zu krank für Kur?

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von mokli 12.11.10 - 13:08 Uhr

Hallo!

Kennt sich vielleicht jemand ein wenig aus mit Mutter-Kind Kuren?
Ich überlege ob ich eine beantragen soll, bin mir aber nicht sicher inwieweit ein Antrag zur Zeit überhaupt sinnvoll wäre...

Ich leide an einer rezidivierenden Depression, zur Zeit habe ich mal wieder eine schwere Episode.
Ich habe das Gefühl ich muss hier raus, brauche ganz dringend Entlastung, der Alltag ist einfach zu viel.

Allerdings dient eine Kur ja der Prävention von Krankheiten und krank bin ich nun mal schon.
Weiß jemand wie das aussieht, wie stehen die Chancen einer Bewilligung?
Die einzige Alternative wäre ein Klinikaufenthalt, allerdings will ich aus diversen Gründen keine so lange Trennung von meinen Kindern.

LG, Monika

Beitrag von kruemlschen 12.11.10 - 13:20 Uhr

Hallo Monika,

besprich Deine Gedanken bzgl. einer Kur doch einfach mal mit Deinem Therapeuten und Deinem Hausarzt, deren Empfehlung brauchst Du nämlich eh für einen Kurantrag.

Ich persönlich glaube nicht, dass eine MKK bei Deinem Krankheitsbild das Richtige für Dich ist. Denn Eine MKK mit drei Kindern von denen eines noch nicht einmal 2 Jahre alt ist, ist keine Erholung, dass ist Stress pur!

Ich war kürzlich erst zu MKK und habe dort mehrfach miterlebt wie gestresst die Mütter von 3 Kindern wärend der Kur waren.
Eine Alternative wäre, dass Du nur mit dem Kleinkind fährst und die Zwillinge zu Hause lässt, aber wie gesagt, ich würde erstmal grundlegend mit Deinen Ärzten absprechen ob eine MKK für Dich in Frage kommt.

Gruß K

Beitrag von mokli 12.11.10 - 13:27 Uhr

Danke für deine Antwort!

Das eine Kur kein Spaziergang ist weiß ich, ich war schon mal zur Kur als meine Mädels 1,5 Jahre alt waren.
Allerdings war ich damals grade in keiner akuten krankheitsphase und dort war eine sehr gute Kinderbetreuung, dadurch hat alles ganz gut geklappt.

Ich weiß auch nicht, im Moment such ich einfach verzweifelt nach dem Strohalm an den ich mich klammern kann...

Aber du hast recht, mein erster Schritt sollte wohl das Gespräch mit meiner Therapeutin sein.

Beitrag von silke_35 13.11.10 - 11:31 Uhr

Hallo,

ich glaube zwar auch nicht, dass Dir eine Kur bei Deiner ursprünglichen Erkrankung (Depression) weiter hilft, aber Du bekommst auf jeden Fall gute Ansätze. Die Depression mußt Du anderweitig behandeln lassen.

Ich glaube bei 3 Kindern zahlt die Krankenkasse auch noch eine zusätzliche Betreuungsperson. D.h. Dein Mann oder Deine Mutter etc. könnten auch mitfahren. Das wäre dann auf jeden Fall eine große Hilfe ausherhalb der Kinderbetreuungszeiten. Ich habe gerade in Deiner Visitenkarte gesehen, dass die Zwillinge schon 9 Jahre alt sind. Ob das in dem Alter noch möglich ist, weiß ich nicht, weil sie ja doch schon selbständiger sind. Aber fragen kostet ja nix.


LG
Silke

Beitrag von mokli 13.11.10 - 12:07 Uhr

Danke für deine Antwort.

Mir geht es auch gar nicht darum in der Kur die Depression zu bekämpfen, sondern eher darum ausserhalb vom Alltag wieder etwas Kraft zu tanken. Einfach mal nicht für alles zuständig sein.

Wegen der Depression bin ich in ambulanter Behandlung, habe aber das Gefühl hier einfach mal raus zu müssen.

Beitrag von silke_35 13.11.10 - 20:32 Uhr

Aber dann ist doch die Kur genau das richtige für Dich. Ich würde im Antrag weniger auf die Depression und mehr auf die Erschöpfung eingehen. Eben, dass Du nicht mehr so richtig in der Lage bist, Deine Kinder zu versorgen und unbedingt mal ne Auszeit brauchst. Eben mütterspezifische Belastungen. Schlafmangel, Erschöpfung, Zeitdruck, Überforderung etc. Auf jeden Fall müssen Deine Beschwerden im Vordergrund stehen, nicht evt. Beschwerden der Kinder.

Wenn Du in den Osterferien (wg. Deinen schulpfl. Kindern) weg willst, dann würde ich den Antrag jetzt stellen, wenn Du aber erst in den Sommerferien fahren kannst, dann erst Anfang des Jahres.

Viel Glück beim Antrag.

LG
Silke

Beitrag von mokli 16.11.10 - 12:19 Uhr

Nach dem Gespräch mit meiner Ärztin wurde die Entscheidung erst mal vertagt.
Zur Zeit hätte ich wohl kaum eine Chance auf eine Kur aufgrund der aktuellen Diagnose, ausserdem rät mir die Ärztin auch klar ab.

Aber deine Tipps werde ich mir auf jeden Fall für eine spätere Antragsstellung merken!

LG, Monika

Beitrag von foerstergeist 12.11.10 - 17:23 Uhr

Ganz ehrlich?
Lass Dir eine Rehamaßnahme in einer Fachklinik verordnen. Da wird Dir wesentlich mehr geholfen, als auf einer Mu-Ki-Kur.

Wenn Du Deine Kinder schlecht abgeben kannst, dann beantrage, dass Deine Kinder mitkönnen.

Ich war dieses Jahr a. g. Burn-Out 5 Wochen weg und hatte meine Tochter dabei.

Es waren viele Kinder da. Es gibt einen professionellen Kindergarten direkt auf dem Gelände, nur für Patientenkinder und eine "Lernbox", wo die ganzen schulpflichtigen Kinder untergebracht sind.

Ich war in der Klinik am schönen Moos www.klinik-a-s-moos.de

Schau sie Dir mal an.

Mir hats sehr geholfen.

Viel Erfolg
A

Beitrag von mokli 13.11.10 - 12:17 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ich werd wohl mal mit meiner Therapeutin besprechen müssen was ich am besten mache.

Beitrag von mona1879 12.11.10 - 17:29 Uhr

hallo,

also mit depressionen habe ich keine erfahrungen, als ich allersings im september nach einer fehlgeburt einen nervenzusammenbruch und dann eine phase der totalen erschöpfung hatte, habe ich meine therapeutin auch nach einer kur gefragt. sie meinte in der krise sollte man bleiben wo man ist. erst danach sollte man fahren und dann am besten ohne kinder.
sie meinste machen sie ihre kur zuhause. kannst du dir das vorstellen? ich habe meine eltern und meine schwieegereltern antanzen lassen.
du hast sicher anspruch auf eine haushaltshilfe, wenn es dir schlecht geht, dass du den haushalt nicht schaffst.
bei einer kur müßtest du dich ja alleine auf eine reise begeben und alleine um die kinder kümmern, hätte ich mir nicht vorstellen könne, als es mir so schlecht ging.

lieben gruß
mona

Beitrag von mokli 13.11.10 - 12:22 Uhr

Danke für deine Antwort.

Da niemand Verständnis für meine Erkrankung hat habe ich auch nicht viel Unterstützung.
Anspruch auf Haushaltshilfe habe ich laut Krankenkasse nicht.

Ich werde noch mal mit meiner Therapeutin sprechen, wenn gar nichts anderes geht bleibt mir halt doch nur die Einweisung in eine Klinik.
Bisher hoffe ich noch da irgendwie drum rum zu kommen.

Beitrag von zahnweh 13.11.10 - 03:30 Uhr

Hallo,

Kur ist nicht nur Prävention. Viele werden nur auf Grund von vorhandenden Krankheiten bewilligt.

ich habe mich damals an eine Beratungsstelle gewendet. Über g***le bin ich auf das Müttergenesungswerk gekommen. Gibt auch andere, wie ich erfahren habe.

Dort habe ich mir die nächstgelegene Beratungsstelle anzeigen lassen (PLZ-Finder) und einen Termin ausgemacht.

Ohne hätte ich das nicht gepackt!!!

Die Frau hat mich sehr gut beraten! Sie hat mir alle Unterlagen mitgegeben, ganz genau erklärt, was ich von welchem Arzt ausfüllen lassen muss und was ich noch hinzufügen kann (nicht nur die nachgefragten Ärzte, sondern alle die mich großräumig im Punkt Gesundheit betreuen ... Hebamme, Physiotherapeut, Psychologe... was es eben so gibt)

dann hat sie alle ausgefüllten Unterlagen eingesammelt, auf Vollständigkeit überprüft und der KK zugeschickt.
Wäre eine Ablehnung gekommen (wie beim Erstantrag sehr oft geschieht), dann hätte sie mir bei einem Widerspruch geholfen (beim zweiten Anlauf stehen die Chancen gut. Es werden so eben die "aussortiert"/gefiltert, die sich nicht dahinter klemmen. Anstrengend und viele die's bräuchten lassen sich eben abwimmeln :-()

dann hat sie noch gefragt, welche Wünsche ich in Bezug auf die Klinik hatte und wesegen ich zur Kur wollte/sollte. Daraus kombiniert hat sie die für uns passende Klinik herausgesucht. :-)

Auch sonst hat sie sofort erklärt, was eine Kur bedeutet, wie viel Zeit für Therapien usw. verwendet werden, was man beachten muss.
Damals wunderte ich mich, warum sie das so ausführlich erzählt, im Grunde wusste ich schon, was auf mich zukam... was ich nicht wusste, dass doch einige ein Luxushotel erwartet hatten und ihre negative Stimmung erst mal verbreiteten... im Nachhinein war ich sehr froh über die sehr konkrete Aufklärung. :-)

Mir hat die Kur damals sehr gut getan. 3 Wochen raus aus dem Alltag und keinen Haushalt. #huepf + die Anwendungen.
zur Zeit wäre ich auch wieder reif dafür. die viere Jahre dauern aber noch...

kleiner Tipp am Rade: manche behaupten ja, Mutter-kind-Kuren wären nur für Alleinerziehende oder versuchen so vom Antrag abzuschrecken. Ist nicht so: auch verheiratete können eine Kur bekommen!

Falls noch Fragen sind: jederzeit.

Beitrag von mokli 13.11.10 - 12:30 Uhr

Danke für deine ausführliche Antwort.

Ich war vor etlichen Jahren schon einmal zur Mutter Kind Kur, daher weiß ich in etwa was mich erwarten würde.
Für mich war es damals Luxus. Keine Haushalt, kein essen kochen und mehrere Stunden Kinderbetreuung. Das IST meiner Meinung nach Luxus.

Ich denke ich werd erst mal mit meiner Ärztin sprechen und wenn sie der Meinung ist dass eine Kur für mich in Frage kommt dann deinen Tipp beherzigen und mir eine Beratungsstelle in der Nähe suchen.

Beitrag von vanessa-jager84 13.11.10 - 20:26 Uhr

Hallo,
ich habe selber auch Depressionen und habe einen Kurantrag gestellt, der mir auch bewilligt wurde. Nun war ich dort und leider musste ich abbrechen, der Grund: meine Tochter ist erst 8 Monate alt und für sie war das zuviel. Sie hat nicht eine Nacht dort geschlafen, wurde jetzt sogar dort krank. Wir sind am Dienstag heimgekommen und am Mittwoch hat sie mit Brech-Durchfall angefangen. Nun sind wir im Krankenhaus und ein Ende ist noch lang nicht in Sicht. Ich wünschte mir so sehr die Erholung und nun steh ich schlechter da als vorher steh kurz vor einem Zusammenbruch.
Das Problem ist in der Kur sind viele Menschen. Wo viele Menschen sind ist viel Lärm und viel Bakterien. Das habe ich vorher nicht bedacht. Also wenn ich wehlen könnte hätte ich mir das gesparrt und wehr erst dann gegangen wenn meine Maus alt genug ist das ich allein gehen kann gibt ja auch Mütter-Kuren). Nun der Ort und die Kur sind sehr schön gewesen und ich habe mich tierisch auf die Anwendungen gefreut (Massagen, Aquagymnastik, Life-Kinetik, Lymphdrainage undundund) aber es sollte nicht sein. Ich möchte dir hier nichts ausreden aber ich denke mit Depressionen ist man in einer Kur falsch, zumindest wenn man kleine Kinder hat, denn es artet in Stress aus und wenn die Kinder sensibel sind, leiden sie oftmals sehr darunter. Das sind meine persönlichen Erfahrungen. Ich denke es gibt viele mit besseren Erfahrungen, ist vielleicht auch Einstellungssache.
Gruß vanessa

Beitrag von mokli 16.11.10 - 12:11 Uhr

Danke für deine Antwort!

Ja, das mit den Erkrankungen in der Kur hab ich auch noch in Erinnerung #schwitz
Meine Mädels waren damals eineinhalb Jahre alt und haben alles mitgenommen was da so an Krankheiten um ging.

Eine Kur ist jetzt sowieso erst mal aufgeschoben nachdem ich mit meiner Ärztin gesprochen hab.
Vielleicht in einem Jahr, dann ist der Zwerg auch schon etwas älter und (hoffentlich) pflegeleichter.

LG, Monika