Seh ich das falsch? Ich bin ihm nichts wert?!

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von *Verzweifelt* 12.11.10 - 08:32 Uhr

Hallo

Um es kurz zu machen seit über 7 Jahren kämpfe ich mit depressionen. Vielleicht schon länger ich weis es nicht. Es haben sich extrem viele andere Probleme dadurch auch aufgetan.
Vor 2 Wochen habe ich es aus eigener Kraft geschafft endlich eine Therapie zu beginnen. Aber ich sehe nicht wie es besser werden soll?! Mein Mann ist einfach nicht für mich da! Ich und unsere 3 Kinder stehen immer hinten an und das macht mich gerade so fertig!
Das ist passiert: Ich muss ja zum Hausarzt und mir eine überweisung zur Therpie holen damit ich nichzt so viel zahlen muss. Nur fällt mir dieser schritt echt schwer. Ich habs immer vor mich her geschoben und heute ist der letzte Tag das ich es mir holen kann. UNd gestern habe ich ihn gefragt ob er nicht mal von der arbeit sich frei nehmen kann weil ich es einfach nicht alleine schaff und ich seuine unterstützung brauch. Ich muss dazu sagen er hat in 3 Jahren erst 2mal gefehlt und rackert sich einen ab obwohl er sehr mies bezahlt wird. Er hat natürlich nein gesagt. Er sagt immer nein auch als ich letztens Blut gekotzt habe! Ich hab nach langer streiterrei nur noch verzweifelt geheult! Wie soll das mit mir bergauf gehen wenn ich mich so unwichtig fühl??? Wenn er nie für mich da sein kann? Ich hab mich viel verändert für ihn. Zu ganz schlimmen Zeiten bin ich tagelang im Bett gelegen und habe nichts mehr gemacht! Aber ich habe mich so bemüht und ich versuch es ihm so erträglich wie möglich mit mir zu machen aber das er gar nichts dafür tut? Naja ihr werdet mich wahrschei8nidlich eh nicht verstehen weil ich kann ja nicht alles schreiben was so alles war in meinem Leben. Und was mit ihm sonst noch schon alles war! Ich bin gerade einfach gerade fertig und habe natürlich absolut nicht vor das ich heute zum Arzt geh. Am liebsten würde ich sterben! Mein leben ist zur Zeit nur noch eine Qual! Wenn ich meine Kinder nicht so sehr lieben würde und mich mein jüngstes nicht noch so sehr brauchen würde ich weis nicht ob ich noch am Leben wäre.
Obwohl ich diesen Mann über alles Liebe und er wirklich alles für mich ist denke ich zur Zeit über Trennung nach! Ich denke daran mich einweisen zu lassen oder so!
Ich kann einfach nicht mehr!

Beitrag von hilfe annehmen 12.11.10 - 08:41 Uhr

es wäre für dich wohl am besten, du gehst in eine klinik. wenn du schon selbstmord gedanken hast, wird es höchste zeit.

alles gute

Beitrag von mansojo 12.11.10 - 08:41 Uhr

hallo,

für den partner ist es schwer eine depression zu verstehen und zu ertragen

sieh mal die situation deines mannes
ich wette er würde genau wie du schreiben das er sich im stich gelssen und ungeliebt fühlt

ich rate euch zusammen eine therapie zu starten
oder zumindest ein beratungstermin bei einer familienhilfe


ihr habt einiges aufzuarbeiten

inwieweit hast du dich denn geändert?
deine depression hat sicher dein wesen beeinflusst
aber solange du keine therapie annimmst solange wird sich auch nix ändern

ich fürchte dein mann flüchtet
und ich aknn es verstehen
ich heiße es nicht gut!

sucht euch zusammen hilfe

liebe grüße

Beitrag von stormkite 12.11.10 - 08:45 Uhr

Liebe Verzweifelt:

dein Mann hat recht, dich nicht zum Arzt zu begleiten. Du musst das selber schaffen. Nur dann kannst du stolz auf dich sein, das du es aus eigener Kraft geschafft hast.

Das letzte was gut für dich ist, ist jemand, der dir die Verantwortung für dich selber abnimmt. Dein Leben, deine Entscheidung: Soll es dir gut gehen, oder nicht? Willst du gesund werden oder nicht?

Du musst für DICH selber aufstehen und in die richtige Richtung gehen. Nicht für die Kinder, nicht für den Mann. Getragen werden (und sei es nur zum Arzt für eine Überweisung) zählt nicht, hilft nicht, ist geschummelt.

Triff die Entscheidung für dein Leben. Setz den Fuß auf den Boden, und mach den ersten Schritt. Geh zum Arzt, hol die Überweisung, und mach deine Therapie.

Kite





Beitrag von gh1954 12.11.10 - 09:35 Uhr

Ich kann dir nicht zustimmen!

Der TE geht es momentan absolut schlecht, da kann der Gedanke, weiter als 20 Meter allein aus dem Haus zu müssen, schon eine Panik auslösen.
Sie braucht jetzt akut Hilfe, um sich helfen lasen zu können.

Würdest du von jemandem, der ein Bein gebrochen hat, erwarten, mal flott zum Arzt zu gehen?

Beitrag von stormkite 12.11.10 - 11:39 Uhr

Hi GH,

ich würde dir zustimmen, wenn die TE eine Angststörung hätte, keine Depression.

Ich habe eine Freundin mit Angststörungen, die habe ich eine Zeitlang zu jedem Arztbesuch begleitet, weil sie alleine nicht gehen konnte.

Depressive haben aber (neben der Traurigkeit) eine Antriebsstörung - und für sie tätig zu werden ist ähnlich sinnvoll wie einem Alkoholkranken eine Flasche Whiskey mitzubringen, um ihm zu helfen.

Kite

Beitrag von gh1954 12.11.10 - 12:34 Uhr

Du kannst von hier aus eine Diagnose stellen?

Woher weißt du, dass nicht auch eine Angststörung vorliegt?

Es ging der TE nicht darum, dass jemand für sie tätig wird, sondern dass jemand mit ihr geht, sie unterstützt.

Deiner Logik nach könnte ich jetzt schreiben: Soll doch deine Freundin allein zum Arzt gehen und sich damit ihrer Angst stellen, dann kann sie stolz auf sich sein.

Wenn jemand um Hilfe bittet, sollte man das für sich so stehen lassen und nicht laienhaft rumpsychologiesieren, wer Hilfe bekommen darf und wer nicht.

Beitrag von tatti20 12.11.10 - 15:14 Uhr

#pro

Beitrag von starshine 12.11.10 - 12:09 Uhr

Genau so sehe ich das auch!

Raff Dich auf, denn es ist DEIN Leben - nimm es endlich in die Hand.

Viel Kraft fuer Deinen Weg!

Beitrag von flogginmolly 12.11.10 - 09:56 Uhr

Du kannst nicht dein Leben lang erwarten dass dir andere Personen dein Selbstwertgefühl aufbauen, dass musst du schon selber machen. Lies dir doch mal selber durch was du da schreibst. Es geht dir nur um dich. Wie soll dein Mann sich fühlen? Eine Frau die Tage lang lethargisch im Bett liegt und sich nur selber bemitleidet? Meinst du dass ist neben schlecht bezahlter Arbeit und Kindern das was ein Mann gerne Zuhause erwartet?
Ich verstehe es wenn man eine Krankheit hat und sich schlecht fühlt, aber es ist schäbig anderen daran die Schuld zu geben. Es liegt einzig und allein an dir etwas daran zu ändern. Ob es für dich nun der beste Weg ist dich von deinem Mann zu trennen weiß ich nicht, aber den Weg zum Arzt muss du alleine gehen. Wieso kann er denn nie für dich da sein? Wo waren die Kinder als du nur im Bett gelegen hast? Wie sieht dein Haushalt aus?
Wie sieht es mit dir aus? Achtest du auf dich und dein Äußeres? Was tust du für ihn? Glaub mir, es ist keine Selbstverständlichkeit das der Partner es mitmacht wenn der andere nur jammert und sich gehen lässt und nicht in der Lage ist selbständig Hilfe zu suchen, von Selbstmord spricht etc.

Beitrag von *Verzweifelt* 12.11.10 - 10:05 Uhr

DEas ist ja auch so eine Sache wes wegen ich diese Probleme habe. Er ist ja glücklich sagt er und ich glaube ihm das auch. Er verdrängt alles! Und ich opfere mich richtig auf für ihn! Er hat alles ich nichts!Die ganzen Jahre hab ich hinter ihm gestanden, ihn unterstützt, war für ihn da! Alles hätt ich stehen und liegen lassen für ihn! Und ich hab doch nur noch ihn. Er ist zwar auch lieb und ein guter Vater aber sobald in jemand braucht ausser uns ist er weg. Er kann nicht nein sagen. Er hat mich desshalb auch schon machmal übelst belogen.
Und jetzt sitzt ich den ganzen Vormittag schon da. heule und kümmere mich um unser Baby. Ihm scheint das egal zu sein denn sein Kind leidet doch auch wenn es mir schlecht geht oder? Ich bin so am ende ich wäre nicht stolz wenn ich alleine zum Arzt gehe. Ich brauche hilfe!!! Aber ich bekomme keine. Er sollte mir doch helfen wollen. Ich habe ihm gestern erklärt das es uns doch allen zu gute kommt wenn ich Therapy mache! Er wisse das und findet es toll das ich den Schritt endlich getan habe! Aber ich muss ihm doch so wichtig sein das er auch darum kämpft das ich wieder gesund werde. Aber je mehr er das nicht tut desto mehr rutsche ich tiefer rein. Fühle mich gerade absolut wert- und nutzlos.
Denke ernsthaft auch an trennung denn diese situation macht mich noch mehr kaputt. Aber andererseits ist er alles was ich noch hab und ich bin ja froh das er noch da ist

Beitrag von rittmeisters 12.11.10 - 10:05 Uhr

Ja du siehst das Falsch...

Weißt du wieviel Kraft es einen Menschen kostet mit jemandem zusammen zu sein der an Depressionen leidet?
Du kannst Froh sein das er nicht Reisaus genommen hat und abgehauen ist!

Du bist deinem Mann scheinbar sehr viel Wert, denn wenn es anders wäre, wäre er schon WEG!

Und das er sich für deine Überweisung kein Frei genommen hat ist doch wohl auch klar, 1!!! Tag vorher kann man nicht mal ebend frei machen, ausserdem ist es deine Depression, und du musst das in den Griff bekommen, du musst mit dieser Krankheit Offensiv vorgehen und dazu stehen, es bringt dir nix wenn du es verheimligst, dadurch geht es dir ja nicht besser.... Deine Kinder tun mir auch Leid, wie müssen sie unter deiner Lethargie gelitten haben!

Du bist Krank, hast dies nun selbst Eingesehen, das ist der erste Schritt in Richtung Bergauf, geh einfach weiter, eine Depression ist nicht das Ende der Welt, du schaffst das da wieder Herraus zu kommen.
Du möchtest doch auch wieder am Leben teilnehmen, denk an deine Kinder und an deinen Mann. Kopf hoch und niemals den Mut verlieren!
Du schaffst das.

Es tut mir Leid das sich mein Beitrag manchmal ein bisschen Hart anhört, aber ich weiß wie es ist ich selbst litt unter Depressionen und mein Mann war letztes Jahr auch Betroffen (zum Glück war es bei uns immer sehr schnell Erkannt und gebannt worden)

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Glück für deine Therapie und überlege doch bitte ob du nicht eine Kur für dich Beantragen möchtest, deine Kinder würden in der Zeit betreut werden, und du könntest dich mal erholen und man kann dir dann besser Helfen, ohne das du immer noch in deim <<<alltag bist!!!

Beitrag von mareliru 12.11.10 - 11:19 Uhr

Es ist Dein Leben.
Du kannst ihm nicht die Schuld dafür geben, dass Du heute wieder vor dem Arzt kneifst.
Keiner kann Dein Leben für Dich leben, Du musst es tun, es ist Deine Verantwortung.
Und ja, ich weiss wie schwer das ist und war selbst schon an dem Punkt.
Alles Gute, Mare

Beitrag von frischerduft 12.11.10 - 11:22 Uhr

Hallo,

um es vorweg zu nehmen: dass du krank bist, tut mir unendlich leid. Allerdings möchte ich dir dazu gratulieren, dass du jetzt eine Therapie beginnen möchtest. Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Leider muss ich dir im gleichen Atemzug aber auch etwas den Kopf waschen:
Auf meiner Arbeitsstelle - wie auf vielen anderen auch - gestaltet es sich äußerst schwierig, mal eben einen Tag ungeplant frei zu bekommen. Weil ich immer eine Vertretung für mich organisieren muss. Da meine Kolleginnen in ihre Arbeit selbst sehr eingebunden sind, ist eine sehr sorgfältige Planung notwendig. Das wird bei deinem Mann auch so sein.

Außerdem musst du selbst dein Popo hoch bekommen und dir diese Überweisung holen. Warum sollte dein Mann mitkommen? Wenn er dir jede Kleinigkeit abnimmt, wirst du noch abhängiger von ihm und es wird sich nicht günstig auf dein Befinden auswirken.

Ich glaube nicht, dass du unwichtig bist für deinen Mann.
Allein, dass er sich um Haushalt und Kinder kümmert, wenn du depressiv im Bett liegst, ist ja wohl Liebesbeweis genug.
Ich glaube, er ist auch mit der Situation überfordert, du musst versuchen, für ihn ein wenig Verständnis aufzubringen. So wie du in deinem Post rüberkommst bist du im Moment noch ein zusätzliches Kind für ihn, was an ihm zerrt. Eine Partnerin auf Augenhöhe bis du momentan jedenfalls nicht.

Eigentlich beißt es sich, wenn du schreibst, dass du an Trennung denkst. Einerseits kannst du durch deine Depression nichts ohne ihn, andererseits willst du dich u. U. trennen, wenn er nicht so springt, wie du es dir vorstellst.

Wie eine Vorposterin schon schrieb, es ist gut möglich, dass du deinen Mann durch dein VErhalten eines Tages vergraulst, auch ein gesunder Mensch kann nicht alles leisten: Ehemann, Vater, Therapeut etc.
Du solltest in meinen Augen wirklich froh sein, dass dich dein Mann nach seinen Möglichkeiten unterstützt.
Und dass er neben den Kindern und dir nach einem stressigen (Arbeits-)Tag auch mal ne halbe Stunden für sich haben möchte, auch dafür solltest du ein wenig VErständnis aufbringen. Denn diese halbe Stunden gibt ihm Kraft wieder für dich, deine Krankheit, die Kinder - seine Familie - da zu sein.

Lass dir das mal durch den Kopf gehen.

Alles Gute für deine Therapie

Nici

Beitrag von badguy 12.11.10 - 12:15 Uhr

Sieben Jahre macht er das jetzt schon mit! Beachtlich. Schwing deinen Puppes hoch und hol die beknackte Überweisung!

Geh in die Praxis und sag, dass du da bist um deine Überweisung zu holen. Fertig!

Da hängt kein Schild von der Decke

"Verzweifelt" ist durchgeknallt um sich ein Rezept zur Therapie zu holen. Machen, auch wenn es schier ein Berg vor dir ist. Es wird dir erst besser gehen, wenn du anfängst zu laufen.

Dein Mann hat völlig Recht, wenn er dich auf diesem Weg alleine läßt. Seinen Partner Blut kotzen zu lassen und nix zu tun geht gar nicht.

Komm, hoch mit dir, es ist nicht schwer, nicht so schwer, wie du glaubst, es ist der erste Schritt in ein besseres Leben. Du wirst aus der Praxis kommen, tief durchatmen und dich BESSER fühlen. Also los, hopp!

Beitrag von sniksnak 12.11.10 - 12:16 Uhr

Das klingt jetzt hart (und ist irgendwie auch so beabsichtigt): Beweg deinen A..Hintern und hol dir deine Überweisung gefälligst selber!
Mach eine Therapie, komm aus der Opferrolle raus - Jammern hilft auf dem Weg zum Glück herzlich wenig... Wie heisst es so schön?! Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied - oder so...

Andere für das nicht angenehm verlaufende Leben verantwortlich zu machen ist fies und falsch - und dennoch hat dir dein rechtmässig Angetrauter trotz aller Vorwürfe noch nicht in den Allerwertesten getreten!


sniksnak

PS: Um eine Einweisung zu bekommen, musst du im Übrigen auch zum Arzt!




Beitrag von jolsi 05.02.11 - 05:26 Uhr

Schweres Thema! Ist schon ein wenig älter, gerade bei deinen akuten Problemen, aber vielleicht hilft es ja Menschen, die ähnliche Probleme haben.
Also, schon wie man an deiner Schreibweise erkennen kann, ist dir anscheinend wirklich alles scheißegal, gibt es denn nichts was dir wichtig ist im Leben? (Ja deine Kinder. Gott sei dank!) Bist du vielleicht mit dem falschen Mann zusammen? Obwohl er für mich jetzt nicht so klingt, als wäre er die falsche Wahl, musst du selber wissen und nicht aus deiner zur Zeit falschen Sichtweise betrachten. Ich sage nur red mit den Leuten; viele haben Verständniss und haben oft selber schon mehr oder weniger ähnlich schwere Zeiten durchgemacht. Ich selbst - egal jetzt ob m oder w - hatte und habe auch jahrelang Depressionen und es ging bei mir schon in sehr jungen Jahren los. Ich meine, ich bin immer noch jung, gerade mal 27, aber ich hatte schon mit 17 depressionen und habe dennoch nicht an Selbstmord oder ähnliches gedacht; damals zumindest nicht. Für mich selbst war eigentlich nur der Sport der letzte Halt am Leben, der mich vor dem Gedanken an Selbsmord bewahrt hat. Heutzutage hat sich meine Aktivität im Sport sogar vergrößert und trotzdem habe ich immernoch Momente, an denen ich an die Sinnlosigkeit meines Lebens denke und was mich daran hält? Ich habe oft keine Ahnung! Aber es gibt immer wieder Momente, in denen ich das Leben genieße und mag, und schon die Gedanken an die guten Zeiten sind immer wichtig für mich gewesen. Zur Zeit versuche ich mehr in mich selbst reinzulachen. Ich mache Sport auf höchstem Niveau und nehme nicht mehr alles zu Ernst. Es hilft! Vielleicht nicht so wie ich es mir wünschen würde, aber es lässt mich weitermachen und irgendwas am Leben ist doch schon ganz schön.
Ich war auch mit 18 in Therapie, da ich damals die Schule geschmissen habe, trotz meiner Hochintelligenz und die Lehrer mir helfen wollten (so ziemlich der einzige Moment in meinem Leben, wo Menschen mein Problem versucht haben zu verstehen, sonst hat vorher nie jemand in mich reingeschaut, aber vielleicht bin ich wegen meiner Intelligenz und den viel zu niedrigen Leistungen auch aufgefallen). Ich bin auch zu der Zeit zu hause rausgeflogen und musste auf eigenen Füssen stehen. Ich sehe es auch heute noch als zu früh an.

Tja, nachdem ich jetzt all das geschrieben habe, frage ich mich, was mich eigentlich noch am Leben interessiert. Ich werde mal versuchen absolut ehrlich zu sein und ich denke, auch wenn ich jetzt nicht so viel zur Lösung von Depressionen beitragen kann, dass auch schon die Geschichten anderer Menschen in diesem Fall wichtig sind, um sich nicht so allein mit seinem Problem zu fühlen.
Durch meinen oben schon erwähnten Rauswurf, vielleicht auch schon vorher, ich weiss nicht ob ich das Problem an falscher Stelle suche, bin ich sehr einsam geworden. Wie gesagt, ich habe die Schule geschmissen und war auf mich alleine gestellt und irgendwie konnten mir die Therapeuten auch nicht wirklich helfen. Wie soll ich mich denn auch in meinen jungen, alleingelassenen Jahren einfach so öffnen können? Heute kann ich das. Ja! Aber es ist immer noch schwer für mich absolut offen gegenüber anderen Menschen zu sein. Ich fühle mich irgendwie, als ob mich andere Menschen nicht verstehen könnten oder als ob man mich nicht ernst nimmt. Ich meine die meisten Menschen benehmen sich im täglichen Leben so, als wären sie perfekt und hätten keine Probleme. Ich glaube aber sie benehmen sich auch nur so, weil es die Umgebung auch so macht. Für mich steht mittlerweile fest, der kritischste Mensch der dir begegnen kann, bist du selbst.

Naja, zumindest habe ich später mein Abitur nachgemacht, sogar recht gut. Hätte besser sein können, aber ich habe mich jetzt nicht so angestrengt, ist ja auch egal. Aber ich war auf jedenfall wieder in einem sozialen Gefüge integriert und habe mich wohl dabei gefühlt. Aber danach als ich das Studium angefangen habe, konnte und kann ich mich so gar nicht integrieren. Ich meine klar, ich lerne Menschen kennen und verstehe mich auch nicht schlecht mit ihnen, aber muss ich mich jetzt auf eine bestimmt Gruppe konzentrieren oder kann ich mich mit allen verstehen. Also, ich habe total das Gefühl für sozialen Kontakt verloren. Es ist ja nicht so , dass ich überhaupt keine Freunde habe, aber diese haben mit meinem Studium wenig zu tun und leben auch weit enfernt und ich sehe sie nur selten.
Aber ich fühle mich dadurch nicht schlecht und versuche das Beste daraus zu machen, auch wenn mein Studium dadurch erschwert wird. Ich habe weniger Kontakt zu irgendwelchen Gruppen und bin oft alleine mit meinen Problemen und muss sie selbst lösen, was in einer Gruppe leichter wäre.

Also, was ich in meinem Fall sagen kann ist, dass es gar nicht so sehr an mir selbst liegt, dass ich an Depressionen leide, sondern viel mehr an der Gesellschaft, in der wir uns bewegen müssen, denn wir sind einfach machtlos gegen diesen Apparat. Ich denke oft an meine Kindheit in meiner damals heilen Familie und frage mich auch heute noch wie es manche Menschen schaffen, so auf den ersten Eindruck einfach durchs Leben zu gehen, aber ich verstehe es oft nicht. Ich bin weder fett, hässliche noch dumm, aber trotzdem bin ich nicht zufrieden mit meinem Leben. Es ist schwer zu sagen, woher eine Depression eigentlich kommt und wie man dagegen vorgehen kann, aber das Beste ist wohl mit den Leuten zu reden. Auch wenn wir alles haben, oder vielleicht gerade weil wir alles haben, ist das Leben einfach zu mechanisch geworden und wir verlieren das wirklich wichtige aus den Augen. Ich zumindest konnte noch nie wirklich aus mir rauskommen und bin froh, dass es wenigstens das Internet gibt, in dem man festellt, dass man nicht so alleine ist und es keine Schande ist sich gegenüber anderen Menschen zu öffnen und man es auch bei persönlicheren Treffen, wie zum Beispiel bei einem Therapeuten machen sollte. Ich werde auf jedenfall versuchen, das Beste aus meinem Leben zu machen, auch wenn es schwer ist, aber letztendlich sind wir sowieso mit unseren Entscheidungen alleine und wir müssen das Beste daraus machen. Die Depression ist eine Krankheit die womöglich nur dadurch ensteht, dass wir Menschen einfach immer oberflächlicher und unsozialer agieren müssen, aber wie gesagt, es ist ein Apparat, der nicht mehr zu stoppen ist, dennoch, ich werde wohl nie damit klar kommen, aber ich werde nicht aufgeben und das zählt irgendwo, hoffe ich!!!!!

Danke fürs Lesen!!!!