Denke über Trennung nach (Kind beim Papa lassen?)

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von help.help 11.11.10 - 10:12 Uhr

Morgen.

Ich habe in letzter Zeit sehr viel Streit mit meinem Mann, und bin denke ernsthaft über eine Trennung nach. Der einzige Grund, der mich bis jetzt immer zurück gehalten hat, ist unser Kind.

Mein Mann ist eine sehr starke Persönlichkeit, wird auch öfters sehr laut und sogar aggressiv, wenn wir Streit haben. Er hat schon öfters erwähnt, das das Kind auf jeden Fall bei ihm bleiben würde, und er es niemals hergeben würde. Natürlich liebe ich unser Kind über alles, aber ich spiele mit dem Gedanken ihm seinen willen zu lassen. Er soll schauen wie er klar kommt. Ich weiß genau, das er es auf einen riesen Roßenkrieg mit Gerichtsverhandlung und allem drum und dran anlegen würde, wenn ich sagen würde, NEIN ich will das Kind bei mir haben. Und genau für sowas hab ich keine Kraft mehr. Ich musste mir in unserer Beziehung so viel Sachen erkämpfen, dann will ich wenigstens die Trennung so leicht wie möglich hinter mich bringen.

Allerdings habe ich Angst, das Kind im "Stich" zu lassen, obwohl ich weis, das es bei seinem Vater sogar besser aufgehoben wäre, als bei mir.
Ich habe Angst, wie es nach der Trennung weiter geht. Sehe ich das Kind noch? oder legt er es sogar drauf an, mir den Umgang ganz zu verwehren?Ich war eben in einem Chat, da haben 2Stück total empört reagiert. Wie ich denn nur auf die Idee kommen könnte, da drüber überhaupt nachzudenken usw...niemals würden sie ihre Kinder "alleine" lassen usw...Aber es wäre doch beim Vater und nicht alleine. Und ich würde ,sofern ich "darf" das Kind jede Woche besuchen, oder es zu mir holen.

Ich weis einfach nicht, was ich tun soll. Ist es heut zu Tage wirklich so schlimm zu sagen: Ich lasse mein Kind beim Vater????
Wenn es doch für das Kind das beste ist, warum also nicht auch mal so rum? Gibts irgendwo ein Gesetzt, in dem steht, das nur die Frau das Kind behalten darf? Natürlich hab ich auch Angst, das ich mir irgendwann Vorwürfe mache, das Kind nicht doch zu mir geholt zu haben .
Aber JETZT im Moment....weis ich mir einfach nicht anders zu helfen.
Und wie gesagt, für einen Krieg hab ich keine Kraft.

Gruß#blume

Beitrag von goldmannchen 11.11.10 - 10:15 Uhr

hallo....

wie alt ist euer kind?? ist das ein papa kind oder eher auf dich fixiert?

Beitrag von redrose123 11.11.10 - 10:18 Uhr

Du schreibst er ist dir gegenüber Laut und Aggresiv? Und eurem Kind gegenüber? Ich denke wenn das Kind bei Ihm gut aufgehoben ist, und der Kleine dort leben will und Ihr damit klarkommt, du hast ja trotzdem Umgang mit Ihm, dann ist das ok für euch.

Aber für mich hört sich dein Mann nicht an wie ein Liebevoller Papa ;-) Den Umgang kann er dir nicht verwehren du bist die Mutter und auf dein Recht solltest du bestehen, am ende ist dann wohl immer Krieg ob dein Kind nun bei dir lebt oder nicht oder? Wenn du gehst und später dein Kind willst wird es schwer werden es zu bekommen, hab so einen Fall erlebt wo die Kinder eher zu Mutter hätten sollen ;-)

Beitrag von fensterputzer 11.11.10 - 10:24 Uhr

1. ein paar Fragen:

Wie geht er mit dem Kind um?
Wer betreut das Kind zur Zeit?
Arbeitet er Vollzeit?
Wer betreut das Kind wenn du weg bist?
Wie arbeitest du?

Danach gebe ich dir einen rat.

Beitrag von help.help 11.11.10 - 10:35 Uhr

1. sehr liebevoll, beschäftigt sich öfters und länger damit als ich, kann aber auch laut werden, wenn er schimpft usw...
2. Vormittags Kindergarten, Nachmittags ich, und Abends ich und Papa.
3. Ja, tut er.
4. Wenn ich weg bin, ist er immer da. 1mal im Monat ist Kind bei Oma für 2Nächte.
5. Ich arbeite 2mal die Woche Vormittags und 2mal die Woche Abends.
(Kann aber auch wieder mehr werden, was ich schwer hoffe)

Gruß#blume

Beitrag von redrose123 11.11.10 - 10:38 Uhr

Hört sich doch alles nicht wirklich schlecht an, aber den Umgang würd ich als Mutter trotzdem wahrnehmen und im Ernstfall einklagen, und nicht hinwerfen weil man keine Kraft hat, wie fühlt sich das für euer Kind an?

Beitrag von stormkite 11.11.10 - 10:29 Uhr

Nein, ich finde es nicht schlimm, das Kind beim Vater zu lassen. Vor allem, wenn ich weiß, das es dem Kind dort gut geht, möglicherweise besser als bei mir.

Ein Trennungskrieg hingegen ist grausam für Kinder. Loyalitätskonflikte, unregelmäßige Besuchsregelungen, finanzieller Mangel ... mit getrennt lebenden Eltern, bei denen zu Beiden ein guter Kontakt aufrecht erhalten wird, kommen Kinder ziemlich gut zurecht.

Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden, und tu das, was du für richtig hältst.

Kite

Beitrag von gans_amanda 11.11.10 - 10:31 Uhr

Hallo,

also ich finde es generell nicht verwerflich, wenn Kinder bei ihrem Vater leben. Ist ja eben selbiger. Entscheidender sind doch die Gründe dafür oder dagegen, wo ein Kind nach einer Trennung lebt. (Verbleib in der Umgebung, entsprechend soziale Bindungen, Arbeitszeiten, besseres Verhältnis....)

Wenn ich aber lese, dass er im Streit laut und aggressiv wird... dreht sich mir der Magen um.

Dein Beitrag erweckt doch eher den Eindruck, dass du eingeschüchtert bist, vielleicht sogar Angst vor ihm hast. Ich bitte dich, du willst sogar auf seinen guten Willen hoffen, dass du euer gemeinsames Kind regelmäßig sehen darfst?! Es ist das Recht des Kindes und des anderen Elternteils Umgang zu pflegen!!!!

Es gibt tausend Gründe warum Kinder bei ihrem Vater ebensogut oder teilweise besser aufgehoben sind. Einschüchterung ist keiner.

Das Kind als Druckmittel: Immer wieder gern genommen, um einer Trennung vorzubeugen. Hunde die bellen....

Ich wünsch dir viel Kraft!

Beitrag von frauke131 11.11.10 - 10:38 Uhr

Eine Trennung vom Partner bedeutet niemals eine Trennung vom Kind! Das Kind hat ein Recht auf BEIDE ltern und sollte nicht auf einen verzichten müssen. Wie das im einzelnen aussieht, muss man eben klären. Denkbar ist, dass beide Eltern sich die Sorge teilen und das Kind mal bei dem einen und mal beim anderen lebt. Das ermöglicht beiden Eltern die Berufstätigkeit ohen Riesenstress und eben auch Freizeit ohne Kind. Und das Kind hat beide Eltern gleichermaßen. Genauso kann man den Lebensmittelpunkt bei einem Elterntei lassen, dann sollte das Kind aber immer die Möglichkeit haben, den andern anzurufen oder zu besuchen. Diese Regelung alle 2 Wochen am WE find ich persönlich furchtbar.

Meine Freundin ist Scheidungskind und leidet heute noch darunter, dass die Mutter ihr den Vater nahm. Kämpft also nicht um das Kind, sondern für das Kind, damit es keinen von Euch verliert!

Beitrag von pcp 11.11.10 - 11:21 Uhr

Und warum, wenn ich fragen darf, ist das Kind bei ihm besser aufgehoben als bei Dir?

Kann es sein daß Du Dir das einredest, weil Du Angst vor Deinem Mann und den Folgen hast? Oder bist Du wirklich so eine schlechte Mutter?

lg

Beitrag von frieda05 11.11.10 - 12:09 Uhr

"Oder bist Du wirklich so eine schlechte Mutter? "

Eine schlechte Mutter zöge nicht in Erwägung zuzugeben, daß ein Kind bei dem Vater besser aufgehoben wäre.

Vielleicht ist sie keine schlechte Mutter, er aber ein gnadenlos guter Vater?

Gute Mütter können denken, wollen das Beste für ihr Kind und können im Zweifel vielleicht auch loslassen.

GzG
Irmi


Beitrag von pcp 11.11.10 - 12:22 Uhr

Ja, all das ist mir bewußt. Das mit der schlechten Mutter war von mir auch überspitzt ausgedrückt.

Ich finde es aber komisch wenn eine unschöne Trennung im Raum steht seine Vaterqualitäten derart hervorzukehren. Gleichzeitig überläßt sie ihm kampflos das Kind. Warum jetzt, weil sie meint das Kind wäre bei ihm WIRKLICH BESSER aufgehoben oder weil sie vor ihm bzw. der Trennung Angst hat? Das ist doch die Frage.

Und ob das Kind das später auch verstehen wird?

Un wie der Vater mit der Trennung umgeht, gehört das denn nicht zu den Vaterqualitäten? Warum nicht?

lg

Beitrag von ekiem30 11.11.10 - 14:56 Uhr

Hallo,
eine Freundin hat ihrem Ex-Mann kampflos das Feld überlassen, um dem gemeinsamen Kind keinen zusätzlichen Stress während der Trennung zu bereiten bzw. um das nervenzehrende Gezerre ums Kind zu vermeiden. Sie hat gar nichts gefordert, alles (Kind, Wohnung, Geld) ist an Ihn gegangen. Sie hat Besuchsrecht. Allerdings war das Kind damals schon 10 Jahre und Ihr Wunsch, wo sie leben möchte, wurde bei der Entscheidung vor Gericht mit berücksichtigt.
Wenn Du sowieso das Gefühl hast, dass Euer Kind beim Vater besser aufgehoben ist, dann würde ich an Deiner Stelle ebenfalls versuchen, dass Ganze so reibungslos wie möglich über die Bühne zu bringen und ein Besuchsrecht zu bekommen.
Du bist dann auf keinen Fall eine schlechte Mutter, wie ich finde. Denn was Du Deinem Kind ersparst, wenn die Trennung ohne viel Gezerre vonstatten geht, ist auch von großem Wert.
Und wenn´s älter wird, kann es irgendwann auch selber entscheiden, wo es wohnen will.
Ich wünsche Dir viel Glück für die Zukunft und alles Gute!

Beitrag von ug2712 11.11.10 - 15:34 Uhr

Es ist nicht schlimm, wenn das Kind beim Vater aufwächst.
Es ist genauso schlecht oder gut, wenn es nur bei der Mutter aufwächst.
Beide haben besondere unterschiedliche Qualitäten, eine davon wäre dann halt weniger vorhanden.

Aber, du schreibst, dein Mann wird öfters laut und aggressiv - zur Zeit wohl nur dir gegenüber.
Wie wird es jedoch, wenn das Kind älter wird und ihm die Stirn bietet?
Das sind Dinge, die kannst nur du beurteilen.
Von der Arbeit her, könntest auch du besser für das Kind sorgen.

Beitrag von schnee-weisschen 11.11.10 - 20:23 Uhr

Hallo,

für mich absolut nicht nachvollziehbar.

Ich unterstelle Dir, dass Du es Dir im Falle einer Trennung eher leicht machen willst (arbeiten ohne Kinderbetreuungs-Akionen, neue Männer lernt man "alleine" auch leichter kennen...).

Ich sage nicht, dass Männer sich nicht liebevoll um ihren Nachwuchs kümmern können, aber wie man als Mutter freiwillig sein Kind "hergeben" kann, um es alle zwei Wochen für kurze Zeit zu sehen, nee... kann und will ich nicht verstehen.

VG

sw