Sorgenkind - lang

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von blackcat9 12.11.10 - 17:28 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

Dass Kinder nicht immer einfach sind, ist mir bewußt, aber vielleicht habt Ihr einen kleinen Rat für mich.

Kurz zu meiner Situation:
Ich lebe gemeinsam mit meinem Freund und meinem Sohn (2; bin vom leiblichen Vater seit längerem getrennt, aber wir verstehen uns gut und er kümmert sich regelmäßig um seinen Sohn) zusammen. Außerdem bin ich in der 33. Woche von meinem Freund schwanger. War ein Wunschkind.

Mein Freund hat aus einer früheren Beziehung 2 Kinder. Mit der Mutter verstehen wir uns freundschaftlich sehr gut. Sein kleiner Sohn (fast 2) ist nicht so oft bei uns, weil die Mama ein bisschen klammert. Aber es wird besser. ;-)

Das Sorgenkind ist sein großer Sohn, der demnächst 6 Jahre alt wird. Er wohnt im Wochenwechsel bei uns. Anfangs haben wir uns sehr gut verstanden. Aber seit ein paar Monaten wird es immer schlimmer. Das erste Problem sind seine Stimmungswechsel. Innerhalb von Sekunden wird aus guter Laune schlechte. Dann fängt er grundlos an zu bocken. Das Problem ist, dass ich nicht weiß, wann es ihm wirklich schlecht geht und wann er nur so tut. Auch seine Eltern können es dann nicht wirklich einschätzen.

Das größere Problem ist sein Verhalten mir gegenüber. Manchmal ist er wirklich lieb, aber größtenteils bockt er (heute war es innerhalb einer halben Stunde 4mal. U.a. weil wir keine Brötchen hatten oder er noch kurz warten sollte, bis er was zu trinken bekommt, weil wir noch in Schuhen und Jacken in der Tür standen), ignoriert mich, beschimpft mich teilweise, nennt mich Lügnerin, bewirft mich mit Sachen und dreht komplett durch, so dass ich ihn nicht bändigen kann.

Nach einem Eklat vor 4 Wochen, wo ich auch heulend zusammengebrochen bin, haben mein Freund, seine Exfreundin und ich beschlossen, dass ich nicht mehr mit ihm allein bleibe. Nur manchmal kommt es halt auch vor, dass mein Freund kurzfristig länger arbeiten muss und ich dann doch mit ihm allein bin.

Ich weiß einfach nicht, wie ich mich ihm dann gegenüber verhalten soll. Durch GMH-Verkürzung und Blutungen sollte ich mich ein bisschen schonen, was ich auch versuche (das ist Gott sei Dank besser geworden), arbeite neben dem Haushalt (mein Freund hilft so gut er kann) und der Erziehung von meinem Sohn (hier helfen sein Papa und mein Freund). Ich gehe aber bald in den Mutterschutz.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin mit meinem Freund sehr glücklich und ich mag seine Kinder auch gern, aber es fällt beim Großen nicht immer leicht, wenn man so ein respektloses Verhalten von ihm kommt. Muss aber dazu sagen, dass er nicht nur mir gegenüber so ist, sondern seiner Mutter, seiner Tante und vielen weiblichen Personen so ein Verhalten entgegenschlägt. Nur ist es mir gegenüber besonders ausgeprägt.

Ich weiß, dass eine Trennung nicht leicht zu verarbeiten ist und wir arbeiten ja auch eng zusammen, damit dies für ihn so einfach wie möglich ist. Seine Mutter ist deswegen ins Nachbarhaus gezogen. Ich darf ihn aus dem Kindergarten abholen, damit er nicht so lange dort bleiben muss (er geht nicht so gern dorthin). Habe mit meinem AG vereinbart, dass ich etwas später anfange, damit er nicht so zeitig in seinen Kindergarten muss.

Aber irgendwann fehlt halt einfach auch die Kraft. Wenn man grad beschäftigt ist, macht er solange Radau und Krach, bis man ihn erhört. Egal, ob man gerade telefoniert oder arbeitet. Ich weiß einfach nicht, was ich in solchen Situationen machen soll. Vielleicht habt Ihr ja einen kleinen Tipp, den man beherzigen könnten, um das Zusammenleben mit ihm besser zu machen.

LG
blackcat9

Beitrag von arienne41 12.11.10 - 17:53 Uhr

Hallo

Dein Stiefsohn kämpft um seinen Platz.

Er hat kleinere Geschwister und da kommt nun noch eins.

Er ist eine Woche bei euch, eine Woche bei Mama immer hin und her und das als einziger.

Er muß immer wechseln und das nicht nur am WE sondern gleich ne Woche.

Ich kann mir gut vorstellen das dieses Wechselmodell für ihn nichts ist.

Für ein Kind in dem Alter ist es wichtig festen halt zu haben. Er muß wissen wo er hingehört.

Ihr solltet mal entscheiden wo sein zu Hause ist, bei euch oder bei Mama.

Mit dem Kiga würde ich es ihn entscheiden lassen ob du ihn abholen sollst.

Mit der Trennung , Papa neue Beziehung und ein neues Baby habt ihr ihm den Boden unter den Füßen weggerissen.

Nicht er ist das Sorgenkind sondern er ist ein kleiner verzweifelter Junge

Beitrag von grinsekatze85 12.11.10 - 19:06 Uhr

Hallo!

Also ich denke auch, das es für ihn wohl sehr schwer ist, dieses Pendeln, egal ob die Mama nebenan wohnt oder nicht.

Er braucht ein Zuhause, wo er aufgefangen wird und woher so sein kann wie er ist, EIN KIND!!

Trennungen sind immer schwer, selbst ich damals mit 19 hatte arge Probleme zu akzeptieren das meine Eltern sich scheiden lassen. Das Kind ist 6 Jahre alt. Er kann nicht einfach sagen, ich komme mit der Situation nicht zurecht, bitte hilft mir!! Das ist wohl seine Art zusagen, das es ihm nicht gut geht. Und das du wohl die erste bist, die das abbekommt ist auch total nachzuvollziehen, du bist die neue Frau an der Seite seines Vaters und du bekommst noch ein Baby. Er hat einfach Angst seinen Papa ganz zu verlieren!!

Ich würde mich mal mit deinem Freund und dessen Exfreundin hin setzen und wirklich klären, ob die Mutter ihn nicht ganz neben kann und er nur mal am WE zueuch kommt. Es muss sich da ja was ändern. Zumal wird es wohl auch nicht besser werden, wenn das Baby da ist. Dann wird es noch schlimmer....Und er fühlt sich ganz abgeschoben.

Hoffe ihr findet da ein Weg, den ich denke auch, er ist kein Sorgenkind sondern ein Kind, das nach Aufmerksamkeit förmlich schreit und nicht weiß wo er hingehört!!

Nadine

Beitrag von blackcat9 12.11.10 - 19:29 Uhr

Danke für Eure Antworten.

Die Idee mit dem Wochenwechsel kam von ihm selbst, weil er sowohl bei Mama als auch bei Papa sein möchte. Was verständlich ist. Und da wir ihm erklärt hatten, dass es nicht möglich ist, dass Mama und Papa zusammen wohnen, wollte er zwei Zuhause haben. Das sagt er auch oft ganz stolz "Ich habe zwei Wohnungen und zwei Kinderzimmer."

Er bekommt von den drei bisherigen Kids die meiste Aufmerksamkeit, da er die Trennung ja bewußt mitbekommen hat. Die anderen Beiden wachsen ja in die Situation hinein und kennen es nicht anders. Ihm wird vieles ermöglicht und wir machen möglich, was geht.

Als wir ihm gesagt haben, dass er ein Geschwisterchen bekommt, war er hellauf begeistert. Er hat sich eine Schwester gewünscht und freut sich schon sehr auf das Baby. Er wollte mit beim Malern und Tapezieren vom Kinderzimmer helfen, was er natürlich durfte. Er durfte - auf seinen Wunsch hin - Klamotten mit aussuchen und so.

Er durfte natürlich auch mitentscheiden, ob ich ihn aus dem Kindergarten abholen soll oder nicht. Manchmal gehts wie gesagt nicht anders, wenn sein Papa länger arbeiten muss und dann mal nicht vor 20 Uhr nach Hause kommen kann und seine Mama unterwegs ist. Es ist immer tagesabhängig, ob ich ihn bringen und abholen darf oder nicht.

Ich gebe ihm nicht das Gefühl, "Ersatzmama" sein zu wollen. Die Kinder dürfen selbst entscheiden, wie sie mich ansprechen. Für ihn bin ich "Tante Franzi". Vollkommen in Ordnung. Manchmal stellt er mich als seine Stiefmama vor. Genau wie mein Sohn zu meinem Freund "Papa" sagt (auch zu seinem leiblichen Vater sgt er "Papa").

Fühle mich einfach manchmal mit seinem Verhalten überfordert...

Beitrag von arienne41 12.11.10 - 20:13 Uhr

Meinst du wirklich ein 6 jähriger kann abschätzen was es heißt wöchentlich zu wechseln.

Sicher macht es irgendwo Spaß mit zu helfen.

In eurem Fall sehe ich es eher so das er euch zeigen will wie groß er schon ist und auch zu gebrauchen ist.

Ihr könnt ihn mit Gold und Edelsteinen überhäufen das wird nichts nutzen denn ein Kind braucht Sicherheit.

Einen sicheren Platz ein zu Hause nicht zwei.

Beitrag von bille2000 12.11.10 - 20:38 Uhr

Hallo,

klingt eigentlich alles ganz vernünftig. Er scheint jetzt augenscheinlich nicht unter der tRennung zu leiden, aber weiß man's? In Kindern gehen manchmal so komische Gedanken vor, daß man nur staunen kann.

Also ich würde an Deiner Stelle mal zu einer Erziehungsberatung gehen. Die können die Situation am besten einschätzen und können sein Verhalten auch am besten einordnen.

Was sagt er denn selber zu seinem Verhalten? Mit 6 müsste er das doch schon slebst ganz gut begründen können. Habt ihr Euch mal in einer ruhigne Minute zusammengesetzt und darüber gesprochen?

Gruß,

Bille

Beitrag von arienne41 12.11.10 - 21:46 Uhr

Hallo

Ich denke nicht das ein 6 jähriger sowas abschätzen kann und da sehe ich das Problem.

Wir denken zu oft das ein 6 jähriges Kind vgerstehen muss das sich die Eltern trennen und verlangen das sie damit klar kommen.

Sie verstehen es aber nicht auch wenn wir es zig mal erklären.







Beitrag von bille2000 12.11.10 - 22:26 Uhr

Das meinte ich auch nciht. Aber wenn ein 6 jähriger bockig ist und gemein zu Leuten, dann kann er sich dazu äußern. Natürlcih wird er nciht sagen "ich komme mit der TRennung meiner Eltern nicht klar" aber er wird eine Meinung haben. Ich denke ein gutes Gespräch hat da noch nie geschadet.

Was nichts daran ändert, daß professionelle Hilfe sicherlcih am besten wäre denn alles anderes ist blanke Raterei.

Bille

Beitrag von blackcat9 13.11.10 - 16:21 Uhr

Wir haben uns schon oft hingesetzt. Die meisten Gespräche verliefen dann so, dass er angefangen hat, alles lächerlich zu machen und nur rumzuklapsen. Vernünftige Gespräche gab es deswegen eher selten zu dem Thema. Selbst, wenn er was angestellt hat, sieht er es als großen Spass, nur rumzulachen und "ich weiß nicht" zu sagen.

Wenn es mal vernünftig zu ging, war auch nicht mehr rauszuholen. Ich habe einmal versucht, allein mit ihm zu reden. Ich habe normal und vernünftig mit ihm geredet. Dass er als 6-jähriger sich nicht so äußern kann wie ein Erwachsener, ist mir schon klar. Deswegen immer auf Augenhöhe und halt kinderfreundlich (ist schwer zu erklären). Aber mehr als Rumklapsen oder bockige Antworten habe ich nicht bekommen.

Weil sein Verhalten auch teilweise im Kindergarten so ist, haben wir eine Kinderpsychologin zu Rate gezogen. Aber die war - sorry der Ausdruck - voll fürn Ar... . Beim ersten Gespräch waren mein Freund und ich mit ihm dort (seine Mama musste arbeiten), die nächsten beiden Gespräche fanden mit seiner Mutter und ihm statt. Sie hat es nicht mal für nötig gehalten, alle Beteiligten zusammen einzuladen. Ansonsten fanden die Gespräche aller 4 Wochen statt für eine halbe Stunde. Nach dem dritten Gespräch meinte sie: "Ok, er war jetzt 2 Wochen lieb. Damit ist das Thema wohl erledigt. Alles Gute." Mit Müh und Not haben wir jetzt noch einen weiteren Termin bekommen - knapp 8 Wochen nach dem letzten Termin. Sie hat ja kaum Zeit, sich wirklich mit ihm zu befassen.

Aber ihr ist aufgefallen, dass er sich gern in Gespräche von Erwachsenen reinhängt und sie unterbricht. Wenn er die Aufmerksamkeit nicht durch "hallo" oder "weißt Du" bekommt, dann fängt er an, richtig aufzudrehen, bis man ihn ermahnen muss und er so seine Aufmerksamkeit bekommt. Vielleicht ist da ja ein Ansatzpunkt.

Wir versuchen ihn in alles miteinzubinden. Auch damit er zeigen kann, dass er groß wird. Aber die meisten Aktionen müssen wir dann abbrechen, weil er eben wieder so einen Durchdreher bekommt. Da werden Türen geknallt, rumgebrüllt, mit Sachen rumgeworfen etc. Gestern hat er auf der Straße einen Aufstand gemacht, weil er das "schwere Toastbrot" nicht mehr tragen wollte, was er vom Auto in die Wohnung tragen WOLLTE. Er hat gebrüllt, sich auf die Straße geworfen und sowas. Fazit: Sein Papa war sauer wegen dem Verhalten, Toastbrot konnten wir wegschmeissen, weil er es zwischenzeitlich aus der Packung auf die Straße geworfen hatte und ich war fertig. Er selbst durfte dann keinen Trickfilm schauen, bevor er ins Bett geht.

Ich kann verstehen, dass er mit der Trennung nicht ganz klar kommt. Finde ich auch normal. Ist ja kein schönes Gefühl, wenn sich Eltern trennen. Aber für mich ist das kein Grund, SO ein Verhalten an den Tag zu legen. Man kann trauern und es versuchen zu verarbeiten. Aber alle Beteiligten leiden darunter. Letztens hat er meinen Sohn vom Doppelstockbett aus (oben) mit einem Golfball beworfen. Auch mein Sohn kann nichts dafür. Aber alle sollen darunter leiden. Und das wollen wir ja eigentlich nicht. Weil sich eigentlich alle Beteiligten gut verstehen und eng zusammenarbeiten. Auch gemeinsame Ausflüge mit allen 3 Kindern, Schatzi, seiner Ex und ich stehen da auf dem Programm.

Beitrag von bille2000 13.11.10 - 16:38 Uhr

Hallo,

ich gebe Dir recht, das mit der Aufmerksamkeit ist ein guter Ansatzpunkt. vielleich that er Angst, daß er untergeht in der neuen Konstellation und mit sovielen Beteiligten?

Ihr scheint Euch ja wirklcih mühe zu gehen, die Situation zu meistern. Vielelcih tbraucht es auch einfahc nur seine Zeit, bis er erkannt hat, daß er sich auf Euch und die neue Situation verlassen kann?

Ansosnten würde ich immer versuchen konsequent zu bleiben. Die Konsequenz sollte auch immer eine direkte Folge seiner Tat sein. Fernsehverbot fine ich zum Beispiel keine so gute Konsequenz sondern eher eine Strafe. Bei dem Toastbrot hätte ich dann vielleicht gesagt, kein Abendbrot für Dich, denn Du hast das Brot ja auf die Straße geworfen. Wer mit Spielzeug schemißt, dem wird das Spielzeug weggenommen und vom Spiel ausgeschlossen.

Die Aussage der Kinderpsychologin scheint mir auch fürs A** - kann ich nachvollziehen. Bei uns gibt es so Erziehungsberatungsstellen vom Jugendamt, die haben sich auch mal im Kindergarten vorgestellt. Ich hatte da einen guten Eindruck. Ich finde es kommt immer darauf an, daß man einen Draht zu den Leuten hat. Wennich meine Probleme mit jemanden besprechen soll, mit dem ich selber nciht klar komme, kann das ja nciht funktionierne. Veilleich thönnt ihr Euch noch mal nach einem anderem Kinderpsychologen / Berater umschauen?

Ich wünsche Euch viel Erfolg und das ihr nciht den Mut verleirt!

Bille

Beitrag von donaldine1 13.11.10 - 14:13 Uhr

Hallo,
es ist nicht böse gemeint, aber das erste was ich dachte:
Wie können drei Erwachsene vernünftig denkende Menschen sowas einem Kind nur antun!
Ich meine dieses furchtbare Wechselmodell. Sowas geht gar nicht. #schock Ein Kind hat schon genug damit zu tun, die Trennung von den Eltern zu verarbeiten. hier kommt noch dazu, daß nun durch kleiner Kinder der eigene Platz zusätzlich "gefährdet" ist. und dann wird dem Kind nch mit diesem Wechselmodell jegliche Möglichkeit genommen, sich wieder irgndwo wirklich zu hause und damit wikrlich geboregn fühlene. Dieses Kind wird ständig hin- und her gerissen. kein Wunder, wenn er da öfter mal ausflippt.
Ihr solltet alle zusammen dringend eine Lösung finden, die den Kindern zu gute kommt, nicht den Erwachsenen.
LG
donaldine1