Eure Erfahrungen mit alternativen Schulformen?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von tragemama 14.11.10 - 18:04 Uhr

Hallo Ihr,

mich interessiert dieses Thema im Moment sehr. Wir haben zwar noch etwa 3 Jahre Zeit, aber ich würde gerne von Euch hören, ob und warum Ihr Eure Kinder nicht auf Regelschulen gegeben habt und welche Erfahrungen Ihr damit gemacht habt, v.a. interessieren mich Waldorf- und Montessori-Schulen, weil es diese Schulformen hier in der Nähe gibt.

Danke vorab,
Andrea

Beitrag von lena10 14.11.10 - 18:09 Uhr

Hallo,

zu beiden Schulformen wurden hier schon gaaaaaanz oft Erfahrungsberichte gepostet! Gib die Begriffe doch mal in die Suchfunktion ein.

LG Lena

Beitrag von tragemama 14.11.10 - 18:17 Uhr

Da bin ich grad dabei :-)

Beitrag von 3erclan 14.11.10 - 18:56 Uhr

Hallo

meine große geht in eine Regelschule.

Finde die Privatschulen teuer und habe einfach auch Zweifel ob es für das Kind wirklcih gut ist wenn es während der Schulzeit geschont wird und später sich dann behaupten muss und scih durchsetzen muss.

Mein Nachbarskind ist auf einer MOntessorischule und sie genießt es dass sie niee Hausaufgaben machen muss und wenn man sie fragt was sie gerade macht dann kommt nix nur malen.

lg

Beitrag von jana-marai 14.11.10 - 19:16 Uhr

Hallo,
das kann man nicht verallgemeinern. Gerade bei alternativen Schulen kommt es sehr auf die jeweilige konkrete Schule an.
Deswegen macht es wenig Sinn, hier zu posten. Besser wäre es, das Gespräch mit Müttern aus den jeweiligen Schulen vor Ort zu suchen.
Die Montessorischule hier ist z.B. ganz anders als bei Euch. Schon die 1.Klässler haben jede Menge Hausaufgaben, teilweise fast mehr als die Grundschüler.
Aber abgesehen von der Schule hängt auch vieles vom jeweiligen Lehrer ab.
Aber das gilt für ALLE Schulen, auch für Staatsschulen.
LG
jana-marai

Beitrag von delfinchen 14.11.10 - 20:40 Uhr

hallo,

ja, gib das in der suchfunktion ein ....
kurzfassung meinerseits:
waldorf: never-ever.
montessori: brauchbar, aber ungünstig, da keine notengebung und zeugnisse für eltern oft nur schwer interpretierbar. außerdem arbiten viele grundschulen mit montessori-ansätzen.

lg,
delfinchen

Beitrag von viofemme 14.11.10 - 21:04 Uhr

Grundsätzlich finde ich reformpädagogischen toll! Auch wenn Steiner vielleicht in die Zeit fällt, zähle ich ihn aber nicht dazu. Montessoris Ansätze haben längst auch Einzug in staatliche Grubdschulen gehalten.
Meine Erfahrung mit Pricatschulen: ein Bekannter ist seinerzeit mit Pauken und Trompeten durchs 2. Staatsexamen gefallen - untragbar und chancenlos für's normale Gymnasium. Nun unterrichtet er an einer Hermann-Lietz-Schule. Mangelfächer, gute Lehrer mit gleichen Fächern gehen natürlich lieber an staatliche Schulen, wo sie als Beamte erheblich mehr verdienen.

Zur Waldorfschule kopiere ich dir mal rein, was ich schon einmal dazu geschrieben habe. Wichtig ist halt, dass ihr als Eltern diese Ideologien absolut mittragt. Und ihr müsst damit klarkommen, dass man auch Antisemitisches in Steiners Schriften finden kann. Und Waldorfschulen beruhen nun mal ausschließlich auf Steiner...

"Befasse dich einfach mal genauer mit der Anthroposophie Rudolf Steiners. Ich habe Erziehungswissenschaften studiert und mich zeitweise mit verschiedenen reformpädagogischen Ansätzen befasst, vieles ist auch für meine Arbeit heute noch wichtig.
Waldorfpädagogik hat aber vielfach in meinen Augen das riesige Problem, dass sie sich aktuellen pädagogischen Diskussionen gar nicht stellt, dass Steiners Lehren auch heute noch nicht hinterfragt werden dürfen, das System sich also nicht neueren Erkenntnissen und Entwicklungen stellt etc.

Mir ist immer noch nicht klar, weshalb Kinder keine Gesichter malen dürfen. Die Kinder, die ich kenne, habe das dringende Bedürfnis, auch Gesichter zu malen, wenn sie Personen malen. Warum soll man sie daran hindern?
Und weshalb dürfen Kinder ihre Kreativität nicht ausleben, sondern lernen stricken und müssen dabei alles das gleiche Muster in den gleichen Farben stricken? Da ist "normale" Didaktik doch sehr viel freier und individueller.
Was soll durch Eurythmie erreicht werden? Sieht nett aus und macht vielleicht Spaß, aber muss es deshalb einen so hohen Stellenwert im Schulleben einnehmen?
Ist es richtig, Kinder am Beginn ihrer schulischen Laufbahn in vier Kategorien einzueilen und sie für den Rest ihrer Waldorfzeit entsprechend zu behandeln (vier Temperamente nennt Steiner es wohl)? Ich habe in einer Klasse mindestens 30 Temperamente sitzen und behandle sie dementsprechend und die Schüler haben stets die Möglichkeit, sich zu verändern. Waldorf schreibt das jeweilige Temperament gewissermaßen in die Akte, die von Lehrer zu Lehrer wandert und dieses Temperament ist auf Ewig festgeschrieben...
In der Schule in meinem Heimatort durften die Schüler bis von etwa fünf Jahren noch kein Fussball spielen - auch nicht in ihrer Freizeit Aber warum nicht? Wie kann eine Schule ihre Schükler derat maßregeln, statt sie in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen?

Ich komme aus einer Gemeinde, in der die Waldorfschule großen Einfluss hatte und viele meiner Freunde waren "Waldis". Ab einen gewissen Alter konnten diese die Konzepte der eigenen Schule nur noch belächeln... In der Oberstufe wurde es aber richtig hart, alle tollen pädagogischen und didaktischen Konzepte Steiners griffen nicht mehr und die Schule wurde viel stärker noch als staatliche Oberstufen zur reinsten Paukschule. In Zeiten des Zentralabiturs dürfte das sich noch verstärkt haben.
Einige sind dann zu uns gewechselt, hatte aber vor allem in Mathe und Naturwissenschaften große Schwierigkeiten, da einfach Berge an Stoff fehlten.

Eine gute Freundin von mir ist selber Waldiabsolventin, heute selber Lehrerin an einem normalen Gymnasium: Sie belächelt einerseits ihre Schulzeit und die "Waldorfspinnereien", andererseits beklagt sie sich auch darüber, dass sie im Studium Defizite hatte, die nur mühsam aufzuholen waren. Noch heute bekommt sie regelmäßig Post ihrer Schule mit der Bitte, zu spenden.

Ich bin grundsätzlich begeistert von reformpädagogischen Ansätzen, aber mir erscheinen Hermann Lietz-, Frenet- oder JenaPlanschulen deutlich besser: Sie sind offen für Veränderungen und haben eben einen pädagogischen und keinen anthroposophischen Hintergrund. Dieser erscheint mir nämlich äußerst sektenartig, je nach Schule.

Dass man aber auch heute noch nicht die Thesen Steiners hinterfragen darf, finde ich sehr bedenklich! In einem solch' (selbst)kritikfeindlichen System käme ich nicht zurecht. Jede Weiterentwicklung und Aktualisierung wird so blockiert."

Beitrag von zahnweh 15.11.10 - 01:04 Uhr

Danke für weitere "Alternativen"

Seit einiger Zeit befasse ich mich immer mal wieder mit der Thematik von Regelschulen und anderen (nicht nur meines Kindes wegen, sondern auch ein bisschen wegen meiner eigenen Schulzeit #schwitz). Bisher habe ich nur von Montessori und Waldorf gelesen; und kenne die Schulen, auf denen ich selbst war.

"Hermann Lietz-, Frenet- oder JenaPlanschulen" entdeckte ich erst mals in Deinem Beitrag. Die bekannte Suchmaschine habe ich eben in Einsatz geschickt und auch viele Seiten gefunden. Da ich jedoch nicht einschätzen kann, was davon nur wahr ist, möchte ich an dieser Stelle fragen, ob es dazu sinnvolle Literatur oder Links gibt?

Beitrag von schnuppell 22.11.10 - 22:51 Uhr

Hallo viofemme,

da ich selber ehemalige Waldorfschülerin (sogar in 3. Generation) und Tichter 2er Waldorflehrer bin, will ich Dir in einigen deiner Ausführugen widersprechen, bzw. Dir die gelebte Realität dazu mal etwas näher bringen ;-)

Es ist Quatsch, dass die Waldorfschule ne Weltanschauungsschule ist, bzw. das Eltern die Ideologie absolut mittragen müssen! Ich kennen keinen Lehrer, der unkritisch einfach alles macht, die Waldorflehrer, die ich kenne, denken sehr selbstständig und kritisch, hinterfragen und diskutieren.

In der Tat ist es allerdings so, dass man in der Oberstufe bzw. beim Abi ganz schön reinhauen muss. Aber ICH hatte danach keine Defizite, sondern habe meinen Studi-Freunden durch die Mathe-Kurse in unserem Studium geholfen und als Semester-Beste das Studium abgeschlossen. Das so zu pauschalisieren, wie Du das tust, ist einfach falsch. Wenn Du dazu tatsächlich einen nicht rein auf deinem theoretischen Wissen aufbauende Meinung abgeben willst, die richtig ist, würde ich auf jeden Fall mal in einer Schule hospitieren und Dir ansehen, wie es ist. Ich persönlich finde die Schule sehr empfehlenswert und würde meinen Kindern wünschen, sie ebenfalls besuchen zu können.

LG

Beitrag von anarchie 15.11.10 - 11:18 Uhr

Hallo!

Aus meiner Überzeugung heraus, hätte ich meine Kinder gerne auf die Montessori-Schule oder auf die nena-schule gegeben.

Gegen 1. sprach jedoch, dass ich einfache Strecke morgens 45 Minuten planen müsste(und ich habe ja noch zwei Kleine, die auch den halbe tag im Auto wären...). Per Öffis wäre nicht möglich.

Die 2. hatte neben dem langen weg auch noch den nachteil , eine ganztagsschule zu sein, wa sich nicht wollte für meine Kinder.

Kostenmässig wären beiden mit je ca 300EUR/Monat zu Buche geschlagen.
Ausschlaggebend war der fahrtweg.

Sie gehen jetzt auf eine sehr kleine Dorfschule, die jahrgangsübergriefend unterrichtet und im Allegmeinen sehr individuell auf die Kinder eingeht.
Sie steigen hier morgens um 7.46Uhr in dne Bus und sind um 8.51. am schultor - mittags werden sie zum Bus gebracht und von mir hier angeholt....

lg

melanie und die 4

Beitrag von zauber04 16.11.10 - 13:34 Uhr

na das wäre eine richtig gute entscheidung gewesen :-) meine kinder gehen seid 3 jahren auf die sogenannte nena schule (neue schule hamburg) und das war für uns das richtige .mein ältester hat dort seinen hauptschulabschluss gemacht mit super ergebnis noten .das konzept ist natürlich ein ganz anderes aber es klappt super bei uns. die kinder fühlen sich dort wie zuhause , gelernt wird da natürlich auch.und weit über den tellerand hinaus . gruß zauber04

Beitrag von anarchie 16.11.10 - 15:32 Uhr

oh wie toll!!!!!!!!

Aber wir wohnen echt recht weit weg....

Und ich gestehe, dass ich es suboptimal finde, wenn schon 1.Klässler einen sooo lamngen tag haben...

Wie amchst du das denn, wann machen deine kinder ihre Hobbies?

Meine Tochter z.B. spielt Geige und reitet(was sich intensivieren wird, wir haben ein Pferd)....wie ist das möglich, wenn bis 16 uhr schule ist?
meine Kinder wären dann ca 16.40Uhr zuhause...

Ausserdem "stört" mich, dass das ABI noch nicht angeboten wird(oder ist das jetzt schon möglich?)...

Aber vom Grund gedanken hier, ist das halt das, was gerade für meinen Großen optimal wäre *seufz*...

lg

melanie

Beitrag von zauber04 16.11.10 - 16:32 Uhr

hallo , also das abi soll in zuckunft auch angeboten werden da arbeiten sie drauf hin. Hobbys können die kinder auch ausüben dafür gibt es frei stunden . da der altag dort anders ist wie auf einer regelschule klappt dass dort auch super mit den 1 klässlern. es ist eine ganztagsschule aber sie lernen ja nicht den ganzen tag , sie können auch jederzeit ne pause machen und spielen , dort gibt es keien strengen 45 minuten stunden tackt.die kinder stehen dort auch nicht unter druck . sie werden dort super betreut .mein großer hat wie gesagt dort einen tollen abschluss gemacht , und macht dort jetzt noch seien realschulabschluss , obwohl er nie auf einer realschule war und das ist schon super für ihn.die vernetzten sich dort auch immer mehr mit firmen so das es in zuckunft evtl mal für schüler möglich ist die aus irgendeinen grund ihren abschluss nicht schaffen das sie trozdem ne chanche auf einen ausbildungspaltzt haben das soll mal das ziel sein , das halt jeder ne chanche hat und das ist klasse . gruß zauber04

Beitrag von brautjungfer 15.11.10 - 12:16 Uhr

Hallo,

ist zwar hier OT aber ich wollte mal fragen wie du dich nun entschieden hast wg dem Kindergarten.

lg

Beitrag von woodgo 15.11.10 - 17:59 Uhr

Hallo,

unsere Tochter war seit Ihrer Geburt für eine Privatschule vorgesehen. Im Laufe der Zeit wurde deren Ruf aber immer schlechter. Die Kinder lernen nicht ordentlich, die Guten werden gefördert, die Schlechten bleiben auf der Strecke. Es war eine Ganztagsschule, vor 16:00 Uhr hätte ich meine Tochter nicht abholen dürfen#schock
Und dann wäre meine Tochter nicht mit Ihren ganzen Freunden in einer Klasse gewesen#schock
Zu den anderen Schulformen meine ich, daß ich es schlimm finde, wenn Kinder Ihren Namen tanzen, anstatt Lesen und Schreiben zu lernen.

LG

Beitrag von xmarcix 15.11.10 - 18:30 Uhr

hi,

es gibt viel was mich an waldorf stört unter anderem das die kinder keine noten bekommen dafür aber einen zeugnisspruch. diesen müssen sie das ganze jahr mindestens einmal die woche aufsagen. also sollen sie verinnerlichen was der waldorflehrer ihnen zuschreibt. hier ein beispiel von einer waldorfseite:

Der Sommer ist noch lang an Tagen,
warum sollt' ich mich jetzt schon plagen?
"Vorräte sammeln kann ich morgen noch."
So sprach ein Hamster in seinem Loch.

Den ganzen Sommer blieb er faul liegen,
um seine Nase schwirrten schon Fliegen.
"Vorräte sammeln kann ich morgen noch."
So sprach der Hamster in seinem Loch.

Es wurde kälter, der Herbstwind kam,
in seinem Bau, da war's noch warm.
"Vorräte sammeln kann ich morgen noch."
So sprach der Hamster in seinem Loch.

Der Winter kam, kahl wurde das Land,
kein Tierlein noch ein Bröcklein fand.
"Vorräte sammeln kann ich jetzt nicht mehr."
Darum blieb auch sein Bäuchlein leer!



oder hier:

Ich bin der Schneidermeister Meck,
dauernd ist meine Schere weg.
Die Nadel hab' ich auch verloren,
ich hab' einfach zuviel um die Ohren!

Ich will in Zukunft besser achtgeben,
das erleichtert mir das ganze Leben!

#schock ich finde so zuschreibungen nicht gut!

lg marci

Beitrag von zauber04 16.11.10 - 12:25 Uhr

hallo , meine kinder gehen auf eine sudbury schule . das ist ein ganz anderes system . und das klappt dort super . mein ältester hat dort seinen hauptschulabschluss gemacht mit sehr guten noten, und macht jetzt noch seinen realschulabschluss , wir sind super zufrieden. das die kinder dort ohne druck lernen können und auch ohne dieses noten messen lernen können, ist für unsere kinder ein riesen vorteil .gruß zauber04