Ärger im Kiga /ADS -Trees in Bocholt- Erfahrungen gesucht!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von kisrett 11.11.10 - 22:41 Uhr

Hallo,
heute ist alles über uns zusammengefallen...#schock
Wie soll ich anfangen?#kratz
Unser Sohn ist drei Jahre alt, ein eigentlich intelligentes und an sich aufmerksames Kind.#schein Er ist äußerst Lebhaft und eigentlich in sich sehr unruhig. Er kann fast nie still sitzen und ist immer in Bewegung. Zu Hause kann er sich stundenlang alleine beschäftigen und spielt. Er puzzlet für sein Leben gerne und sucht auch die Herausforderung an sich selbst. Neulich hat er ein 60tlg. Puzzle fast ganz alleine gemacht.#schwitz Er hilft mir im Haushalt und hat unheimliche Freude daran, beim kochen zu helfen (schnibbeln, rühren, etc.), er erledigt auch Aufgaben, die ich ihm stelle wie z.B. Schuhe wegräumen, Jacke aufhängen, auch aufräumen- wenn auch nicht immer! Er zieht sich fast komplett alleine an, ist Tag und Nacht trocken und kann sich schon alleine ein Butterbrot schmieren.#mampf
Trotzdem ist er immer in Bewegung. Seine Handlungen sind oft noch unüberlegt und manchmal äußerst grob.
Im Kindergarten ist er lt. den Erziehern ein sehr auffälliges Kind. Er kann sich schlecht konzentrieren, rennt sehr sehr viel umher, kann im Stuhlkreis kaum still sitzen. Man muss sagen, die Räumlichkeiten sind eher beengt. Der Gruppenraum umfasst ca 40m² und der Nebenraum ca 20m². Hier sind jeden Tag ca 24 bis 27 Kinder (es sind nicht immer alle Kinder da) plus 2 VZ, 1TZ Erzieher und eine TZ-Praktikantin (FOS). Der Geräuschpegel ist meines Erachtens sehr hoch.#heul Es wird sich mukiert darüber, dass mein Sohn nicht da ruhig sitzt und sein Puzzle beendet, sondern allem hinterher schaut und unkonzentriert ist. Ich denke,das hängt auch mit der Gruppenstärke zusammen.
Jetzt ist mein Sohn damit aufgefallen, dass er ein anderes Kind mit einem Spielzeug geschlagen hätte (ich persönlich glaube nur die hälfte davon), so dass dieses Kind blaue Flecken davon getragen hätte.
Es ist richtig, dass man mich drauf ansprach, aber dann musste ja auch kommen: Dein Sohn fällt immer und immer wieder mit so was auf, das war ja nicht das erste mal!"#nanana Meine Hutschnur ging hoch! Klar ist mein Sohn kein Unschuldsengel, ich weiß, dass er ein grobmotoriker ist. Er kann es noch nicht so genau abschätzen, in wie weit sich ein anderes Kind verletzt oder weh tut, wenn er haut. Er ist erst drei. Damit will ich dieses Verhalten keinesfalls entschuldigen. Ich dulde es nicht, wenn er ohne Grund haut. Ein junge aus seiner Gruppe drangsaliert unseren Sohn immer und immer wieder, klemmt ihm absichtlich die Finger in der Türe ein, oder macht einfach das Licht aus, wenn er sich auf der Toilette befindet. Mittlerweile geht es so weit, dass ich auch zu Hause mit auf Toilette muss, damit keiner das Licht ausmacht. So weit sind wir schon..
Ich habe den Kiga angesprochen und dan kam nur: Dein Sohn ist auch kein Engel! Das war von XY bestimmt nicht so gemeint.:-[ Doch war es. Mein Sohn träumt nachts davon, dass XY das Licht ausmacht oder das Spielzeug wegnimmt, bzw. zerstört. #zitter
Jetzt kam man auf den Trichter, mein Sohn hätte eine Taktile Wahrnehmunsstörung.#kratz Mag sein. Unser KiA ist eher der Meinung es handele sich um eine vererbte Hyperaktivität bzw ADHS. Mein Mann, mein Schwager, Zwei Neffen und meine Nichte haben alle eine ADHS oder die Tendenz dazu.
Meine Schwägerin ist mit den Kindern in Bocholt bei Trees Eising in Behandlung (Ergotherapie). Wer hat Erfahrung damit? Wie sind die Erfolgsaussichten? Ich möchte meinem Sohn ein Normales Leben ermöglichen udn nicht dass er in eine Schublade ADHS gesteckt wird. Er ist ein toller Junge.
Wir werden so oder so den Kiga im Sommer wechseln, da es noch weitaus mehr Probleme gibt. Die Informationspolitik ist so dürftig, alles muss man den Erziehern aus der Nase ziehen.
hilft Ergotherapie bei Kindern mit ADHS? Was können wir noch machen?
Für jede Antwort bin ich dankbar.
Gruß Kisrett

Beitrag von schwarzesetwas 11.11.10 - 23:02 Uhr

Also irgendwie find ich Dein Posting zwiegespalten.
Gut, Dein Kind ist Kind. Das ist so und normal.
Kinder haben im KiGa nunmal andere Verhaltensweisen als zu Hause.
Wenn sie aufällig sind im KiGa, Doof.
Oft sind eher Kinder zu Hause auffällig. Im Kiga ordnen sie sich unter.

Ich hab vor der KiGa-Zeit angefangen, etwas resoluter zu werden, was Regeln betrifft.
Hab z. B. beim Essen mehr drauf geachtet, einfach damit sich die Kinder nicht unwohl fühlen, weil sie es nicht von mir kennen.
Ich sitze leider immer mit Argusaugen beim Essen - ich möchte nicht, dass sie sich im KiGa schlecht fühlen.
Weiterhin kontrolliere ich genau die Sachen, die sie im KiGa auch machen.
Auch mache ich deutlich, dass die Erzieher wichtig sind. Ich nenne sie beim Namen, genauso wie der Papa.
Und ich merke, das fruchtet.

Gehe auf die Träume Deines Kindes ein.
Versuche aus diesen, was positives zu sehen, auch wenn Du das nicht tust.

Ergo usw. ist meist hinfällig, weil es oft ein andereres, familiäres Problem ist. Aber es wird nicht schaden.
Eine Freundin von mir macht das schon sehr lange, das Kind ist auch sehr auffällig.

Aber es munkelt keiner/wenige mit ADS-Blödsinn.

Lg,
SE

Beitrag von zahnweh 11.11.10 - 23:58 Uhr

Hallo

zu AD(H)S kann ich nicht sooo viel sagen. Da weiß ich nur, dass es Aufmerksamkeits-Defizit-Sydrom heißt und das H für Hyperaktivität steht.


Nun zu meiner 3jährigen:

Sie ist auch IMMER in Bewegung. Aber da sie sich auf vieles konzentrieren kann. Sogar kleinste Details fallen ihr auf, die mir komplett entgehen, glaube ich bei ihr weder an Aufmerksamkeits-Defizit (im Gegenteil, Aufmerksamkeit ist sehr hoch bei ihr). Wenn dann wäre sie nur hyperaktiv. Aber selbst das glaube ich nicht.

Sie ist zu Hause wie ein kleiner Gummiball. von morgens bis abends, braucht wenig Schlaf und ist trotzdem fit. Sie lässt sich leicht ablenken, wenn sie was anderes beobachtet (das dafür aber wie ein Staubsauger bis ins Detail)
Im Kindergarten zieht sie sich bei größeren Gruppen stark zurück. Sie spielt nebenbei Puzzle/Steckspiele, beobachtet aber alles. sie wird als sehr! wuselig beschrieben, aber eben auch, dass sie sehr genau hinschaut oder hingeht, wenn sie etwas sieht. Ebenso als sehr flink/schnell in ihren Bewegungen und sehr viel in Bewegung (auch ihre Mundmuskeln beim Reden :-p)

Im Stuhlkreis macht sie noch nicht mit. Sie sitzt da, als würde sie nichts mitbekommen. da sie mir zu Hause jedoch ALLE Lieder dann vorsingt, während sie dort nicht mitmacht, wirkt sie eben nur so.
Auch sei das bei 3jährigen oft so, dass sie sich erst dran gewöhnen müssen und erst langsam auftauen mitzumachen.
Es dauert wohl einige Wochen/Monate bis sie es verinnerlicht haben und sich dann auch trauen...


Das mit der Toilette finde ich geht gar nicht!!!
ich kenne kein Kind, das nie was anstellt, aber das geht überhaupt nicht!!!
Schon gar nicht die Reaktion der Erzieherinnen!!

Bei uns ist das so: das Kind wird getröstet, wenn etwas ist. Hat es aber vorausgehend selbst etwas angestellt, wird es im nächsten Atemzug (nach dem Trösten) dafür auch getadelt/darauf Aufmerksam gemacht
Von mir auch.

Bsp. meine Madam versucht wiederholt einem anderen Kind etwas wegzunehmen und lässt nicht davon ab.
Das andere Kind weiß sich irgendwann nicht mehr zu helfen (Worte reichen nicht aus) und beißt darauf hin.
Meine Madam heult. Tut ja auch weh!
So. erste Reaktion: trösten. Gebissen werden tut sehr weh und geht gar nicht.
Kind hat sich beruhigt, nun der "Tadel" - sie hat nicht vom anderen Kind abgelassen und das hat zum Beißen geführt. BEIDES ist nicht erlaubt.
Meiner erkläre ich somit, dass sie zum "Opfer" wurde, weil sie als "Täter" nicht losgelassen hat. Dem anderen Kind wird erklärt, dass sie nicht zum "Täter" werden darf, nur weil sie "Opfer" war
(vorher dazwischen gehen nicht immer möglich, da sie rasend schnell und auch mal überraschend agieren).

wichtig ist aber immer, dass jede "Tat" für sich betrachtet wird. Nur weil der eine heute was tut, darf das keine Entschuldigung sein, dass drei Tage später die Retourkutsche kommt :-[

Was ich unbegreiflich finde: dass die Erzieherinnen nicht eigreifen beim Licht ausmachen. Erst recht, wenn sie schon erfahren, dass das Kind davon Alpträume bekommt!!! #schock

und bevor sie an ihm rumpsychologisieren oder doktoren, sollten sie doch einfach mal Actio und Reactio oder schlicht das Verhalten der Kinder anschauen und bei so extremen Verhaltensweisen (die durch NICHT-eingreifen erst extrem wurden) eingreifen und nicht einfach nur machen lassen.
Ja es sind Kinder, aber manchmal wenn es zu körperlichen Verletzungen kommt (Hand einklemmen/Licht ausmachen), ist es meiner Meinung nach ihre Aufgabe einzugreifen und mal ein ernstes Wörtchen mit den Kindern zu reden.

Meine ist auch kein Engel, ständig in Bewegung, macht im Stuhlkreis nicht mit, kann weniger als Deiner und trotzdem habe ich fast nur positives vom Kindergarten über sie gehört. Selbst ihre Wutanfälle, die ziemlich heftig sein können und bei denen sie anders reagiert als fast alle anderen Kinder, fielen "gut" aus.
Ja, sie kann noch nicht alles und ja, sie versucht so einiges. Aber die Erzieherinnen ziehen mit mir am selben Strang und lassen es ihr genauso wenig durchgehen. Statt sich bei mir zu bschweren, klären sie die Situation direkt mit meinem Kind und berichten mir hinterher von der gewesenen und gelösten! Situation :-)

Beitrag von zahnweh 12.11.10 - 00:01 Uhr

Kleiner Nachtrag: wenn alle Kinder da sind oder es mal größere Gruppen sind, kann sich meine auch schlechter konzentrieren. Es ist ihr zu laut, zu unruhig und es gibt zu vieles auf einmal.

Sind weniger Kinder da, taut sie mehr auf, ist ausgeglichener und vertieft sich mehr.

Das ist mir zu Hause/privat auch schon aufgefallen und wurde mir ebenso bestätigt.

Beim Anziehen hielt sie kürzlich aprupt inne, regte sich nicht mehr und schaute nur noch. Erst mal war ich fast gereizt, dann folgte ich ihrem Blick. Eine Person schrieb etwas auf. Das fesselte sie so sehr, dass sie mitten beim Klettverschluss zu machen inne hielt. Erst als die Person fertig war und das Blickfeld verlassen hatte, machte sie weiter .... berichtete mir hinterher aber jedes Detail des Aufschreibens #schwitz:-p

Beitrag von crumblemonster 12.11.10 - 13:09 Uhr

Hallo,

mein Kleiner ist auch so ein 'Fribbelarsch' (ist nicht bös' gemeint). Allerdings ist er im Kindergarten zwar auch 'auffällig' (zappelt, braucht manchmal 'intensivere' Ansprache), aber das Hauptproblem (wüten bis zum Erbrechen oder bis zum blau anlaufen - ca. alle 1,5 Monate und kleinere Wutanfälle ca. 3x täglich) ist eher zu Hause.

Bei uns schwirrt auch AD(H)S rum, aber ich lehne diese Diagnose ab. Sobald ein Kind ein bißchen anstrengender/schwieriger ist, kommt diese Diagnose......

Seit etwa einem Jahr gehen wir jetzt zur Ergo. Da auch mein Großer seit ca. 6 Monaten zur Ergo geht (aber ganz andere 'Probleme' - Entwicklungsverzögerung bzgl. Feinmotorik und logischem Handeln), kann ich gut vergleichen. Der Große geht in eine 'normale' Praxis - es klappt alles sehr gut und er macht deutliche Fortschritte. Der Kleine geht in eine 'Spezialpraxis', d.h., die Therapeutin hat diverse Zusatzausbildungen und ist auf solche Kinder eingestellt. Denn oftmals ist es (zumindest, wenn das Problem hauptsächlich zu Hause auftritt) ja eine 'Familiensache'. Insofern werden wir Beide dort 'behandelt'. Momentan hat leider die Therapeutin gewechselt, was für meinen Sohn ein großes Problem ist (er ist auf bestimmte Personen fixiert und tut sich sehr schwer mit Veränderungen). Insofern müssen wir jetzt sehen, ob wir dort bleiben oder noch einmal wechseln. Die Behandlungserfolge sind deutlich kleiner - weil eben eine ganz andere 'Schiene'. Aber sie sind da.
Also wenn ihr eine Praxis findet, die auf eventuelle AD(H)S-Kinder spezialisiert sind und auch die Eltern in die Therapie mit einbeziehen (also eben mit Elterngesprächen, wie sie reagieren können/sollten usw.), dann finde ich Ergo durchaus sinnvoll.

LG