Fragen zur Verbraucherinsolvenz / PI

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Beitrag von mini-sumsum 11.11.10 - 08:46 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe zwar nächste Woche einen Termin bei der Schuldnerberatung sowie bei meinem Scheidungsanwalt, aber vielleicht könnt ihr mir die ein oder andere Frage schonmal beantworten.

Mein Mann und ich haben als Gesamtschuldner etwa 60.000 Euro Schulden; Gegenwerte sind davon nicht mehr vorhanden. Wir haben uns getrennt, Scheidung erfolgt im nächsten Jahr. Wir haben 1 (ab Dez. 2 Kinder), für die mein Mann Unterhalt zahlen muss.

Bisher haben wir unseren Kredit 50/50 zurückgezahlt. Nun eröffnete mir mein Mann, dass er ab Januar (wenn er Unterhalt fürs 2. Kind zahlen muss) seine Hälfte der Kreditrate nicht mehr zahlen wird. Das sind immerhin 500 Euro im Monat.

Er strebt nun seiner Aussage nach die Verbraucherinsolvenz an. Da wir ja bei der Bank als Gesamtschuldner haften, zahle ich, sobald er seine Zahlungen einstellt, ja "automatisch" die gesamte Rate von 1000 Euro.

Somit wäre ICH dann im Falle einer Zahlungsunfähigkeit sein einziger Gläubiger??? Demnach müsste er VOR einer PI zu einer Schuldnerberatung. Zusammen mit denen müsste er dann einen außergerichtlichen Zahlungsplan erarbeiten, wie er gedenkt, seine Schulden bei mir abzuzahlen???

Ich habe mir für den Fall einer PI seinerseits mal die Pfändungstabelle angeschaut. Demnach müsste er in diesen 6 Jahren nach Abzug von Unterhaltszahlungen montalich 75 Euro an mich zahlen. Macht zusammen dann eine Summe von unter 6.000 Euro. Damit müsste ich mich dann zufrieden geben, richtig? Und danach wäre er von seinen restlichen 24.000 Euro von mir befreit? Das sind ja tolle Aussichten.

Was ich auch gelesen hab: In der Pfändungstabelle wird eine Miete von über 400 Euro veranschlagt. Heißt das dann, dass ich die Möglichkeit habe, 100 Euro mehr pro Monat zu bekommen, wenn er tatsächlich nur 300 Euro Miete zahlt? Oder ist das irrelevant? Dann wären es insgesamt schonmal 12.000 die er mir zahlen müsste. Immer noch nicht schön, aber wenigstens etwas!

Mal angenommen, er käme mit einer Art Vergleich um die Ecke? Ab welcher angebotenen Summe "sollte ich zuschlagen"? Gibt es da Richtwerte?

Ich persönlich möchte nicht in die PI. Ich möchte alles versuchen, um unsere Schulden zu begleichen. Auch wenn es mir im Innenverhältnis mit meinem Noch-Mann gewaltig stinkt. Vor allem in der Elternzeit wird es verdammt schwer, aber ich möchte es versuchen. Ich möchte für das gerade stehen, was wir verbockt haben.

PS: Noch was vergessen. Hat es für mich irgendwelche finanziellen Auswirkungen (Pfändungsbetrag bei ihm, Unterhalt für unsere Kinder, etc.), dass er inzwischen mit seiner neuen Lebensgefährtin zusammen wohnt? Sie hat 4 Kinder (zw. 4 und 15), arbeitet halbtags, und bekommt "vom Amt Zuschüsse". Er ist dort aus genau diesem Grund nicht gemeldet; ansonsten könnte er seine Wohnung auch aufgeben, da diese lediglich auf dem Papier existiert.

Ich danke euch.

LG mini-sumsum

Beitrag von bellababy 11.11.10 - 09:18 Uhr

Hallo,

also so wie ich das jetzt verstanden habe kann Dein Mann Unterhalt zahlen und es ist noch was übrig was pfändbar ist? Soweit ich weiss kommt er damit nicht zu einer PI. Er muss komplett zahlungsunfähig sein erst dann stimmt das Gericht zu. Das ist er ja nunmal nicht.

Seine neue Lebensgefährtin ist uninteressant, solange sie keine gemeinsamen Kinder haben.

Der Schuldenberater wird deinen Mann aber sicherlich auch ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholen.


lg Janine

Beitrag von mini-sumsum 11.11.10 - 09:20 Uhr

Hi,

ja, genau. Nachdem er Unterhalt gezahlt hat, bleiben gemäß Pfändungstabelle noch 75 Euro "übrig". Zahlen müsste er aber 500 Euro für den Kredit. Somit ist er doch zahlungsunfähig, oder nicht?

Wenn dem nicht so wäre, gäbe es ja bei niemandem in einer PI auch nur einen Cent zu holen.

LG
mini-sumsum

Beitrag von bellababy 11.11.10 - 09:26 Uhr

Naja es kann sein das er gezwungen wird mehr zu arbeiten bzw. einen Nebenjob anzunehmen damit er seinen Verpflichtungen bzgl. des Unterhaltes nachkommt. Nein natürlich kommen nicht nur Leute in die PI wenn es dort keinen Cent zuholen gibt. Es gibt auch schon mal Insolvenzen wo eine Quote festgelegt wird die er zu zahlen hat. Aber wie gesagt er scheint nicht schlecht zu verdienen und wenn er erst noch zum Schuldenberater muss, dauert es noch eine ganze Weile bis zur PI. Ich denke der Schuldenberater wird ihm schon Möglichkeiten aufzeigen wie er seinen Verpflichtungen nachkommen kann.

Deine Angst kann ich schon verstehen aber glaube mir so einfach wie Dein Mann sich das ganze vorstellt ist es nicht! Zumal auch eine PI Geld kostet, ich hoffe das weiss er....



lg Janine

Beitrag von mini-sumsum 11.11.10 - 09:33 Uhr

Hi,

keine Ahnung, inwieweit er sich schon informiert hat.

Er sagt ganz klipp und klar: Mit der PI bleibt ihm deutlich mehr Geld im Monat übrig, als wenn er seine Schulden zahlt. Und nach 6 Jahren ist er dann aus der Nummer raus.

Dass er mich mit den beiden Kindern hat sitzen lassen, und mich jetzt auch noch auf dem Schuldenberg sitzen lassen will (und das alles nach über 10 Jahren Beziehung / 7 Jahren Ehe), das ist ihm anscheinend schnuppe. Er will "einfach nur noch raus aus der Nummer"...

Beitrag von bellababy 11.11.10 - 09:48 Uhr

Also wie gesagt mach Dir da bitte nicht so einen großen Kopf drum bloß weil er meint er hat dann mehr Geld... Ich hoffe inständig das sagt er auch beim Schuldenberater, dann bekommt er mächtig eins auf den Deckel.


Dieser Mensch gehört wohl in die Kategorie "Arschloch" sorry aber das konnte ich mir nicht verkneifen ;-)


Wie gesagt so einfach ist das mit der Insolvenz nicht, soll er mal glauben das er so einfach aus der Nummer rauskommt. Wird er nur leider nicht. Sei froh das Du ihn los bist und geniess Dein Leben mit den beiden Kleinen.


Lg Janine

Beitrag von mini-sumsum 11.11.10 - 09:53 Uhr

Da sagst du was, ich bin heilfroh, dass ich ihn losbin. Auch wenn ich das lange Zeit nicht wahr haben wollte...

Für mich war die Ehe immer ein "in guten und in schlechten Tagen"... Und was man zusammen verbockt hat, badet man auch zusammen aus.

Nun ja, ich wurde eines besseren belehrt.

Ich frag mich grad halt nur, ob es nicht vielleicht besser ist, auf IHN zuzugehen, und ihm eine Art "Vergleich" anzubieten. Also z.B. seine Rate von 500 auf 350 Euro zu senken. Denn wenn er wirklich dicht macht, gehe ich ja fast leer aus.

Aber dazu wird man mir bei der Schuldnerberatung ja sicherlich auch kompetent helfen. Ich hoffe ja auch, dass ich zusammen mit dem Schuldnerberater bei der Bank etwas erreichen kann; z.B. etwas geringere Raten.

LG
mini-sumsum

Beitrag von coppeliaa 11.11.10 - 13:10 Uhr


"also so wie ich das jetzt verstanden habe kann Dein Mann Unterhalt zahlen und es ist noch was übrig was pfändbar ist? Soweit ich weiss kommt er damit nicht zu einer PI."

doch. kommt es schon.

und ja, in so einer konstellation bleibt ihm mit PI tatsächlich mehr geld also ohne ...

lg

Beitrag von coppeliaa 11.11.10 - 13:05 Uhr


Hi!

soweit ich weiß (ohne gewähr!):

"Da wir ja bei der Bank als Gesamtschuldner haften, zahle ich, sobald er seine Zahlungen einstellt, ja "automatisch" die gesamte Rate von 1000 Euro."

ja. du kannst natürlich auch mit der bank nachverhandeln und versuchen den kredit zu verlängern etc.

"Somit wäre ICH dann im Falle einer Zahlungsunfähigkeit sein einziger Gläubiger???"

nein, die bank ist zuerst einmal gläubiger. und die werden den kredit bei einer insolvenz auch "anmelden" oder wie das heißt. durch alles was du zahlst, wird seine schuld bei der bank geringer und bei dir höher.

"Demnach müsste er VOR einer PI zu einer Schuldnerberatung. Zusammen mit denen müsste er dann einen außergerichtlichen Zahlungsplan erarbeiten, wie er gedenkt, seine Schulden bei mir abzuzahlen???"
das ist so ein vergleichsvorschlag. so ungefähr 'ich bezahle XY% meiner schulden bei ihnen, den rest erlassen sie mir'. wenn dem nicht alle gläubiger zustimmen, dann gehts in die PI.

"Macht zusammen dann eine Summe von unter 6.000 Euro. Damit müsste ich mich dann zufrieden geben, richtig?"
Leider nein. zuerst werden mal alle gebühren bei gericht bezahlt. dann wird nach quote an alle gläubiger aufgeteilt. es kann durchaus sein, dass du hier null(!) bekommst.

"Und danach wäre er von seinen restlichen 24.000 Euro von mir befreit?"
leider ja!

such dir unbedingt fachliche beratung - gut, dass du schon einen termin bei der beratung hast. ich würde mal drauf tippen, dass deine karten insgesamt recht schlecht sind und du kaum bis nix an geld sehen wirst!

alles gute!

Beitrag von gedankenspiel 11.11.10 - 16:36 Uhr

Hallo,

ich nehme an, ihr habt für den Kredit beide unterschrieben.
Also seid ihr auch beide in der Pflicht, ihn zurück zu zahlen.

Ist schon richtig:
Wenn dein Mann nicht mehr zahlt, wird sich die Bank an dich wenden.

Wie kommst du darauf, dass dein Mann dann bei DIR Schulden hat?
Solange nichts schriftlich festgehalten ist, ist das rechtlich gesehen nicht so.
Falls ihr vertraglich festgehalten habt, dass du deinem Mann 30.000 Euro geliehen hast und er dir monatlich 500 Euro zurück zahlt, ist das was anderes - dann könntest du dich, sollte er in die Inso gehen, als Gläubiger von ihm zur Tabelle melden lassen.

Ansonsten hast du wirklich schlechte Karten...
Der Gesamtkredit wird an dir hängen bleiben, fürchte ich.

Wenn dein Mann zur Schuldnerberatung geht, wird ein außergerichtlicher Einigungsversuch gestartet.
Vielleicht lässt sich die Bank auf einen Vergleich ein, das MUSS sie aber nicht.
Ansonsten hilft nur der Weg zum Gläubiger, leg deine finanzielle Situation dar und erarbeite ggf. einen Schuldenregulierungsplan - evtl. mit verlängerter Laufzeit.
Willst/Kannst du das nicht, wird dir über kurz oder lang auch nur die Inso bleiben.

Man sagt: Wenn man seine Schulden nicht innerhalb von 6 Jahren tilgen kann, macht eine Inso auf jeden Fall Sinn.


LG,
Andrea

Beitrag von vwpassat 11.11.10 - 20:55 Uhr


Warum schon wieder das selbe Thema?


http://www.urbia.de/archiv/forum/th-2883465/Noch-Mann-droht-mir-mit-Privatinsolvenz.html


Interessant finde ich auch das für "Bekannte" fragen:

http://www.urbia.de/archiv/forum/th-2778257/Elternzeit-Eltergeld-gt-Vater-und-neuer-Partner.html