Lieber Papa *lang*

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von eurasia 13.11.10 - 18:35 Uhr

Über ein Jahr ist vergangen...

Weihnachten,Ostern, die Geburtstage...alle ohne Dich. Überall eine Lücke, die man nicht schließen konnte.Die ich versucht habe zu ignorieren. EIn Stück Stille, das ich versucht habe zu füllen. Unmöglich.
Gerade in den letzten 10 Monaten ist endlich nach drei Jahren soviel gut geworden Papa und ich konnte es Dir nur in Gedanken erzählen. Vorallem, dass du im nächsten Februar Opa geworden wärst...

Ich würde Dir Dein Enkelkind so gerne in den Arm legen Papa. Würde Dir gerne beim wöchentlichen Mittagessen erzählen, dass ich fühlen kann wie es sich bewegt. Würde Dir gerne die Ultraschallbilder zeigen. Wenn Mama ihre guten Tage hat, schaut sie sich die Bilder auch immer an...
Ich hätte gerne gesehen wie Du den Kinderwagen schiebst, dein stolzes Lächeln auf deinem Gesicht. Wie Du mit deinem Enkel im Sandkasten sitzt, wie Du es mit uns früher gemacht hast...

Jetzt werde ich mit deinem Enkelkind dein Grab besuchen. Ihm, wenn es älter ist, deine Fotos zeigen und ihm erzählen wie sein Opa war. Dass sein Opa so krank war, dass er nicht bleiben konnte. Dass sein Opa jetzt sein Schutzengel ist und von oben auf ihn aufpasst...

Das letzte Jahr war so schlimm. Heilig Abend nicht bei Dir zu sein, nicht mit Dir den Weihnachtsbaum zu schmücken und dabei den jährlichen Spruch hören: " da muss aber mehr Lametta drauf!" Nicht mit Dir die Traditionsgans essen, nicht zu sehen, wie Du Dich über dein Geschenk freust, auch wenn Du keins wolltest.
Stattdessen Weihnachten in einer anderen Familie...ohne Dich, ohne Mama, ohne L., ohne Oma.
Kein Anruf an Silvester, kein Neujahrsbesuch bei Dir. Osterfrühstück ohne Mama und Dich. Dein 70. Geburtstag...kein Kuchen, kein Essen... stattdessen Rosen auf deinem Grab.

Mein Geburtstag ohne Dich. Letztes Jahr hattest Du ihn vergessen. Du warst im Krankenhaus. Aber trotzdem haben wir beide zusammen Eisschokolade getrunken. Du hast mich noch gefragt, warum ich Dich einlade...

Du hast mir mal gesagt, du willst nicht, dass deine Kinder Dich als egoistischen, alten Krüppel in Erinnerung behalten. Das tun wir nicht.... Wir vermissen Dich. Und ich hoffe, Du vermisst uns nicht so, wie wir dich vermissen.

Du bist weg. Ich bleibe. Ich hab Dich so lieb.
Ich wünsche mir, du könntest zurückkommen.

Beitrag von xoey 13.11.10 - 18:56 Uhr

Liebe eurasia,

mir laufen immer noch die Tränen über die Wangen, weil ich deine Gedanken so gut nachvollziehen kann.

Befinde mich in einer ähnlichen Situation, nur dass bei mir jetzt alles zum ersten Mal ansteht. Habe vor dreieinhalb Monaten meinen besten Freund verloren. Wenn ich einen alles erzählt habe, dann ihm.

Ich konnte ihm nicht erzählen, dass ich einen Jungen bekomme, dass sich mein Sohn jetzt bewegt, dass ich Tante geworden bin. Am 29.11. ist sein Geburtstag. Es ist alles so schwer und doch weiß ich, dass er von oben auf mich aufpasst. Manchmal, wenn ich das Gefühl habe ihn so sehr zu brauchen, ist er da. Ich fühle einfach seine Gegenwart.

Und doch denke ich, liebe eurasia, dass sie uns nicht so sehr vermissen wie wir sie. Sie sehen uns jeden Tag und ich bin mir sicher, sie wollen nicht das wir leiden. An sie denken und ja auch manches Mal eine Träne vergießen, das ja.

Ich wünsche dir noch viel Kraft und vorallem eine aufregende Zeit, die ja ab Februar für dich beginnt. Für mich beginnt sie ab März.

Liebe Grüße

xoey

Beitrag von eurasia 13.11.10 - 19:04 Uhr

Liebe xoey,

fühl Dich gedrückt und danke für deine lieben Worte. Ich wünsche Dir auch noch eine tolle Kugelzeit.

Viel Kraft und lieben Gruß,
eurasia

Beitrag von druschi 13.11.10 - 20:26 Uhr

Liebe Eurasia,

ich kann dich so gut verstehen. Mein Dad ist im nächsten April 10 Jahre nicht mehr bei uns und ich vermisse ihn immernoch unendlich. Der Schmerz hat sich mittlerweile verändert, aber er ist deshalb nicht weniger da. Mein Dad war erst 48 und doch zu krank um hier zu bleiben. Meinen Mann, meine Kinder, mein Haus, mich als erwachsene Frau, nichts davon hat er kennengelernt und das macht mich unendlich traurig, weil ich mir sicher bin das er so stolz auf mich wäre. Mein Dad war so ein lustiger, ehrlicher Mensch und ich hätte so gerne immer wieder einen Rat von ihm. Er hatte eine Gärtnerei und ich erwische mich heute noch immer weider dabei, wie ich durch irgendwelche Gärtnereien laufe, nur um den Geruch meines Dads irgendwo zu finden. Ich warte heute noch jeden Geburtstag darauf das es an der Türe klingelt und mir ein Bote Blumen von meinem Dad bringt. Aber sie kommen nicht mehr....
Ich kann Dich sehr gut verstehen und ich wünsch Dir von herzen alles Liebe. Eine Kerze für Deinen Papa und eine Kerze für meinen Dad...

Liebe Grüße Andrea

Beitrag von kikra02 13.11.10 - 21:10 Uhr

Hallo!

Ich kann dich so gut verstehen.
Am kommenden Mittwoch ist der 1.Todestag meiner Mama.

Sorry, mehr kann ich im Moment nicht schreiben. Es fällt mir so schwer. Du hast mein volles Mitgefühl und Verständnis.

#kerze#kerze für Deinen Papa und meine Mama

Lg, Anja