2. Baby Gefühlschaos bezüglich dem "großen"

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von slukkey 10.11.10 - 16:25 Uhr

Hallo,

ich hab vor genau einer Woche meinen 2. Sohn per KS zur Welt gebracht...

Mein "großer" ist jetzt 3 Jahre alt und momentan echt schwierig...
Ich hör den ganzen Tag nur Sachen wie "Du bist nicht mein Freund" oder "dann hau ich Dich wieder" er motzt er wirft sich auf den Boden - nichts kann ich ihm recht machen... Das war aber auch schon vor der Geburt so.

Na ja nun ist es aber so, dass ich das Gefühl habe, dass ich immer weniger für ihn empfinde ich bin so traurig über sein Verhalten.

Kann ich etwa meine beiden Kinder nicht gleichermaßen lieben?

Ging es jemand von euch auch so?


LG Judith

Beitrag von thea21 10.11.10 - 16:45 Uhr

"Na ja nun ist es aber so, dass ich das Gefühl habe, dass ich immer weniger für ihn empfinde" ...

Ohne jetzt überzudramatisieren --> Wochenbett? Also fühlst du dich auch sonst nicht so gut?

Am Anfang ist es klar schwierig und das auch in aller erster Linie für deinen Sohn, denn er ist jetzt nicht mehr "DIE Nr.1"...zumindest sieht er dies vermutlich so.

Und so versucht er sich mit solch einem Verhalten Aufmerksamkeit zu haschen.

Beitrag von slukkey 10.11.10 - 16:54 Uhr

Ja klingt schon nach Wochenbett, bin total weinerlich und dann wird es auch noch so früh dunkel nur macht es mich echt fertig das mir mein großer so auf die nerven geht ich hab angst das ich ihn irgendwann nicht mehr lieb haben kann...

Beitrag von thea21 10.11.10 - 17:00 Uhr

Du solltest im Internet zum Thema Wochenbettdepri nachlesen und auf jeden Fall deine Hebamme ansprechen bezüglich deiner Empfindungen.

Das momentan alles in die verwirrend ist ist nicht ungewöhnlich, auch eine Wochenbettd. nicht...Du musst nur was tun, dann wird auch alles wieder ins Lot kommen.

Beitrag von claerchen81 10.11.10 - 18:14 Uhr

Hi,

sprich mit deiner Hebamme, die kann dir helfen. Falls nicht: ruf im KH an und frag, wer der Nachsorge-Hebis dafür ausgebildet ist oder wohin du dich wenden kannst, die wissen in der Regel Bescheid. Bis dahin hilft vielleicht auch, sich mal bei einer Freundin oder deinem Mann auszuweinen (sofern sie dich "auf den Arm" nehmen, ich denke, Kritik ist jetzt fehl am Platz, du weißt ja, was richtig ist und was nicht).

Unsere Tochter ist drei Wochen alt, sie scheint Blockaden zu haben und weint jetzt vermehrt, lässt sich nicht mehr ablegen. Dazu ein normaler 3jähriger, der halt ab und zu bockt... und heute früh sind mir dann echt die Sicherungen durchgebrannt. Ich war so böse auf BEIDE (ja, total unrealistisch, aber mir wurde alles zuviel), in dem Moment sind meine Emotionen so furchtbar runter gefahren, sie haben mich plötzlich beide so genervt, ich wäre am liebsten einfach aus der Tür und hätte sie allein gelassen #schock. Fällt mir echt nicht leicht, das zu schreiben, aber es war so.
Ich habe mich so vor mir selbst erschrocken, wie kalt ich innerlich plötzlich wurde, wie rüde ich mit meinem Sohn umging (habe ihn schlicht vom Boden hochgezogen, am Arm, das grenzt schon an körperlicher Gewalt) und wie egal mir das Schreien meiner Tochter war. Nachdem ich mich wieder unter Kontrolle hatte (ca. nach 1 Minute), habe ich erstmal die Situation mit meinem Sohn geklärt (trotzdem wird das Spuren hinterlassen haben, da bin ich mir sicher) und meine Tochter parallel beruhigt. Danach habe ich den Großen in die Kita gebracht und auf dem Rückweg Rotz und Wasser geheult, dann meinen Mann ca. 1 h lang am Telefon zugeheult, danach eine Freundin. Und morgen sicherlich nochmal meine Hebamme.

Weißt du, es ist doch alles noch so neu, die Hormone spielen verrückt, die Familie muss sich neu finden. Und im Grunde müssen doch wir Frauen das ganze "regeln", wir sind die zentralen Personen hierbei. Dass einen das mal in welcher Richtung auch immer an die Nieren geht, ist logisch.

Sprich drüber, hier, mit Freunden, mit deinem Mann, mit deiner Hebamme. Es wird sich alles einpendeln, nur Geduld. Und das kann ich sagen, weil ich auch mitten drin bin #liebdrueck, ich verstehe dich wirklich nur zu gut... Würde ja auch gern behaupt, dass das bei uns alles so perfekt klappt, aber wie du siehst, ist das nicht der Fall #schwitz.

Gruß und gute Besserung, C.

PS: Ich halte es für fast unmöglich, seine Kinder nicht zu lieben. Nicht jeder Mensch kann Liebe ausdrücken, aber das Gefühl ist im Normalfall (keine psychische Krankheit liegt vor) vorhanden. Das ist biologisch notwendig, um Nachwuchs sicherzustellen - die Natur ist einfach toll ;-).

Beitrag von slukkey 10.11.10 - 19:03 Uhr

Vielen lieben Dank für Deine nette Antwort!!!

Es tut gut zu lesen das es anderen genauso geht!

Mit dem Reden hast Du natürlich recht und das mache ich auch das hilft immerhin ein wenig aber es ist wie Du auch schreibst einfach so erschreckend wie kalt man plötzlich sein kann.

Ich wünsch Dir alles liebe und hoff das es auch bei Dir bald besser sein wird.

LG Judith

Beitrag von claerchen81 10.11.10 - 20:57 Uhr

Ebenfalls #liebdrueck.

Aber mir geht´s schon besser, habe mich "ausgeweint" und den Nachmittag mit unseren Kindern friedlich verbracht, den Großen dann liebevoll ins Bett gebracht, die Kleine schläft im Tragetuch #verliebt.

LG, C.