Stillt jemand bewusst nicht?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von funkeline1976 10.11.10 - 19:27 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

gibt es jemanden unter euch, der sich ganz bewusst gegen das Stillen entschieden hat?

Was waren eure Gründe?
Bekommt man dann Medikamente?
Wie hat eure Umwelt reagiert?

Freue mich auf eure Antworten

Liebe Grüße

Beitrag von derhimmelmusswarten 10.11.10 - 19:56 Uhr

Ich habe nicht gestillt, wäre ohnehin schwierig geworden, da meine Tochter auf der Intensivstation lag und künstlich ernährt werden musste die ersten Tage. Ich habe nach der Geburt eine Tablette von der Hebamme bekommen, die ich ohne Nebenwirkungen vertragen habe. Ich wollte schlichtweg nicht stillen und bin prima damit zurecht gekommen. Gründe?! Ich konnte es mir nicht vorstellen. Vor allem, dass man so oft und so lange stillen muss teilweise. Ich wusste, dass das nichts für mich ist. Hatte aber auch kein schlechtes Gewissen. Meine Tochter hat sofort wunderbar die Flasche getrunken als sie fit war und die ganze Familie hat beim Fläschchen geben tatkräftig geholfen. Dumme Kommentare hat keiner abgegeben. Echt nicht. Hätte mich auch in keiner Weise interessiert! Das nächste Kind wird auch nicht gestillt.

Beitrag von funkeline1976 10.11.10 - 20:06 Uhr

Du sprichst mir aus der Seele. Vielleicht ändert sich meine Meinung noch. Aber eigentlich habe ich das Gefühl schon seit Jahren. Wenn ich das jemandem erzähle sind alle ganz entsetzt. Wie ich nur könnte, Nähe zum Kind, stillen ist wichtig etc

Aber es ist ja noch immer meine Entscheidung!!!

Beitrag von duvute 11.11.10 - 07:46 Uhr

Also, sorry aber ich bin entsezt, wenn ich so was lese.
Arme kinder#zitter

Beitrag von sanja86 11.11.10 - 09:25 Uhr

#augensorry aber von diesen komentaren bin ich total entsetzt!

ich selber stille voll,und hab auch meine tochter lang genug gestillt,aber ich verurteile keine mutter die einfach nicht stillen möchte.

deswegen sind sie keine schlechten mütter-und so sätze wie die armen kinder,sind einfach daneben!

ihr tut ja so als ob die mütter ihren kindern gift ins fläschchen geben...sowas von übertrieben.

solls doch jeder so machen wie ers für richtig hält!lg sanja

Beitrag von duvute 11.11.10 - 12:18 Uhr

Ich kann alle Mütter verstehen die aus irgendwelchen Gründen nicht stillen. Heute weiß jeder das die Muttermilch wertvolle Nähr- und Abwehrstoffe enthält die für Babys total wichtig sind . Aber wenn eine von vorne rein sagt: "und das nächste kind wird auch nicht gestillt", dann tut mir das Kind sehr leid. Und das ist ganz ehrlich gemeint. Das ist das, #nanana was ich empfinde.
Dann müßt Ihr auch meine Meinung akzeptieren!

Beitrag von sanja86 11.11.10 - 21:04 Uhr

sowieso,also von MIR wird jede meinung akzeptiert!!

Beitrag von marmar28 11.11.10 - 09:26 Uhr

Vorweg ich stille auch, aber ganz einfach aus reiner Bequemlichkeit.

Aber wenn ich sowas lese von wegen arme Kinder, dann könnt ich platzen.

Warum sind das arme Kinder? Lässt jemand sie verhungern? NEIN
Werden sie nicht genug betuddelt, geliebt, verwöhnt...? NEIN
Werden sie gar misshandelt? WOHL KAUM

Warum werden Frauen gleich als schlecht dargestellt, wenn sie sich bewußt gegen das Stillen entscheiden? Vielleicht empfinden es nicht alle so schön und intim und innig, wenn ihnen jemand manchmal bis zu 5 Stunden oder noch länger an den Brüsten rumnuckelt. Ich kann das verstehen, weil es bei mir auch sehr weh tat. Aber da ich es nervig find Flaschen dauernd sauber zu machen und Nahrung zu kaufen, hab ich mich fürs Stillen entschieden.

Für mich als Mutter ist es Pflicht mein Kind gesund zu ernähren, ob nun mit Flasche oder Brust spielt doch keine Rolle.

Beitrag von jayda2009 10.11.10 - 20:07 Uhr

hallo

ich habe bei unserem ersten sohn bewusst nicht gestillt, er hat flasche bekommen, hat soweit alles gut geklappt, habe direkt nach der entbindung eine tablette bekommen.

ich muss ehrlich sagen, teilweise wenn ich ihn mit dem fläschchen gefüttert habe, hat mir was gefehlt, so ganz unterschwellig, habe es aber damals nie zugeben wollen, wäre ja sowieso zu spät gewesen.

nun kam 5 jahre später vor 4 monaten unsere tochter zu welt und mir war klar, ICH WILL STILLEN, es zumindest versuchen.

und ich kann sagen, da ich BEIDE seiten kenne, dass stillen tausendmal einfacher, schneller, entspannter und vorallem kostengünstiger ist als fläschchen geben. die zeit am anfang wenn die milch schiesst und evtl. die brustwarzen etwas leiden ist hart, aber danach ist stillen einfach nur wunder wunder wunderschön.

und das es länger dauert kann ich nicht sagen, meine tochter trinkt 10 min und ist dann fertig, kein blödes flaschen sterilisieren etc... und auch im bekanntenkreis läuft das stillen problemlos. nachts brauchst du nicht aufstehen ,dir kalte füße holen und fläschchen machen, während dein baby brüllt bis die milch endlich fertig ist. unsere tochter schläft im beistellbettchen ich zieh sie im halbschlaf zu mir rüber und sie trinkt, ich schlafe ... bin tausendmal mehr ausgeruht als damals bei unserem sohn

also wenn ich vorher gewusst hätte und nicht so viele vorurteile gehabt hätte, hätte ich meinen sohn auf jedenfall auch gestillt. alleine die bindung die beim stillen entsteht ist unglaublich.

also ich wünschte das es jede mama zumindest probiert und den milcheinschuss durchhält, die meisten würden dann sagen, wie toll und einfach es ist zu stillen.

und die vorteile die stillen mit sich bringt, wie schneller wieder zum ursprungsgewicht, allergieminderung fürs baby, antikörper usw.

also wie gesagt, ich habe beides durch und stillen ist da auf jedenfall mit abstand die nr 1!

lg jayda

Beitrag von sternchen2812 10.11.10 - 20:25 Uhr

ich habe mich vor der geburt schon fürs stillen entschieden.
dann kam meine tochter aber 3 wochen zu früh und lag noch 10 tage auf der intensivstation. habe angefangen abzupumpen und nachher auch anzulegen, als sie schon fitter war, aber sie wollte nicht an der brust trinken, da sie noch schwach war. zu hause habe ich es immer wieder probiert. erst anlegen, 20 min rechts, dann links, wiegen, um zu schaun, wieviel sie aus der brust getrunken hat.
das waren aber meist nur 20-30 ml.
also abgepumpte milch mit der flasche geben und wieder abpumpen.
das spiel habe ich 1 woche gespielt,dann war ich echt platt. also habe ich mich nur noch fürs abpumpen entschieden. als sie muttermilch bekommen hat, war allerdings die verdauung echt schlecht. sie hatte aller 10-14 tage stuhlgang und hat sich nur gequält, mit blähungen und bauchschmerzen. sie tat mir so leid. dann wurde die milch auch weniger und meine nerven waren echt am ende, denn richtig vornehmen konnte man sie wg der abpumperei ja auch nicht, also habe ich nach 9 wochen abgestillt und sie hat die flasche bekommen. seitdem hatte sie keine bauschmerzen mehr und regelmäßig stuhlgang. nach 12 wochen hat sich ein rythmus von 4 flaschen eingespielt und uns beiden gings damit echt super. wenn baby nr. 2 kommt, weiß ich nicht, ob ich stillen würde.
mit der flasche war alles viel einfacher, ich konnte auch mal schnell allein weg und meinem mann die flasche in die hand drücken. hat alles vor- und nachteile, aber ich fand es im nachhinein viel besser.

Beitrag von simplejenny 11.11.10 - 08:30 Uhr

Weiß Du ich bin mir ja sicher, dass man, wenn man so einen schwerer Start hatte wie Du, es etwas schwer hat und das ist auch durchaus ein Grund nicht zu Stillen. Aber das mit der schlechteren Verdauung der Muttermilch ist quatsch. Gestillte Kinder haben weniger Stuhlgang weil die Muttermilch fast komplett verstoffwechselt wird und die 3-Monats-Kolliken haben auch fast alle Babys - mal mehr mal weniger.

Bitte beim zweiten ruhig nochmal probieren, wünscht
Jenny

Beitrag von kleiner-gruener-hase 10.11.10 - 21:59 Uhr

Das ist jeden seine Sache und mir würde es nicht einfallen jemanden der nicht stillen möchte vom Gegenteil zu überzeugen, denn wenn man von Anfang an nicht 100%ig dahintersteht bedeutet das nur Stress für Mutter und Kind.

Allerdings sollte von beiden Seiten (von der stillenden und von der nicht stillenden) Toleranz geübt werden.

Egal wie du dich entscheidest, es wird für dich und euer Kind der richtige Weg sein!

Beitrag von funkeline1976 10.11.10 - 22:14 Uhr

Vielen Dank für eure sehr interessanten Beiträge. Ich bin mal gespannt wie ich mich entscheiden werde.

Die Flexibilität ist bei der Flasche natürlich absolut gegeben.

Beitrag von hailie 10.11.10 - 22:25 Uhr

>> Die Flexibilität ist bei der Flasche natürlich absolut gegeben. <<

Naja, das muss auch nicht so sein. Meine erste Tochter wurde nicht gestillt und ließ sich meist trotzdem nur von mir ins Bett bringen. Phasenweise sowohl tags als auch abends.

Die Kleine (Stillkind) lässt sich dagegen am Tag völlig problemlos vom Papa betreuen, nur zum Stillen braucht sie mich eben. Wobei man da ja auch die Möglichkeit hat, gelegentlich die Flasche zu geben, solltest du einen Termin haben.

Nachteil der Flasche ist wiederum die Zubereitung, das Spülen, das Sterilisieren, die riesige Menge an Flaschenzubehör, die du immer dabei haben musst... das ging mir ziemlich auf den Keks, vor allem nachts.

Überleg dir für dich selbst, ob du stillen möchtest oder nicht. Du weißt vorher sowieso nicht, wie pflegeleicht bzw. eben wie anstrengend dein Kind sein wird.

VG,
hailie

Beitrag von getmohr 10.11.10 - 22:34 Uhr

ich hab mich dagegen entschieden, weil meine Töchter einen geringen Altersabstand haben und ich außerdem noch zwei Pflegekinder betreue. Somit hätten sich dann bei Geburt der Jüngsten drei Kinder unter 1,5 Jahre damit abfinden müssen dass ich keine Zeit für sie hab weil ich stille... das konnte ich mir einfach nicht vorstellen

Beitrag von line81 11.11.10 - 06:48 Uhr

Hallo,

wenn auch etwas spät von mir auch eine Antwort. Ich habe bewusst nicht gestillt und würde auch immer wieder so entscheiden!!!

Ich habe bei meinem ersten Sohn das Stillen probiert. Aber da er durch eine schwere traumatische Geburt ein KISS-Syndrom hatte (was wir aber nicht wussten) hat er leider nicht richtig trinken können an der Brust. ich habe dass eine schlimme Entzündung bekommen und war nur noch am Heulen. Schlussendlich bekam ich Abstill-Pillen und dann hatte sich die Sache.

Bei meinem Lütten (2 Jahre später) habe ich mich bewusst dagegen entshieden. Sicher hätte alles anderes werden können, aber ich wollte es nicht. Der Gedanke, dass da so ein Würmchen an mir rumsaugt, war unerträglich und so wusste ich von Anfang an, dass ich nicht sstillen werde.

Ich muss sagen, dass es im Umfeld auch immer geschockt angeschaut wurde und jeder mir nen Vortrag gehalten hat, wie toll das doch ist und wie gut fürs Baby #bla#bla#bla
Auch Hebamme und Frauenärztin ließen nicht locker! Selbst im Kreissaal wurde darüber nochmal gesprochen. Ich habe dann diese Pille bekommen und anfangs war auch alles toll. Allerdings bekam ich nach ner guten Woche so einen Milcheinschuss und hatte milch für 5 andere Babys. #schock

Irgendwann war auchdas Vorbei und unterdessen ist auch mein kleiner ungestillter Sohn fast 2 1/2 und putzmunter.

Wenn Du das für Dich entscheidest, dann finde ich das völlig i.O. genauso wie wenn Mütter stillen. Wir haben alle unsere Gründe uns so oder so zu entscheiden und das ist auch gut so.

Lass bloß nicht mit Dir disskutieren.

Alles Liebe, Line

Beitrag von susi3012 11.11.10 - 11:43 Uhr

Juhu,

ja ich!!!!
Bei mir ist es aber aus gesundheitlichen Gründen, wie sich beim 1. Kind raustellte...#:-(
Jetzt bin ich froh, mich dagegen enschieden zu haben, hab nämlich mal wieder ne Bauchentzündung, Durchfall und ne dicke Erkältung!!!#schmoll
Also volles Rohr mal wieder!!!!#augen
Nehm natürlich hochdosiertes Antibiotikum, Codein zum Husten stillen und Loperamid, vondaher bin ich froh, nicht zu stillen....!!!!
Weiss es ja zum Glück aus meiner 1 en Stillversuche, da lag ich genauso.
Und ja... hab nach der Geburt gleich 2 Tabletten bekommen, leider hatten die nicht die gewünschte Wirkung, hatte nämlich 3 Tage später den Milcheinschuss, also muss ich jetzt noch 1 Woche lang (ingesammt 2 Wochen) mit anderen Tabletten abstillen.
Vertrag sie ganz gut.#;-)
Also.... wie du siehst, es gibt immer wieder "komische" Fälle, warum Frauen nicht stillen.... und auch ich wurde deshalb schon komisch angeschaut, aber keiner muss ja mit meiner Krankheit klar kommen!!!!
LG #blume
Susi + Männer #winke

Beitrag von mini-wini 11.11.10 - 12:46 Uhr

Hallo,

ich will auch noch antworten, auch ein bisschen spät:-p.
Ich habe mich vor der Geburt meiner Tochter auch bewusst gegen das Stillen entschieden. Konnte mir das einfach nicht vorstellen, passte irgendwie nicht zu mir. Also hab ich Fläschchen und Milchpulver besorgt. Als ich dann aber im Kreissaal lag und meine Maus nach der Geburt ganz nackig und noch ganz blau in ein Handtuch gewickelt bei mir liegen hatte und die Hebamme meinte ich soll sie mal anlegen, dann tat ich das einfach. Hab gar nicht mehr drüber nachgedacht, dass ich nicht stillen wollte. Konnte ich auch nicht, war viel zu erschöpft zum Denken:-p. Zu guter Letzt habe ich 8 Monate voll gestillt (und hatte am Anfang auch heftige Schmerzen) und bin so froh, dass es so gekommen ist. Mittlerweile bekommt meine Maus (10,5 Monate) schon normales Essen und nur noch manchmal ein Fläschchen. Drum kann ich sagen: Fläschchen geben ist sooo umständlich. Stillen dagegen so eine tolle Sache.

LG hoffe du triffst für dich die richtige Entscheidung.