komischer Brief v. Steuerberater

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Beitrag von rosinenschnecke 13.11.10 - 12:45 Uhr

HalliHallo,

haben ein komisches Schreiben von unserem Steuerberater bekommen, wir sind seit drei Monaten mit einem kleinen Betrieb selbstständig.

In diesem Brief führt er eben die Fehler auf, die uns bei dem Führen des Kassenbuch`s sprich in der Buchführung aufgekommen sind.
Ich muss anmerken, dass wir vorher sowas nie gemacht haben und ich mir das lediglich selber angeeignet habe. Zudem auch die Hilfe meines Vaters, der selber selbstständig ist. Der Steuerberater sagt, dass wir das Kassebuch täglich eintragen müssen - selbstverständlich habe ich von jedem Tag die Daten - die Einnahmen, die Ausgaben geschrieben! Ich versteh also nicht wirklich, was er möchte, es steht alles drin - die Abbuchungen vom Konto, Ausgaben durch Belege usw.
Ok, es waren vllt. ein paar Bons/Belege nicht vorhanden, da habe ich wohl den Überblick ein wenig verloren aber das Grundprinzip ist nun richtig (anfangs war er da auch am Mosern, das wäre so nicht richtig wie ich es mache, dann hat mein Vater mir es persönlich gezeigt wie er das immer macht...).

Nun ja der untere Abschnitt des Briefes lässt mich stutzig wirken.
Ich zitiere mal....bin gespannt, was Ihr daraus zieht:

Wenn Sie, sehr geehrter Herr ..........., es nicht schaffen, diese Fehler zu vermeiden, sollten Sie sich schnellstens einen anderen Beruf ohne Kassebuch suchen.
BItte fangen Sie am 01.10.2010 mit einem Bestand von .....soundsoviel....an.
Wenn Sie diese Fehler in Zukunft machen, werde ich für Sie NICHT (auch im Brief extra gross und fett geschr.) weiter arbeiten. Meine Arbeit ist absolut unmöglich, weil das Finanzamt die gesamte Buchführung ablehnen wird und Sie zahlen Steuern nach Schätzung ALLER Besteuerungsgrundlagen. Damit können Sie sich meine Honorare sparen.


#kratz #kratz

Meinem Vater habe ich von dem Brief erzählt, er hat ihn einmal auch persönlich kenenngelernt und gemeint, wäre wohl besser so....
Ach so, einen Kurs habe ich auch belegt über die Buchführung, falls das jetzt jmd. vorschlagen sollte, aber das hat nicht viel gebracht...:-(

Irgendwie doch komisch oder, ich meine die machen das da immer, jeden Tag, beruflich, er hat seine Sekräterinnen da usw.
Und statt das mal vorzuschlagen, dass die das auch gegen Bezahlung, machen, nein wird gleich so komisch gedroht....
Was meint Ihr dazu?
Am Montag werden wir natürlich hingehen und dann soll er bitteschön mal zeigen wie man das zu schreiben hat seiner Meinung nach.

SchöneGrüsse und Danke!!

ps. Fehler bitte ich zu entschuldigen, hab das Baby auf dem Arm.

Beitrag von grafzahl 13.11.10 - 13:02 Uhr

Für mich lässt das zwei Schlussfolgerungen zu:

a) der Steuerberater ist kein Berater sonderen ein (sorry) Arschloch.
b) eure Fähigkeit zur Selbständigkeit ist unterirdisch und ihr habt dem Steuerberater einen derartigen Mist eingereicht, dass ihm der Kragen geplatzt ist.

Wenn man Arbeitnehmer ist, sagt einem der Chef gelegentlich, dass man seinen Beruf nicht beherrscht. Bei Selbständigen muss diese Aufgabe gelegentlich der Steuerberater übernehmen.

Beitrag von vwpassat 13.11.10 - 13:08 Uhr

War genau mein 1. Gedanke.

Es gibt definitiv nur die 2 Möglichkeiten.


Beitrag von sini60 13.11.10 - 13:11 Uhr

Hallo,

Ausgaben ohne Beleg darfst du natürlich nicht eintragen. In der ersten Zeile ist dein Anfangsbestand, dann folgen nach Datum die Ausgaben in der Ausgabenspalte und die Einnahmen in der Einnahmespalte. Die Belege sind der Reihe nach nummeriert und die jeweilige Nummer trägst du auch in das Kassenbuch. So findest du superschnell den passenden Beleg zu der betreffenden Ausgabe. Am Monatsende trägst du den Endbestand ein. Anfangsbestand + Einnahmen - Ausgaben.

So wie dein Steuerberater schreibt, muss es ein Riesendurcheinander sein und er musste immer die passenden Belege dazusuchen. Wenn das Finanzamt keine korrekte Buchhaltung bekommt, dann schätzen die einfach und das wird teuer.

Geh am besten zu ihm und lass es dir nochmal erklären.

LG
Sini

Beitrag von vwpassat 13.11.10 - 13:15 Uhr

Wenn Du einen Buchhaltungskurs absolviert hast, dann soltest Du die einfachsten Grundlagen beherrschen, z.B. keine Buchung ohne Beleg.

Warum kauft Ihr Euch kein vernünftiges PC-Programm und macht die Buchungen selbst?

Das Kasssenbuch brauchst Du dann nur noch ausdrucken.

Beitrag von vwpassat 13.11.10 - 13:16 Uhr

Ach und noch vergessen, das wäre eine Betriebsausgabe, u.U. kann man sich dann den Steuerberater sparen und hat mehr Geld im eigenen Portmonnaie.

Beitrag von sini60 13.11.10 - 14:01 Uhr

Also dieser Rat kann bei einer Steuerprüfung auch ganz schön teuer werden. Ohne das nötige Fachwissen würde ich das keinem Selbstständigen raten.

Beitrag von vwpassat 13.11.10 - 14:37 Uhr

Hat ja keiner behauptet, dass sie das selbst machen muss.

War nur 1 Lösungsansatz.

Die TE hat ja selbst behauptet, einen Buchhaltungskurs gemacht zu haben. Ich habe da eh so meine Zweifel, wenn ein Steuerberater schon verzweifelt...............

Beitrag von kati543 13.11.10 - 15:33 Uhr

Hallo,
ich weiß natürlich nicht - wie auch alle anderen hier - was genau du eingereicht hast. Aber da ich einmal annehme, dass dein Steuerberater ja auch von irgendetwas leben muß und eigentlich ein Interesse hat, euch als Kunden zu haben, muß er entweder ein absoluter Choleriker sein (und dann hättest du ihn doch nicht als Steuerberater ausgewählt, oder?) oder aber das, was ihr abgegeben habt, war dermaßen unterstes Niveau, dass ihm der Kragen geplatzt ist.

Es ist nicht seine Aufgabe, euch beizubringen, wie man Kassenbuch führt. Das kann auch kein Steuerberater übernehmen. Soetwas muß, wie der Steuerberater schon sagte, immer ziemlich aktuell gehalten werden.
Warum lernst du nich mal etwas mehr darüber, wie man ein Kassenbuch führt? Zum Steuerberater würde ich deswegen nicht gehen. Schon gar nicht so: "und dann soll er bitteschön mal zeigen wie man das zu schreiben hat seiner Meinung nach". Das ist nicht seine Meinung, sondern das sind ganz feste Vorgaben von Vater Staat und dem Finanzamt. Er bringt sich in Teufels Küche, wenn er solche Fehler verbucht.

Was der Steuerberater geschrieben hat ist keine Drohung, sondern nur eine Vorwarnung. Kassenbuch zu schreiben ist wirklich total einfach. Bisher ist mir wirklich unklar, was man daran eigentlich falsch machen kann. In jedem Beruf hat man bei der Ausbildung zumindest ein Minimum an Wirtschaft dabei. Wenn du dazu noch einen Buchhaltungskurs gemacht hast, bist du ja fast schon in der Lage eine einfache Buchhaltung selber zu machen - normalerweise...aber du scheiterst schon am Kassenbuch??? Warst du bei dem Kurs nicht anwesend?

Also mache nochmal einen Kurs bei der IHK oder VHS oder bei wem auch immer. Und dann sieh zu, dass du jeden Tag die angefallenen Eingänge und Ausgänge im Kassenbuch MIT Beleg vermerkst. Denn mittlerweile kennst du ja das "A und O" der Buchführung: "Keine Buchung ohne Beleg."

Beitrag von kati543 13.11.10 - 15:34 Uhr

"Keine Buchung ohne Beleg."
Ach ja...Belege kann man übrigens in begrenzten Maße auch selber schreiben.

Beitrag von manavgat 13.11.10 - 15:55 Uhr

Such Dir einen anderen Steuerberater.

Ich würde es mal mit einer Steuerberaterin versuchen, btw.


Das ist so ein A...l..., so würde der nicht mit mir reden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sassi31 13.11.10 - 18:10 Uhr

"Ok, es waren vllt. ein paar Bons/Belege nicht vorhanden"

Und dann darfst du diese Beträge nicht mehr in dein Kassenbuch eintragen. Weil wie bereits erwähnt wurde: Keine Buchung ohne Beleg.

Ganz ehrlich, ich wäre auch sauer, wenn ich deine Buchhaltung kontrollieren soll, wenn du mir ein Kassenbuch vorlegst und die ganzen Belege fehlen oder durcheinander sind. Kann doch keiner mehr nachvollziehen, ob das Alles so seine Richtigkeit hat. Da kann ich dann auch den Steuerberater verstehen, wenn er deine Buchhaltung nicht akzeptiert und absegnet. Der hält ja auch den Kopf mit dafür hin.

Mach einen Buchhaltungs-Einsteigerkurs bei der VHS. Das sollte ausreichen, damit dein Kassenbuch richtig geführt wird.