15 Jahre schweigen!!! *vorsicht lang*

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von nici20285 12.11.10 - 17:49 Uhr

Hallo Ihr lieben! Heute ist die Zeit gekomme wo ich reden muss und weil ich das mit meiner Mutter (wieso weshalb warum kommt später) nicht machen möchte versuche ich es einfach mal hier.


Alles fing 1995 an. Damals war ich 10 Jahre alt. Meine Mutter musste 1 Jahr nach Berlin zu einer Schulung! Dieses Jahr sollte ich bei meinen Großeltern leben. Alles kein Problem. Sicher scer ohne mama aber ich hatte zwei Menscen die mich genauso lieben an meiner Seite. Meine Mum kam spätestens alle 2 Wochen nach hause.

Plötzlich und völlig unerwartet erkrankte meine Oma. -KREBS- Erst bekam ich davon nichts mit man sagte mir ja auch nichts. doch mitte des Jahres wurden ihre Arzt besuche häufiger und sie musste immer wieder ins KH.

Nun musste man auch mir endlich was sagen. Im Juli war meine Mum mit der Schulung fertig und wir zogen wieder nach Cottbus. Der Gesundheitszustand verschlimmerte sich aber zunehmst. Wir sind so oft es nur ging die gut 80 Km (eine strecke) gefahren um meine Großeltern zu besuchen. Dann ging alles ganz schnell.

Meine Oma musste im November 1995 ins Krankenhaus kaum noch ansprechbar. Als ich am 24.11 im Unterricht sitze ging die Tür auf. Mein Schulleiter und meine Mutter sie zeigten ich solle raus kommen. Meine mum sagte nur komm du hast frei wir fahren Oma in Berlin besuchen. ich freute mich.

Dort angekommen war sie nicht mehr ganz bei sich. Ich vestand es als kind nicht. streichelte sich udn sagte immer wieder. Oma du musst nach hause kommen ich habe dein Weihnachtsgeschenk schon da. Sie sagte und das werde ich nie vergessen - Du kannst es mir auch zusenden- Ich verstand den satz nicht. Zu dem Zeitpunkt wussten meine Mum und mein opa aber schon das es zu ende geht.

Nach einer Stunde fuhren wir nach hause. Alles weinte....... Die nach vom 24-25.11 stand um zwei uhr mein Opa im Zimmer und sagte Oma war hier sie stand an der Treppe und ist gegangen. Und wir so ach du hast schlecht geträumt.

Doch das hat er nicht. Früh um 8 uhr ging das Telefon sie ist eingeschlafen.
Ich konnte nicht trauern ich machte nichts. Ich sagte nur Oma ist zur kur und kommt bald wieder. Am Tag der beerdigung keine Träne es tat nur weh. Auch tage und wochen danach nichts. Ich wartete drauf das die tür auf geht und sie gesund wieder kommt.

Es dauerte nicht lange kam der nächste Schock meine Tante binnen 2 Monate gestorben an Krebs. Wieder ein Moment wo ich nicht wollte das man meine tränen sieht und ixh war nur für andere da.

Doch in meinem Jungen leben sollte noch mehr passieren. im Dez 1996 verstarb meine zweite Tante mit meinem Cousin (1 jahr) bei einem tragischen verkehrsunfall. Das erste mal ein Kindersarg.

Oft fragte ich mich warum unsere Familie? warum?

1997 Dann mein Onkel selbstmord.... und so langsam baute sich hass in mir auf. hass warum alle menschen uns alleine lassen.

er kehrte ruhe ein doch das war nur die ruhe vor dem sturm.

2001 mein Opa den wir bis zu dem Zeitpunkt jedes WE besucht haben und gekümmert haben udn gemacht haben. sind mit ihm in den urlaub gefahren zu veranstaltungen und und und. er hatte kehlkopfkrebs was er gut besiegt hatte danach nie wieder was. doch dann sollte er zu ner kur weil er übergewicht hatte und seine beine sonst absterben würden sagte man. er machte das alles mit bis jetzt bestand auch keine lebensgefahr. Doch mein Opa wusste genau das lebensgefahr besteht doch er schwieg und schwieg. Bis im Mai 2001. es war Männertag. wir fuhren zu ihm. er war komisch drauf irgendwie hatte er schlechte laune. als wir abend fsahren wollten sagte er bitte bleibt ihr könnt auch morgen nach cottbus fahren und einkaufen. und wir so nene fahren jetzt machen alles fertig und kommen morgen früh wieder.... und er sagte gut ich geh unten in der kneipe noch nen bier trinken. und wir so mach.....

früh habsn wir dann telefoniert das wir nur schnell noch was besorgen und dann los fahren. er sagte ja okay. er fährt auch noch einkaufen bis nachher dann. doch es dauerte nicht lange und es kam ein anruf. ich ging ran und eine stimmte sagte mir dein opa ist tot. ich schrie ich schrie so laut ich nur konnte und brach des erste mal in der ganze zeit zusammen.

das war der moment wo ich keinen mehr stützen konnte wo ich keine kraft mehr für andere hatte. ich musste den montag drauf meine abschlussprüfungen schreiben udn wurde zum glück befreit und durfte diese nachholen.

nun sagte ich zu meiner mum jetzt sind wir beide alleine und keiner hilft uns mehr.

Doch wie ich mich fühlte und wasin mir vorging konnte ich nie zu meiner mutter sagen, weil sie selber mit sich zu tun hatte und versuchte für mich stark zu sein. ich sagte immer es geht mir gut. doch von tag zu tag fehlten mit meine großelten immer mehr. ganz schlimm war es als ich 2007 mein erstes kind zur welt brach.

ich ging alleine auf den friedhof und sagte nun wärd ihr beide stolze urgroßeltern und ihr hätte für den kleinen schatz den goldenen käfig gebaut.

in den jahren bis jetzt verlor ich noch einen zwei kumpel´s und eine tänzerin von mir mit ihrer mutter.

erst jetzt fang ich an mit der trauer um zu gehen nach so vielen jahren. erst jetzt kann ich ohne tränen auf den freidhof gehen.

danke fürs lesen auch wenn es lang war.
hoffe ich hab nichts vergessen bei so viel text



Beitrag von goldangel81 12.11.10 - 20:02 Uhr

#herzlich ich wünsch dir viel Kraft#herzlich

Beitrag von 1claire1 15.11.10 - 09:42 Uhr

hallo ich habe deinen text gelesen und musste weinen weil ich dich verstehen kann ich liebe meine großeltern über alles auf der welt.
meine oma ist jetzt 76 jahre alt und hatte schon 4 mal krebs und jedes mal besiegt.
aber solangsam geht es immer weiter berg ab und ich wohne 210 km weit weg und es bricht mir das herz wenn ich daran denke das ich sie verlieren könnte :-(
und vor 3 monaten haben sie jetzt auch bei meinem opa krebs festgestellt.
ich hasse es das menschen sterben müssen.
ich weiß das der tod zum leben gehört aber ich hasse es trotzdem.

ich wünsche dir das du die kraft hast das ganze zu verarbeiten und das du so schnell keinen mehr verlierst denn jeder verlust tut sehr weh.
:-(

eine kerze für deine verluste #kerze

Beitrag von spanki80 15.11.10 - 12:23 Uhr

Hallo!

Lass Dich erstmal#liebdrueck!
Ich kann Dir nachfühlen. Zwar habe ich nicht so viele Menschen verloren aber Menschen die mir sehr nahe standen und für mich wie meine zweiten Eltern waren, meine Großeltern. Ich war als Kind immer nach der Schule zum essen bei ihnen und ganz oft auch an Wochenenden. Wir lebten damals in einer Stadt, quasi um die Ecke. Wir hatten ein sehr inniges Verhältnis zueinander.
Mit diesem Tag, als mein Opa im März 1999 mit gerademal 65 Jahren starb, starb ein Teil in mir mit ihm. Im selben Jahr erkrankte mein Oma an Krebs und starb nur 9 Monate später. Es war schlimm meine Oma so zu sehen und ihr nicht helfen zu können. Nur 4 Jahre später starb meine "Tante"im Alter von 67.Wir nannten Sie immer "Tante" obwohl sie die Schwester meiner Oma war. Bei ihr hat niemand damit gerechnet, das es so schnell gehen würde. Sie wurde regelrecht aus dem Leben gerissen.
Seit dem die drei nicht mehr da sind, hat sich mein Leben total verändert. Ich bin nach so vielen Jahren noch immer sehr traurig und weine oftmals, weil ich sie so sehr vermisse. Ich hatte bisher auch noch niemanden, mit dem ich drüber reden konnte und wollte. Ich bin ein Mensch, der versucht solche Dinge mit sich auszumachen. Aber langsam merke ich, dass dies auf Dauer nicht gut sein kann und ich es doch irgendwann aufarbeiten muss.
Ich wünsche Dir alles Gute!

LG
spanki80