Tragemamas - wie war Kiga-Eingewöhnungsphase?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mare88 12.11.10 - 09:32 Uhr

Hallo,

habt Ihr Eure Kinder auch viel und regelmäßig getragen? Wir haben grade mit dem Miniclub angefangen, aber dazu möchte ich noch nichts sagen.

Mich interessiert erstmal, wie bei Euren Kindern die Eingewöhnungsphase im Mini-Club oder Kindergarten verlief! Haben sie viel geweint oder waren sie relativ "pflegeleicht" in der ersten Zeit im Kiga? Und wie würdet Ihr das interpretieren?

Freue mich auf Eure Antworten!

Ciao
Mare88

Beitrag von lieka 12.11.10 - 10:00 Uhr

Ich denke das das Tragen keinen Einfluss auf die Eingewöhnung im Kindergarten hat.
Unseren Sohn haben wir mit nicht ganz einem Jahr eingewöhnt und er wurde viel getragen und wollte auch viel hoch genommen werden. Am anfang hat er auch manchmal geweint da er aber ein sehr neugieriges Kind ist und auch alles interessant findet konnten die Erzieherinnen ihn schnell ablenken. Er geht nun sein anfang Oktober ca. 7 Stunden täglich in den Kindergarten und manchmal will er ganz schnell alleine in seine Gruppe laufen und manchmal möchte er das ich ihn direkt einer Erzieherin "übergebe" . Das ist jeden Tag anders.
Ich denke es ist Charakter Sache wie sich ein Kind in den Kindergarten eingewöhnt.

Beitrag von kirsten007 12.11.10 - 10:05 Uhr

Hallo,

wir haben unsern Sohn 10 Monate im Tragetuch gehabt und dann ist er selber losgelaufen.

Mit knapp einem Jahr waren wir dann regelmäßig auf einem betreuten Kinderspielplatz und nach einer kurzen Eingewöhung (erst sind wir da geblieben und dann sind die Zeiträume, an denen wir nicht da waren ständig grösser geworden) und er hatte gar keine Probleme mit der Eingewöhung, Gleiches gilt auch für den Kindergarten. Wir hätten direkt am ersten Tag wieder gehen können und er wäre problemlos da geblieben.

Ich denke, dass mein Sohn durch langes Stillen, im Familienbett schlafen (7 Monate) und tragen einfach ein gutes Selbstbewußtsein hat und er wußte halt früh, dass Mama und Papa ihn auf jeden Fall wieder abholen und in der Zwischenzeit Spaß haben kann ;-)

Lieben Gruß
Kirsten

Beitrag von mare88 12.11.10 - 12:25 Uhr

Danke für Eure Antworten!

Also, ich habe mich ein bischen verunsichern lassen. In den letzten Tagen las ich einiges zum Thema Bindungsverhalten. Und nun gibt es da verschiedene Bindungstypen. U.a. sicher gebundene und unsicher gebundene Kinder und wie sie sich z. B. bei Eingewöhnungsphasen in Kindereinrichtungen verhalten (in der Regel).
Ich dachte mir jetzt, ich habe bestimmt ein sicher gebundenes Kind, weil viel getragen, kein Weinen ignoriert, immer auf die Bedürfnisse eingegangen usw. Aber in der Bindungsforschung hat man festgestellt, dass sicher gebundene Kinder (üblicherweise) beim "abgeben" im Kiga anfangs weinen, weil sie eben eine so enge Bindung haben zur Bezugsperson.
Nur mein Kind hat nicht einmal geweint und sich super rein gefunden. Und so ein Verhalten in der Art, also, wenn ein Kind eher reserviert ist und die Gefühle nicht so zeigt, beobachtete man wohl bei unsicher gebundenen Kindern.
So, und wie gesagt, irritierte mich jetzt das Verhalten meines Kindes, nachdem ich das las. Man sollte vielleicht auch nicht immer so viel lesen.

Ich bin gespannt evtl. andere noch berichten.

Ciao
Mare88

Beitrag von miau2 12.11.10 - 13:40 Uhr

Hi,
mein Kleiner war ein totales Tragekind, hat die ersten Lebensmonate nur im tuch verbracht. Wer noch etwas zum Interpretieren haben will: er wird nach wie vor (abends, eine Mahlzeit) gestillt. Und bald 2 Jahre alt.

Er geht seit einigen Monaten in die Krippe, nicht nur wenige Stunden, sondern inzwischen bis Nachmittags. Die Eingewöhnung war absolut problemlos, die langsam eingeführten Trennungen verliefen ohne jede Träne. Eine kurze Zeit war es nicht so einfach, aber da er davor krank war ist das relativ normal - aber seine Tränen waren nach einer Minute vorbei, und er war den Rest des Tages total entspannt.

Inzwischen wird mit Tschüs gesagt, ein nasser Schmatz ins Gesicht gedrückt, und er geht spielen.

Interpretieren ist immer schwierig, aber es geht ja um MEIN Kind, daher wage ich mich dran: er weiß genau, dass ich wiederkomme. Darum hat er keine Angst. Er hat unheimlich viel Spaß in der Krippe, er vertraut den Erzieherinnen. Und er merkt auch ganz genau, dass ICH ein gutes Gefühl bei der Sache habe. Dass es für mich kein Drama ist - weil ich eben von dieser Krippe auch unheimlich viel halte. Und wie unheimlich wichtig ich ihm trotzdem bin merke ich daran, dass er total entspannt spielt - und dann mit einem begeisterten "MAAAAMMMAAAA" auf mich zustürmt, sobald er mich nachmittags entdeckt.

Ob das jetzt allerdings irgend etwas mit "tragen" oder auch "stillen" zu tun hat - keine Ahnung. Mein Großer wurde zwar auch viel, aber weniger getragen und war bei Eintritt in den vorkindergarten genau so unkompliziert.

Viele Grüße
miau2

Beitrag von bamsel 12.11.10 - 13:49 Uhr

Hallo!
Also ich habe meine Tochter nur 4 Mal getragen, dann wurde es ihr zu eng u. zu blöd u. mir zu schwer.Sie schlief noch nie in unserem Bett u. gestillt habe ich sie auch nicht. Ihre KiGa Eingewöhnung lief so, daß sie nach 2 TAgen schon alleine den Vormittag dort blieb. Sie ist ein total selbstständiges selbstbewußtes Persönchen, ist noch nie weg gelaufen u. hat auch keine Angst,daß ich nicht wiederkomme. Sie hatte da noch nie Grund zu. Ach krank war sie auch sehr selten, seit dem Kindergarten natürlich mehr.

Soviel dazu.

Gruss,
bamsel

Beitrag von gingerbun 12.11.10 - 23:43 Uhr

Hallo,
wir haben unsere Tochter fast ausschliesslich getragen und sie wurde lange gestillt. Unsere Bindung ist sehr intensiv. Sie ging mit 15 Monaten zu einer Tagesmutter. Die Eingewöhnung war aufgrund einiger Umstände recht kurz aber als es klappen musste da mein Job wieder begann, klappte es. Der Wechsel in den Kindergarten verlief ohne Probleme. Mein Mann konnte am ersten Tag nach 1,5 Stunden wieder gehen. Es gab nie eine Träne.
Gruß!
Britta

Beitrag von zahnweh 13.11.10 - 02:36 Uhr

Hallo,

meine fing ich kurz vor dem 3. Geburtstag an zu tragen. Buggy immer mitzerrren war mir zu umständlich, sie auf den Armen tragen bei Müdigkeit konnte ich dann auch nicht mehr.
Zum Kindergarten abholen, brachte ich die Manduca mit - statt leerem Buggy durch die halbe Stadt :-p

Eingewöhnung war super und wenn sie morgens schon sehr müde war, holte ich sie auf jeden Fall mit M. ab. Das freute sie immer. kiddy-Board bei Freunden liebt sie auch, aber da steht meistens schon das große müde Geschwisterkind drauf. ;-)

Bei der Eingewöhnung ist es denke ich wichtiger auf die Gefühle/Ängste des Kindes einzugehen, auf das Bauchgefühl zu hören, mit den Erzieherinnen gut reden können und einen Kindergarten finden, in dem sich das Kind wohl fühlt und willkommen fühlt.

Beitrag von mare88 13.11.10 - 09:18 Uhr

Danke für Eure Antworten. Das ist ja doch sehr unterschiedlich. Und man kann es offensichtlich nicht am tragen fest machen. Aber interessant, mal zu hören.

Danke
Mare88