Phantasielosigkeit bei unserem Sohn 6 (kann nicht allein sein)

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von kueken 14.11.10 - 17:32 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht so genau ob ich hier richtig bin. Aber versuchen kann ich es ja mal.
Es geht um unseren Sohn. Er ist im Sommer zur Schule gekommen und 6Jahre alt. Er ist ein aufgewecktes Kind und guter Schüler mit festem Freundeskreis. Bei uns gibt es, wie überall auch, auf´s und ab´s, mal läuft es ganz gut, dann gibt es wieder Phasen in denen man das Gefühl hat nur noch zu meckern. Was uns derzeit beschäftigt ist die Tatsache, dass er nicht in der Lage ist sich allein zu beschäftigen. Wenn wir sagen, geh doch ein wenig spielen wir haben jetzt mal zu tun dann weiß er nicht was er tun soll. Er steht in seinem Zimmer, traurig, hilflos ohne Plan was er machen soll. Er hat ein Kinderzimmer in normaler Größe, Radio, Spielzeug, aben alles was dazu gehört. Aber er weiß einfach nicht was er machen soll. Wir haben nur ein Kind und sehr viel Zeit uns mit ihm zu beschäftigen, aber wir finden auch, dass er sich mal allein beschäftigen muss. Wenn man ihn fragt, warum er so ungern in seinem Zimmer ist bzw. nicht allein beschäftigen kann/mag dann sagt er dass er einsam ist. Rollenspiele, zum Beispiel mit seiner Playmobilburg , gibt es bei uns NIE. Wenn er Besuch von Freunden hat dann darf man aber nicht ins Zmmer. Da wird ganz normal gespielt und getobt.
Geht es jemanden wie uns?? Ist es vielleicht sogar normal?? Ich finde es so komisch, denn so einige in unserem Umfeld berichten darüber, dass ihre Kinder sehr viel allein in ihren Zimmern spielen, meine Nichte tut dies sogar mehrere Stunden am Stück(das finde ich wiederum auch nicht sooo normal, aber muss jeder selber wissen).
Jedes Kind ist anders, dass ist uns klar. Aber so ganz "normal" kommt uns das nicht vor.

Ich danke Euch schon jetzt für eure Antworten.
LG, Kueken

PS. Verlustängste oder sowas kommt bei uns nicht in Frage. Also zumindest in dem Rahmen das jemand gestorben ist oder so. Er ist schon immer so.

Beitrag von glasregen 14.11.10 - 19:26 Uhr

Unsere Kleine hat eine rege Phantasie, aber auch sie spielt nie allein in ihrem Zimmer. Sie braucht immer Mitspieler, also uns oder ihren Bruder. Der hingegen war schon immer eher der Typ, der gern auch mal mit sich alleine spielt oder bastelt.

Kinder sind eben verschieden :)

Beitrag von schullek 14.11.10 - 19:49 Uhr

hallo,

ich denke viel liegt einfach in der pserönlichkeit des kindes begründet. meiner hat wahnsinnig viel fantasie und spielt tatsäöchlich stundenlang alleine. was soll daran unnormal sein? er lioebt es. natürlich spielen wir auch mal ein spiel und lesen tun wir viel. aber im grunde liebt er es alleion vor sich hinzuspielen.

ich würde wahrscheinlich bestimmte zeiten bei euch einführen. nach einer stunde gemeinsamen spiel erklärst du, dass du jetzt das und das erledigst und er alleine spielt. du kannst ihm noch die eine oder andere anregung geben und dann lass ihn. eventuell kommt ja aus der langeweile, die gemeistert werden soll, ja die lust zum spielen.

lg

Beitrag von kueken 15.11.10 - 18:31 Uhr

Hallo,

ich finde es absolut super wenn Kinder tatsächlich von sich aus stundenlang in ihrem Zimmer sein können und sich allein beschäftigen. Ich freue mich für die Eltern denn ich denke es macht einem zumindest manches leichter.
Unnormal finde ich es nur bei meiner Nichte, aber da kenn ich eben den Hintergrund und weiß dass sie es nicht freiwillig tut sondern aus Resignation.
Da heißt es nämlich, das Kind kann sich freuen wenn die Eltern eine stunde am Tag mit ihm spielen. Und das finde ich nicht gut.
Aber auch das ist etwas das jeder allein wissen muss.

Ich versuche ihm Anleitung zum speieln zu geben, bauen, malen oder lesen. Das klappt dann bedingt mal für eine halbe Stunde aber da kommt er auch ganz oft wieder zu uns. Aber ein bissl ist ja besser als gar nicht.

Danke für Deine Antwort und schönen Abend.

Beitrag von jule2801 14.11.10 - 21:13 Uhr

Hallo,

mein Großer konnte sich immer prima alleine beschäftigen, bei Nr.2 sieht es da ganz anders aus. Lars kommt eigentlich immer an und fragt ob man mit ihm spielen kann (auch wenn man gerade zig Stunden diverse Spiele und ähnliches mit ihm gespielt hat). Immer kann ich nicht mit ihm spielen, es wollen auch nicht immer seine Geschwister mit ihm spielen also muss er wohl hin und wieder sich selber beschäftigen. Wenn es so gar nicht klappt setze ich mich einfach noch mal 10 Minuten dazu, bis er sich irgendwo reingespielt hab und sage dann, dass ich jetzt aber erst noch was fertig machen muss und er einfach so lange weiterspielen soll - das klappt eigentlich ganz gut!

lg Jule!

Beitrag von kueken 15.11.10 - 18:33 Uhr

Hallo,

so ungefähr ist es bei uns auch. Ich kenn das so eben nicht. Ich selber war und bin noch heute eine phantasievoller Mensch. Mein Sohn aber scheinbar nicht.
Aber ich denke es ist nichts worum man sich ernsthaft Gedanken machen muss. Ich spiele gern mit ihm oder wir basteln oder malen. es ist für mich nichts das mich nervt. Und wenn ich zu tun habe dann nehme ich mir auch die Zeit und Überlasse ihn sich selbst. Wenn er muss dann ist das auch ok. Und wenn er dann nur aus dem Fenster sieht...ja dann tut er es eben :-)

Beitrag von bruchetta 15.11.10 - 11:12 Uhr

Bei meiner Tochter (6) ist es auch so!

Ich kann das auch nicht nachvollziehen, da ich selbst völlig anders war.
Ich habe viel Phantasie, konnte sogar stundenlang mit den "Prinzessinnen und Prinzen" auf einem Skatblatt spielen.
Oder ich bin draußen ewig lang herum gallopiert und habe so getan, als hätte ich ein Pferd und wäre im Reitstall.

Aber wie gesagt, bei meiner Tochter ist das anders.

Verstehen kann ich das, wenn man sich permanent mit dem Kind beschäftigt und es bespaßt.
Dann ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch und man "muss" ja gar nicht lernen, auch mal seine Phantasie zu benutzen und mal was allein zu machen.

Das ist bei uns aber definitiv nicht so.

Beitrag von kueken 15.11.10 - 18:36 Uhr

Hallo,

wir haben schon immer recht viel Zeit mit unserem Sohn verbracht, es gibt leute die sagen zu viel. es ist aber auch bei uns nicht so, dass wir ihn 24 Stunden am Tag bespaßen. Es gibt Situationen in denen wir ihn sich selbst überlassen. Haushalt, div Arbeiten..eben alles was so anfällt. Da muss er dann durch und es geht auch. Aber eben dieses so gar nichts mit sich anfangen können irritiert mich manchaml. Ich war auch immer sehr gut in Rollenspielen und so, ich kenn das so wie bei meinem Sohn einfach nicht. Aber ich war auch kein Einzelkind.LG

Beitrag von bokatis 15.11.10 - 12:23 Uhr

Hallo,

mein Sohn (knapp 4) spielt sehr schön Rollenspiele usw....aber aus dem Bekanntenkreis höre ich oft dasselbe.
Ich glaube immer, dass er so schön spielt, weil wir es ihm "vorgespielt" haben. Also zB mit Lego Duplo, andere Mütter sagen "da interessiert sich keiner bei uns für...."....bei uns war es so, wir haben zusammen aufgebaut, uns Geschichten ausgedacht, Figuren benannt und dann ZUSAMMEN gespielt. Und nach einer Weile hab ich mich dann zurückgezogen und er hat dann einfach weitergespielt. Auch bei Playmo Puppenhaus Eisenbahn und Co. gebe ich ihm meist eine kurze Anregung..."schau mal, die Eisenbahn fährt hier durch eine Stadt, lass uns mal aufbauen, was ist denn das hier usw..." oder "Ist das Pippi Langstrumpf? Du könntest ja mal die VIlla Kunterbunt bauen und Pippi was lustiges machen lassen" (er liebt Pippi...)....oder "hey, was kocht die Mama da im Puppenhaus, oh, das Baby schreit rum, was ist denn da los usw...".
Also, ich mach mich dann oft "zum Affen" und spiel eine Weile schön mit, und dann spielt er ganz alleine schön alles nach und weiter.
Ist aber auch sicherlich ne Typfrage, das kommt natürlich dazu.
Ach ja, die meisten, die nicht so auf Rollenspiele/Fantasie usw abfahren, sind oft Tüftler und Bauer. Vielleicht ein paar tolle Baukästen usw...oder was Kreatives, Malen, Basteln usw...was er alleine machen kann.
Grüße
K.

Beitrag von kueken 15.11.10 - 18:41 Uhr

Hallo,

wir wissen das nicht alle KInder gleich sind und alle andere Interessen haben. Das er keine Rollenspiele macht ist das eine, aber was uns irritiert hat ist, dass er einfach nichts mit sich anzufangen weiß. Ich habe auch, als er noch klein war, versucht ihm da Hilfestellung zu geben aber genutzt hat es nichts.
Er ist ganz oft am rätzeln oder sudokus lösen, das geht dann auch mal ne halbe Stunde. Aber wenn es darum geht die Zeit zu nutzen wo er eben nicht am Schreibtisch sitzt weiß er einfach nicht was er machen soll. ER denkt immer wir wollen ihn abschieben und loswerdn, aber es geht eigentlich nur um die Zeit wo wir auch mal was zu tun haben.

Danke Dir für deine Antwort
LG