und bin mir aber so oft unsicher und werde dann gestesst. Nun gestalte ich den Tag schon mit Struktur, soweit er es hergibt,weil ich Studentin bin und ich viel um die Ohren hab. Aber wenn ich verunsichert bin oder gestresst , dann geht alles schief und ich werde laut und das will ich nicht mehr, nur trifft mein Kind in diesem Moment immer wieder den richtigen Punkt bei mir . Z.B. heut morgen, mein Mann kam von der Nachtschicht, wir wollten kurz bevor ich los mußte den kleinen in den Kiga bringen uns unterhalten , vielleicht 4 min. in dieser Zeit klopfte mein kind ununterbrochen gegen die Wand und rief im Wechsel Mama und Papa. Dann zog ich ihn schnell an , sagte ihm er solle an der Haustür warten ,denn ich wollte mich auch noch kurz anziehen, (denn drinnen würde er in der Zeit alle Türen auf und zu machen, an mir rum zerren u.s.w. ) klingelte er an der Haustür und rief Mamaaa und dann war wieder der Punkt wo ich geschrien hab. Wenn ich nicht gestresst bin , dann klappt es das ich mit Geduld auf ihn eingehe, aber man ist doch nun auch mal genervt, wie schaffe ich es dann nicht zu schreien.

Danke für eure Antworten LG

Beitrag von alpenbaby711 10.11.10 - 16:44 Uhr

Ich würde versuchen ruhiger zu bleiben, aber ehrlich gesagt mir gehts manchmal genauso wie dir. Wenn ich gestreßt bin werde ich schneller laut oder wenn ich müde bin. Dann riecht mein Sohn es wenn er mir nicht auf den Keks gehen soll.
Ela

Beitrag von collicollin 10.11.10 - 19:39 Uhr

Hallo,

danke für deinen Beitrag !

LG

Beitrag von maif 10.11.10 - 16:44 Uhr

Hallo,

das geht jedem mal so.

Auch mein Kind ist super aufmerksambedürftig, hat häufig Wutanfälle, haut und kratzt mich auch schon mal.

ABER: mir helfen 2 Dinge.

1. Wenn er so ist, ist ER unsicher und sucht Hilfe.

Das heißt, wenn ich ihn in diesem Moment anschreien würde, wäre das für ihn eine doppelte Bestrafung.

Dieses Verhalten milderst Du mit Liebe und Geduld. Ich denke aber, dass Du das weißt und das ist schon mal gut.

2. Ich gebe mich hin. Wenn ich mit meinem Kind zusammen bin, mache ich keinen Stress, wenn ich auf Arbeit bin, auch nicht, wenn ich was für mich mache auch nicht.

Die Zeit, in der ich eine bestimmte Aufgabe machen muss, konzentriere ich mich NUR auf diese Aufgabe.

Es nützt mir nicht, meinem Kind wegen eigentlich nichts einen schlechten Start in den Tag zu geben.

Wenn ich ihn zum Kindergarten bringe, genieße ich die halbe Stunde - ggf. telefoniere ich auf dem Weg von der Kita zur Arbeit mit meinem Mann.

Wenn ich dann dort angekommen bin, genieße ich die kinderfreie Zeit und die "Schlacht mit dem Job".

Und so mache ich es immer. Im Vordergrund stehen meine Prioritäten - und zwar genau dann, wenn sie anfallen.

Um herauszufinden, was Deine Prioritäten sind, nimm Dir einen Nachmittag frei (ganz allein) und stelle Dir folgende Frage:

Wo sehe ich mich in 15 Jahren?

(ggf. erweiterbar: Wie ist die Beziehung zwischen mir und meinem erwachsenen Kind?Partner? Job? Ich?)

Wenn Du Dir eine Zukunftsvision Deiner idealen Zukunft malst, dann weißt Du, was Du tun musst.

Für mich steht an erster Stelle die Beziehung zu meinem Sohn. Ich möchte mich gut mit ihm verstehen und ihm auch eine Hilfe sein dürfen, wenn er mal groß ist.

An was wirst Du Dich erinnern in 15 Jahren?

Dass Du Dein Kind oft morgens angeschrien hast, oder dass Du zu spät in die Uni kamst?

An was wird sich Dein Sohn erinnern?

Man kann nicht alles gleichzeitig machen, aber was man macht, sollte man auch mit dem Herzen tun.

Seit dem ist mein Leben entspannter (mit Stress kommt man auch nicht schneller voran), ich habe mehr Erfolge, mein Sohn ist auch glücklicher und irgendwie ist alles viel leichter.

Puh, das ist wirklich ein langer Beitrag geworden. Liegt wohl daran, dass ich mal in genau derselben Situation war.

Ich wünsch Dir wirklich alles Gute. Falls Du noch Fragen hast oder Dich einfach ausheulen willst, meld Dich ruhig.

LG

Beitrag von claerchen81 10.11.10 - 17:47 Uhr

#pro!

Beitrag von collicollin 10.11.10 - 19:37 Uhr

Hallo lieben dank für den tollen Beitrag, danke fürs Zeit nehmen : )
ich werde mir darüber mal an einem freien Abend Gedanken machen

LG

Beitrag von lisasimpson 10.11.10 - 21:58 Uhr

serh schöner Beitrag-
besonders das hier kann ich unterschreiben
"Man kann nicht alles gleichzeitig machen, aber was man macht, sollte man auch mit dem Herzen tun."

und
"Im Vordergrund stehen meine Prioritäten - und zwar genau dann, wenn sie anfallen. "

Ich glaube, wen nein Kind weiß, daß seine bedürfnise eine hohe Priorität genießneu nd man sich ihm voll und ganz widmet, dann ist es eher bereit und in der lage auch einen kurzen Moment zu warten, bis die erste aufgabe erledigt ist.
wenn ein Kind aber spürt, daß alles immer nur hektisch in angriff genommen wird und hektisch abgearbeitet, muß es permanent darum kämpfen.
das gibt dann einen dauerhaften kampf

lisasimpson

Beitrag von viva-la-florida 12.11.10 - 20:36 Uhr

Ich werde mir das immer wieder vor Augen halten und beherzigen.
Danke :-)

Beitrag von schwarzesetwas 10.11.10 - 23:53 Uhr

Also ---

Ich versuche nicht mit meinem Mann ein Gespräch zu haben, wenn die Kinder da sind.
Die wollen PAPA. Und nicht Gelaber zwischen uns beiden.
Papa ist bei uns jobbdíngt viele Tage weg. Und wenn er da ist, müssen wir beide eben warten, bis es abend ist. Fertig.
Oder aber es ergibt sich etwas.

Und Regel Nummer zwei:
Zieh erst Dich an, dann das Kind.
Wenn das nicht geht, mach beides gleichzeitig.

Wenn Du noch nicht fertig bist, sieht Dein Kind den Grund des Gehens nicht.

Dazu rate ich Dir, stehe früher als Dein Kind auf.
Sei einfach schon fertig.
Dann hast Du noch etwas Ruhe für nen Kaffee oder so.
Ich schminke mich immer. Sogar für die Regenfahrt mit Hänger und Bike. Aber das bin nunmal ich.

Passiert auch oft: Die Kinder sind früher wach, als ich fertig bin. Nervt mich auch. Aber kann man nunmal nicht ändern.
Allerdings kennen sie den Ablauf und lassen mich machen. :-)

Lg,
SE

Beitrag von marion2 14.11.10 - 11:46 Uhr

Hallo,

Kinder müssen lernen, dass auch andere Menschen Nerven haben.

Er wird bald erkennen, wann du gestresst bist und sich entsprechend rücksichtsvoll verhalten.

Unterhalten müsst ihr euch auch können, wenn das Kind daneben sitzt. Das ist schwer zu lernen wie du siehst.

Gruß Marion

Beitrag von blackcelebration 15.11.10 - 20:04 Uhr

Oh, das kenne ich! Versuche, wenn möglich tief einzuatmen und zu zählen. Wenn Dir das nicht gelingt, dann schreie in ein Kissen oder jacke, oder Mütze oder oder oder...... Also so mache ich das jedenfalls - auch wenns manchmal nicht gelingt und ich auch ein klein wenig lauter werde. Mütter sind auch nur Menschen und manchmal eben auch hilflos und einfach fertig. Das habe ich meinem Sohn auch schonmal erklärt. Darauf hin sagte er zu mir: ..."aber Mama, so geht man doch nicht mit Kindern um...." daraufhin musste ich schon wieder lachen und alles war wieder gut. ;-)

Ne Freundin von mir stellt sich mitten in den Raum und schreit einmal gaaanz laut aus vollem Halse. ihre Kinder sind von Anfang an daran gewöhnt und wissen dann: ...jetzt mal mama in Ruhe lassen und lieb sein ;-)

Das nenn ich mal mutig (und konsequent) ;-)


LG