Meine Traumgeburt bei 36+5

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von steffiausdud 11.11.10 - 13:36 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Auch ich möchte noch einen älteren Geburtsbericht nachliefern!
Cedrik ist am 29.10.2006 um 1:48 geboren. Er wog 2610 g und war 50cm lang. KU 35 cm

Während der SS:

Ich hatte schon sehr früh vorzeitige Wehen und mein GM senkte sich bereits um die 20 SSW. Die Ärztin hat auf dem CTG aber keine Wehen gesehen, also hatte ich auch keine. (Denkste Puppe! Selbst während der Presswehen hat das CTG bei mir nicht ausgeschlagen…)

Später bekam ich eine leichte Gestose. Hatte hohen Blutdruck und Ödeme.

Ansonsten ging es mir aber recht gut, nur das es gegen Ende sehr beschwerlich wurde…

Die Geburt:

Hier die Kurzfassung, falls Ihr nicht alles lesen wollt:
Dauer ca. 28 Stunden. Schmerzhafte Wehen ungefähr 5 oder 6 Stunden. Geburt selber nicht so schmerzhaft (ein starkes Dehnungsgefühl).

und jetzt ausführlich:

Es fängt alles ganz harmlos an. Ich hab am 27.10.2006 abends um ca. 22 h gemerkt das was faul ist im Staate Dänemarks. Weiß nicht mehr genau was war, aber als ich zur Toilette ging hatte ich Blut am Toipapier und (Achtung eklig) der SPfropf, der den Gebärmutterhals schließt, ist abgegangen. Auch verlor ich immer wieder ein wenig Flüssigkeit (die Fruchtblase war da wohl nur angerissen)

Dann fingen allmählich die Wehen an, die ich immer schön aufgeschrieben hab (Abstände waren so bei 10 min aber sie kamen regelmäßig) . Genug Zeit hatte ich um SMS zu schreiben (meine Freundin informieren, dass es scheinbar los geht) und das Comedyprogramm von Martin Schneider zu sehen! Sehr hilfreich, bei den ersten dolleren Wehen.

Nachts bin ich dann baden gegangen um rauszufinden, ob es Geburtswehen sind. Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr genau erinnern, aber die Wehen sind auf jeden Fall nicht wesentlich stärker geworden in der Wanne.

Geschlafen hab ich in der Nacht nicht, dafür aber mit dem Krankenhaus telefoniert, die mir sagten ich könne morgens vorbeikommen. Morgens hab ich dann meinen Mann geweckt, mit den Worten: Willst du heute Papa werden? ;-) Die Wehen waren zu diesem Zeitpunkt fast wieder verschwunden.

Wir sind dann also ins Krankenhaus und erstmal wurde ein CTG gemacht (Ergebnis: keine Wehen, Herzschlag von Cedrik super) Bei der Untersuchung wurde es dann interessant.

Der Doc wollte untersuchen ob die Flüssigkeit, die ich nachts verloren hat-te wirklich Fruchtwasser ist und deshalb bat er mich auf den Gynstuhl und zückte ein Teststäbchen.

Tja und der liebe Doc hatte dann bei der Untersuchung gute Reflexe und trotzdem ne Menge Pech. Denn während der Untersuchung ist die Fruchtblase geplatzt. (Tat nicht weh) Zumindest mir nicht ;-) Aber das ganze Untersuchungszimmer stand unter Wasser…
Da sagte der Doc, ok, innerhalb der nächsten 24 Stunden muss er geboren werden.

Wehen waren immernoch nicht richtig da. Hab dann ein Paracetamolzäpfchen gekriegt und ein Paar Kügelchen. Dann musste mein Mann zur Arbeit gehen und ich sollte im Krankenzimmer schlafen. Ja klar! Schlafen! #rofl

Ich glaube es war nachmittags als die Wehen mehr wurden. Ich bin immermal wieder ans CTG gekommen. Hatte aber immer noch keine sichtbaren Wehen (hatte ich aber wie schon geschrieben auch nicht bei den Presswehen) ;-)

Als mein Mann wieder da war sind wir spazieren gegangen und ich sollte ein bisschen Treppen laufen um die Wehen in Schwung zu bringen.
Wir waren dann abends spazieren vorm Krankenhaus und als die Wehen kamen konnte ich nicht mehr Stehen. Hocken war auch nicht besser. Leider hatte ich das mit dem Atmen nicht so drauf. Wir sind wieder zurück gegangen. Die Wehen kamen immer öfter. So dass wir oft angehalten haben.

Oben im Krankenhausflur hat mich eine Krankenschwester gesehen und meinte dass ich aber schon ganz schön pusten würde. Sie hat mich dann in den Kreissaal geschickt.

Da war schon ne menge los, aber ich hatte Glück und hab den schönsten Kreissaal mit rundem bett gekriegt.

Die Schmerzen wurden immer stärker und auch zwischen den Wehen konnte ich nicht gut abschalten. (Hier hätte gute Betreuung durch eine Hebamme und Atmen ne menge gebracht)

Immer wenn die Hebamme mal Zeit für mich hatte, taten die Wehen nur halb soviel weh. Denn sie legte ihre hand auf meinen Bauch und ich hab schön dort hin geatmet.

Zwischendurch verspürte ich den dringenden Wunsch aus dem Fenster zu springen. Bettelte um irgendein Schmerzmittel (bin total gegen eine PDA), aber es war niemand da. Die Hebamme hatte in 3 Kreissäälen mit 4 Entbindenden sehr viel zu tun.

Irgendwann hatte ich kein Zeitgefühl mehr. Ich lag im Delirium. Der Körper schüttet bei starken Schmerzen ein körpereigenes Schmerzmittel aus man könnte auch sagen Drogen. Ich lag quasi im Dämmerschlaf, war in einer anderen Welt, und wurde nur zu den Wehen wieder wach. (Man will ja nichts verpassen)

Achso, bevor ich im Delirium lag und schon einige schmerzhafte Stunden hinter mir hatte konnte die Hebamme gerademal ein 2 cm Öffnung am Muttermund ertasten. Super dachte ich mir, wenn das so langsam voran geht dauert das ja ewig. Die „Deliriumwehen“ haben aber mehr gebracht und so hab ich bald die Presswehen gekriegt. Das sind komische Wehen. Man hat so einen Druck im Körper, das man gar nicht anders kann als zu pressen.

Anscheinend macht man unter Presswehen ganz eindeutige Geräusche, denn auf einmal war auch die Hebamme bei mir. Der Arzt wurde auch gerufen und es konnte losgehen.

Die Presswehen empfand ich als sehr angenehm. Für mich nicht schmerzhaft.

Die eigentliche Geburt war bei mir auch nicht schmerzhaft. Cedrik war ja sehr klein. Es hat nur 2 oder 3 Presswehen gebraucht und schon schoß Cedrik ins Leben! Der Bauch plumpste auf einmal in sich zusammen und ich sah meinen starken (Halbmacho) Mann schluchzend neben mir.

Und dann war er da und ............................stille.................
häh!? .......wo war der schmerz? das delirium????
Alles weg.

Das meinten alle immer damit, dass hinterher alles vergessen ist. Konnte mich zwar genau an die letzten Stunden erinnern, aber vergangener Schmerz ist lange nicht so schmerzhaft wie Schmerz, den man gerade spürt…

Unser wunderschöner Kleiner Sohn wurde gleich von meinem Mann abgenabelt und vom Arzt vermessen und angezogen. Dann kam er endlich zu mir #verliebt

Ich musste nicht genäht werden und die Plazenta kam auch ganz von alleine. Alles in allem war es wirklich eine echte Traumgeburt!

War übrigens sehr erstaunt über mich, da ich kein einziges Tränchen ver-drückt hab. Bei jeder Geburt, die ich im Fernsehen sah, schluchzte ich vor mich hin nur bei meiner eigenen nicht. Da war ich wohl zu erschöpft.

Wir hatten dann erstmal Zeit uns kennenzulernen und Cedrik lag auf meinem Bauch. Als er da so lag hatte ich sofort den Drang ihn füttern zur müssen, aber ich wusste nicht wie und hab es erstmal gelassen.

Später kam die Hebamme wieder. Ich konnte duschen gehen und dann wurde noch ein Foto gemacht. Mein Mann musste sich leider von uns verabschieden und wir sind dann aufs Zimmer gekommen.

Cedrik hat die ersten Tage viel geschlafen. Da er bei 36+5 zur Welt kam, galt er noch als Frühchen und hatte auch die bei Frühchen oft vorkommende Gelbsucht. Er musste dann immer in eine Art Sonnenbank. Das war für mich ganz furchtbar, weil er da völlig nackt ohne Möglichkeit zum Körperkontakt mit zugedeckten Augen lag. (Ein furchtbares Bild!) Aber es hat ihm geholfen.

Das Stillen klappte nicht, weil er zu schlapp war, aber ich pumpte die Milch ab und nach einigen Monaten zu Hause, hat er dann auch ohne Probleme auf die Brust gewechselt.

Tja, das war Cedriks Geburt.

Wir könnens nicht schönreden. Eine Geburt ist schmerzhaft, aber das haben alle Frauen bisher überstanden. Ich war wirklich sehr wehleidig und hab viel gejammert (Die Hebamme sagte schon immer hören Sie auf zu jammern #hicks ). Und doch hab ich es geschafft! :-)

Das Beste Erlebnis in meinem Leben, aber beim 2. will ich trotzdem einiges anders machen (diesmal nehm ich meine Hebamme mit ins KH und konzentriere mich besser aufs Atmen)

VG
Steffi + Cedrik (4 Jahre) + #ei (13+2)