Er langweilt sich zu Hause

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von steffix77 13.11.10 - 11:04 Uhr

Eben ist es mir wieder aufgefallen:

Sobald wir mal nichts vorhaben,zB am Wochenende, hängt mein Sohn Benjamin (5) nur doof (sorry) rum und langweilt sich. Er fragt schon morgens ob er TV gucken darf...#schock Er wickelt sich auf dem Boden rum und fragt immer wieder...
Das nervt mich inzwischen unglaublich.


Er geht gerne in den Kindergarten, trifft sich hin und wieder mit Freunden, hat 1x pro Woche Turnen und 1x Musikschule.
Ich versuche, ein gutes Mittelmaß zu finden an "Programm" und "Freizeit" im Sinne von zuhause sein und frei spielen können. Fernsehen gibt es nur abends maximal 30-45 Minuten, in Ausnahmefällen darf er auch mal einen längeren Film anschauen.

Er kann sich nicht mal 15 Minuten alleine beschäftigen, d.h. er hat schlichtweg keine Idee. Vorschläge von mir findet er oft blöd.
Er hat schon genug Spielzeug, aber auch nicht zu viel. Zum Geburtstag im September hat er die sehnlichst gewünschte Lego Polizeistation bekommen...Er hat sich riesig gefreut.
Inzwischen spielt er nur selten damit. Da überlege ich mir wirklich, ob er Spielzeug zu Weihnachten bekommen soll...Einerseits denke ich, wenn er das "richtige" bekommt, wird er auch damit spielen. Andererseits hat es schon bei so vielen Dingen den Anschein gehabt "das ist es " und dann war es wieder langweilig. Ich hab auch schon einiges weggepackt.
Es soll immer einer mit ihm spielen. Das geht aber nicht immer. Das will ich auch gar nicht. Ich kann ja nicht jeden Tag ein umfassendes Unterhaltungsprogramm bieten! Ich finde es nämlich eigentlich auch wichtig, daß Kinder einfach mal so spielen können.
Gemeinsam mit seinem kleinen Bruder (2) klappt es auch noch nicht so gut. Der spielt halt nicht so, wie Benjamin sich das vorstellt und dann gibt es schnell Streit.

Ich hab auch schon mit ihm darüber geredet, da entschuldigt er sich und verspricht, er würde sich mehr mit seinen Sachen beschäftigen, aber das finde ich auch wieder seltsam, daß er es dann vielleicht aus "Pflichtgefühl" tut. Ich selbst und auch mein Mann haben als Kinder häufig alleine gespielt. Das war für uns völlig normal. Bei anderen höre ich auch, daß die Kinder häufiger mal alleine in ihrem Zimmer spielen. Warum kann mein Kind das nicht???
Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich?

LG Steffi




Beitrag von sanfi76 13.11.10 - 11:16 Uhr

Hallo,
leider habe ich auch keinen Tip für dich, aber ich fühle mit. Ich habe auch so einen kleinen Kerl (4 Jahre) hier zu Hause der sich schlecht selbst beschaeftigen kann. Sein kleiner Bruder wird im Dez. 2 Jahre und kann das viel besser und laeger als der Großer. Der hockt auf der Couch und schaut sich in aller Ruhe mal 20 Minuten ein Wimmelbuch an. Das hat der Große noch NIE gemacht, in keinem Alter.

Ich weiss auch nicht woran das liegt. Am Spielzeugangebot jedenfalls nicht. Was mal eine zeitlang geht sind Hörspiele anhören, Wasserfarben malen oder was mi Duplo bauen. Aber selten laenger als 15 min.

Am liebsten will er hat mit anderen Kindern spielen. Sein kleiner Bruder ist auch nicht soooo der bevorzugte Spielkamerad, wie du auch schon geschrieben hast, sie spielen noch zu unterschiedlich aber langsam wird es besser.
Was toll klappt: Ich lass die beiden mit Decken, Sofakissen, und Beistelltisch Höhlen bauen. Da kann der Kleine gut mithelfen und es macht beiden Spaß.

LG Sandra.

Beitrag von steffix77 13.11.10 - 12:01 Uhr

Ja, bei uns klappt es auch, wenn ein "Spiel" gefunden ist, das beide gut und gerne mitmachen. Raufen und "Disco" oder eben eine Höhle bauen.

Wir haben eben auch zusammen im Kinderzimmer ausgemistet:

Kaputtes Spielzeug in die Tonne (unglaublich, was sich da schon wieder angesammelt hat!) und nicht mehr altersgerechtes Spielzeug, das auch nicht gut weiterverkauft werden kann, in einen Karton. Das wollen wir an bedürftige Kinder spenden. Von der Idee war Benjamin ganz begeistert! Größere Sachen werden wir irgendwann mal auf einem Flohmarkt verkaufen.

Vielleicht hilft es ja. Ich erhoffe mir so einen besseren Überblick über vorhandenes Spielzeug und vielleicht wird dann Neues auch eher gewürdigt...;-)

Es tut aber mal gut, zu hören, daß andere ähnliche Schwierigkeiten haben:-)

LG Steffi

Beitrag von bine3002 13.11.10 - 12:18 Uhr

Ich habe auf jeden Fall auch ein Kind, das ungern so ganz alleine in seinem Zimmer spielt. Meine Tochter KANN sich alleine beschäftigen, aber am Liebsten ist sie immer in unserer Nähe. Ich denke, dass man sowas einfach mal so hinnehmen muss. Es gibt halt Menschen, die sind ungern allein.

Meine Tochter darf auch am Wochenende morgens fernsehen, weil das eine Zeit bei uns ist, wo der größte Leerlauf herrscht. Unter der Woche und am Nachmittag ist der Fernseher dagegen immer aus. Versuch einfach den Tagesablauf auch am Wochenende zu strukturieren und plane zwischendurch immer wieder feste Zeiten ein, in dem Du dich mit deinem Sohn beschäftigst.

Beitrag von steffix77 13.11.10 - 14:14 Uhr

Allein schon durch den Kleinen haben wir auch Spielzeug im Wohnzimmer. Kein Mensch verlangt, daß nur im Kinderzimmer gespielt werden darf!!!

Das ist also nicht das Problem.

Und ich möchte auch nicht jedes Wochenende nur auf Achse sein, damit sich mein Kind nicht langweilt. Es ist allerdings auch nicht so, daß wir nur zuhause rumsitzen...Eigentlich denke ich, haben wir ein gesundes Mittelmaß.

Trotzdem danke für Deine Antwort.

Beitrag von zahnweh 13.11.10 - 12:36 Uhr

Hallo,

meine 3jährige hat auch lange Zeit gemault, wenn ihr langweilig war. Erst wenn sie die Langweile von einer halben bis einer Stunde ausgesessen hat (ich hab in der Zeit gelesen/so getan als ob oder gedöst. also noch viiiiiel langweiliger), wurde sie von sich aus aktiv. Dazu musste sie aber erst mal Langeweile kennen lernen und annehmen.

Vorschläge mache ich keine. Das mochte ich als Kind schon nicht und ich bin kein Alleinunterhalter im Vorschläge geben. Was ich aber mache: ich bin in dieser Zeit mit dabei (wenigstens in den ersten Wochen war ich das). Langeweile UND allein sein, war ihr zu viel.
Irgendwann hat sie gemerkt, dass es gar nicht mal so schlimm ist. Bzw. dass sie von sich aus auch beschäftigen kann und das lustiger ist als Langeweile.
über jede 5 Minuten, die sie am Anfang schaffte, zeigte ich ihr meine riesgie Freude!
Länger wurde es dann von selbst.

anfangs war auch gut: Wecker stellen bzw. an der Uhr zeigen (10 Minuten). Wenn der Zeiger ganz unten ist, darfst du mich dazu holen. Bis dahin erledige ich, was sein muss und dann bin ich für dich da, auch vom Kopf her.
Inzwischen kann ich nach 10 Minuten reinkommen und SIE sagt "Moooooment, ja? ich spiele grade Kugelbahn #nanana" #rofl

Zugriff zu Spielsachen hat sie nur bedingt. Pro Zimmer eine Art. Das erleichtert es ihr erheblich. Davor kippte sie alles einfach aus und war danach noch mehr überfordert. Seither, wenn nur 1-2 Sachen zur Auswahl stehen (Duplo/Bücher oder Puppen und Bücher), dann wird sie selbst kreativ.

Auch wichtig war bei meiner (und mir schon als Kind)
- sie ernst nehmen in der gefühlt schrecklichen Langeweile. "Ja, das ist doof!!"
- selbst nach Ideen fragen "was würdest du denn gerne machen?", nicht drauf einreden.
- da sein, zum emotional auffangen!, aber nicht zum Spielen

ach so, wenn meine ihren Grantigen Tag hat, also gar nichts mehr geht. Nicht so sehr langeweile, sondern weil alles doof, blöd und furchtbar ist. Dann mache ich einfach. Ich bin in ihrer Nähe, sie darf zuschauen und mitmachen, aber ich stupse sie zu nichts an.
Spätestens beim Wäsche sortieren will sie dann mithelfen! :-)
oder auch, wenn ich ein Brettspiel alleine spiele. Mache ich auch mal für mich zur Entspannung (grade an grantigen Tagen tut das auch mir gut) #schein dann kommt sie an und will mitmachen.

Ansonsten leb ich ihr auch ein bisschen vor, dass man sich allein beschäftigen kann. Nicht nur mit Haushalt. Auch mal ein kurzes Brettspiel allein. Oder 5 Minuten Comics lesen. 5 Minuten rätseln. Zusammen puzzeln: sie ihres, ich meines (100-300 Teile). Da sie es auch bei mir sieht, hat sie sich auch schon an den Anblick gewöhnt und will mir auch das nachmachen ;-)

Lieblingsspielzeuge:
- Mini-Lük
- Kugelbahn (die sie zum ersten Geburtstag bekommen hat)
- seit kurzem intensiv Duplo

Beitrag von steffix77 13.11.10 - 14:09 Uhr

Danke, ich finde das was Du geschrieben hast sehr einleuchtend und vielleicht ist das auch unser Weg!
Ich werde es ausprobieren!

LG Steffi

Beitrag von sternchen373 13.11.10 - 13:24 Uhr

Hallo!

Du beschreibst haargenau meine Tochter (4,5)! ;-)

Ich verstehe das auch nicht, aber von anderen höre ich auch immer, dass die Kinder sich mindestens eine halbe Stunde am Stück alleine beschäftigen können! #gruebel Für mich schlicht unvorstellbar!

Aber jetzt kommt´s: heut vormittag hatte ich DAS Erlebnis: ich sollte für die Kurze ein Bügelperlenbild bügeln -- gesagt getan. Sie nimmt das fertige Exemplar und veschwindet in ihrem Zimmer.

Ich denk mir - naja, kannst ja weiter bügeln, vielleicht schaffste ja 2 Shirts, bis sie wieder ankommt. Nee, sie kam schneller wieder, aber wollte neben mir auf dem Boden Lego Duplo bauen und hat sich auch nicht gewundert, dass ich jetzt bügeln wollte. #kratz (geht sonst gar nicht, wenn sie da ist!)

Und tatsächlich habe ich 1,5 Stunden !!! bügeln können während sie friedlich neben mir gespielt hat! #huepf #verliebt
Ich musste natürlich zwischendurch mal kurz gucken und ein Männchen auf einen Stuhl setzen und so, aber damit kann ich gut leben!

Ich kann es selbst noch nicht glauben, aber ich sehe ja die fertige Wäsche...:-p

Und jetzt gerade (wir starteten in die Ruhepause) noch: "Mama, geh raus, ich will in Ruhe lesen!" #rofl

Vielleicht kommt es ja jetzt doch so langsam?!?!

Alles Gute,
Anja.

Beitrag von mellepelle 13.11.10 - 20:27 Uhr

#winke


wir haben das selbe Kind ;-)

Tim wird jetzt Anfang Dezember 5 und es gibt wenige Momente in denen er sich alleine beschäftigt, er "nervt" mich auch alle 30 sec das ihm langweilig ist usw, wir spielen momentan täglich mensch ärger dich nicht #aerger und wenn ich mal keine lust oder zeit habe bin ich doof und er muksch #schwitz mit dem kleinem bruder (bald 2) klappt es auch nicht so recht, obwohl der lütte so gerne mit ihm spielen würde und es ab und an tatsächlich mal kurz gut geht, aber er spielt halt nicht so wie Tim will und dann darf er schon nicht mehr mitspielen und dann wird der kleine zickig und aaaaaaaaa.. anstrengend...

Tim geht auch zum Fussball, ist einen Tag bei Oma und trifft sich mit Freunden und wir sind viel draußen, es ist echt mal die viertel stunde nachm kiga bis zum essen.. oder halt mal abends wo er alleine spielen müsste...

hach ja phase...ommmmmm #liebdrueck

Beitrag von yilyane 14.11.10 - 08:35 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist 6 Jahre (Oktober geworden) alt und auch er langweilte sich ab und an sehr. Ich bin immer froh, wenn Kinder zu uns kommen oder er zu Freunden kann. Auch habe ich ihn jetzt als Tageskind im Kiga angemeldet, da er das so gerne wollte. Mitlerweile sind alle großen Jungs als Tageskinder dort angemeldet.

Er geht meist bis 16.30h in den Kiga! Und dann will er meist nicht nach hause! Es gibt auch Tage, da hole ich ihn früher. als Ausgleich!

Ansonsten kommen oft Kinder (auch nach d. Kiga) zu uns oder er geht zu denen. Wir unternehmen auch immer viel, auch mit den anderen Kindern!!!

Am WE oder an schlechtwettertagen erlaube ich auch mal die Nintento Wiii (am liebsten spielt er Tennis mit Papa) oder mal länger TV/DVD.
Das sehe ich nicht so eng!

Wir unternehmen auch viel: Fahrrad fahren, Kino, zu Oma, aktuelle aktivitäten im Ort, schwimmen, reiten, Bücherei.....


Mein Sohn geht 1 mal die Woche zum schwimmen!

Ich merke immer mehr, das die Freunde von meinem Sohn immer wichtiger werden. Spielen macht mit gleichaltrigen einfach am meisten Spaß.

Ich komme so echt gut klar.....und er ist auch ausgepowert....