Auf sich beruhen lassen oder lieber im Kiga ansprechen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von knutschka 12.11.10 - 08:10 Uhr

Hallo,

meine Tochter (3) ist im allgemeinen kein ängstliches Kind. Gestern Abend vor dem Einschlafen war sie allerdings sehr verunsichert. Sie erzählte, dass drei Kinder aus dem Kiga (2 von ihnen sind eigentlich ihre besten Freunde, der andere ist ein kleiner Rabauke) beim Mittagssschlaf einfach aufgestanden sind und zu ihr meinten, sie wollen sie töten...#schwitz Na klar haben wir früher auch Räuber und Gendarme gespielt und uns im Spiel erschossen, aber irgendwie war ich dennoch geschockt. Helena meinte, sie hat dann gesagt, ihr Papa würde dann kommen und die anderen "noch viel töter machen"... Wo haben sie das bloß her?

Sie hatte daran echt zu knapsen, hat heute Nacht super schlecht und dadurch auch sehr wenig geschlafen...

Würdet ihr das im Kiga ansprechen oder auf sich beruhen lassen?

Außerdem hat sie am Schienbein starke blaue Flecke, als wäre sie gebissen worden - sie meinte X hätte sie gekniffen, aber für Fingerabdrücke ist die Form eigentlich zu bogenförmig...

Auch hier bin ich nicht sicher, ob ich das nicht doch ansprechen sollte... Klar können die Erzieher nicht alles sehen und wenn es X war, dann wird es eh mit seiner Behinderung abgetan... Ich bin gerade wirklich unsicher...

LG Berna

Beitrag von hanni123 12.11.10 - 08:27 Uhr

Huhu,

Kinder in dem Alter haben keinen erwachsene Vorstellung von "tot", sie verwenden es eher, weil sie bemerkt haben, dass das für Erwachsene etwas ganz bedeutsames ist, aber es geht eher so in Richtung Schimpfwörter und Provokation. Wenn die Spielfiguren meines Sohnes sterben, werden sie immer wieder zum Leben erweckt, a la Dornröschen. ;-)

Ich denke, uns als Erwachsenen erscheint so eine Aussage deshalb als schockierend, weil für uns der Tod eine ganz andere Bedeutung hat. Mag sein, dass die Kinder Deine Tochter ärgern oder erschrecken wollten, vielleicht wollten sie auch einfach nur provokant sein. Fies ist es, aber machen kann man da wohl nicht viel. Es steckt sicher nicht viel mehr dahinter als das übliche "Ich bin nicht mehr Dein Freund, weil Du mich nicht hast mitspielen lassen." oder ähnliches. Mein Sohn ist auch traurig, wenn er im Kindergarten mal aus einem Grüppchen ausgeschlossen wird. Aber am nächsten Tag sieht die Sache meist immer wieder ganz anders aus.

Im Kindergarten würde ich es nicht unbedingt ansprechen, die Bisswunde vielleicht. Das andere würde ich evtl. - ohne Vorwürfe - den entsprechenden Eltern erzählen, wenn ich sie kennen würde.

Mit Deiner Tochter hast Du ja eh schon darüber gesprochen, das ist das wichtigste. Ich finde, sie hat sich da ganz gut geschlagen!

LG

hanna

Beitrag von hongurai 12.11.10 - 08:28 Uhr

wir werden von den erzieherinnen immer ermutigt alles anzusprechen was uns am herzen liegt. Sie können ja nicht gedanken lesen, und man sollte über solche sagen mit ihnen reden, damit sie es dann beobachten können.

also mein tipp: Ruhig das gespräch mit den erzieherinnen suchen :)

Beitrag von line81 12.11.10 - 09:49 Uhr

Hallo,

bei uns sprechen die Jungs auch mal von töten und schießen mit ihren Schießgewehren (gerne aus ne angebissene Michschnitte oder Hanuta #rofl ) Aber nun sind sie auch 4.

Wo mein Sohn das her hat kann ich auch nicht sagen, aber es gibt einige Kinder, da weiß ich , dass sie schon mit 3 Jahren sehr viel vor der Glotze hingen. Auch unkontrolliert was sie schauen. Da wundert es mich dann doch nicht mehr #schock

Auch über Bisswunden oder ähnliches wird bei uns gesprochen. Normalerweise werd ich informiert, wenn mein Sohn gebissen wurde. Wenn nicht frage ich die Erzieherin, wenn ich sie sehe. Sie kann ja acuh mal was vergessen.

Also ich würde das ansprechen. Fragen wie so der Grundton unter den Kindern momentan ist etc.

LG Line

Beitrag von sonjade80 12.11.10 - 09:53 Uhr

Ich würd das nicht auf sich beruhen lassen. Zumindest kurz ansprechen würd ich das schon, gerade das mit den töten ist nicht witzig.

Das mit den blauen Flecken, naja bei uns ist kommt auch der ein oder andere mit blauen flecken wieder, weil man sich mal gekäbbelt hat. Ds sehe ich nicht so als shclimm an. Es sei denn es kommt öfter vor, dann auf jedenfall.

LG
Andre & Sonja

Beitrag von coconutkiss169 12.11.10 - 14:12 Uhr

Hallo Berna!

Du hast ja schon eine Antwort bekommen, dass man bei den ErzieherInnen alles ansprechen sollte, was einen irgendwie drückt. Dein Kind ist dort in Betreuung und du willst es ja auch weiterhin ruhigen Gewissens dort lassen.

Was mich speziell angesprochen hat, war dein Satz:

>... und wenn es X war, dann wird es eh mit seiner Behinderung abgetan...<

Meine Kinder waren/sind in einer Integrationsgruppe. Wir haben also schon seit mehreren Jahren im Kindergarten Kontakt mit behinderten Kindern und auch ihren Eltern. Manche dieser Kinder beissen, hauen (für uns ohne Grund) oder lecken andere Kinder ab. Bis jetzt hatten alle Eltern und auch unsere ErzieherInnen die Einstellung, dass auch DIESE besonderen Kinder lernen müssen, dass man so etwas nicht macht. Also würde ich auch in dieser Beziehung meine Bedenken äussern.

Liebe Grüsse!

Beitrag von knutschka 12.11.10 - 17:47 Uhr

Hallo,

an dieser Stelle sprach sicher die Frustration in mir. Natürlich versuchen sie, auch dieses Kind sozial zu integrieren, was natürlich auch heißt, dass es sich an allgemeine Regeln zu halten hat.

Mich nervt dabei nur ungemein, dass ich das Gefühl habe, alle anderen Kinder sollen vor ihm "kuschen", nur damit es zu keiner brenzligen Situation kommt.

Das Kind zieht Kindern die Haare teilweise echt büschelweise raus, tritt Erwachsene wie Kinder, nur weil es nicht frei Bahn hat etc. - und was sollen unsere Kleinen dann machen: Sie sollen einen Schritt zurückgehen (klar wirkt das in gewissem Sinn deeskalierend, aber es signalisiert dem Kind doch auch: frech kommt durch) und sagen (bitte bloß nicht schreien - sehr einfach, wenn man Schmerzen hat...), dass das weh tut und sie das nicht möchten... Meiner Meinung nach, ist das einfach die falsche Strategie. Dem Kind werden doch so keine Grenzen gesetzt - es wird lediglich versucht, mögliche Konflikte zu vermeiden. Sinnvoller wäre es in meinen Augen jedoch, Strategien aufzumachen, diese Konfliktsituationen durch das betreffende Kind anders zu lösen...

Oder sehe ich das falsch?

LG Berna

Beitrag von coconutkiss169 13.11.10 - 09:30 Uhr

Guten Morgen!

Ich persönlich kann da auch nur meine Eindrücke schildern, wie es sich mir darstellt. Unsere ErzieherInnen sind besonders geschult, da es trotz allem ja doch besondere Formen des Umgangs geben muss.

Sicherlich würde ich das im ersten Moment genauso sehen wie du. Wie soll dieses Kind Grenzen kennen lernen, wenn alle erst mal hinnehmen "müssen", was es macht. Andererseits gibt es vielleicht auch ein Konzept dahinter.

Deshalb finde ich es um so wichtiger, das Gespräch mit den ErzieherInnen zu suchen. Die können dir vielleicht auch im Umgang mit dem behinderten Kind entsprechende Tipps geben.

Herzliche Grüße!

Beitrag von zahnweh 13.11.10 - 01:46 Uhr

Hallo,

ja, ich würde es ansprechen. Aber erst mal so als Frage, wie ich mit der Situation umgehen kann und ihr als Mutter beistehen kann.

Dabei nach und nach die Fakten aufklären. Was haben sie mitbekommen? Vllt war ja was, was im ersten Augenblick harmloser wirkte, durch die Erzählungen aber dann doch ein Gesamtbilder ergibt... Oder wie gehen Kinder in dem Alter damit um mit dem Thema?
Wie können Eltern und Erzieherinnen dazu beitragen, dass sich die Kinder wohler fühlen...

Unsere Erzieherinnen sind so super. Da kann man mit allem zu ihnen kommen und nachfragen. Sie unterstützen so gut sie können und erklären ihre Sicht. Zusammen wird dann nach Lösungen gesucht :-)