Heiner Geißler

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Beitrag von gelandet 12.11.10 - 19:41 Uhr

Hallo Urbianer!

Mich würde interessieren wie ihr zu Heiner Geißler in seiner Rolle als Schlichter bei S21 steht. Viele (auch aus meinem Bekanntenkreis) sagen, er würde seinen "Job" gut machen. Das mag ja auch sein.

Aber durch seine Aussage:

"Nur der Pazifismus der 30er Jahre hat Ausschwitz möglich gemacht"
am 15.6.1983 (wer es genauer möchte hier der Link dazu

http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Gei%C3%9Fler )

stellt er für mich etwas dar das ich hier nicht beim Namen nennen will.

Wie seht ihr das?

Das soll jetzt keine Hetzschrift oder sonst was sein, es interessiert mich einfach nur wie noch mal ganz andere Menschen darüber denken.

Liebe Grüße,

gelandet

Beitrag von grafzahl 12.11.10 - 20:00 Uhr

"Nur der Pazifismus der 30er Jahre hat Ausschwitz möglich gemacht"

Ich stimme dieser Aussage uneingeschränkt zu.

Die Appeasement-Politik hat Hitler ermutigt, Millionen Juden zu ermorden. Die Stärke Hitlers war die Schwäche seiner Gegner. Insbesondere die Schwäche seiner Gegner im Ausland.

Beitrag von gelandet 12.11.10 - 20:22 Uhr

Meinst du wirklich, dass wenn die Cliveden-Clique nicht so gehandelt hätte wie sie es eben getan hat Hitler gestoppt worden wäre? Oder dass er gar nicht erst zum Zuge gekommen wäre?

Ich weiß nicht...

Beitrag von leopoldina1971 12.11.10 - 21:52 Uhr

<<Aber durch seine Aussage:
"Nur der Pazifismus der 30er Jahre hat Ausschwitz möglich gemacht"
am 15.6.1983 (wer es genauer möchte hier der Link dazu..........stellt er für mich etwas dar das ich hier nicht beim Namen nennen will.>>



Eingangs erbittest du Stellungnahmen hinsichtlich der Person Heiner Geißler als Schlichter.
Dann zitierst du diese berühmt berüchtigte Aussage seinerseits. Welche Diskussion möchtest du denn nun führen?
Was stellt denn Herr Geisler aufgrund dieser Aussage für dich dar und inwieweit könnte das seine Funktion als Schlichter in Frage stellen? Da du es hier nicht beim Namen nennen willst#kratz, dann umschreibe es doch einmal.

LG



Beitrag von leopoldina1971 13.11.10 - 11:25 Uhr

Wer sich mit der Person Heiner Geißlers auseinandersetzt, wird wissen, dass er heute über viele seiner legendären Sprüche sagt, dass er sie so nicht mehr sagen würde. Das heißt natürlich nicht, dass er nicht weiter provoziert und quer denkt. Die frühere Aussage Heiner Geißlers im Kontext zu seiner Funktion als Schlichter im Projekt Stuttgart 21 diskutieren zu wollen, erscheint mir persönlich doch sehr fragwürdig. Was nicht heißt, dass sich Beides nicht separat diskutieren ließe.

LG

Beitrag von nobility 13.11.10 - 13:00 Uhr

Heiner Geißler ist ein Politiker und als solcher wird und tut er sich verhalten.

Alles andere ist eine vordergründige Show für die Dummen und die Träumer.

Beitrag von luftundliebe 13.11.10 - 13:48 Uhr

Ich finde seine Arbeit als Schlichter gut #pro

Was er für Äußerungen getroffen hat zu Zeiten, wo ich noch in Windeln gelegen habe, das interessiet mich doch in diesem Zusammenhang kein bisschen #kratz

Lieben Gruß

Sabrina

Beitrag von gunillina 13.11.10 - 15:14 Uhr

Er macht seine Sache nicht schlecht in Stuttgart, finde ich.

Ich war 1983 gerade 8 Jahre alt. Ich habe keine Ahnung von dem, was er damals in welchem Zusammenhang gesagt hat. Damit müsste ich mich genauer beschäftigen.

Allerdings sehe auch ich keinen Zusammenhang zu dem, was er mehr als 25 Jahre später richtig macht.

Auch Politiker entwickeln sich. Manchmal sagen sie Sachen, die meine Zustimmung finden und manchmal eben nicht. Wenn ich an Claudia Roth denke und was (oder vielmehr wie sie es sagt) sie so sagt, bekomme ich die Krise. Dennoch stimme ich grundsätzlich ihrer Partei zu. So als Beispiel mal.

Ich finde es fragwürdig, einzelne Aussagen von einem Politiker bestimmen zu lassen, wie man zu ihm steht.
Damals hat er vielleicht Dinge gesagt, denen du nicht zustimmst. Dennoch kann er jetzt eine gute Arbeit leisten.

L G
G, die jetzt Kindergeburtstag feiern geht#zitter#winke

Beitrag von fensterputzer 13.11.10 - 15:36 Uhr

Früher wurde der gute Mann gern mal Heiner Göbbels genannt ( war aber glaube ich strafbewehrt!

Beitrag von peterpanter 15.11.10 - 17:02 Uhr

Heiner Geißler ist ein positives Beispiel für einen Politiker der es geschafft hat wieder seinen Verstand zu benutzen. Wenn man bedenkt bei welcher Partei er Mitglied ist und welch übler Hardliner er früher gewesen ist, ist dies nicht hoch genug zu würdigen.

Im Gegensatz zu 99 Prozent der Politiker kommt bei Heiner Geißler auch heute etwas mit Hand und Fuß heraus wenn er etwas sagt. Er ist quasi das genaue Gegenteil von Frau Merkelwelle und ihren Komparsen

grüßle

peter

Beitrag von gelandet 15.11.10 - 21:37 Uhr

Hallo!

Vielen Dank für eure Antworten.

Ich tue mich einfach schwer mit der Person Heiner Geißler. Eben wegen diesem Statement seinerseits.

Und da ich

a) Pazifistin bin,

und

b) meine Landeshauptstadt Stuttgart heißt

sehe ich seine Rolle als Schlichter bei S21 sehr emotional.

Zumal bei den Demonstrationen gegen S21 durchaus heftige Zustände herrschten.

Ich möchte hier aber weder eine Diskussion über S21 anzetteln, geschweige denn eine über die Appeasement-Politik der 30. Jahre.

Lg,

gelandet



Lg,

gelandet

Beitrag von manavgat 16.11.10 - 10:31 Uhr

du machst an einem Satz - den Du vermutlich nicht mal verstanden hast - die ganze Person fest?

Heiner Geißler ist einer der wenigen Politiker, die wirklich was zu sagen haben.

Im übrigen war er die beste Familienministerin, die wir je hatten.

Gruß

Manavgat


Beitrag von king.with.deckchair 16.11.10 - 18:41 Uhr

"Im übrigen war er die beste Familienministerin, die wir je hatten. "

Wohl wahr!

*lach*

#pro

Beitrag von roll-over-beethoven 16.11.10 - 18:44 Uhr

Hilf mir mal gerade, was hat er denn als "Familienminister" geleistet!??

In meiner Erinnerung war er in seiner Funktion als Generalsekretär der CDU v.a. ein politischer Scharfmacher und ganz ganz übler Agitator der auch vor sehr persönlicher Diffamierung nicht zurückschreckte.

Beitrag von manavgat 16.11.10 - 21:13 Uhr

Heiner Geißler ist der Erfinder des Erziehungsurlaubs. Wußtest Du nicht, gell. Und ich persönlich halte ihn für einen verkannten Feministen. Der hat mehr für die Frauen getan, als Süßmuth, Nolte, Renate Schmidt und die unsägliche von der Leyen zusammen.

Im übrigen bereicherte er damals schon jede Talkshow. Das waren noch Zeiten: da wurde noch inhaltlich was gesagt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von roll-over-beethoven 21.11.10 - 19:13 Uhr

Doch, wusste ich, das ist ja nun auch kein Geheimnis.

Das diesen rechten Hetzer von gestern diese Tatsache nun adelt, als Verfechter für Frauen und Familierechte dazustehen, erschliesst sich mir denoch nicht.

Mittlerweile tingelt er mit seinen Herz-Jesu-Tiraden durch die deutsche Tallshowlandschaft und scheint mit seinen "revolutionären Erkenntnissen" (die die Grünen schon vor 30 Jahren thematsiert haben) schon seit langem nicht mehr von dieser Welt.