Wer zahlt die Kirchensteuer?

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Beitrag von jennyp 14.11.10 - 11:52 Uhr

Hallo,

mein Mann und ich sind beide aus der Kirche ausgetreten, aus Überzeugung. Ich aus der evangelischen und mein Mann aus der katholischen.

Unsere Kinder sind demnach nicht getauft und wir wollten, dass sie es einmal selber entscheiden können.

Nun ist es so, dass meine Tochter (6 Jahre) total begeißtert von der Kirche ist. Sie möchte getauft werden. Ich bin der Meinung, dass wir evtl. ein Jahr warten sollten und wenn sie es dann immer noch will die Sache angehen. Sie will katholisch getauft werden, da sie auch auf ner katholischen Schule ist und eben viele katholisch sind.

Ich habe mal heute vorsichtig bei meinem Mann angefragt, ob nicht einer wieder in die Kirche eintreten sollte, aber da stoße ich bei meinem Mann auf taube Ohren. Er meinte, er würde keine Kirchensteuer bezahlen, und wenn unsere Tochter dann nicht getauft werden könnte dann wäre das eben so.

Aber wie wäre es denn, wenn beide Eltern ausgetreten sind? Kann das Kind überhaupt getauft werden? Und wenn ja, müssen wir dann nicht doch in irgendeiner Form Kirchensteuer bezahlen? Oder erst meine Tochter selbst wenn sie mal arbeitet.

Kennt sich jemand aus?

Gruß
Jenny

Beitrag von woodgo 14.11.10 - 12:00 Uhr

Hallo,

wie kommt ein 6-jähriges Kind drauf, daß sie sich taufen lassen will?
Ich würde Ihr auch klar machen, daß sie das gern entscheiden darf, wenn sie groß ist. An Gott glauben kann sie ja trotzdem.

LG

Beitrag von king.with.deckchair 14.11.10 - 12:12 Uhr

"Sie will katholisch getauft werden, da sie auch auf ner katholischen Schule ist und eben viele katholisch sind. "

Also ist die Gute nicht "total begeißtert von der Kirche", sondern unterliegt einem Gruppenzwang und/oder dem Geschwafel in dieser Schule.

Ich würde bis zur Religionsmündigkeit warten und die hat man bekanntlich mit 14. Warum man sein Kind ausgerechnet auf eine katholische Schule schickt, wenn man selbst aus der Kirche ausgetreten ist, muss sich mir nicht erschließen bzw. WILL ich nicht verstehen.

Ch.
Atheistin

Beitrag von smartysandra 14.11.10 - 12:21 Uhr

hallo!

wenn eure tochter einer konfession angehört, zahlt ihr nix und sie zahlt erst, wenn sie selber arbeitet und steuer- u. somit auch kirchensteuerpflichtig ist.

lg

Beitrag von jennyp 14.11.10 - 14:31 Uhr

Dankeschön. Du bist die einzige die auf meine Frage geantwortet hat.

Beitrag von jennyp 14.11.10 - 13:49 Uhr

Weil es die einzige Grundschule im Ort ist und alle anderen Kinder in der Umgebung auch dort hingehen. Warum soll ich sie in einen anderen Ort schicken? Ich hab ja nichts gegen die Kirche.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 14.11.10 - 13:59 Uhr

Ihr seid nur gegen die Kirche, weil ihr keine Kirchensteuer zahlen wollt?

Aber das Kind geht auf die katholische Schule? Da braucht man sich doch nicht zu wundern, dass es gern katholisch getauft werden will und ganz "begeistert" davon ist!

Wie heißt das Zitat, dass man den Jesuiten zuschreibt? Gib uns das Kind bis zum siebten Lebensjahr, dann haben wir es für immer!

Ihr seid aus meiner Sicht Schmarotzer. Andere unterstützen mit ihrer Kirchensteuer die Ausstattung eurer Schule. Euer Kind geht da hin...und ihr seid zu geizig, etwas dazu beizutragen. Aber die Vorteile nutzt ihr.

Euer Kind hat das Rückgrat, in den Verein einzutreten, der es anscheinend so gut erzieht. Die Schule erreicht eines ihrer Ziele, das Kind für den Glauben zu begeistern...aber ihr wollt ihm die Taufe untersagen wegen der paar Euro Steuer...schäbig.

Ich habe Respekt vor Menschen, die gegen die Kirche sind. Aber die, die die Dienstleistungen der Kirche haben wollen, ohne sich an den Kosten beteiligen zu wollen...was für eine Heuchelei!

Wie erklärt man diese Unredlichkeit einem Grundschulkind?

kopfschüttelnde Grüße

die hinterwäldlerin

Beitrag von vwpassat 14.11.10 - 14:05 Uhr

Was kann die TE dafür, dass es dort nur ne katholische Schule gibt?

Das hat überhaupt nichts mit Schmarotzen zu tun!

Beitrag von hinterwaeldlerin09 14.11.10 - 14:13 Uhr

Ja sicher, klar, sie ist eine Geisel in den Händen der katholischen Kirche! #augen

Im Umkreis von vielen, vielen, vielen Kilometern, quasi erst auf der nächsten Insel - ach was sag ich - auf dem Festland, tausende von Seemeilen entfernt...gibt es eine staatliche Schule!

Wer sein Kind auf eine KONFESSIONELLE Schule schickt...und dann zetert und barmt, dass das Kind getauft werden wil....und am Ende geht es um die Kirchensteuer....#augen...der sollte eine Einschulung dort eben vermeiden! Und statt dessen eine Schule wählen, die den eigenen Überzeugungen eher entspricht, wo die Gefahr nicht besteht, dass das Kind für eine Religion begeistert wird! Aber dazu muss man natürlich erstmal eine Überzeugung haben...

lg

Beitrag von jennyp 14.11.10 - 14:28 Uhr

Sag mal, was bist Du denn für eine? Sicher keine gute Christin, dass Du mich so angreifst.

Zunächst mal habe ich überhaupt kein Problem damit Geld zu bezahlen, damit meine Tochter in die Kirche kommt. Mein Mann möchte das nicht. Und wir haben sicherlich schon mehr an die Schule gespendet als manch anderer fromme Christ.

Die Schule ist die einzige in unserem Stadtteil und wir schicken sie dorthin, weil alle ihre Freunde dort hingehen, sie dort zu Fuß hingehen kann und es ausserdem eine gute Schule ist. Warum soll ich sie jeden morgen mit dem Auto zu einer Schule fahren, wo keiner ihrer Freunde ist, nur weil die nicht katholisch ist. Im übrigen gehen auch Moslems in diese Schule und eine paar aus dem Osten, die alle nicht getauft sind.

Ich habe ja nichts gegen die Kirche. Ich zetere und barme nicht und mein Kind wollte auch schon vor der Schule gerne in die Kirche. Sie ist ja erst in der ersten Klasse. Sie geht einfach von Anfang an gerne in die Kirche. Meine Schwiegermutter ist ja auch katholisch und geht manchmal mit ihr. Sie war gestern noch beim Kinderbibeltag und ich war heute mit ihr in der Kirche. Ich habe ihr auch heute versprochen, dass ich öfter mit ihr hingehen werde und das werde ich auch machen. Da habe ich kein Problem mit.

Ich bin nur aus der Kirche ausgetreten, weil ich nicht an Gott glaube. Ich werde es aber meinem Kind nicht verwehren.

Gruß
Jenny

Beitrag von fernande 14.11.10 - 21:11 Uhr

Hallo Jenny,

ich finde, wenn eine Familie die Annehmlichkeiten der Kirche in Anspruch nimmt, dann sollte man auch Mitglied dieser Kirche sein und dann auch Kirchensteuer zahlen.

Die Tatsache an Gott zu glauben oder nicht hat für mich nicht zwingend etwas mit der Kirchenangehörigkeit zu tun. Man kann an Gott glauben und trotzdem aus der Kirche austreten, weil man nicht an diese Institution glaubt oder auch in der Kirche bleiben, obwohl man nicht an Gott glaubt aber die Gemeinschaft schätzt.

In eurem Fall wächst das Kind in einem engen Verbund mit der Institution der katholischen Kirche auf, ihr fördert das in dem ihr mit ihr in die Kirche geht und sie auf eine katholische Schule schickt.
da finde ich es schon ungewöhnlich, dass man sich selber aus monitären Gründen aus der Kirche rausnimmt.

Dass jetzt aber deine Tochter in die Kirche will, hat glaube ich weniger mit einem tiefen Glauben an Gott, sondern eher mit dem Wunsch nach Gemeinschaft zu tun. Bald ist Kommunion, da will man da zugehören. Um wirklich sich für einen Glauben zu entscheiden ist sie doch noch viel zu klein.

Eigentlich solltet ihr konsequent sein, aber ich kann auch verstehen, dass man seine Tochter nicht ausschließen will.

Beitrag von nele27 15.11.10 - 09:27 Uhr

Da hast Du Recht.

Tja, und das Dilemma, dass die Tochter das nun alles will und die Eltern nicht dahinterstehen kommt eben davon, wenn man sein Kind in eine christliche Umgebung bringt, obwohl man selbst das eigentlich blöd findet.

Das hätte man sich ersparen können, indem man entweder kircheliche Angebote nicht nutzt und das Kind davon fernhält. Oder indem das Kind eben in seinem Wunsch unterstützt und damit in den sauren Apfel beißt und auch zahlt.
Denn die Bibelstunde, in der die Tochter sitzt, die Aktivitäten in der Schule etc. - das kostet alles Geld. Ohne Kirchensteuerzahler sähe es wahrscheinlich finanziell anders aus mit dem Angebot der Schule.

LG, Nele

Beitrag von jennyp 14.11.10 - 14:30 Uhr

Ach eins noch, meinst Du etwa die Schule wird alleine von der Kirche bezahlt? Wenn ja, dann informiere Dich mal besser!

Beitrag von vwpassat 14.11.10 - 14:38 Uhr

#pro

Beitrag von hinterwaeldlerin09 14.11.10 - 14:48 Uhr

Nein, natürlich wird sie nicht von der Kirche allein bezahlt! Ich kenne mich zwar nicht bei den Katholiken aus, aber ich weiß, wie hier in Berlin die Evangelischen Schulen finanziert sind und ich gehe mal davon aus, dass es evt. bei den Katholiken ähnlich ist.

Insofern ist mir schon klar, worauf du hinaus willst.

Die evangelischen Schulen erleben hier in Berlin seit Jahren einen enormen Boom, die Leute melden in großer Zahl ihre Kinder an. Die Schulen haben einen sehr guten Ruf, denn die Kirche gibt das Quentchen Geld noch dazu, was die staatlichen Schulen oft nicht mehr haben und macht damit Projekte möglich, die bemerkenswert sind und von denen staatliche Schulen nur träumen können. Diese gute Situation möchten natürlich viele Eltern für ihre Kinder. Abgesehen davon steht die Vermittlung von (christlichen) Werten sehr hoch im Kurs, nach wie vor, egal ob Menschen Kirchenmitglieder sind oder nicht. Dies trifft zum Teil auch für die evangelischen Kindergärten zu, die hier in der Stadt ebenfalls einen sehr guten Ruf genießen.

Es schicken auch viele Leute, die selbst nicht Mitglieder der Kirche sind, ihre Kinder auf diese Schulen.

Aber ich habe noch nicht gehört, dass Eltern ihren Kindern die Taufe verweigern wollen...wie dein Mann...weil sie die Kirchensteuer nicht zahlen wollen. Ich kenne viele Leute, die ihre Kinder auf Konfessionsschulen schicken...aber sowas habe ich noch nicht gehört. Die meisten haben sich schon etwas dabei gedacht, und es nicht deshalb gemacht, weil es die Schule um die Ecke ist.

Es tut mir leid, dass ich dich mit in den Pott geschmissen habe, aber dein Mann...er verweigert dem Kind die Taufe wegen der Kirchensteuer...tut mir leid, für mich ist das Schmarotzerhaft.

Hast du dich mal gefragt, was das für dein Kind bedeutet? Was soll es in der Schule sagen: Mein Papa will nicht, das ich getauft werde...weil es zu teuer kommt???

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von jennyp 14.11.10 - 15:16 Uhr

Auch mein Mann ist kein Schmarotzer!!!

Bei uns ist es so, dass die Schule Projekte nur durch den Förderverein realisieren kann. Und was meinst Du wo der Förderverein das viele Geld her bekommt? Natürlich von den Eltern. Auch wir bezahlen in den Förderverein und das weit über dem Mindestbeitrag. Und das ging von meinem Mann aus, der absolut nicht geizig ist.

Mein Mann will der katholischen Kirche aus Überzeugung kein Geld geben. Z. B. sagte er mir, dass beispielsweise die Mitarbeiterin in der Kirche vom Staat bezahlt wird und dass überhaupt von unseren Steuergeldern viel Kirchliche institutionen bezuschusst werden. Diese Kirche die einen unermesslich großen Reichtum hat. Genau das ist der Grund warum mein Mann keine Kirchensteuer zahlen will.

Wir sind wirklich alles andere als Schmarotzer!!!

Gruß
Jenny

Beitrag von hinterwaeldlerin09 14.11.10 - 15:30 Uhr

Hm,

er regt sich darüber auf, dass Mitarbeiter der Kirche von Staat bezahlt werden...dass von Steuergeldern kirchliche Institutionen "bezuschusst" werden....???#kratz

Äh...schonmal vom Prinzip der Subsidiarität gehört? Von der Pflicht des Staates, soziale Aufgaben in die Hand von Freien Trägern zu geben, um eine Vielfalt zu gewährleisten? Gemeinnützige Vereine werden doch auch für ihre soziale Arbeit "bezuschusst"....???

Das ist doch der Sinn!

Das ist mir ehrlich gesagt zu hoch!

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von jennyp 14.11.10 - 15:40 Uhr

Naja, ich denke mal über die katholische Kirche und ihre Reichtümer kann man sicherlich endlos diskutieren. Das war aber auch gar nicht mein Anliegen.

Ich hatte eine simple Frage gestellt und die wurde mir hier trotz einigen Anfeindungen beantwortet. Daher möchte ich diese sinnlose Diskussione gerne beenden.

Du kennst mich nicht und ich kenne Dich nicht. Daher würde ich mir nie anmaßen über Dich zu urteilen. Dich hält diese Tatsache aber dennoch nicht von einer Verurteilung ab. Pack Du mich in eine Schublade und werde damit glücklich. Mir ist es egal!

Beitrag von windsbraut69 14.11.10 - 22:35 Uhr

Wenn Ihr der Kirche aus Überzeugung kein Geld "geben" wollt und nicht an Gott glaubt, verstehe ich nicht, warum Ihr dann ihren Service wie Gottesdienste, Bibelstunden und die Taufe nutzen wollt.

Das ist - von der Doppelmoral mal abgesehen - ähnlich, als würdet Ihr im Freibad über den Zaun klettern, um den Eintritt zu sparen.

Gruß,

W

Beitrag von nele27 15.11.10 - 09:22 Uhr

So ist es... leider gibt es beim kirchlichen Angebot eine ziemliche Mitnahmementalität :-( Zahlen will keiner, aber solange man das Angebot trotzdem nutzen kann, wird es gern genommen. Und drauf gepfiffen, dass kein einziger in der Familie Kirchensteuer zahlt, das Kind aber trotzdem in der Bibelstunde sitzt.

Und dann immer das Argument, der Staat finanziere die Angebote #augen Sicherlich werden kirchliche Angebote auch vom Staat gefördert - wie die Angebote anderer Vereine auch, weil der Staat damit auch kostengünstig fährt - aber es stecken auch mal mehr und mal weniger kirchliche Mittel drin.
Beispiel: Die Diakonie bei mir in der Gegend bekam 400.000 Euro für das laufende Jahr, die Familienbildungsstätte (bieten Geburtsvorbereitung, Eltern-Kind-Gruppen etc. an) bekam 180.000 Euro. AUS KIRCHENSTEUERMITTELN.
Für die Konkurrenz hab ich keine Unterlagen, aber bei uns Evangelen hatte/habe ich immer die genauen Zahlen.

Naja, und ich persönlich würde mein Kind auch nicht in eine kath. Schule schicken, wenn ich das alles so furchtbar finde, was dort gelehrt wird (m.W.nach geht es da ja auch regelmäßig zum Gottesdienst etc. - da müsste ich schon überzeugt sein um mein Kind da ranzuführen).

LG, Nele

Beitrag von valentina.wien 14.11.10 - 19:54 Uhr

Ich weiß nicht wie das in Deutschland ist, aber in Österreich sind die katholischen bzw. konfessionellen Schulen (fast?) alle privat. Das heißt die Eltern zahlen Schulgeld. Meistens sind das zwischen 300 und 700 Euro im Monat.

Beitrag von sassi31 14.11.10 - 21:46 Uhr

Das ist hier anders. Natürlich gibt es auch katholische Privatschulen (als Beispiel).

Beitrag von reethi 14.11.10 - 15:14 Uhr

Hallo!

Ich denke das kommt doch auf die Schule an.
Mein Sohn geht auch auf eine katholische Grundschule, die aber zu 100% von der Stadt getragen wird.

VG
Neddie

Beitrag von tragemama 14.11.10 - 20:44 Uhr

Ich war auch auf einer Klosterschule und meine Eltern haben dafür Schweingeld bezahlt, die tollen kath. Schulen sind nämlich wenn überhaupt nur staatlich (!) gefördert, aber sicher nicht kirchlich und meist komplett privat zu bezahlen.

Also: Erst recherchieren, dann die Klappe aufreißen.

Andrea

Beitrag von anyca 14.11.10 - 19:39 Uhr

Deine Tochter ist mit 14 Jahren religionsmündig und kann sich dann selber taufen lassen.

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