Lang und schmerzhaft......aber sie ist da!!!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von hikoni 11.11.10 - 22:18 Uhr

Heute ist meine Kleine Maus genau neun Wochen und zwei Tage alt und nun will ich versuchen auch einen Geburtsbericht zu schreiben. Gleichzeitig versuche ich damit auch mit dieser Geburt abzuschliesen, immer noch denke ich an diesen Augenblick. Im Positiven aber leider auch im Negativen.
Es war Dienstag, der 07.09. früh um halb fünf. Ich musste wie so oft die letzten Woche wieder mal raus in der Nacht. Ich trank schon nicht mehr viel, aber fünf mal in der Nacht musste ich sicher das stille Oertchen besuchen.
Also war ich auf dem WC und verspührte noch etwas Hunger. Auf dem Weg zur Küche musste ich unsere Wendeltreppe runter. In der Mitte der Treppe wunderte ich mich über irgendwas Warmes zwischen meinen Beinen und es lief herunter!!!!!!!!!!!!!
Ich wusste sofort, dass das Fruchtwasser war. Es war unglaublich warm.
Mein Herz fing sofort an wild zu klopfen. Ich wusste dass ich ruhig bleiben sollte, also wählte ich erstmal die Nummer des Kreissaal im KH. Die nette Dame am Telefon meinte ich solle mich langsam fertig machen und dann im KH erscheinen. Nachdem ich mir ein Handtuch zwischen die Beine gelegt hatte, ging ich meinen Mann wecken. Und ich dachte ich wäre aufgeregt..............erst glaubte er mir nicht gleich und dann machte er alle Pferde scheu.
Nachdem wir die letzten Sachen noch zusammen gepackt haben, fuhren wir also los. Das KH ist ca. 5 Minuten entfernt. Auf der Fahrt phantasierten wir schon über die Geburt und waren uns soooo sicher das unsere kleine Maus an diesem Tag (er war ja auch grade fünf Stunden alt) noch auf die Welt kommen würde. Weit gefehlt.
Im KH angekommen, ging der CTG Wahnsinn los. Bis dahin wusste ich auch nicht, dass das Platzen der Fruchtblase vor Wehen nicht gerade optimal ist. Nun weiss ich es auch. Mein Muttermund war zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal 1 cm auf.
Mit der diensthabenden Hebamme habe ich noch besprochen, was ich mir so vorstelle. Wassergeburt oder Hocker.........ABER blos nicht liegen.

Da sich absolut keine Wehen abzeichneten, bezogen wir erstmal unser Familienzimmer und richteten uns ein. Jede Stunde musste ich zum CTG.......Wehen NICHTS.
Das ganze ging dann bis 17 Uhr am gleichen Tag. Die Hebamme gab mir Globulli und schickte uns wieder aufs Zimmer. Diese zeigten dann auch Wirkung und es entwickelten sich langsam Wehen. Nach dem nächsten CTG ca. 19 Uhr fragte mich die Hebamme, ob wir im Kreissaal bleiben wollen oder wieder auf das Zimmer wollen. Da ich die Wehen nocht gut veratmen konnte wollte ich wieder hoch. Mein Mann fragte noch, ob wir nicht lieber unten bleiben wollen und die Wehen schon stark genug seien. Die nette Dame antwortete nur: „ Wenn sie stark genug sind, wird ihre Frau dafür sorgen dass sie wieder her kommen“ 
Naja ca. 20.45 Uhr hielt ich es nicht mehr aus, also wieder in den Kreissaal.
Nach ca. noch einer Stunde wurden die Wehen so heftig, dass ich jetzt schon um eine PDA bettelte. Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt ganze 2 cm offen. Toll.
Da ich zu diesem Zeitpunkt schon so verkrampft von den starken Wehen war, rief die Hebamme gleich den Anäsethisten. Wenn ich gewusst hätte, dass der das so gut kann hätte ich glaube drauf verzichtet. Fünf Anläufe hat er gebraucht. Eine Stunde hat sie gewirkt. Warum die PDA auch nach mehrmaligem hochsetzen nicht anschlug konnte keiner verstehen. Das einzige was sie verursachte, war, die Blase war zu voll und ich konnte sie selbstständig nicht mehr entleeren. Also.....Katheder. Zu diesem Zeitpunkt war mir schon alles egal. Ich hatte unglaubliche Schmerzen, hatte mich schon mehrfach übergeben und war kurz davor aus dem Fenster zu hopsen. Ich wollte einfach nicht mehr.
Mittlerweile hatten wir schon einige Wachablösungen vom Personal durch. Der Muttermund wollte sich nicht öffnen, mein Mann war fix und fertig und ich sah die Welt nur noch durch einen Nebel.
Die Hebamme, die uns im KH aufgenommen hat, hatte am Anfang noch den Scherz gemacht: „Vielleicht wartet die Kleine auf mich, dann sehe ich sie noch“. HAHAA wenn wir gewusst hätten, das sie sie entbindet.
Ca. 06 Uhr war also wieder besagte Ablösung der Hebammen und mein Muttermund hatte sich endlich auf ca 9 – 10 cm geöffnet und ich durfte pressen. Bis dahin wollte ich ja nie im Liegen entbinden, nur das einzige was ich noch konnte war seitlich liegen. Innerhalb von 4 Presswehen war unser Traum geboren. In dem Moment wo ich presste, war mir alles egal ich wollte nur endlich diese Kind aus mir raus und in meinen Armen haben.
Arwen Leonora wurde um 07:11 Uhr am 08.09.2010 geboren, ganze 26 Stunden nach unserer Ankunft im KH.
Leider war die Platzenta nicht vollständig und es musste noch eine Ausschabung gemacht werden, gleichzeitig wurde der Dammriss 2. Grades noch genäht.
Jetzt, Wochen danach kann ich besser damit umgehen. Jetzt zählt nur noch das Sie da ist, das Sie gesund ist. Arwen hat die ersten Wochen auch noch unter der Geburt gelitten, sie war immer sehr verspannt. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team und ich liebe sie über alles.
Das Beste an dieser Geburt...........mein ENGEL#verliebt#verliebt#verliebt. Aber im Nachhinein, muss ich sagen, dass einfach dieses Erlebnis, egal wie es war, drei Menschen so stark aneinander bindet wie nichts anderes.

Beitrag von becca04 12.11.10 - 08:50 Uhr

Hallo Hikoni,

es tut mir leid, dass Du Deine Geburt als eher negativ erlebt hast.

Zu "keine Wehen bzw. keine Muttermund-Öffnung nach Blasensprung" kann ich nur sagen, dass man ohne Not 24 Stunden warten kann, ob sich Wehen einstellen (auch zu Hause!). Danach sollte man ins KH, um überwachen zu lassen, ob sich eine Infektion entwickelt (das Risiko steigt 24h danach stärker an).

Unter Stress schüttet der Körper übrigens Adrenalin aus, dass Antagonist zum Oxytocin ist und dementsprechend die Wehen verhindert. Und der Umzug vom heimeligen Zuhause in das klinische KH (CTG-Überwachung, vaginale Untersuchungen, sterile Umgebung etc.) wirkt auf viele Frauen wie purer Stress.

Vielleicht gehörst Du zu den Frauen, die auf die spezielle Atmosphäre des KH "allergisch" reagieren - für eine 2. Geburt könntest Du daher überlegen, mit einer Beleghebamme zu entbinden, die dich nach Blasensprung/Wehenbeginn zu Hause aufsucht und mit der Du dann - wenn es Zeit ist! - gemeinsam ins KH fährst.

Liebe Grüße,
Becca (die sich auch durch KH beim Gebären behindert fühlt und deswegen ihre Kinder nur noch zu Hause bekommt!).

Beitrag von hikoni 12.11.10 - 20:42 Uhr

Hallo Becca,

vielen Dank für deine liebe Antwort.

Falls wir irgendwann nochmal Nachwuchs möchten, wäre das eine Möglichkeit oder das Geburtshaus bei uns in der Stadt.

Lg Hikoni