Wer hatte ein Kann-Kind, wie habt Ihr entschieden? Auch Lehrer hier?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von kaffetante 14.11.10 - 17:06 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

unser Großer wird Ende Dezember 5 und ist für das nächste Schuljahr ein Kann-Kind. Eigentlich sind wir der Meinung, dass er erst 2012 eingeschult werden soll. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ersteinmal ist er körperlich noch sehr zart (ca. 105 cm), er ist noch sehr verspielt und auch sein Selbstbewusstsein scheint mir noch ein bisschen schwach...so eher der Typ "große Klappe, wenig dahinter".

Nun hat eine befreundete Grundschullehrerin (bereits pensioniert) uns geraten ihm im nächsten Jahr einschulen zu lassen #schwitz. Das mussten wir erst einmal verdauen, denn mit dem Gedanken hatten wir gar nicht gespielt. Sie meinte, wir würden uns, dem Kind und dem KIGA keinen Gefallen tun, wenn wir ihn noch im KIGA lassen.

Da in dieser Woche die Anmeldungen liefen, habe ich angerufen und dachte, die Meinung der Rektorin kann ja nicht schaden und zu verlieren haben wir ja nichts. Als ich so in der Anmeldung saß war gerade Pause. Am liebsten hätte ich sofort die Flucht ergriffen - so überzeugt bin ich, dass er da auf keinen Fall jetzt schon hingehört. Es ist aber eine sehr kleine Dorfschule.

Nachdem die Rektorin ihn "getestet" hat, meinte sie, so etwas hätte sie noch nicht oft erlebt. Er wäre so fix gewesen. Hätte mehrere Wörter auf Anfrage geschrieben und Fehler selbst gefunden. Ich wusste zwar, dass er sich das mitunter selbst beibringt, aber in solchem Ausmaß?!

Die Rektorin konnte aber meine Bedenken verstehen und meinte ich solle mir noch bis Ende des KIGA Jahres Zeit geben, abmelden könne ich ihn ja wieder.

Eigentlich hat sich an meiner Meinung nichts geändert, aber ins Schwanken geraten ist sie schon ein wenig.

LG

Beitrag von manavgat 14.11.10 - 18:50 Uhr

Wende Dich an die zuständige Schulpsychologin (örtliches Schulamt) und bitte um Rat und Testung.

Gruß

Manavgat

Beitrag von kaffetante 14.11.10 - 19:16 Uhr

Danke Dir.

Einfach so anrufen? Mit der Schuluntersuchung hat das aber nichts zu tun, oder?

LG

Beitrag von manavgat 14.11.10 - 19:31 Uhr

Nein, das ist eine andere Stelle.

Gruß

Manavgat

Beitrag von jucoaa 14.11.10 - 19:24 Uhr

Hallo

Deine Sorge kann ich gut verstehen.
Mein Sohn (9) war 2007 auch ein Kann-Kind
Er ist Anfang August in die Schule und Im September 6 geworden.
Er war auch sehr klein. (ist heute noch der kleinste) 2007 war er 107 klein und 23kg.
Er war sehr fit und Intelligent daher habe ich beschlossen, ihn einzuschulen.
Und ich habe es bereut, er war einfach noch nicht so weit. Er war zwar nicht der schlechteste aber fit ist auch was anderes.
Er hatte einen schweren Start weil er eben noch so klein und unbeholfen war. Heute ist er einer der Klassenbeste.
Also der Rat von mir, gib ihm noch was Zeit....
das 1 Jahr tut ihm doch noch gut in der Kita, die werden so schnell Groß.
Und wenn er nicht grade der einzige ist der in seiner Kita Gruppe bleiben würde dann lass ihn noch da.

Beitrag von kaffetante 14.11.10 - 19:39 Uhr

Das ist eigentlich auch meine Meinung.

Er müsste mit dem Bus fahren und da wir selbstständig sind auch in die Betreuung, zwar nur bis zwei aber immerhin. Dazu kommt, dass unser Kleiner auch in den KIGA kommt und die Beiden freuen sich schon wie Bolle.

Auf der anderen Seite bleibt er als Einziger zurück und die Rolle des fürsorglichen Vorschulkindes - ich weiß nicht. Mit Jüngeren hat er nichts am Hut, außer mit seinem Bruder.

Ich werde einfach noch ein bisschen abwarten...

Beitrag von erstes-huhn 14.11.10 - 19:51 Uhr

Unser Sohn mußte im Mai einen Probeunterricht mitmachen. zwei Tage für 3 Schulstunden, danach gab es ein ausfühliches Gespräch und eine einvernehmliche Lösung.

Das wäre doch auch etwas für Euch.

Beitrag von loonis 14.11.10 - 20:04 Uhr




Ich würde es nicht tun.
Den Kids schadet es nicht ,länger in den KiGa zu gehen...

Der Übergang von d.KiTa in d.Schule ist schon ein
Riesensprung ...
Es gehört einfach mehr dazu als schreiben ,lesen,rechnen können...
das können schon viele Kids vor der Einschulung ...
Das Sozialverhalten ist absolut wichtig ...

Meine Lütte wird Ende Jan. 4 ,ist ist 112 cm groß ....
ich könnte sie mir nicht mit einem Ranzen vorstellen...so
rein körperlich ....

Mein Großer ist normal letztes Jahr mit 6,5 J. zur Schule
gekommen ,er sollte nach 4 Wo höher gestuft werden,
das haben wir nicht gemacht u. dem war/ist gut so.
Luca ist sehr viel weiter als seine Mitschüler ,aber das
ist nicht schlimm,er bekommt eben öfter and. Aufgaben...
aber vom Alter her passt Luca eben in d.2.Klasse u.
nicht schon in d.3.

Überlegt es Euch gut!

LG Kerstin

Beitrag von katjafloh 14.11.10 - 20:51 Uhr

Hallo,

ich habe im KiGa einfach gefragt, ob Jannik jenes Jahr mit eingeschult wird oder erst im nächsten. Dann hat mir die Leiterin gesagt, das er erst ein Jahr später eingeschult wird, weil er nach dem Stichtag (18 Tage zu spät :-p) Geburtstag hat. Und gut war für mich. Habe auch den offiziellen Brief, das er eingeschult wird erst ein Jahr später bekommen.

Ich habe da gar keinen TamTam rum gemacht. KannKind - MussKind. #augen Richte dich nach dem Stichtag und dann ist das okay so.

Die offiziellen Briefe kommen automatisch, wenn dein Kind dann ein Muss-Kind ist. Vorher brauchst Du Dich um nix kümmern. Höchstens Du willst unbedingt, daß er schon eingeschult wird. Aber ich finde, sie müssen noch lang genug in die Schule gehen, da tut das eine Jahr Kiga jedem gut.

LG Katja

Beitrag von luka22 14.11.10 - 22:07 Uhr

Meine Tochter ist im September 6 geworden und musste eingeschult werden. Ihre Schulfähigkeit stand auch nie zur Debatte. Trotzdem muss ich sagen, dass ältere Kinder aufgrund ihrer Reife und Konzentrationsfähigkeit den "Kleinen" einfach überlegen sind, so ist zumindest mein Empfinden. Ich denke zwar, dass sie es schon packt, aber ein zusätzliches Jahr Kindergarten hätte ihr auf keinen Fall geschadet. Es stimmt einfach mit dem "Ernst des Lebens" der bei Schuleintritt beginnt.

Grüße
Luka

Beitrag von prinz04 14.11.10 - 22:12 Uhr

Hallo,

wir haben auch ein Kann-Kind (hätte dieses Jahr eingeschult werden können).

Nach einer Gesetztesänderung (Stichtag wurde auf 30.09. vorverlegt) hatten wir auf einmal kein Muß-Kind mehr, sondern ein Kann-Kind. Das war für uns aber gar nicht so schlecht, weil wir schon mit dem Gedanken gespielt hatten, ihn zurückstellen zu lassen. Im Grunde ist mein Großer wie Deiner: Zierlich, schüchtern, aber auf keinen Fall auf den Kopf gefallen.

Unser Kinderarzt meinte, wir könnten ihn ruhig in die Schule schicken, aber aus seiner Sicht ist ein weiteres Kindergartenjahr für ihn sicher besser. Unserer Erzieherin ist ein Stein vom Herzen gefallen, als ich ihr gesagt hab, er geht nicht in die Schule (hat aber schon die Vorschule mitgemacht), weil sie dann keine Bewertung abgeben musste.

Wir sind überglücklich, dass wir ihn nicht geschickt haben. Dafür geht er jetzt für 1 Jahr in einen Schulkindergarten. Das ist bei uns eine Kindergartengruppe, in die zurückgestellte Kinder kommen können bzw. Kinder, die im jeweiligen Jahr 6 Jahre alt werden und schon 3 Jahr im Kiga waren. Da blüht er förmlich auf, sein Selbstbewußtsein wächst mit jedem Tag und ich denke, die Förderung bzw. die Anforderungen tun ihm gut für den Schulstart im nächsten Jahr. Immerhin sagt er jetzt: ich freue mich auf die Schule und das war letztes Jahr noch nicht der Fall.

Viele Grüße
Bettina

Beitrag von juliane1978 14.11.10 - 22:54 Uhr

Hallo,

mein Sohn wird auch Ende Dezember 5, aber er hat eine große Schwester, die schon in die Schule geht. Sie wurde im August 6 und ist dann im September als Muß-Kind eingeschult worden. Geht jetzt in die Zweite.

Mein Kleiner ist auch ziemlich fit, er lernt halt bei der großen immer wieder ein paar Sachen mit. Er schreibt schon einige Wörter, zählt bis 100 auf deutsch und bis 12 auf englisch, rechnet bis 10, aber ich würde ihn niemals schon mit 5 3/4 einschulen. Ich kenne einfach die Probleme schon die es sonst noch gibt. ;-)

Meine Große ist die Jüngste in ihrer Klasse. Viele sind schon 8 oder werden es bald, viele Kinder mit großen Geschwistern, sie ist gerade 7 und unser erstes Kind. Sie hat in der Schule mit dem Unterricht keine Probleme. In den Proben fehlen vielleicht mal 2 Punkte wenn überhaubt, aber im Vergleich zu den Anderen ist sie teilweise noch ein richtiges Baby und hat einfach im sozialen Bereich ihre Problemchen. Jetzt sind Mädels aber ja eh meist weiter als Jungs.

Ich "schenke" ihm dieses Jahr. Sollte ihm langweilig werden, werden wir das schon irgendwie überstehen.

Ausserdem hab ich mir das mal ausgerechnet. Er kommt mit 5 in die Schule, macht dann die "Mittlere Reife" ohne Ehrenrunde, dann kommt er mit 15,5 aus der Schule. Hauptschule wäre er sogar noch ein Jahr jünger, Abitur ohne sitzenbleiben mit 17,5 und dann? Ich kann mich noch sehr gut an mich erinnern. Ich bin mit gerade 16 mit der Schule fertig geworden. Mittlere Reife. Mein Traumjob: Polizistin. Mindeseinstellungsalter: 17. Ich hätte ein komplettes Jahr warten müssen, damit ich zum lernen anfangen kann und da hatten meine Eltern was dagegen.

LG,
Juliane

Beitrag von graupapagei4 15.11.10 - 06:56 Uhr

Ich habe 2 Kinder als Kann-Kinder eingeschult und ein Kind als echte Früheinschulung (Märzkind). Und ich würde es immer wieder so machen, weil die Kinder sowieso schon überreif waren und es verschiedene Gründe gabt, warum ein Verbleib im KIGa nicht sinnvoll gewesen wäre.

Es gibt immer die Diskussionen über der Jüngste, Kleinste und sonstwas sein. Es kommen immer die Argumente, dass dann irgendwann die Probleme losgehen.

Mein Großer ist noch 10 und mittlerweile 7.Klasse Gym. Es gab bis heute keine Probleme. Nichts von dem, was an Bedenken geäußert wurde, ist eingetreten. Die Klasse dominieren nicht die Großen 13jährigen ausgewachsenen Mädchen, sondern drei 1,40m kleine kindliche Jungs. Natürlich ist die Klassenkonstellation ein glücklicher Zufall, aber man sieht daran, dass sowieso niemand vorhersagen kann, was in ein paar Jahren ist.

Töchterlein ist gerade 9 geworden und in der 5.Klasse. Sie ist 1,20m klein und würde damit gut in jede 1.Klasse passen. Und sie ist die Schülersprecherin der Schule, weil sie sozial reifer ist und dementsprechend anerkannt wird.

Nr.3 wird im März 7 und sitzt aktuell in der 3.Klasse. Sein ältester Klassenkamerad ist jetzt 10. Da regt sich auch keiner auf, dass ein 10jähriger nicfhts mehr in einer 3.Klasse zu suchen hat. Warum sind denn dann jüngere Kinder unpassend?

Es geht nicht um eine Glaubensfrage. Es geht darum, was für die Entwicklung des Kindes individuell am besten ist. Und manchmal ist das eben die frühe Einschulung.

Beitrag von kleinjano 15.11.10 - 09:10 Uhr

Den letzten Abschnitt kann ich genau so unterschreiben.

Es gibt keine pauschal richtige Einstellung!

Ich hab ein Kann-Kind eingeschult. Er war mit dem Kindergarten einfach fertig.
Ein Kind ist eine echte vorzeitige Einschulung. Für sie war der Kiga eine Qual, die durch das Schulkind sein dürfen beendet wurde.
Meine Dritte wird regulär eingeschult, weil ihr das Jahr Kiga einfach noch guttut.

Gruß und eine gute individuelle Entscheidung!

Beitrag von blackcelebration 15.11.10 - 19:16 Uhr

Hallo,

also ich sehe das ganz klar so:

Kindergartenzeit kommt niemals wieder und ist viel zu kurz.
Schulzeit ist ernst und (mindestens) 10 Jahre lang - also eine kleine Ewigkeit. Was sollte den Kindern denn passieren wenn sie noch ein Jahr im KiGa bleiben? Gute, geschulte Erzieher können darauf eingehen falls ein Kind mal unterfordert sein sollte.
(Zitat einer Erzieher-Freundin und von "unserer" Erzieherin)

Ausserdem lernen die Kinder zwar rechnen, schreiben lesen etc, aber am Selbstvertrauen wird in der Schule nicht gearbeitet. Das müssen sie mitbringen.

Ihr werdet schon das richtige tuen. Höre im Zweifel immer auf Deinen Instinkt. DAfür hast Du ihn ;-)

LG

Beitrag von kaffetante 15.11.10 - 19:37 Uhr

Danke auch Dir.

Leider ist das bei meinem Großen nicht so einfach. Ich sehe das ganu klar wie Du und die meisten hier - die Kindheit kommt nie wieder.

Ich sehe nur das Problem, dass ich mir dann, wenn ich ihn im KIGA lasse, echt ein noch dickeres Fell wachsen lassen muss.

Mann kann mit meinem Sohn stundenlang puzzeln, in ins Museum oder in die Natur schleppen - ihn auch stundenlang mit einer Schere und einem Spielzeugkatalog alleine lassen - aber wehe er bekommt kein Kopf- oder Handfutter - dann sucht er sich welches. Verstehst Du?

Ich bin und war noch nie der Typ für Mainstreams, aber ich würde mich persönlich doch als angepasst bezeichnen. Mein Sohn bliebe, so sieht es jetzt aus, als Einziger zurück (seine Freunde sind nicht einmal Kann-Kinder und werden geschickt) - ich würde niemals etwas tun, weil andere es tun, aber ich sehe das als Problem. Unter anderem. Er ist den anderen eh überlegen und die, sie zurück bleiben sind ein Jahr jünger als er - das finde ich heftig.

Aber ich werde noch einmal in mich gehen im nächsten halben Jahr - mit den Erziehern sprechen....

LG

Beitrag von kathrincat 15.11.10 - 22:18 Uhr

wir haben auch ein kann kind, sie ist aber erst 3, wir werden sie wenn wirklich ncihts dagegen spricht mit 5 einschulen.

so wie es sich bei euch anhört, würde ich einschulen, zumal es noch eine kleine dorfschule ist und er so weit ist.