Erstes Diktat in der zweiten Klasse.

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von luka22 11.11.10 - 09:02 Uhr

Die Deutschlehrerin meines Sohnes hat zu Schuljahresbeginn angekündigt, dass bald das erste Diktat geschrieben wird. Nun, nichts Außergewöhnliches, klar, dass das mal bald losgeht. Ich muss sagen, dass die Lehrerin auch letztes Jahr eher langsam im Fach Deutsch gearbeitet hat, was meinem Sohn sehr zugute gekommen ist. Er hat große Schwierigkeiten beim Lesen. Diktiert wurde den Kindern bisher noch nie etwas.
Deshalb hat mich gestern echt der Schlag getroffen. Dachte ich doch, dass man im Diktat zuerst mit einfachen Wörtern beginnt, die man lautgetreu schreiben kann, also irgendwas mit: heben, der Hase, der Rasen, die Hefe... sowas in der Art. Nein, das erste Diktat lautet in etwa:
"Im Herbst ist es kalt. Die Blätter färben sich bunt und fallen auf den Boden..."
4 Sätze in der ARt #schock. Ich war wirklich geschockt. Ich habe keine Ahnung, wie ich meinem Sohn helfen kann, die Schreibweise so vieler Wörter auswendig zu lernen. Vor allem so viele Wörter, die eben nicht lautgetreu geschrieben werden, sondern wo man auf Konsonantenverdoppelung, Umlaute, "ie" achten muss und dann noch die Groß- und Kleinschreibung. Ich habe meinen Sohn gefragt, wie sie das üben sollen. Er meinte nur, die Lehrerin habe gesagt, man solle das bis zur nächsten Woche einüben #aerger.

Das Diktat wird nicht benotet. Das ist mir auch herzlich egal. Ich möchte nicht, dass mein Sohn durch einen granantenmäßigen Misserfolg weiter demotiviert wird. Und was mich noch ärgert: Es ist nicht MEINE Aufgabe das mit meinem Sohn durchzuackern oder ihm Lerntechniken beizubringen. Aber wen interessiert das?

So, genug rumgeplärrt und lamentiert. Hilft ja alles nichts. Heute Mittag werden Karteikarten und Karteikasten gekauft.

Grüße
Luka #schmoll

Beitrag von zaubertroll1972 11.11.10 - 09:22 Uhr

Hallo,

ich muß ganz ehrlich sagen daß ich die Sätze jetzt nicht besonders schwierig finde und daß Ihr das Diktat sogar vorher noch zum Üben bekommt ist doch wirklich super!
Laß` Dein Kind die Sätze öfter abschreiben und dann wird er sich die Wörter schon merken.
Mein Sohn hat in der Schule momentan häufig solche Abschreibtexte und ich denke die Diktate werden bald arauf folgen.
Ich meine, die Kinder sind in der 2. Klasse. Wörter wie Du sie zuvor genannt hast haben sie hier in der 1. Klasse allein geschrieben.
Karteikasten und Karten haben unsere schon in der Schule. Damit wird jetzt auch gearbeitet.
Er wird das schon schaffen. Übt ein wenig. Verstehe Deinen Unmut nicht.

LG Z.

Beitrag von parzifal 11.11.10 - 09:23 Uhr

Hat die Lehrerin dich verpflichtet die Aufgaben mit Deinem Sohn zu lernen?

Wie und wo denn?

Dein Sohn soll das doch lernen.

Die Wörter sind bekannt und die Arbeit wird noch nicht mal benotet.

So ganz kann ich Dein Problem nicht nachvollziehen.

Mit wieviel Samthandschuhen muss man den als Lehrer noch arbeiten um keine Kritik abzubekommen.

Beitrag von nicky131974 11.11.10 - 09:29 Uhr

Verstehe deine Aufregung nicht, mein Sohn ist auch 2. Klasse und sie schreiben morgen schon das 3. Diktat (Seit Sept. ist wieder Schule.)

Sie bekommen die Lernwörter und haben schon angefangen Rechtschreibregeln zu lernen.

Und ja das ist auch deine Aufgabe mit ihm zu üben. Schule und Eltern sollen zusammenarbeiten. Und mit Misserfolgen muss er klar kommen. Und ab dem zweiten Halbjahr gibt es Noten. Zumindest in Baden-Württemberg. Der Freund meines Sohnes bekommt jetzt schon Noten , nur ein Ort weiter in der Schule.

Also deine Aufregung versteh ich wirklich nicht. Und vier Sätze sind nicht die Welt. Das hat meiner schon in der ersten Klasse gehabt.

Und wenn du selber unsicher bist REDEN hilft ungemein. Geh zur Lehrerin und lass es dir erklären, wie sie es gemeint hat.

LG Nicole

Beitrag von kada8102 11.11.10 - 12:05 Uhr

Hallo,

bei uns ist das genau so wie du geschriben hast.. nur der unterschied ist .. wir kommen aus Bayern

Beitrag von nicky131974 11.11.10 - 09:31 Uhr

Noch ein Tip: Laufdiktatk.

Dein Sohn legt das zu lernende weiter weg. Läuft hin schaut, was er schreiben muss. Geht zum Tisch und schreibt. Und so bis er alles geschrieben hat. So lernt er gleichzeitig sich die Wörter einzupregen wie stures Abschreiben.

Beitrag von zaubertroll1972 11.11.10 - 09:33 Uhr

So machen sie es hier auch!

Beitrag von lisabet 11.11.10 - 10:27 Uhr

Das ist eine mal etwas andere Form des Übens, die sogar Spass machen könnte. Finde ich eine richtig gute Idee, die ich bestimmt in Zukunft mal anwenden werde.

LG Lisabet

Beitrag von soulcat1 11.11.10 - 09:37 Uhr

Hallo! #winke

Weiß garnicht was ich auf Deinen Post sagen soll...

Ist es nicht normal, dass die in der 2. Klasse härter ran genommen werden? #kratz

Meine Tochter ist jetzt in der 1. Klasse. Mütter von Kindern aus weiteren Klassen sagen immer wieder:

1. Klasse ist noch PillePalle aber in der 2. Klasse wird es schon richtig schwer! #schock Gut, ich arbeite alos gedanklich schon darauf hin, dass es ab der 2. Klasse hart wird.

Was ich gut finde, ist dass die Klassenlehrerin meiner Tochter schon JETZT Worte diktiert.
Gut, das ist natürlich wirklich schwer für Kinder, die grade mal seit 10 Wochen in der Schule sind aber so lernen sie es wenigstens.

Warum übst Du nicht einfach zuhause das diktieren?

Meine Tochter geht in die Ganztagsschule und wenn wir um halb 5 zuhause sind, hängen wir noch ca. 30 Minuten (ganz wie die Konzentration noch ist) dran und lesen oder ich diktiere ihr Worte.

Du tust doch Deinem Sohn was gutes damit!!

Oder Nachhilfe? 2 Stunden die Woche? Damit das nächste Diktat kein Reinfall wird?

Würde ich mal überdenken...

Liebe Grüße

Petra & Joelina (bald 7) :-p

Beitrag von barbarelle 11.11.10 - 09:43 Uhr

Bevor das erste Diktat geschrieben wurde, hat die Lehrerin meiner Tochter den Kindern Lerntechniken beigebracht.

Angefangen vom richtigen Umgang mit dem Karteikasten, zu Laufdiktat bis hin zu Dosen-/Becherdiktat.

Hat Eure Lehrerin das noch nicht mit den Kindern geübt? Gerade weil die Kinder ja lernen sollen selbständig zu lernen, finde ich es ein MUSS ihnen die richtigen Techniken beizubringen. Jedes Kind hat so die Gelegenheit sich diese Methode herauszupicken, mit der es am besten lernt.

Das sollte - unabhängig davon ob ein Diktat bewertet wird - eigentlich gemacht werden.

Rede mal mit der Lehrerin und viel Erfolg ;-)

LG
Barbarelle



Beitrag von luka22 11.11.10 - 10:00 Uhr

Danke! #schwitz

Genau darum geht es mir. Um die Reihenfolge: Zuerst sollte man doch die richtigen Arbeitstechniken lernen und mit einfachen Wörtern anfangen. Ich glaube ja, das andere Kinder im 2. Schuljahr schon viel weiter sind. Unsere nicht und aus heiterem Himmel quasi fällt dieses Diktat. Nun, für gute Schüler wird das wahrscheinlich auch kein Problem sein. Die haben sich die einfachen Wörter schon längst durch das Lesen eingeprägt. Ein Kind, das schon im Lesen große Schwierigkeiten hat, prägt sich da noch nicht viel ein. Deswegen sind gerade für die Schwachen die richtigen Arbeitstechniken unerlässlich. "Übt mal" ist doch ein bisschen wenig. Meinem Sohn bringt das Abschreiben eines Textes gar nichts. Er liest die Wörter ja nicht, sondern kopiert sie lediglich.


Grüße
Luka

Beitrag von barbarelle 11.11.10 - 10:09 Uhr

Hallo Luka,

da würde ich aber umgehend mit ihr reden.
Denkst du sie hat es versäumt oder verzichtet einfach so drauf? Das wäre reichlich unprofessionell. Oder möchte sie sich einfach nur einen Einblick verschaffen, was die Kinder so drauf haben ohne irgendeine erlernte Technik?

Das fände ich doof.

Wünsch euch alles Gute.

LG
Barbarelle

Beitrag von luka22 11.11.10 - 12:03 Uhr

"Denkst du sie hat es versäumt oder verzichtet einfach so drauf?"

Die Frage kann ich dir nicht beantworten. Ich weiß ja nicht, was im Unterricht läuft. Ich weiß nur, dass mein Sohn noch nie in Deutsch etwas mithilfe einer Arbeitstechnik erlernen musste (vom Abschreiben abgesehen). Es war bisher weder Hausaufgabe, noch hat er je von so etwas erzählt. Auch im Förderunterricht (!) wurde bislang nur abgeschrieben.

Grüße
Luka

Beitrag von luka22 12.11.10 - 16:32 Uhr

kleiner Nachtrag:

Ich habe jetzt mit der Lehrerin telefoniert. Sie fängt nächste Woche (!) an, den Kindern zu zeigen, wie man sich auf ein Diktat vorbereiten kann. Am Donnerstag diktiert sie es dann.
Ich sagte ihr noch, dass mein Sohn große Schwierigkeiten hätte, sich das Schriftbild der Wörter zu merken. Da meinte sie, das sei nicht weiter verwunderlich, schließlich habe sie noch nie ein Diktat geschrieben und bis jetzt hätten sich die Kinder das Schriftbild nicht merken müssen. Auf meinen letzten Nachsatz, dass das unter diesen Aspekten ein ganz schön langer Text mit vielen neuen Wörtern ist, meinte sie: "Nein."

Grüße
Luka

Beitrag von barbarelle 12.11.10 - 16:51 Uhr

Hmmm... also ich muss sagen, ganz schön hart. Vor allem für die Kinder, die Probleme mit dem Fach deutsch haben.

Mein Kind hat zusätzlich zur deutschen Schule noch muttersprachlichen Unterricht besucht. Dort fand ich das System klasse. Die Kinder schrieben jedesmal ein Diktat.

Angefangen wurde mit sage und schreibe einem Wort. In der ersten Klasse ging es schon los.Erst zum Ende des Schuljahres wurden höchstens 2 Sätze diktiert. Geübt wohlgemerkt.
Dort gab es auch kein "Schreiben wie man hört". Fehler wurden sofort angestrichen.

Dadurch hat meine Tochter auch in der deutschen Schule profitiert und so gelernt, sich die einzelnen Wörter erst einmal einzuprägen.

Wäre das eine Idee für dich um so mit deinem Sohn zu üben?

Alles Gute wünsch ich Euch.

LG
Barbarelle

Beitrag von tauchmaus01 11.11.10 - 09:44 Uhr

Also ich finde das auch nicht schwer.
Jule hat in der ersten Klasse schon einige Diktate geschrieben die dem entsprechen was Du hier geschrieben hast.
Immer so 4-5 Sätze.
Die Kinder bekamen die Diktate mit nach Hause und konnten üben.

***
Es ist nicht MEINE Aufgabe das mit meinem Sohn durchzuackern oder ihm Lerntechniken beizubringen. ***

Also, ich finde schon dass es auch Aufgabe der Eltern ist mit Kindern zu üben für die Schule. Du mußt später auch Vokabeln abfragen oder bei anderen Aufgaben vielleicht mal helfen.

In was für einer Schule ist er denn dass er noch nicht gelernt hat wann man ie schreibt oder nur ein i ? Oder welche Worte groß und kleingeschrieben werden?

Ehrlich gesagt bin ich erschrocken dass er das noch nicht weiß.

Mona

Beitrag von jule2801 11.11.10 - 10:04 Uhr

Hallo Luka,

wie hier schon einige erwähnt haben ist das Laufdiktat eine gute Möglichkeit die Wörter zu lernen und was bei meinem Sohn hilft sind die ganz klassischen Lernwörter. Also du pickst die Wörter raus die Ihm schwer fallen und die schreibt er dann eine Zeile lang auf - ist nicht wirklich eine schöne arbeitet, wirkt aber bei meinem Sohn ungeheuer gut!

Bezüglich deiner Aussage, dass es nicht deine Aufgabe ist deinem Sohn Lerntechniken beizubringen, muss ich dir wiedersprechen. In der Schule kann gar nicht so viel geleistet werden, dass wir zu Hause nicht mehr gefordert sind. Und könnte es nicht eventuell sein, dass sie in der Schule schon mal so Laufdiktate gemacht haben, er diese aber gar nicht mit üben zu Hause in Verbindung bringt (so war das nämlich bei meinem Sohn).

Wenn du überhaupt nicht weiter weißt wie du das mit ihm üben sollst, ruf doch einfach mal seine Lehrerin an und frag sie, wie sie sich das gedacht hat und ob sie den Kindern schon eine Lerntechnik vermittelt hat. Meine Erfahrung mit den Lehrern in den letzten Jahren war, dass sie immer gern bereit waren mir so etwas zu erklären, wenn ich sie darauf angesprochen habe.
Und nicht vergessen, bei so einem Gespräch macht der Ton die Musik

lg und viel Erfolg
Jule!

Beitrag von barbarelle 11.11.10 - 10:15 Uhr

Hallo Jule,

doch. In unserer Schule wurde das geleistet und die Klassenlehrerin damals war sehr engagiert. Woher sollen Eltern auch Techniken kennen, wenn sie über keine entsprechende Ausbildung oder gar I-net verfügen?

Es gehört zum Lehrplan nunmal dazu den Kindern diese Techniken zu vermitteln, so wie man Rechenwege lernt und nicht jedes Kind seinen eigenen Rechenweg finden lässt oder gar die Eltern einspannt.

Das Zuhause noch geübt und gefordert wird, dem widerspreche ich nicht aber für gewisse Dinge schickt man sein Kind nunmal in die Schule. ;-)

LG
Barbarelle


Beitrag von jule2801 11.11.10 - 23:24 Uhr

Hallo Barbarella,

ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht dass eine Schule das leistet! Ich habe ja bis jetzt auch nur meinen Großen in der Schule, aber bis jetzt kam er nie nach Hause und hatte wirklich eine Strategie wie er für Deutsch zu lernen hat. Ich habe dann mit der Lehrerin telefoniert und die hat mir gesagt wie das laufen soll. Sie hatten das wohl auch in der Schule mal so gemacht, aber für ihn war das ganz klar Teil der Schule und nichts was man zu Hause auch so machen würde.

Ich ging jetzt ganz selbstverständlich davon aus, dass das überall so ist - mein Fehler!

lg Jule!

Beitrag von barbarelle 12.11.10 - 03:56 Uhr

Macht ja nichts ;-). Ich muss dazu sagen, dass wir ziemliches Glück hatten mit unserer Lehrerin. Eine wundervoll engagierte und herzliche junge Frau.

Sie hat die Kinder gut auf die 3te Klasse vorbereitet und ihnen zum Thema "Diktat" einiges an Technicken beigebracht. Wobei die gesamte Lehrerschaft der 1. und 2. Klasse das so handhabt hier an unserer Schule.

Ich wusste z.b. gar nicht, was es da alles gibt an Kniffen. Vom einfachen Abschreiben bis zum Laufdiktat, Dosendiktat, Becherdiktat etc.

LG
Barbarelle

Beitrag von luka22 11.11.10 - 11:58 Uhr

Ja, das werde ich jetzt auch tun, ich werde die Lehrerin anrufen. Ich wollte es eigentlich nicht, will ja nicht gerade gleich beim ersten Diktätchen Alarm schlagen. Aber so wurschtel ich ja auch irgendwie rum und mache es so, wie es in Lernbüchern für lese- und rechtschreibschwache Schüler vorgeschlagen wird.


Grüße
Luka

Beitrag von delfinchen 11.11.10 - 10:17 Uhr

Hallo,

wenns vorher bekannt ist und geübt werden kann, dann ist es doch kein Diktat?
Auswendiglernen der ganzen Wörter nützt nix, er muss REGELN erkennen und anwenden.

LG,
delfinchen

Beitrag von rhcp 11.11.10 - 11:51 Uhr

Hallo zusammen,
in dieser Diskussion wird immer wieder erwähnt, dass Eltern selbstverständlich mit ihren Kindern zu Hause lernen sollten. Klar, in den meisten Fällen ist das auch nötig, wir tun´s auch;-).
Auch beim letzten Elternabend (Klasse 5) wurden wir gebeten, mit den Kindern zu lernen und die Hausaufgaben zu kontrollieren, da die Klasse sehr groß ist.

Nun frag ich mich aber doch, worauf diese Situation hinausläuft. Ist es denn nicht so, dass in dem Moment, in dem die Eltern zu aktiver Beteiligung am Lernen aufgefordert werden, ein Teil der Kinder automatisch benachteiligt wird? Was ist mit Kindern mit Migrationshintergrund, deren Eltern häufig schlechter Deutsch sprechen als die Kinder selbst? Was ist mit den Kindern voll berufstätiger Eltern?

Sicher gibt es immer Lösungen in Form von professioneller Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung etc., aber grundsätzlich lässt sich dieses Problem so auf Dauer auch nicht lösen.

Kann man hier noch von "gleichen Bildungschancen für alle" sprechen?
Werden hier nicht schon die ersten Bedingungen zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft geschaffen?
Der Unterschied zwischen den Kindern, die die volle elterliche Zuwendung genießen können und denen, die keinen Rückhalt erwarten können, ist bereits in der Klasse unseres Sohnes enorm spürbar.

Sinnvoller fände ich es, die Kinder mit Techniken vertraut zu machen,die ihnen das selbstständige Üben erleichtern.

Interessant wäre, herauszufinden, wo der Grund liegt, dass die Kinder zu Hause mit ihren Eltern nacharbeiten müssen, um mitzukommen. Ich kann mich nicht erinnern, dass zu meiner Schulzeit eine intensive Mitarbeit der Eltern gefordert worden wäre. Ich habe meine Schularbeiten immer selbstständig erledigt, der Kontakt meiner Eltern zur Schule bestand aus regelmäßig besuchten Elternabenden und Schulfesten. Und ich war immer eine sehr gute Schülerin;-). Die Klassen waren auch damals schon groß, daran kann es wohl nicht liegen.

Möglicherweise müssen sich heute viele Lehrer zusätzlich zum reinen Unterricht mit ganz anderen Problemen auseinandersetzen. Wenn beispielsweise Eltern der Meinung sind, Kindergarten oder Schule würden einen Großteil der Erziehungsarbeit übernehmen, dann ist hier die Lehrkraft meiner Meinung nach überfordert.
Die Schule sollte ein Ort sein, an dem Lesen, Rechnen und Schreiben geübt wird. Erziehung sollte zu Hause stattfinden. Dann könnten sich die Lehrer auch die Zeit nehmen, ausreichend mit den Kinder während der Schulzeit zu lernen und ihnen das Rüstzeug für eine weitgehend selbstständige Bearbeitung der Hausaufgaben mitgeben.

#winke
RHCP
P.S.: @ Luka: #liebdrueck und ganz viel #klee für Sohnemann!

Beitrag von h-m 11.11.10 - 14:40 Uhr

Meine Tochter ist erst in der 1. Klasse, aber ich antworte Dir trotzdem mal, weil ich Vollzeit berufstätig und ae bin. Sie besucht die Ganztagsbetreuung und macht dort ihre Hausaufgaben. Zusätzlich üben wir bislang nur lesen, täglich ca. 10 Minuten. Da ist Berufstätigkeit keine Ausrede, das kann man auch noch abends machen. Wenn wir nach Hause kommen, schaue ich erst mal die Mappen und Hefte durch, dabei kontrolliere ich auch die HA (in der Betreuung prüfen sie nur die Vollständigkeit). Ab und an diktiere ich ihr ein paar Wörter/einfache Sätze. Ein paar Minuten finden sich doch immer.

Gerade beim Lesen sehe ich auch ein, dass man das besser in der Situation 1 Kind - 1 Erwachsener üben kann. Mein Vater hat mir auch Lesen beigebracht (noch bevor ich eingeschult wurde). Später, als ich zur Schule ging, haben meine Eltern nicht mit mir geübt, war auch nicht notwendig, bei schlechten Noten hätten sie es sicher getan. In der weiterführenden Schule haben sie aber zumindest anfangs immer Vokabeln abgehört, um sicherzugehen, dass ich mir die richtige Aussprache eingeprägt habe.

Zumindest Berufstätigkeit ist in meinen Augen keine Ausrede, das Kind nicht in schulischen Dingen zu unterstützen.

Beitrag von rhcp 11.11.10 - 15:16 Uhr

Hallo,
schön, dass es bei Euch gut klappt.
Aber bitte nicht falsch verstehen:
Vollzeitberufstätigkeit sollte keine Ausrede sein, sich nicht um die schulischen Belange des Nachwuchses zu kümmern. Wie man an Dir sieht, kann auch beides ganz gut klappen.
Ich habe eher an Familien gedacht, in denen es beispielsweise mehrere schulpflichtige Kinder gibt. Wenn dann eine vollbeschäftigten Mutter erst am Abend nach Hause kommt, kann aus rein zeitlichen Gründen die Betreuung nicht so intensiv ausfallen wie in anderen Familien.

Aber der eigentliche Punkt ist ja, dass nicht mehr alle Kinder in einer Klasse die selben Chancen haben, da es nicht mehr nur auf die Leistung der Kinder ankommt, sondern auch darauf, wie viel Zeit und Geld man als Eltern in die Schulkarriere der Kinder investieren kann.

#winke

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