kinderwunsch im alltag

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Forum: Kinderwunsch

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Beitrag von anunnaki 11.11.10 - 12:03 Uhr

Hallo erstmal, #winke

lese schon einige Zeit still bei urbia mit, hab mir bei einigen Beiträgen still zu Haus auf die Zunge / Finger gebissen...und steige jetzt auch mal aktiv ein...
Ich habe schon eine wunderbare Tochter, die inzwischen schon ein richtiges Fräulein ist und lebe seit drei Jahren in einer sehr glücklichen Beziehung. Seit einem halben Jahr versuchen wir nun ein Baby zu bekommen. Zwei mal wurde ich auch schwanger, zwei mal hab ich es ganz früh verloren....ich wollte nie krampfhaft "hinarbeiten" und doch bin ich jetzt an dem Punkt, dass sich meine Gedanken die ganze Zeit um dieses Thema kreisen....meine Arbeit leidet sehr, ich schaffe fast gar nichts mehr. Mein Freund war immer traurig, als es nicht geklappt hat, aber sein Leben geht normal weiter, nach ein paar Tagen. Und ich versinke immer mehr in einem Mix aus Schuldgefühlen und Trauer und Hoffnung und der Rest meines Lebens leidet darunter. Gleichzeitig denke ich, dass ich mich albern verhalte, dass es gar keinen Grund gibt, das alles nur ein, langsam immer absurder werdender, Film in meinem Kopf ist. Vor allem da mein Leben mir, je länger ich darüber nachdenke, gar nicht geeignet für ein weiteres Kind erscheint ( Platz, Geld, meine persönlichen Probleme). Vielleicht ist es ja mein Schicksal, dass es das jetzt war? Dabei hätt ich es so gern einmal erlebt, wie es ist, eine Schwangerschaft, eine Babyzeit usw. zu genießen und zu zelebrieren.... bei meiner Tochter war ich noch so jung, die Umstände so schwierig, dass mein Leben und diese Zeit in ihrem Leben an mir vorbeizog, ich betäubt vom uberlebenskampf.... wie geht ihr in eurem Alltag mit diesem Wunsch um?

LG, a.

Beitrag von lavendula80 11.11.10 - 12:10 Uhr

genauso wie du,bei mir ist es ähnlich wie bei dir,mein alltag ist mit viel angst,selbstzweifel verbunden...hab viel im Leben durchmachen müssen...Icg sehne mich nach einem perfekten Leben,Familie,Kinder,das alles reibungslos verläuft,und doch steckt die Angst tief zu versagen,bzw das alles scheitern könnte und nicht so verläuft wie ich es mir wünsche (bin leider sehr negativ geprägt)

Beitrag von alessia85 11.11.10 - 12:25 Uhr

hallo anunnaki,

mir geht es ähnlich.
Bei mir nimmt der Kiwu auch sehr viel Platz im Leben ein.
Meine Arbeit leidet zum Glück (noch) nicht darunter. Eigentlich gehe ich gerne arbeiten, da ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren kann und der Kiwu in den Hintergrund rückt. Allerdings gibt es zur Zeit bei mir auf der Arbeit einen "Babyboom" und jeder sagt mir, das ich bestimt die nächste bin. Tja wenn das mal so einfach wäre...
Ich warte jedesmal aufs neue das die Mens wegbleibt, aber sie kommt immer wieder und jedes mal bin ich aufs neue enttäuscht und heule meinem Freund die Ohren voll. Letztens war es so, das ich mal wieder negativ getestet habe, geweint habe und beim nächsten Toi-gang war sie dann da. Ich hab mich nochmal übergeschminkt, dass man nicht sehen kann das ich geheult hab und bin dann zur Arbeit, wo ich meiner Kollegin zuhören musste wie toll es ist, schwanger zu sein. Sowas macht mich fertig!

Beitrag von anunnaki 17.11.10 - 21:34 Uhr

Hatte die letzten Tage zu viel zu tun, um zu schreiben.... einerseits gut, weil es mich abgelenkt hat, andererseits finde ich die permanenten Fargen, ob es mir wohl gut geht usw. äußerst anstrengend. Leider wissen bei mir in der Arbeit alle von der letzten Fehlgeburt, da ich recht dramatisch wegen einer Sturzblutung vom Notarzt in der Arbeit abgeholt wurde. Peinlich, unangenehm und leider entkomme ich so nicht einmal dort diesem Moment.

Aber es hört sich auch echt belastend an, wie es bei dir läuft. :-(

Beitrag von mardani 11.11.10 - 12:39 Uhr

Hi

Ich kann es sehr gut nachempfinden wie du dich fühlst.
Vor einigen Jahren ging es mir auch sehr schlecht.
Ich habe mich abgekapselt, mich selbst bemitleidet - alles drehte sich um den Kinderwunsch. Ich habe Bücher darüber verschlungen, bin von Arzt zu Arzt gerannt, habe Yoga gemacht, Lebensweise umgestellt.....nichts passierte. Im letzten schlimmen Jahr habe ich fast 30kg zugenommen....habe nach der Arbeit nur noch herumgelegen und gefuttert :-[

Man fühlt sich nicht als Frau und während um einen herum alle "mal eben so" schwanger werden, hockt man selbst alle vier Wochen auf der Toilette und heult.
Die Zeit (zog sich so über 6 Jahre) war für mich ganz schlimm.

Irgendwann habe ich aber die Nase voll davon gehabt, mich von etwas bestimmen zu lassen, was ich offensichtlich eh nicht ändern konnte. Also habe ich mein Leben verändert. Neuer Job, Traumauto gekauft, 31 kg abgenommen, am Wochenende wieder "gelebt"......und plötzlich wurde ich schwanger...und nochmal......Leider ging es furchtbar schief und jetzt sind die Möglichkeiten ohne Hilfe schwanger zu werden gleich null.

Nun stecken wir seit einem Jahr wieder aktiv in der Kiwubehandlungsphase, aber ich merke, dass es mir bei weitem - von Selbstwertgefühl her - nicht mehr so schlecht geht wie damals.
Ich denke, man härtet ab....irgendwie. Auch wenn es mich jedesmal zerreißt, wenn wieder jemand schwanger ist....und meine Angst, dass es nie mehr klappen wird sehr groß ist. Ich werde bald 35 und die Krankenkassezuschüsse laufen aus....

Auch wenn deine Schwangerschaft total an dir vorbeilief...und du es gern nochmal erleben willst....schau dir deine Kleine an....du hast ein Kind und das ist schon viel mehr, als viele hier je haben werden....

Natürlich drücke ich dir die Daumen, dass sich dein Traum doch noch mal erfüllt....und wenn nicht....dann ist es halt das Schicksal und das können wir leider nicht ändern. Kopf hoch! Du hast ein Kind und es wird bestimmt nochmal klappen.

Alles Gute!

Beitrag von anunnaki 17.11.10 - 21:50 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ja ich weiß, es ist vermessen, anbetrachts dessen, dass ich bereits eine wundervolle Tochter habe und hier sich viele tummeln, die froh wären, es würde einmal klappen.
Mich hat die gesamte Entwicklung selbst überrascht, dass ich überhaupt einmal so einen Wunsch hegen würde... Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass schwanger werden nicht mein Problem ist, sondern nicht schwanger zu werden. Jahrelang hat mich die Angst begleitet, wieder schwanger zu werden, nochmal diese schlimme Zeit erleben zu müssen. Und das war es damals für mich.
Aber ich es fühlt sich für mich an, als könnte ich mit einer erneuten Schwangerschaft einiges an mir und an meiner Tochter wieder "gut machen".
Bis vor kurzem war das Thema "Schwangerschaft" für mich recht negativ besetzt. Umsomehr hat es mich getroffen, umso weniger kann ich jetzt mit diesen Gefühlen umgehen.

Mein Schicksal? Ist sehr vom Thema Mutterschaft geprägt. Ich hatte nur die Hoffnung, ich könnte diesem (schon lange bestimmenden) Aspekt meines Lebens eine positivere Richtung geben.